====== Tag 58, 25.8.2013 ====== Heute Nacht hat es richtig heftig geregnet und auch gewittert. Es hat irgendwie gar nicht aufhören wollen mit dem Donner und den Blitzen. Jedenfalls habe ich gegen 2 Uhr Morgens fluchtartig meinen Schlafplatz im Cockpit verlassen, da es mir auf die Füsse geregnet hat. Aber zum Glück ist unsere Salonbank ja auch sehr bequem, lang und breit genug. Es hat so geschüttet, dass wir leider am Vormittag feststellen mussten, dass irgendwo oben beim Schiebeluk vom Niedergang Wasser eindringt und dann aus dem Schalter für die Lichter beim Niedergang aus der Decke tropft. Da muss ich mal forschen gehen, wo das her kommen kann. Denn das muss ich bis zum Winter abstellen... Am Vormittag habe ich dann nochmal versucht, ob ich am Bugstrahlruder etwas reparieren kann. Aber leider scheint es diesmal wirklich ein Problem der Elektronik zu sein. Also wird es um so wichtiger, dass Hanse uns jetzt wie versprochen temporär vom Smart Mooring System auf einfache Bug- und Heckstrahlruder Steuerung umbaut. Das wird im Winterlager geschehen. Und wenn es dann irgendwann wieder ein dauerhaft funktionierendes Smart Mooring System geben wird, dann bauen sie es wieder zurück, oder wir unterhalten uns über einen Refund! Wir haben sowieso noch eine Weile an Bord gewartet, da das Wetter ja nicht so rosig war. Es hat aber relativ schnell nach dem Frühstück aufgehört zu regnen. Iris hat aus dem gekauften Blätter-/Filo-Teig einen Apfelstudel fabriziert, denn wir noch bis kurz vor 12 fertig gebacken haben und natürlich lief die Waschmaschine nochmal. Die nächsten Tage werden wir ja kein Wasser und Strom mehr haben... Tobi, Jan und Lucy sind zuerst in die Stadt und Iris mit den Kindern dann bald hinterher. Ich habe noch gewartet bis Apfelstrudel, Waschmaschine und Tankfüllung fertig waren und bin um Viertel nach 12 hinterher gelaufen. Wir haben dann noch eine Kleinigkeit gegessen an dem grossen Platz mit dem Brunnen und trafen uns alle um halb 2 wieder an Bord. Dann habe ich entschieden, dass das Wetter gut genug ist um abzulegen (der starke Scirocco war nur kurz in der Nacht vorhanden gewesen mit ca. 24kn und um 14 Uhr hatten wir nur noch 12kn Wind). Da ja das Bugstrahlruder nicht einsatzbereit war, die Gasse aber sehr eng, habe ich eine lange Leine von unserer Mittelklampe zum (deutlich kürzeren) Nachbarschiff um deren Bugklampe gelegt (mit deren Einverständnis; die hatten uns ja vorher schon eine Flasche selbstgemachten Prosecco geschenkt, weil ich ihnen meinen Segelmacherhandschuh ausgeliehen hatte, als sie ihr Sonnensegel nachnähen wollten) und so hatten wir einen wunderbaren Seilzug, der uns um die Ecke gezogen hat. Wer braucht denn schon ein Bugstrahlruder ;-) Draussen war auch nicht mehr Wind, er hat sich später sogar auf nur 10kn eingependelt, aber leider noch eine ziemlich schaukelige Welle von querab. Wir hatten uns aber entschieden doch nur bis zur Südspitze von Cres zu fahren, da es ja schon 14 Uhr war und damit eher zu weit für die Inseln weiter im Süden (Olib, Silba, Ist, ...). Wir kamen dann gegen halb 5 in der Bucht Kolorat auf Cres an. Erst wollte ich in einer kleinen Nebenbucht ankern und hatte schon die komplette Uferlinie abgefahren auf mind. 5 m Wassertiefe. Aber dann musste ich leider feststellen, dass in der Mitte, wo ich ankern wollte die Wassertiefe mit knapp über 10m zu hoch war. Da wäre der Schwojkreis (Drehkreis) zu knapp an der 5m Wasserlinie in der Nähe vom Ufer gewesen. Also haben wir uns doch an eine der Bojen gelegt und später mit positivem Erstaunen festgestellt, dass hier nur 12kn pro Meter (kn steht jetzt wieder für Kuna, die kroatische Währung) kassiert werden. Wir sind dann noch kurz schwimmen gegangen (es war ziemlich kühl mit nur 21.73 Grad gemessen mit dem Simrad-Thermometer) und haben alle ein wenig von dem Apfelstrudel gegessen. Dann sind noch ein paar weitere Schiffe eingelaufen. Unter anderem die Elan 45 namens "Rufus", die wir vor 3 Jahren ab Punat auf Krk gechartert hatten. Das war toll, denn die hat auch ein gewisses etwas mit der Entstehungsgeschichte von Luca und Luis zu tun ;-) Zum Abendessen habe ich dann ein Gemüsecurry gekocht und dabei unseren kompletten Reisvorrat aufgebraucht. Jetzt heisst es also erst mal nicht mehr "es gibt Reis, Baby"... Inzwischen ist es fast windstill und es hat auch aufgeklart. Ich hoffe nur, dass es heute nicht noch ein Gewitter gibt. Aber das droht jetzt wohl die ganze restliche Woche, bei der aktuellen sehr feuchten Wetterlage.