Logbuch des Pfingsttörns 2017

Dieses Jahr planen wir ab in den Pfingstferien (ab 3.6. bis zum 15.6.) mit tonttu segeln zu gehen. Vielleicht werden wir uns auch mal für ein oder zwei Tage mit der „Leuchtende Augen“-Flotte treffen und deshalb eher in der Gegend Kornati, Sibenik-Skradin und den Inseln davor unterwegs sein.

Wenn mal kein aktueller Eintrag vorhanden ist, dann bitte nicht verzweifeln, denn dann sind wir in einer so einsamen Bucht gewesen, dass wir keinen Internetempfang mit dem Handy hatten ;-) Wir holen den Eintrag dann so rasch wie möglich nach.

4.6.2017, Biograd na Moru

Nach eine etwas längeren Anreise als sonst (wir sind von München über Deggendorf, Linz, Graz, Maribor, Zagreb gefahren, da für die Tauernautobahn 3 Stunden Verzögerung angesagt war) sind wir um 17:20 am Samstag den 3.6. angekommen auf tonttu. Wir waren dann noch kurz im Ort (nachdem wir das Auto ausgepackt hatten) und wollten eigentlich Essen gehen. Doch das essen wurde in einen ausgedehnten Eisdielenbesuch getauscht weil nebenan auf der Bühne eine kleine kroatische Volkstanzshow war, die den Kindern gefallen hat.

Später hat dann auch noch Jure mit seiner Band gespielt. Das konnten wir natürlich nicht verpassen!

Am nächsten Morgen haben wir dann erst mal gemütlich gefrühstückt und dann ein wenig weiter eingeräumt, geputzt und das Dinghi aufgepumpt. Gegen 10:45 sind dann John und Janet von der Abrolhos (unsere Australischen Freunde, die wir von unserem Elternzeittörn aus Griechenland kennen) zu uns an Bord gekommen und wir haben uns für Nachmittags um 3 am Strand verabredet.

Über Mittag waren wir dann einkaufen (für 250€ Lebensmittel und Getränke; ab morgen sind wir ja zu zehnt) und haben uns etwas Salat zum Mittag essen an Bord gemacht.

Das schwimmen im Meer war super angenehm (ich habe 21 Grad geschätzt aber später an Bord hat das Seewasserthermometer tatsächlich 24 Grad angezeigt (allerdings im Hafenbecken). Nach ein paar kühlen Getränken sind wir zum Duschen zurück in die Marina und haben uns aufs gemeinsame Abendessen vorbereitet.

Leider gibt es das Cotonum nicht mehr, aber an gleicher Stelle hat das Kaziol aufgemacht. Ist mindestens genauso gut und man sitzt ja weiterhin super schön in dem alten Innenhof. Wir haben super geschlemmt und gegen 20:00 Uhr kamen dann auch noch Susanne, Fritz mit Simon und Niklas an und haben auch noch was gegessen. Ein sehr schöner Abend, den wir dann nach dem Auspacken von Susanne und Fritz Auto und dem ins Bett bringen der Kinder im Cockpit mit einer Flasche Prosecco ausklingen haben lassen.

5.6.2017, Sali (Dugi Otok)

Heute haben alle ein klein wenig ausgeschlafen. Da ich im Cockpit schlafe (super angenehme kühle Nächte) bin ich natürlich schon früher aufgewacht wegen des Sonnenaufgangs.

Es ist heute etwas bewölkt und damit nicht so heiss wie gestern. Auch ganz angenehm. So haben wir gemütlich mit frischen Croissants gefrühstückt und uns fürs ablegen fertig gemacht.

Um viertel vor elf ging es dann los und Fritz hat uns abgelegt und aus der Marina gefahren. Leider war kein Wind bzw. nur 5 bis 6 kn aus N, also der Richtung in die wir wollten. So haben wir halte den Motor bemüht.

Gegen 14 Uhr nach einem leckeren Salat und belegte Brote Mittagessen sind wir dann in Sali eingelaufen und haben den vorher per Telefon für uns und die Flotte der leuchtenden Augen reservierten Platz bekommen.

Zuerst musste die ganze Mannschaft natürlich die Eisdiele stürmen ;-) Und dann sind wir vor zum Leuchtturm zum schwimmen gegangen. Inzwischen hat es nämlich nach leichtem Nieselregen wieder aufgetan und die Sonne ist rausgekommen. So zeigt sich Sali in bester Laune und alle waren im Wasser.

Um kurz nach 4 kam dann Dieter mit dem ersten Boot der leuchtenden Augen an und die Mädchen haben mir geholfen die ersten drei Schiffe der Flotte anzulegen. Jetzt ist hier noch mehr trubel ;-)

Iris ist mit Luca und Luis noch Badeschuhe kaufen gegangen und jetzt geniessen wir die Ruhe und die Duschen und werden nachher zusammen (also nur wir 10, nicht die 24 Kinder und 12 Erwachsenen der leuchtende Augen Flotte) lecker Essen gehen in dem Restaurant in dem wir schon 2012 einmal waren.

