Logbuch des Pfingsttörns 2015
Leider ist unser Ostertörn ja ins Wasser gefallen. Na, eigentlich wollten wir ja gar nicht weg fahren, aber wird haben nach zwei Tagen wegen drohendem Dauerregen die Flucht ergriffen.
Also geht es jetzt mit dem Pfingsstörn los…
Wenn mal kein aktueller Eintrag vorhanden ist, dann bitte nicht verzweifeln, denn dann sind wir in einer so einsamen Bucht gewesen, dass wir keinen Internetempfang mit dem Handy hatten Wir holen den Eintrag dann so rasch wie möglich nach.
24.5.2015, Biograd na Moru
Nachdem wir mit einer Übernachtung in Ljubljana (wie immer im Union Grand Hotel) am Samstag gegen halb 2 Nachmittags bei tonttu angekommen sind, haben wir erst mal alles eingeräumt und waren dann noch einkaufen.
Heute, am Sonntag haben alle sehnsüchtig auf Helena und ihre Mama Katja gewartet. Die sind am Samstag bis südlich von Ljubljana gefahren und kamen dann auch gegen 14:00 Uhr bei uns an.
Vorher hatte ich noch - leider erfolglos - versucht den Ölwechsel von tonttu durchzuführen. Aber trotz 20 min warm laufen lassen habe ich mit meiner Ölabsaugpumpe in ca. 30 min nur einen knappen Liter Öl aus der Maschine bekommen. Nachdem der Volvo Penta von tonttu satte 10 L Öl hat, habe ich es dann aufgegeben und das Öl wieder zurück gekippt.
Aber wenigstens habe ich den Impeller gewechselt. Der war ziemlich zerfetzt. Von fast allen Flügeln fehlte die hintere Hälfte. Komisch, der vom letzten Jahr sah nach einer Saison immer noch super aus…
Katja und Helena wurden mit grossem Hallo begrüsst und dann sind wir zum Boot gelaufen mit dem Gepäck. Dort wurde erst mal eine kleine Bootsführung unternommen und dann haben wir das Gebäck gegessen, das Iris mit Lara und den Jungs am Vormittag eingekauft haben.
Kurz nach halb 5 sind wir dann in den Ort gelaufen, haben ein Eis gegessen und den Spielplatz unsicher gemacht.
Zum Abendessen waren wir wieder in dem schönen Hinterhofrestaurant mit der gemischt Dalmatinischen und Altrömischen Karte. Es war wieder sehr lecker, aber ein wenig kühl am Abend.
Das Wetter ist leider noch recht bescheiden. Ich hoffe es wird besser in den nächsten Tagen.
Am Abend sassen wir noch ein wenig im Cockpit, aber um halb 11 sind die Damen dann ins Bett und ich habe es mir auf der Cockpitbank gemütlich gemacht. Luca meinte vorher „aber da wird der Papa doch krank, wenn er im Freien schläft. Er soll sich zu uns kuscheln.“. Das war super süss, aber mit den beiden Jungs und Iris in einer Kajüte wird es schon ziemlich warm …
25.5.2015, Biograd bis Tijat
Heute bin ich gleich vor dem Frühstück zur Dusche, damit ich danach frisch gewaschen zum Hafenkapitän konnte, um dort um 08:00 Uhr die verschiedenen Gebühren für die Saison zu bezahlen. Die sind in Biograd die Freundlichkeit in Person beim Hafenkapitän: Man nimmt nur Bargeld, kann aber bei einer Rechnung von 2097 Kuna (das entspricht knapp 300 €) nicht auf 2200 Kuna rausgeben. Das „nette“ Fräulein hat sich dann bequemt irgendwo ausserhalb des Büros zu wechseln und kam mit zwei mal 100 Kuna zurück. Als ich dann „frech“ nach den restlichen 3 Kuna fragte, meinte sie nur pampig: „Es ist die Pflicht den Käufers den Betrag passend zu haben.“ Na ja, der Servicegedanke ist da noch nicht so richtig angekommen.
Egal, ich kann jetzt auf jeden Fall legal ablegen.
Das haben wir um 09:30 Uhr nach dem Frühstück auch erfolgreich getan. Leider hat es inzischen leicht zu nieseln begonnen, so dass ich meine Segeljacke anziehen musste. Hey, wir haben schliesslich Pfingsten!
