====== Tag 19, 17.7.2013 ====== Nach dem aufstehen haben wir festgestellt, dass ein Schiff mit Franzosen an Bord sehr nah bei uns geankert hat. Sie lagen zeitweise direkt vor uns mit etwa 3 m Abstand von ihrem Heck zu unserem Bug. Mir ist zwar klar, dass man nachts nur sehr schwer Distanzen einschätzen kann, aber das geht dann doch etwas zu weit ;-) Sie sind dann aber kurze Zeit später aufgewacht und haben selber gemerkt, dass sie uns etwas sehr auf die Pelle gerückt sind und sich einen neuen Ankerplatz gesucht. Kurz danach bin ich mit den Mädels im Dinghi zum Bäcker gefahren. Dort gab es hervorragende Croissants und gutes Brot und direkt davor war gerade auch ein Gemüselaster, der uns Zucchini, Bananen und eine Honigmelone verkauft hat. Später haben wir noch Eva, Hanka und Werner besucht und vereinbart uns in der Luka Przina am Südostzipfel von Korcula am Nachmittag zu treffen. Unterwegs dorthin gab es sogar noch etwas schönen Wind, so dass ich dann doch mal wieder das Gross- und Vorsegel hochgezogen bzw. ausgerollt habe und wir nur leicht kreuzend bei 8kn Wind und 5.5kn Fahrt in Richtung Ziel gekommen sind. Die letzte halbe Stunde haben wir dann aber doch motort und kamen in der Bucht gegen 14:15 an mit dann wieder etwas stärkerem Wind aus W. Der hat dann leider auch eine doofe Welle produziert, die genau schräg in die Bucht rein zeigte. Die Überfahrt mit dem Dinghi zum Strand war dann auch etwas schaukelig und nass. Wir hatten aber dann zusammen mit den Dreien viel Spass am wohl letzten echten Sandstrand vor Dugi Otok. Um halb Sechs sind wir dann wieder zurück. Inzwischen hat der Wind auf NW gedreht (so wie vorhergesagt) und ich hoffte deshalb, dass die Welle in die Bucht hinein bald aufhört. Darauf warten wir leider immer noch :-( Jetzt haben wir also Wind aus N/NW und Welle aus W, also genau auf die Breitseite. Es schaukelt leider recht unangenehm. Werner ist mit den Seinen um die Ecke in eine Bucht vor Korcula umgezogen, aber wir haben uns entschieden hier zu bleiben. Ich hoffe immer noch darauf, dass es weniger wird, weil der Wind ja keinen Nachschub an Welle mehr produzieren kann... Der Einfachheit halber gab es Pesto-Pasta (mit ausgehängtem kardanischem Herd gekocht; das muss ja auch regelmässig mal wieder ausprobiert werden) und jetzt sind die Kinder im Bett und schlafen (bzw. quatschen im Fall der Mädels) und Iris liegt oben im Cockpit und verflucht ihre Entscheidung nicht umzuparken. Ich sitze hier unten am Navi-Tisch an der kurzen Leine (der Laptop-Akku war leer und ich war zu faul das Verlängerungskabel rauszuholen) und schreibe diese lyrischen Zeilen während die Glocken im nächsten Ort läuten. Für morgen haben wir als Zielpunkt mit Eva und Werner die Bucht/Stadt Vela Luka am Westende von Korcula ausgemacht. Dort wollen wir dann den zweiten Versuch starten gemeinsam zu kochen und zu essen ;-)