====== Tag 95 (4.8.2012) ====== So, heute habe ich den zweiten Band unseres Logbuchs angefangen. Also nicht des digitalen hier, sondern des physischen, das ich habe drucken und binden lassen! Ansonsten war es aber ein sehr schoener Tag. Wir haben kurz nach dem Fruehstueck nochmal an den Schwimmsteg von Babi (Taverne Spilia) umgeparkt, um den Wassertank nochmal voll zu fuellen und um auszuprobieren, ob mit dem Ladegeraet alles in Ordnung ist. Das hat naemlich gestern Abend an der Steinpier nicht mehr geladen und ich habe einen grossen Schreck bekommen. Aber es lag wohl an der abenteuerlichen Verkabelung (ungefaehr 5 hintereinandergesteckte 50m Kabeltrommeln und dann diverse Verteiler) von Babi fuer uns im "Exil" und an den vielen Verbrauchern. Die ganzen Motoryachten haben ja keine Hemmungen und drehen sofort alle Verbraucher an, sobald sie Strom haben. Und wenn es keinen Landstrom gibt, dann wird der Generator eingeschaltet und man geht zum Abendessen. Wir haben unseren Generator ja auch angeschaltet, aber immer nur waehrend wir da waren und nur so lange wie die Waschmaschine lief. Wir sind dann alle nochmal (ausser den Jungs) geschwommen und Iris hat noch einen Cappucchino bekommen bis der Tank voll war und dann sind wir aus der Ormos Spilia rausgefahren mit Kurs auf die Bucht Syvota an der Suedspitze von Levkas. Dort ist es ja oft recht voll und ich hatte schon bedenken, da ich aus dem Hafenhandbuch erfahren habe, dass einer der Flotillenbetreiber hier seine Basis hat. Und heute ist ja schliesslich Samstag. Aber es war gar nicht so schlimm und wir haben sogar an dem Schwimmsteg von der "Yacht-Bar" einen Liegeplatz bekommen. So mussten wir kein Heckankermanoever machen. Denn die Piers hier sind leider alle zu flach fuer unser Ruder. Auch hier ist nur noch ein guter halber Meter unter dem Ruder. Nach dem Mittagessen bin ich mit den Maedels zum einkaufen gegangen, waehrend die Jungs geschlafen haben. Wir sind mit der Sackkarre erst zum naeheren Supermarkt (ca. ein Drittel um den Hafen) und haben uns dort mit Mineralwasser (2x 6L ohne Kohlensaeure, 3x 6L mit Kohlensaeure) und sonst noch ein paar Kleinigkeiten eingedeckt. Da das Gemueseangebot dort so schlecht war haben wir nur noch Hackfleisch und Huehnchenbrust (beides gefroren) mitgenommen und sind erst mal wieder zum Boot zurueck, um die Waren abzuladen. Beim zweiten Trip haben wir einen Supermarkt mit besserer Gemueseauswahl gefunden und ich konnte fast alle von Iris Wuenschen auf der Einkaufsliste erfuellen. Nur Sauerrahm oder Creme Fraiche scheint es in Griechenland nicht zu geben :-( Wir haben von dem Supermarkt gleich noch einen 1.5 L Weisswein aus lokaler Produktion geschenkt bekommen. Ich dachte zuerst es handelt sich um Olivenoel, aber die 12Vol-% Angabe hat mich aufgeklaert. Und dann waren sie so nett und haben noch eine Kunststoff Gemuesekiste rausgesucht und uns geschenkt, da der Transport auf der Sackkarre von dem Gemuese und den Soft-Drink-Dosen, die wir auch gekauft haben nicht so recht klappen wollte. Lara fuettert Luca und Luis (und den Boden von tonttu) mit Wassermelonenstuecken: {{ :blog:2012-08-04:dsc_4457.jpg?300 |}} {{ :blog:2012-08-04:dsc_4458.jpg?300 |}} {{ :blog:2012-08-04:dsc_4459.jpg?300 |}} Als alles an Bord verstaut war, sind wir zu sechst zum Strand getiegert. Schwimmen waere kuerzer gewesen ;-) Blick um Strand: {{ :blog:2012-08-04:dsc_4460.jpg?300 |}} Dort haben wir eine nette Familie (Ehepaar mit drei Kindern: 2, 5, 8) aus Innsbruck kennengelernt, die jedes Jahr einen Monat auf ihrer Hallberg Rassy 31 ab Preveza segeln gehen. Spaeter haben dann noch ein paar groessere Motoryachten an "unserem" Schwimmsteg angelegt. Direkt neben uns eine 4-koepfige Familie (allerdings mit ziemlich erwachsenen Kindern) aus Muenchen, die aber in Athen leben. Als der Vater angefangen hat einen Festmacher mit einem gewickelten Takling zu versehen ist mir der Motoryachtie spontan sympathisch geworden ;-) Blick ueber die Bucht (wir liegen ja am letzten Platz des Stegs): {{ :blog:2012-08-04:dsc_4462.jpg?300 |}} Und auf unsere alten Nachbarn aus Porto Spilia (die Motoryacht "Skorpio" mit den zwei netten italienischen Ehepaaren): {{ :blog:2012-08-04:dsc_4461.jpg?300 |}} Im Gegensatz zu den Italienern die gegenueber von uns am Steg angelegt haben (nicht die Skorpio, sondern die direkt gegenueber). Denen sollte man ihre 15-m-Yacht mit Flybridge wegnehmen und ein 3-m-Schlauchboot mit 10-PS-Motor geben. Die haben sich sowas von unfaehig angestellt beim anlegen unter Buganker, dass sie fast den Marinero vom Nachbarboot gezogen haetten, der ihnen extra entgegen gekommen ist um die Leine zu uebernehmen. A propos Marinero: Mit dem habe ich mich ja kurz nach dem Anlegemanoever etwas angelegt. Ich wollte die 35 EUR zahlen (die ich ja schon etwas ueberhoeht fand, vor allem da laut Hafenhandbuch im Jahr 2011 noch 20 EUR fuer eine 11-m-Yacht faellig waren) und habe nach einer Quittung gefragt. Die wollte er mir nicht geben mit der Begruendung wir waeren in Griechenland. Das fand ich gar nicht witzig und habe mich spontan an die Verwendung meiner Steuergelder erinnert. Ich habe weiterhin eine Quittung gefordert und er meinte nur pampig ich koenne ja wegfahren. Da ging mir die Hutschnur hoch. Ich habe ihm klipp und klar gesagt, dass ich bisher ueberall in Griechenland, in jeder Marina, Hafen, und sogar im kleinsten Laedchen und Restaurant eine Quittung/Rechnung erhalten habe und das sehr positiv fand. Auf meinen Hinweis hin wir koennten ja auch die Polizei fragen, was sie dazu meint, hat dann sein Chef interveniert und ebenfalls sehr pampig in der Kasse von seiner Bar eine 35 EUR-Quittung ausgestellt (so ein Mini-Kassenbon) und den extra noch auf der Rueckseite abgestempelt und unterschrieben und mir mit einem suffisanten Laecheln in die Hand gedrueckt. Ich weiss schon wo ich NICHT einen Nachtisch fuer Iris und mich hole heute Abend. Wir haben dann aus dem gekauften Hackfleisch und den von Martin und Irene aus Muenchen mitgebrachten Tortillas Fajitas gekocht (mit roten Bohnen, Mais, slebstgemachter Gueacamole und geriebenem Kaese). Luca, Luis, Lara und Anna haben richtig zugeschlagen! Und jetzt kehrt ruhe ein und der Abendwind hat auch schon nachgelassen. Vielleicht gehe ich nochmal kurz schwimmen...