So ging es erst mal unter Motor für knapp zwei Stunden bis westlich von Murter (ca. 2/3 die Insel runter nach Süden). Dort haben wir dann Segel gesetzt und konnten wunderbar bei 10 bis 12 kn Wind Kurs zur Südspitze von Tijat halten. Später haben wir dann sogar das Vorsegel eingerollt, damit wir gerader und nicht so schnell segeln für das Mittagessen.
Um halb 3 waren wir dann an einer Boje in der Südbucht von Tijat. Dort ist ein netter „Restaurantkiosk“ an dem wir dann eine sehr leckere aber ziemlich teure Platte mit einheimischen Antipasti gegessen haben: Prsut, Paski Sir, Anchovi, Bacala, sehr fein!
Die Kinder sind die ganze Zeit über die Felsen geklettert, haben die Sachen, die sie vom Steg geschmissen haben wieder mit den Keschern eingesammelt und sich die Knie beim hinfallen auf den Steinen aufgeschürft. Ein ganz normaler Adriabucht-Sommertag also. Nur etwas kalt und Sonnenarm war es. Ich war aber trotzdem kurz schwimmen bei knapp 20 Grad…
Zurück auf dem Boot habe ich dann noch mit Iris und Katjas Hilfe die Reffleinen am Grosssegel angebracht, so dass wir in Zukunft auch bei mehr Wind reffen können. Währenddessen sind die Kinder mit dem Dinghi noch ein wenig herumgepaddelt (an der langen Schwimmleine natürlich).
Ich habe uns dann zum Abendessen noch einen Salat und Brot/Käse/Salami/Avocado zubereitet, denn wir hatten ja schon Mittag warme Pasta mit Gemüsesauce.
Jetzt liegen wir super ruhig in der Bucht und haben für ein angeblich 10m langes Schiff 20 Kuna pro Meter und eine Flasche Schweppes gezahlt. Nicht billig aber sehr schön hier.
Morgen geht es dann weiter nach Süden, da dort am Mittwoch Mittag Nicholas und Maximilian (der Mann und der Burder von Katja und Helena) ankommen.
26.5.2015, Tijat bis Uvala Stari Trogir
Der Morgen begann für mich um kurz nach 6, als mich die Sonne sachte aufweckte. Ja, Ihr habt richtig gehört, der Tag fing sehr gut an.
Gekrönt wurde das Ganze dann noch durch den gar nicht so schlecht singenden Polen vom Nachbarschiff, der zum Ufer und zurück mit einem Paddel im Dinghi gerudert ist (das hat dann dementsprechend lange gedauert, war aber von seinem Gesang recht ansprechend untermalt).
Um halb 9 habe ich dann endlich den Rest der Mannschaft wach bekommen und konnte (nachdem ich selber eine Runde ums Boot gedreht habe) auch Katja und Anna dazu überreden ins Wasser zu hüpfen. Lufttemperatur: 19.5 Grad und Wassertemperatur 20.0 Grad. Anna ist nur reingesprungen und hat sich quasi fast schon im Fallen an der Leiter festgehalten, um möglichst flott wieder aus dem kalten Wasser zu kommen.
Auf jeden Fall konnten wir wunderbar im Cockpit bei Sonnenschein frühstücken.
Um 20 nach 10 sind wir dann losgefahren. Mangels ernsthaftem Wind (wir hatten zwischen 4 und 5 Knoten Wind) sind wir unter Motor unterwegs gewesen. Das hat sich auch im Laufe des Tages nicht wirklich verbessert. Dafür sind wir aber weit gekommen. Kurz vor dem Mittagessen (das Nudelwasser kochte schon) kamen wir um 12:30 Uhr in der Uvala Stari Trogir an, die wir schon vom letzten Jahr kennen.
Hier konnten wir wieder auf ca. 8 m Wassertiefe auf Sandgrund ankern und sind kurz danach zum Strand gefahren (Iris hat auf dem Schiff gelesen) und haben Sandburgen gebaut und „Foot Spa“ gespielt: Massage mit Sandpeeling im Flachwasser.
