====== 11.8.2016, Stari Grad (Hvar) ====== Eine ereignisreiche Nacht hat mir den Schlaf geraubt! Ab ungefähr halb 10 hat es immer wieder in Böen bis zu 27 kn Wind gehabt, da nördlich von uns Gewitter waren. Das war erst mal nicht so schlimm, aber genervt hat es trotzdem, da ich ja eigentlich schon recht müde war wegen des frühzeitigen Start in den Tag in Ljubljana. Als ich dann um Mitternacht entdeckt hatte, dass sich Mini-tonttu (unser Dinghi) losgerissen hat (hätte ich doch nur mal die Halteleine ausgetauscht!!!), da ging meine Stimmung auf absoluten Tiefgang. Danach hat es natürlich auch noch zum regnen begonnen und ich musste unter dem Sprayhood kauern. Erst um halb 2 konnte ich mich dann im Salon hinlegen, da der Wind und die Gewitter endlich aufgehört hatten. Sobald ich genug gesehen habe (also gegen halb 6) habe ich mich mit dem Fernglas ins Cockpit gestellt und nach dem Dinghi Ausschau gehalten. Denn über Nacht musste es nach Südwest auf die gegenüberliegende Seite der Buch geweht worden sein und jetzt hatte es auf sehr leichten Nordwest gedreht, so dass die Chance bestand, dass sich Mini-tonttu auf den Weg Richtung Trogir macht. Und tatsächlich, kaum zu sehen als graues Gummigeschwulst konnte ich es mit dem Fernglas in ungefähr einer Dreiviertel Meile schwimmend ausmachen. Also blieb mir nichts anderes übrig als Iris zu wecken (die war gar nicht begeistert) und den Anker zu lichten, damit wir unser lieb gewonnenes Mini-tonttu wieder einfangen konnten. Das hat um 06:15 dann auch geklappt. Ich habe dann die vorschnelle Entscheidung getroffen einfach gleich weiter zu fahren. Was vielleicht nicht für alle das beste war, so auf nüchternen Magen. Ein wenig geschaukelt hat es ja schon draussen. Dafür haben wir aber noch ein frei treibendes Krokodil gefangen (aufblasbar natürlich) und waren recht schnell drüben an der Nordwestspitze von Solta. Dort haben wir erst mal geankert um normal zu frühstücken und die Mägen wieder einzurenken. Danach konnten wir dann sogar die Segel setzen (Gross im 2. Reff und Vorsegel ganz raus) und mit halbem Wind in Richtung Hvar segeln. Dort haben wir uns dann entschlossen nach Stari Grad zu fahren und auf einen Platz an der Mole zu hoffen. Der Wind ist inzwischen eingeschlafen, so dass wir die letzten 2 Stunden unter Motor fahren mussten. Leider war alles voll (Hauptsaison und eine ganze Flotille war angemeldet) und wir haben nur noch einen Platz an einer Boje bekommen. Aber so konnten wir wenigstens ordentlich schwimmen. Gegen halb 5 sind wir dann in den Ort gefahren, haben Eis gegessen und sind durch die Gassen gebummelt. Schlussendlich haben wir uns entschieden wieder bei Juran Podrum zu essen und es war wieder extrem lecker. Und kurz vor der absoluten Dunkelheit waren dann wieder alle an Bord und jetzt schläft die Mannschaft und ich schreibe brav den Blog :-) Mal sehen wo wir morgen hinfahren. Evtl. gibt es morgen Abend nochmal etwas mehr Wind. Deshalb wollen wir vielleicht nur nach Vela Luka auf Korcula (am Westende) fahren und dort entweder in eine Bucht, die Olivier kennt oder in das Hafenbecken an eine der Bojen. Je nach Wetter ...