Ein Sommer mit "tonttu"

Logbuch des Pfingsttörns 2017

Dieses Jahr planen wir ab in den Pfingstferien (ab 3.6. bis zum 15.6.) mit tonttu segeln zu gehen. Vielleicht werden wir uns auch mal für ein oder zwei Tage mit der „Leuchtende Augen“-Flotte treffen und deshalb eher in der Gegend Kornati, Sibenik-Skradin und den Inseln davor unterwegs sein.

Wenn mal kein aktueller Eintrag vorhanden ist, dann bitte nicht verzweifeln, denn dann sind wir in einer so einsamen Bucht gewesen, dass wir keinen Internetempfang mit dem Handy hatten ;-) Wir holen den Eintrag dann so rasch wie möglich nach.

9.6.2017, Prokljansko Jezero (bei Sibenik auf der Krka)

Wir haben heute morgen wunderbar gebadet an der Boje und sind dann noch mit dem Boot schnell rüber an die Stadtmole von Zlarin gefahren zum Wasser tanken und einkaufen. Natürlich wurde nach 10min Wasser tanken auch fröhlich kontrolliert, ob wir das auch dürfen, aber ich konnte den Beleg von der Bojengebühr vom Vorabend brav vorzeigen.

Die Kids haben während der halben Stunde an der Mole die Angelleinen rausgeholt und sich auf dem Boot und von der Mole aus probiert. Das hat nicht geklappt. Erst als dann Luis auch vom Einkaufsbummel zurück war und zu seiner Leine gegriffen hat, hat doch prompt einer bei ihm angebissen. Sozusagen doppeltes Anfängerglück. Allerdings war er doch recht klein (so zirka 15cm lang), dass wir uns alle entschieden haben ihn wieder ins Wasser zu werfen.

Wir sind dann unter Motor die Krka nach Sibenik rein gefahren und haben bei der ersten Muschelfarm vor der Brücke (auf der rechten Seite) noch 4kg Muscheln gekauft für 80kn. Ich, als einziger nicht-Muschel-Esser, musste ganz schön lange auf meine Frau einreden, bis sie sich getraut hat zu fragen. Und zum Glück habe ich noch darauf gedrängt, den Muschelzüchter zu fragen, wie man sie zubereiten soll. So haben wir alle was gelernt: Frische Muscheln (in diesem Fall die einheimischen Miesmuscheln) werden nicht in Wasser sondern auf ein wenig Olivenöl mit Knoblauch gekocht auf kleiner Flamme. Höchstens ein klein wenig (1-2 dl) Wein dazu. Denn die Muscheln selber haben noch so viel Wasser drin, dass sie sozusagen in ihrem eigenen Saft schmoren.

Ein tolles Erlebnis und sie haben sogar hervorragend geschmeckt auf dem Weg weiter in den See auf der Krka. Dort konnten wir dann in einem schönen Eckchen etwas nördlich der Ausfahrt weiter die Krka hoch Richtung Skradin ankern auf 7m Wassertiefe ca. 150m vor dem Schilfgürtel.

Dort haben wir dann viel gebadet und die Wasserflugzeuge beobachtet, die Löschübungen gemacht haben. Zwei kleinere einsitzige Wasserflugzeuge, die wie die ganz grossen Wasser im Durchstarten aufnehmen. Sehr spanend!

Mit Susanne und Fritzs Hilfe haben Iris und ich dann das Teackdeck (zumindest die beiden Seitendecks, für den Bug hat das Material nicht mehr gereicht) einer Schönheitskur unterzogen. Wir haben gebürstet mit einem Mittel gegen Algen etc. und danach lange mit dem Süsswasser abgespült (dank der tollen Tauchpumpe, die ich immer noch habe) und jetzt nach dem Abendessen mit Teaköl wieder eingelassen.

Zum Abendessen hat Fritz mit Susanne ein sehr leckeres Risotto mit Zucchini und Garnelen gekocht. Und jetzt bereiten die Kinder verschiedenste Abendveranstaltungen vor (wieder irgendeine Vorführung und eine Bar), damit sie die Zeit rum bekommen, bis die Sonne untergegangen ist. Irgendwie behaupten meine Kinder, dass ich Ihnen Mondscheinschwimmen versprochen habe. Kann mich zwar nicht genau erinnern, aber …

Und morgen geht es dann weiter nach Skradin zu den Wasserfällen und dort treffen wir wohl auch die leuchtenden Augen noch einmal.

10.6.2017, Skradin, Krka Wasserfälle

Nach einem wunderbaren Sonnenaufgang über dem fast spiegelglatten See haben wir erst mal gefrühtstückt und eine Runde gebadet. Die Kinder wollten undbedingt mit dem Dinghi in Richtung Strand/Ufer rudern und da es so ruhig und fast windstill war, konnte ich ihnen das nicht verwehren.