Gegen 4 Uhr waren wir dann wieder zurück an Bord und ich habe mir nochmal den Wetterbericht angeschaut. Ein paar Quellen sagen für heute Nacht (ab „Mitte der Nacht“) starken Wind aus NE (also bis 30 kn) voraus. Die meisten anderen, lokaleren Quellen zeigen aber gerade hier in der Ecke zwischen Primosten und Trogir relative Windstille an. Ausserdem sind wir hier in der Bucht nach NW, NE und SE gut geschützt. Sollte also kein Problem sein.
Wir haben uns also entschieden über Nacht hier zu bleiben und morgen dann vor dem Frühstück los zu fahren, um dann zwei Stunden später in Trogir zu sein. So können wir die Stadt noch ein wenig ansehen, bevor Nicholas und Maximilian vom Flughafen Split/Trogir aus ankommen.
Mal sehen wie das Wetter und der Wind morgen wirklich sind…
Nein, zum Abendessen gab es keinen Fisch …
… denn hat Iris eine „Flamcacchia“ gemacht (eigentlich haben sich die Kinder einen Flammkuchen gewünscht, aber Iris hatte schon für Foccacchia geplant und wohl Mühe die geistige Voreinstellung vollständig zu überwinden). Sehr, sehr lecker!
Danach habe ich den Kindern noch etwas aus den 13 1/2 Leben des Kapitän Blaubär vorgelesen, bis wieder mal Streit um die Sitzordnung zwischen unseren beiden Mädels ausgebrochen ist!
Bald geht die Rasselbande ins Bett und wir Erwachsenen können den doch etwas laueren Abend noch ein wenig geniessen.
27.5.2015, Uvala Stari Trogir bis Marina Martinis Marchi
Wir sind heute ganz früh los gefahren. Um kurz vor 7 haben wir den Anker hoch gezogen und sind los in Richtung Trogir. Die ganze zweite Hälfte der Nacht hat es immer wieder (wie vom Wetterbericht versprochen) in Böen bis 18 kn aus Nordost geweht und der Wind hat uns auch bis Trogir begleitet. War aber immer noch so unbeständig und durch die ganzen Landabdeckungen auf dem Weg, dass wir die Segel nicht hochgezogen haben. Die erste Hälfte der zweistündigen Strecke waren wir ja auch noch mit Frühstück beschäftigt.
Um kurz nach 9 kamen wir dann bei starkem Gegenwind in Trogir an und ich war so frech zu versuchen an der Stadtmole anzulegen. Dort kam zwar erst der Hafenmann und wollte uns weg schicken aber ich konnte ihn überreden uns 2 Stunden liegen zu lassen um Familienmitglieder aufzunehmen, die mit dem Flugzeug ankommen.
Natürlich hatte der Flieger dann „Verspätung“, damit wir so lange bleiben konnten, bis Nicholas und Maximilian dann tatsächlich mit dem Taxi angekommen sind. Iris und Katja waren also insgesamt etwas über 2 Stunden in der Stadt und auf dem Spielplatz unterwegs und haben dann auch noch 4 Pizzen für uns alle zum Mittagessen geholt.
Kurz vor ein Uhr Mittags sind wir dann los gefahren und haben die Strecke zum Westende von Solta nur mit dem Vorsegel bei Halbwind mit durchschnittlich 5.5 kn zurück gelegt. Also waren wir um kurz vor 3 Uhr schon in der Marina Martinis Marchi am Steg festgemacht.
Dann sind wir alle zuerst mal ausführlich baden gegangen. Erst mal habe ich noch ein paar Seeigel aus dem Weg geräumt - es ist noch Anfang der Saison, da hat sich noch keiner die Mühe gemacht - und dann haben wir uns an das kalte Wasser gewöhnt. In der Sonne war es aber sehr schön und der Ausblick vom Kiesstrand vor der Marina auf die kleinen Inseln ist natürlich auch sensationell.