Vielleicht genehmigen wir uns nachher noch einen Drink mit Dieter und den anderen Skippern und Betreuern die ich teilweise schon vom letzten Jahr her kenne…

… und morgen geht es dann weiter!

6.6.2017, Uvala Mir (Dugi Otok)

Heute Nacht hat der Wind wie angekündigt auf SE gedreht und auf (geschätzte) 15kn zugenommen. Somit hatten wir ein klein wenig Geplätscher und Gesäusel im Hafen von Sali. War aber nicht der Rede wert. Da hat schon mehr die Barmusik bis 01:00 Uhr nachts und dann um kurz vor 06:00 morgens die „Massen“, die zur Fähre geströmt sind beim schlafen im Cockpit gestört. War aber trotzdem angenehmer als unter Deck zu schlafen.

Susanne und Fritz waren dann erst mal joggen und wir haben danach gemütlich zusammen gefrühstückt. Auch die Schiffe der leuchtenden Augen sind dann gegen 09:00 Uhr langsam wacher geworden :-)

Leider hat es kurz vor 11 Uhr etwas angefangen zu nieseln, das war aber zum Glück nicht von langer Dauer. Wir hatten es ja nicht weit und sind deshalb gemütlich ohne Welle (zwischen den Inseln) bei 12kn Wind an Dugi Otok entlang in Richtung Süden aufgekreuzt. Das hat uns allen so gefallen, dass wir sogar etwas an der Durchfahrt zwischen Dugi Otok und Kornat vorbeigefahren sind und erst dann die Segel wieder geborgen haben und unter Motor wieder zurück nach Norden zur Durchfahrt gefahren sind.

Nach einer weiteren halben Stunde waren wir dann an einer der Bojen in der Uvala Mir im Telascica Nature Park als Nachbarn der Koko von den leuchtenden Augen.

Ich durfte dann noch ein wegen streikenden Motors abtreibendes Dinghi der leuchtenden Augen bis zum Restaurant schleppen und habe dann meine schon badenden Mitsegler vor gefahren. Wir sind dann hoch zu den Klippen gelaufen und haben die bewundert. Und der Salzsee stand als Badepause natürlich auch noch auf dem Programm. War wieder sehr schon hier in der Telascica.

Jetzt liegen wir ruhig an der Boje und haben wunderbare Fajitas gegessen. Inzwischen sind die Kinder (und Susanne und Fritz) auch im Bett und es ist ganz still hier in der weitläufigen Bucht. Nach ja, ganz still ist es nicht, aber das angenehme Gitarrenspiel mit Gesang und manchmal Mundharmonika vom Nachbarschiff ist wirklich sehr angenehm.

7.6.2017, Uvala Striznjak (Kornat)

Wir sind heute sehr gemütlich in der stillen Bucht Uvala Mir aufgewacht. Vorher bin allerdings ich selber schon von einem wild gewordenen Esel geweckt worden. Der hat in voller Lautstärke vom Ufer herüber gebrüllt. So bin ich auch noch nicht aus dem Schlaf geholt worden.

Nach dem leckeren Rühreifrühstück haben die Kinder (und Erwachsenen) den Vormittag mit Baden verbracht. Die Kinder sind zweimal zu ein paar von den Booten der leuchtenden Augen rübergepaddelt und ich habe mit Fritz Hilfe die Reffleinen ins Grossegel eingezogen. Dabei ist dann aber leider die Hauptleine der Lazy-Bags auf Backbord gerissen und ich musste dann in den Mast um die schon längst aus München mitgebrachten neuen Leinen an Steuerbord und Backbord einzuziehen. Natürlich haben wir dann an Backbord noch gleich das ganze System ausgetauscht (also auch die unteren Nebenleinen) und konnten deshalb erst kurz vor 12 Uhr losfahren.

Dafür haben wir dann gleich stilecht unter Segeln abgelegt und sind gemütlich aus der Bucht rausgekreuzt, während es als Mittagessen unter anderem leckeren grünen Spargel gab.

Nach einer kurzen, ca. 1.5 stündigen Fahrt durch den Nordteil der Kornaten (und auch kurz nach Westen raus aus den Kornaten) haben wir an der Boje vor dem Restaurant von Darko in der Striznjak Bucht angelegt.

Susanne und Fritz sind dann nach dem kleinen Nachmittagsdrink bei Darko mit (fast) allen Kindern (nur Luca wollte nicht) hoch auf den Berg auf Kornat gestiegen. Leider ist es Anna zu heiss geworden (wohl ein leichter Sonnenstich) und Fritz musste auf halbem Weg mit ihr wieder umkehren. Ich bin dann schnell wieder an Land gefahren - Iris, Luca und ich waren auch gerade fertig mit den Steuerbord-Lazy-Bags - und habe mich mit Anna beim Restaurant in den Schatten gesetzt und sie hat viel getrunken.

