Heute Vormittag kam unweigerlich der schwere und tränenreiche Abschied von Laetitia. Gerhard musste mit seiner Familie nach Norden fahren in Richtung Biograd, da Magdalena mit Laetitia am Freitag nach Hause fliegt von Zadar aus, um dann noch Urlaub mit den Grosseltern zu machen.
Nachdem Anna ja bei Laetitia übernachtet hat und (angeblich) sehr brav war, haben wir „nur“ zu fünft gefrühstückt. Es war fast schon wieder windstill und ein wenig bedeckt war der Himmel auch.
Danach bin ich zur Rezeption gegangen und habe fast 200€ für die zwei Nächte abgedrückt. Also wenn man jetzt wirklich nicht mehr an die Boje darf, werden wir wohl nicht mehr so schnell nach Rogoznica kommen. Zumindest nicht in der Hauptsaison!
Ich habe dann das Schiff klar zum ablegen gemacht (Wassertanks gefüllt, Dinghi und Aussenborder an Deck, Zusätzliche Leinen verräumt, …) und als Iris mit den Kindern (bis auf Anna) dann vom Einkaufen zurück war (es war ja schon kurz vor 11 Uhr) konnten wir dann ablegen. Es musste allerdings erst noch der Marina-Taucher kommen, denn der Marinero hat uns beim anlegen offenbar eine Mooringleine gegeben, deren Holeleine etwas falsch an Land angebracht war. Sie Holeleine lief am Ende so ungeschickt unter unserem Boot durch, dass sie immer an der Kielbombe hängen geblieben ist. Ich wollte schon einfach mit Badehose ins Wasser springen und sie von Hand wegziehen, aber der Marinero hat darauf bestanden, dass der Taucher kommt und das macht. Na ja, wir mussten halt 15min warten mit dem ablegen und sie haben zwei Dosen Bier bekommen, die irgendwelche Vorgänger netter Weise an Bord gelassen haben
Um 11:10 (Grosse Pause - Zeit) konnten wir dann endlich los und sind Richtung ESE (= Ost-Süd-Ost) gefahren. Leider unter Motor, denn es hatte nur 4 bis 6 kn Wind. Wir sind an den beiden Drvenik-Inseln vorbei (auf der Aussenseite, was dann dank der alten Dünung beim Mittagessen für etwas geschaukel gesorgt hat) und dann auf der Nordseite an Solta entlang gefahren und haben uns die zahlreichen Buchten auf der östlichen Hälfte der Nordküste von Solta angesehen. Nicht nur so zum Spass sondern eigentlich auf der Suche nach einem Ankerplatz. Es war aber alles schon voll. Also voll natürlich nicht so wie ein Parkplatz vor einem Supermarkt voll sein kann, aber immerhin so voll, dass „vorsichtiges Skipper Mark“ sich nicht getraut hat irgendwo einfach den Anker reinzuschmeissen. Wäre ich Italiener, hätte ich mindestens 10 Ankerplätze gefunden. Also Pole, Tscheche oder Ungar vielleicht 5 Ankerplätze, aber als deutscher Ausbildungsskipper war mir nichts ausreichend geeignet für eine Übernachtung vor Anker mit Warnung vor leichten Gewittern
Aber in der letzten Bucht, die ich mir vorgenommen habe sind wir dann fündig geworden. Sie ist winzig klein und in keinem Hafenhandbuch drin (das ist immer gut, denn dann kommen die Massen nicht auf die Idee dort zu ankern; denn was nicht im Hafenhandbuch drin ist, kann ja nicht gut sein) und umringt von einer Handvoll kleiner Ferienhäuser und vielen Bäumen. Das Platzangebot ist auch nicht üppig, aber geht gerade so. Wir ankern auf 6m WT und haben 25m Kette draussen. 30m wären mir lieber gewesen, aber es hat sich noch ein Motorboot an seinen Stammplatz gehängt und dann könnten wir nicht mehr voll schwojen. Ich schlafe eh' an Deck und wenn der Wind stärker wird und sich dreht bekomme ich das ja mit.
Wir haben nochmal die Dichtigkeit meiner Duschschlauchaustauschaktion geprüft. Anna ist dazu in die achtere Backbord-Backskiste gekrochen. Da wollten dann natürlich alle anderen Kinder hinterher. Iris und ich haben nur ganz, ganz kurz daran gedacht, die Luke einfach mal für eine halbe Stunde zu zu machen, versprochen
Die Kinder sind viel geschwommen (Anna ist mit mir vom Bug gesprungen und Iris ist mit den Jungen um das Boot geschwommen; die Jungs in den Schwimmanzügen mit den Auftriebskörpern, zusätzlich Schwimmflügelchen und auch noch Laras Schwimmreif mit dem Prinzessin Lilifee Aufdruck!) und haben dann den riesigen Ausflugs-/Badekatamaran bewundert der vorbei kam und seine Mitfahrer für 30min gewässert hat.
Danach habe ich uns mit dem exzellenten Parmaschinken (am Stück von meinen Eltern von Ihrem letzten Urlaub mitgebracht) eine Carbonara gezaubert. Iris und ich werden jetzt noch eine weitere dicke Scheibe als „Nachtisch“ verspeisen und der Rest ist wieder tief im Kühlschrank versteckt.
Jetzt ist es ganz ruhig geworden und wir hören zum ersten Mal die Grillen Zirpen, oder die Zirpen Grillen? Gute Nacht Euch allen!