Nach allgemeinen Duschaktionen und ausführlich Eis essen sind wir dann um halb 7 zum Abendessen ausgezogen. Erst waren wir in dem Restaurant mit der Bacardi-Fledermaus im Logo bei dem wir letztes Jahr schon mal waren. Aber irgendwie haben wir uns wohl nicht mehr an die doch deutlich teuren Preise erinnert. Es gab auch nicht wirklich viel zum Essen, was für die Kinder interessant gewesen wäre, also haben wir uns dann doch noch kurz vor dem bestellen umentschieden und haben ein klassisch kroatisches Restaurant ausgesucht in dem ein halbes Lamm auf dem Spiess über dem offenen Feuer gebraten wurde. Dort gab es dann reichlich Fleisch für alle (nur die Jungs haben erst einen Salat und dann Palatschinke mit Schoko bekommen) und kurz vor 8 sind wir dann wieder zurück aufs Boot gekommen.
Jetzt versuchen wir die Kids ins Bett zu bekommen, so dass wir noch ein wenig Zeit zum quatschen mit Nick haben, bevor der vor Erschöpfung ins Bett fällt. Er ist ja erst gestern aus Sydney angekommen mit Maximilian und damit noch einigermassen im Jet-Lag.
28.5.2015, Marina Martinis Marchi bis Primosten
Heute sind wir nach einer sehr entspannten und erholsamen Nacht (wir waren ja in einer Marina, also konnte auch der Skipper komplett sorglos schlafen) bei blauem Himmel und Sonnenschein aufgewacht.
Nach einem ausführlichen Frühstück (und einer Dusche für den Skipper) sind die Mädels noch mit ihrer neuen Freundin (einer 6-Klässlerin von einem der Nachbarschiffe) herumgesaust und die Jungs haben die Mole unsicher gemacht.
Währenddessen konnten wir gemütlich (der Druck aus der Wasserleitung war nicht all zu hoch) die Wassertanks wieder komplett füllen und haben uns dann fertig für den Ableger gemacht.
Draussen vor der Marina konnten wir recht bald die Segel setzen und gemütlich bei 11 kn Wind vor uns hin cruisen mit halbem Wind.
Ca. 45 min später (Nick war gerade am Ruder und ich habe Zeitung gelesen) fiel der Wind plötzlich ein. Ich hatte mich gerade ans Ruder gestellt und den Motor angeworfen, um aus dem Windloch heraus zu fahren, da drehte der Wind plötzlich um 60 Grad und wurde immer stärker. Schlussendlich haben wir zwei mal gerefft und sind dann mit Amwindkursen die nächsten 2 Stunden in Richtung Rogoznica gekreuzt. Teilweise mit über 8 kn (im zweiten Reff und halb eingerollter Fock) und bei 15 bis 18 kn Wind. Das war echt super!
Zwischendurch haben wir sogar eine Schule Delphine gesehen. Aber leider nur ganz kurz, dann waren sie verschwunden.
Es war auf jeden Fall ein toller Segeltag. Etwa eine halbe Stunde südlich von Primosten haben wir dann die Segel geborgen und sind unter Motor bis zu einer Boje direkt vor dem Ort gefahren.
Als wir dann alle mit dem Dinghi in der Stadt waren sind wir erst mal hoch zur Kirche gelaufen und haben den Ausblick genossen. Danach gab es das obligatorische Eis in einer der Eisdielen am Platz und dann sind wir zum Strand gegangen.
Nick und ich haben uns auf die Jagd nach Lebensmitteln gemacht und uns für den Barbecue-Abend an Bord vorbereitet.
So gab es excellente Cevapcici, Grillwürstel (die Iris schon vor ein paar Tagen erstanden hat) und perfekt von Nick marinierte Hühnchenstücke. Dazu hat Iris tolle Offenkartoffeln und Ratatouille-Gemüse zubereitet. Einfach lecker!
Jetzt versuchen wir mal wieder den Haufen wilder Mäuse zur raison und ins Bett zu bringen…
Den Grill habe ich schon wieder „rückgebaut“ (das lustigste war mal wieder die glühenden Kohlen ins Wasser zu schmeissen. Das zischt so schön.) und bald haben wir Erwachsenen den Abend für uns. Ist ja leider auch der vorletzte gemeinsame Abend an Bord, da Katja, Nick und die Kinder am Samstag wieder zurück in Richtung München fahren (mit einer Übernachtung in Ljubljana natürlich; vielleicht sollten wir mal beim Tourismusbüro von Ljubljana nachfragen, ob wir in Zukunft Rabatt bekommen, weil wir so eifrig Werbung für die wundervolle Stadt machen).