Fritz ist dann wieder hoch auf den Berg gestiegen (sind ja immerhin 140m, wenn ich mich recht erinnere), aber leider kamen ihm die anderen schon nach 2/3 der Höhe wieder entgegen, so dass er es als einziger von der Truppe nicht bis hoch geschafft hat. Er konnte die schöne Aussicht dann leider auch nur auf den Handyphotos geniessen. (Wir werden die Photos morgen hochladen, denn heute haben wir leider keinen Empfang mit dem WLAN sondern ich lade mit dem Handy hoch.) Fritz ist heute definitiv „Held des Tages“!

Nach einem super leckeren Essen bei Darko (Fisch, gegrillte Calamari, Pfeffersteak, Koteletts und vielen Palacinke) sind wir um halb 9 wieder zurück auf dem Boot gewesen und ich habe das Schiff noch auf den zu erwartenden Wind vorbereitet. Es gibt einen NE-Wind mit ca. 25 bis 30 kn. Aber wir sollten hier eigentlich recht gut liegen und die Boje wird schon halten. Ich schlafe halt wieder an Deck und mache den Ankeralarm an, so sollte alles wunderbar klappen. Ist laut Wetterbericht auch nur sehr kurz und wir sollten dann morgen super schönen Segelwind (vielleicht noch etwas alte Welle) haben für die Fahrt weiter zu den Inseln südlich der Kornaten.

8.6.2017, Zlarin

In der Nacht hat der Wind wie angekündigt mit über 20kn (in der Spitze habe ich mal 28kn gelesen) aus NE geblasen. Also genau über die Insel Kornat hinweg. Wir sind an der Boje ganz ordentlich hin und her geschwungen. Eigentlich kein Problem, allerdings war die Windrichtung doch um ca. 15 bis 20 Grad östlicher als von mir angenommen, so dass wir beim pendeln manchmal doch gefühlt ziemlich nahe an die kleine Insel in der Bucht Striznjak gekommen sind. War nicht schlimm, aber in der Nacht sieht es doch eher näher aus, als man denkt.

Ich habe leider bis 5 Uhr fast gar nicht geschlafen, aber dann war es hell und der Wind hat schon etwas nachgelassen, so dass ich dann etwas wegdämmern konnte. Aber nichts, was Sonnenschein und ein Espresso nicht wieder gut machen könnten.

Wir haben den Tag gemütlich angehen lassen (auch die Kinder haben schön ausgeschlafen) und mit Spiegeleiern gefrühstückt. Der Wind hat inzwischen wieder auf NW gedreht und auf 12 bis 15 kn nachgelassen, so dass wir wunderbar ablegen und gleich die Segel setzen konnten.

So hatten wir einen tollen Segeltag, einmal von Nord nach Süd durch die Kornaten mit Raumschotkurs und fast keiner Welle. Der Traum. Danach, als wir am Südende aus den Kornaten gekommen sind, wurden die Wellen natürlich etwas stärker, es ging aber immer noch flott mit 7 bis 8 kn voran.

Das Beweisfoto: Kinder können doch abspülen …

… und Mütter müssen sich doch manchmal ganz schön konzentrieren!

Erst im Osten der Insel Tijat haben wir die Segel geborgen und sind unter Motor die restlichen 40 min nach Zlarin gefahren. Dort stand leider der Wind voll in die Bucht hinein, so dass das anlegen an der Boje etwas anspruchsvoller war. Hat aber schlussendlich doch geklappt. Der Wind sollte ja laut Wetterbericht schon längst nachgelassen und nach NE gedreht haben. Dem war aber nicht so und er hat weiter fröhlich mit 20 bis 22kn von NW auf unseren Liegeplatz geblasen und entsprechend Wellen mitgebracht.

So mussten wir den Ausflug ins Örtchen Zlarin auf später verschieben und Susanne und Fritz haben erst mal wunderbare Pasta gekocht. Da der Wind danach schon etwas weniger war, wir unbedingt ein paar Sachen einkaufen mussten (Wasser, Brot, …), sind wir dann doch noch rüber gefahren. Die erste Tour im Dinghy mit der halben Crew verlief leicht feucht aber unspektakulär. Aber scheinbar habe ich im Hafen etwas zu heftig von vorwärts auf rückwärts umgeschaltet. Deshalb ist dann wohl beim zweiten ablegen vom Boot der Splint gebrochen und Fritz und ich mussten ganz schnell die Paddel auspacken und die 15 m wieder gegen den Wind zurück rudern zu tonttu. Dort habe ich dann einen Ersatzsplint eingebaut und wir konnten dann doch endlich in den Ort fahren und einkaufen.

Die Einkäufe habe ich dann gleich zurückgefahren und die Kinder waren mit Susanne und Fritz ein Eis essen. Kurz vor Sonnenuntergang habe ich die Rasselbande dann wieder in zwei Fuhren abgeholt und jetzt versuchen wir sie ins Bett zu bekommen. Da Anna aber neben mir sitzt und unbedingt live mitlesen muss, beschweren sich die anderen Zwerge natürlich warum sie früher als Anna ins Bett müssen. Tja, so ist das mit den vorlauten Kindern…