====== 7.8.2017 Ist Südbucht ====== Irgendwie kam der Starkwind heute Nacht nicht wie angekündigt: Erstens hat es deutlich zu spät angefangen (nach 23 Uhr) und dann war es meiner Meinung nach auch keine wirkliche Bora (dazu war es viel zu bewölkt und der Wind noch immer zu warm) sondern eher die Auswirkung von Gewittern in der Gegend. Trotzdem hatten wir Böen von bis zu 38 kn in der Marina und die Boote wurden ziemlich hin und her geschaukelt. Gegen 2 war dann jedoch das schlimmste vorbei und ich habe mich ins Bett gelegt. Am Morgen sah dann alles wieder ganz friedlich aus, nur als wir später zum einkaufen gegangen sind, haben wir einen Einheimischen bemerkt, der sich mit seinem Jetski ein Nebengeschäft aufgemacht hat. Er hat all die von den Booten und von Land ins Wasser gewehten Dinge (Kissen, Schilder, ...) wieder eingesammelt und gegen ein kleines Entgelt wieder zurück übereignet. Wir haben die Gunst der Stunde genutzt und 2 Maschinen Wäsche gewaschen (nachdem wir für den Strom und das Wasser eh' bezahlt haben ...) und ich bin mit den Kindern Wasser und ein paar weitere Lebensmittel einkaufen gegangen. Dann haben wir gefrühstückt und wieder alles aufklariert (ich habe unsere Fender wieder von den Nachbarschiffen eingesammelt, da wir ein paar dort aufgehängt haben) und waren dann um 11:15 klar zum auslaufen. Bis dahin hat sich auch gezeigt, dass auch das Ende der angekündigten Bora nicht wirklich wie angekündigt stattfinden würde. Also noch weniger Wind als gedacht und vor allem aus der völlig falschen Richtung: aus Westen, statt aus Nordosten, wie sonst bei einer Bora üblich. Auch die Wolkenwalze über dem Velebit war eher ein gemütliches Kissen. Wir konnten aber den grössten Teil der Strecke segeln. Nach 45 min haben wir die Segel gesetzt (bis dahin hatten wir tonttu ja noch als die längste Wäscheleine der Welt missbraucht) und erst am Südende von Silba haben wir die Segel wieder geborgen und sind unter Motor die letzte Stunde weiter. So haben wir 32 Seemeilen mit nur knapp 2 Stunden motoren geschafft. Und unterwegs waren wir mit Halbwind und meist zwischen 5 und 6 kn unterwegs. Und Anna hat fast eine Stunde lang gesteuert: {{:blog:2017-08-07:img_6953.jpg?600|}} Hier in der Südbucht von Ist haben wir auf der Westseite geankert (auf der Ostseite ist ja das kostenpflichtige Bojenfeld) und sind dort die letzten, also südlichsten in der Reihe, damit wir vor den "kurzankernden" Italienern sicher sind. Denn der Ankergrund ist hier ja nicht der allerbeste, da immer wieder mit kleinen Felsen bzw. Steinplatten versetzt. Nach einer Baderunde haben wir dann Fajitas gekocht. Sehr zur Freude der Kinder. Nur leider hatten wir kein Tabasco für mich. Also habe ich die Variante mit Ajvar probiert. Auch nicht schlecht, solange man es nicht mit Guacamole kombiniert. Als Lara und Luis endlich fertig gespült (und nachgespült) hatten - denn sie waren heute wieder dran - durften alle nochmal ins Wasser hüpfen und dann auch noch den aufgehenden Mond bewundern, der gross über der Nachbarinsel emporgestiegen ist. Zum Nachtisch gab es dann noch Schokopudding und jetzt stecken alle in ihren Betten. Bis auf Lara, denn die darf heute oben an Deck übernachten (unter der Sprayhood, damit Iris und ich noch ein wenig zusammen sitzen können).