Gegen kurz nach 10 sind wir dann wieder losgefahren in Richtung Skradin. Dort haben wir den von Dieter (von den leuchtenden Augen) für uns reservierten Platz bekommen und direkt am ersten Steg in der Marina Skradin angelegt. Kurz fertig gemacht für den Ausflug, Müll weggetragen, Toilettengänge und dann sind wir um 11:30 Uhr losgelaufen in den Ort. Zuerst war der Plan direkt bis zu den Wasserfällen hin zu laufen. Da aber gerade um 12:00 Uhr ein Schiff zu den Wasserfällen ging, habe ich schnell für uns alle die Tickets gekauft und wir haben den Fussmarsch für den Rückweg aufgespart.

So konnten wir um halb eins bei den Wasserfällen etwas essen und sind dann alle zusammen die grosse Runde über die Stege gelaufen. Es war wieder super schön und schön kühl. Nicht ganz so viel Wasser wie letztes Jahr Pfingsten (mit den leuchtenden Augen), aber deutlich mehr als im Sommer (mit den Kindern).

Im Anschluss haben wir es uns nicht nehmen lassen alle (fast alle, Iris wollte nicht und hat dann auf die Wertsachen aufgepasst) unterhalb der Wasserfälle zu baden. War erstaunlicher Weise gar nicht besonders kalt!

Zurück sind wir dann, wie vorher geplant gelaufen. Etwas über eine Stunde haben wir gebraucht und dank Fritz Uhr wissen wir, dass wir gestern über 14km gelaufen sind :-) Und das als Segler …

Auf dem Rückweg durch den Ort habe ich beim Restaurant Dalmatino reserviert, in dem wir schon mehrfach gut gegessen haben, und war beim Bibich-Laden wegen Nachschub an R6-Riserva (der sehr leckere Rotwein, der direkt oberhalb von Skradin angebaut und hergestellt wird).

Nach ausgiebigen Duschen sind wir dann um 18:45 wieder im Ort beim Restaurant angekommen und ich bin nochmal zum Bibich-Laden, um abzuklären, ob sie jetzt die gewünschten 24 Flaschen aufgetrieben haben und mir den Wein ans Schiff liefern können. Das stellte sich als etwas schwieriger heraus, da sie im Laden nur noch 8 Flaschen, in einem zweiten, befreundeten Laden im Ort weitere 12 Flaschen und oben am Weingut nur gerade noch die 4 Flaschen hatten. Sie müssen erst wieder neu abfüllen. Ist das eine Masche? Denn das ist fast jedes Jahr so, egal ob an Pfingsten oder im Herbst ;-)

Egal, wir haben erst mal lecker gegessen (die ersten 8 Flaschen hatte ich ja schon; und alle Flaschen bezahlt) und auf dem Rückweg habe ich dann die anderen 12+4 Flaschen im zweiten Laden abgeholt und die haben mir dann geholfen alles mit dem Auto in die Marina zu fahren. Passt also… Tonttu ist wieder Weintransporter.

Wir haben dann versucht die Kinder so schnell wie möglich ins Bett zu bringen (war dann doch schon wieder 21 Uhr bis das halbwegs geklappt hat) und sind dann alle 4 noch kurz in die Marina-Bar gegangen. Ist ja nur 30m Luftlinie ;-) Es gab sehr leckere Cocktails und später, als Susanne und Fritz schon ins Bett gegangen sind und nahezu nahtlos durch Dieter und Ekkie (von den leuchtenden Augen) ersetzt worden sind, haben wir noch ein paar sehr gute Käsestreifen mit einer extrem leckeren „Marmelade“ bekommen. Ein wunderbar „Erwachsener“ Abend, so ganz ohne Kinder ;-)

11.6.2017, Primosten

Nach einem gemütlichen Frühstück, ein paar Waschmaschinen für die leuchtenden Augen und etwas Bändchenknüpfkunde für unseren Nachwuchs seitens der leuchtenden Augen sind wir kurz nach 11 Uhr aus Skradin weggefahren mit Ziel Sibenik. Zuerst haben wir aber noch kurz im See einen Badestopp am Anker eingelegt und dann auf der zweiten Hälfte der Flussfahrt zu Mittag gegessen.

Eigentlich hatte ich ja vor im Marina Store in Sibenik Teak-Öl und etwas von der Anti-Algen-Kur für das Teak zu kaufen. Bis mir dann aufgefallen ist, dass heute Sonntag ist :-)

So blieb es dann nur bei einem Tankstopp und dann sind wir weiter in Richtung Primosten. Erst kurz unter Vorsegel, dann unter Vorsegel und Motor und dann nur noch mit Motor :-(

So sind wir gegen 16:30 in Primosten angekommen und mussten feststellen, dass hier wohl schon ein paar andere hin wollten. Alle Bojen besetzt. Deshalb haben wir dann nur weiter östlich vor dem Strand ankern können. Ist aber eigentlich ganz nett. Nur ist inzwischen bis hier hin durchgehend vom Bojenfeld alles mit weiteren Ankerliegern voll.

Ich habe die Crew mit dem Dinghi in zwei Fuhren zur östlichen Pier gebracht und sie machen jetzt einen Stadtbummel mit Eisdielenbesuch. So habe ich Zeit für heute (und danach auch noch für gestern etwas ausführlicher) etwas zu schreiben. Und nachher bereite ich die Spaghetti Carbonara vor, damit es heute möglichst rasch geht und unser Nachwuchs mal früher ins Bett kommt.

Und wir hoffen dann natürlich auf einen lauen Abend mit gemütlichem Cockpitplausch…

12.6.2017, Uvala Podkucina (Kakan)

Das Geschaukel hat zum Glück im Laufe der Nacht nachgelassen. Und alle haben es gut überstanden. Am Morgen sind wir bei schönster Sonne und ganz stillem Meer aufgewacht.

Nach dem Frühstück sind Fritz und ich kurz an Land gefahren zum Supermarkt und Metzger und haben uns für die nächsten drei Tage eingedeckt. Später sind die Kinder mit Fritz, Iris und Susanne dann noch kurz an Land geschwommen (ca. 100m) und danach haben wir abgelegt.

Erst mussten wir motoren (die ersten 6nm) und dann konnten wir bei ca. 8 kn Wind mit 3,5 bis 4,5 kn am Wind segeln in Richtung der Durchfahrt zwischen den Inseln Kakan und Kaprije. Wir haben dann direkt vor dem Restaurant Babaloo (das von den „Surfer Boys“) und deren Pavillon am Steg eine Boje gefunden.

Nach vielen Schwimmrunden ums Boot, leckeren Zimtschnecken, die Iris gebacken hat und ein wenig Siesta oder lesen sind wir dann mit dem Dinghi rüber zum Restaurant gefahren und haben dort etwas kühles getrunken. Fritz und Susanne sind dann schon etwas früher wieder zurück zum Boot geschwommen und haben das Abendessen gekocht: Ein sehr leckeres Hünchen-Curry mit Früchten.

Aber vor dem Essen haben die Kids noch ein paar Runden auf dem Schwimmbrett liegend hinter dem Dinghi hergezogen um das Boot gedreht. Sehr lustig!

Jetzt liegen wir hier ganz ruhig, die Sonne sinkt langsam runter und der Spüldienst (Lara und Niklas) kümmern sich um das Geschirr. Ein sehr idyllischer Abend bisher. Und vielleicht peppen wir den Abend für die Erwachsenen noch mit ein paar Palacinke vom Restaurant auf …

13.6.2017, neben Mali Duzac

Nachdem wir uns gestern Abend noch eine Runde Palacinke für die Erwachsenen gegönnt haben und die Stille sowie den Sternenhimmel genossen haben, hat die gesamte Crew wunderbar ruhig geschlafen.

Heute morgen sind wir auch wieder auf dem vollkommen stillen Meer aufgewacht und fast alle haben sich eine Runde schwimmen vor dem Frühstück gegönnt. Zur Feier des Tages (und um die restlichen Eier aufzubrauchen) habe ich Rührei mit Speck gemacht.

So gegen 11:00 Uhr sind wir dann los gekommen und zum Teil unter Motor und die zweite Stunde mit Segeln in Richtung Vrgada gefahren. Dort haben wir uns eine Boje geschnappt. Wie üblich mit der gelben Leine mit dem grossen Karabiner. Aber irgendwie hat das nicht funktioniert. Ich hatte den Motor schon aus, da ist mir aufgefallen, dass wir gar nicht an der Boje fest waren. Iris und Anna waren zwar beide der Meinung, sie hätten uns ordentlich festgemacht, aber vielleicht haben sie statt der Boje einen Thyssen Lufthaken verwendet…

Am Strand haben wir dann mit etwas Hilfe von einer anderen Familie den Panama-Kanal nachgebaut und zwei Deutsche dämliche Sonnenanbeter (dämlich im Sinne von männlich/damenlich) sozusagen auf eine Insel verbannt. Aber sie haben es mit Humor genommen, nachdem wir ihnen auf die Insel auch noch eine Palme (ein vertrockneter Palmwedel lag rum) gebracht haben. So locker waren sie drauf, dass sie uns sogar noch photografiert und uns dieses Erinnerungsstück per Email geschickt haben:

Dann haben wir noch kurz eine Runde Eis im Restaurant um die Ecke gegessen und etwas eingekauft und sind dann kurz nach 4 weiter gefahren in Richtung Biograd, bzw. zu den Inseln gegenüber von Biograd.

Dort haben wir westlich des Inselchens Mali Duzac auf 4,5 m Wassertiefe geankert und sind alle nochmal schwimmen gegangen. Auch hier hat man einen sehr schönen Rundumblick, auch wenn man - verglichen mit gestern Abend - mehr Häuser und Ortschaften sieht. Aber dafür sind wir direkt gegenüber der Marina und morgen schnell zu Hause.

Zum Abendessen haben wir heute den Grill ausgepackt für die Würstchen und die Schweinenackensteaks, die wir in Primosten gekauft hatten. Dazu gab es Salat und selbst gemachte Kartoffelwedges. Sehr lecker. Nur bin ich mal wieder kräftig eingeräuchert worden.

Nach dem Essen durften alle nochmal ins Wasser hüpfen, ist ja schliesslich der letzte Abend…