Ein Sommer mit "tonttu"

Logbuch des Pfingsttörns 2015

Leider ist unser Ostertörn ja ins Wasser gefallen. Na, eigentlich wollten wir ja gar nicht weg fahren, aber wird haben nach zwei Tagen wegen drohendem Dauerregen die Flucht ergriffen.

Also geht es jetzt mit dem Pfingsstörn los…

Wenn mal kein aktueller Eintrag vorhanden ist, dann bitte nicht verzweifeln, denn dann sind wir in einer so einsamen Bucht gewesen, dass wir keinen Internetempfang mit dem Handy hatten ;-) Wir holen den Eintrag dann so rasch wie möglich nach.

29.5.2015, Primosten bis Skradin

Heute haben wir den Tag mit einem opulenten Frühstück begonnen. Es gab Spiegeleier und Rühreier (je nach Vorliebe) von insgesamt 10 Eiern. Und das Ganze auch noch mit Schinken. Ein Festessen sozusagen.

Danach sind wir dann relativ bald aufgebrochen, da wir ja ein wenig Zeit am Nachmittag für Sibenik oder Skradin haben wollten (genau war das noch nicht definiert).

Zum Glück gab es nochmal schönen Wind (zwischen 8.5 und 11.5 Knoten) aus der richtigen Richtung, so dass wir mit dem berühmten „Schrick in den Schoten“ auf Steuerbordbug Amwindkurs in Richtung Sibenik segeln konnten. Dabei haben wir es auf 5.5 bis 6.5 kn Fahrt gebracht, obwohl Iris beim Segeln zwischen den kleinen Inseln durch ein wenig nervös geworden ist ;-)

Kurz vor der Einfahrt in die Krka haben wir dann die Segel geborgen und sind brav unter Motor nach Sibenik rein gefahren. Dort haben wir uns dann dafür entschlossen nach Skradin weiter zu fahren und sind nur vor der Mole von Sibenik vorbeigetuckert. Danach ging es unter der Autobrücke durch (immer wieder spannend, aber es passt dann von der Höhe her doch immer wieder) und die Zick-Zack-Linie der Krka hinauf über den See und bis nach Skradin.

Dort haben wir am Steg C der ACI Marina festgemacht. War ziemlich leer, aber das ist ja an einem Freitag (also dem Tag, an dem die Charterschiffe alle nach Hause müssen) nicht sonderlich verwunderlich.

Wir haben dann einen Spaziergang rüber zum Trampolin gemacht und unsere Kinder erst mal 10 min austoben lassen. Danach haben wir Boule gespielt mit meinen alten Kugeln aus der Orchesterzeit in Allauch in Frankreich und sind danach im Süsswasser schwimmen gegangen. Also ich war schwimmen, dann kam irgendwann auch Katja und Helena dazu und nachdem ich genügend Schwäne verscheucht hatte hat sich auch Anna rein getraut.

Nach einer kurzen Trocknungsphase in der Sonne sind wir dann durch das Städtchen gepilgert, haben für den Abend in einem Restaurant reserviert und sind hoch zur Burgruine gegangen. Dort gab es etwas Ärger mit den Jungs weil sie partout nicht folgen wollten und deshalb sind wir drei Männer aneinander geraten!

Wieder unten sind wir dann zurück zum Schiff gegangen und haben uns alle geduscht und fürs Abendessen fertig gemacht. Ich habe dann die Jungs mit Katja zusammen im Dinghi übergesetzt und der Rest ist aussen rum gelaufen. Im Restaurant Dalmatino an der Hauptgasse gleich bei der Kirche haben wir wieder einmal hervorragend gespeist: Miesmuscheln ohne Ende, Thunfischsteak für mich, Palatschinke für die Mädels und Gemüserisotto bzw. Gemüsepasta für die Jungs sowie eine Pastiziada für Nicholas. Dazu hervorragenden Wein, von dem wir die Reste noch mit aufs Boot genommen haben. Die beiden Flaschen (Weiss und Rot) stehen schon vor mir :-)

Auf dem Rückweg haben die Jungs dann wieder gas gegeben. Woraufhin Luca sich auf die Nase gelegt hatte: Knie blutig und Lippe innen aufgebissen.

Luis meinte dann beim ins Dinghi steigen er müsste besonders schnell sein und stieg ein, bevor ich das Dinghi wieder fest an die Mole gezogen hatte. Daraufhin ist er erst mal baden gegangen. Ich habe ihn zum Glück noch so erwischt, dass er nur bis zu den Achseln eingetaucht ist ;-) Vielleicht lernt er ja daraus. Anmerken lassen hat er sich natürlich nichts, aber Luca hat auf die Frage von Iris hin gesagt, dass er sehr Angst gehabt hat um den kleinen Luis. Süss unser kleines Zweierteam!

Na ja, wir sind alle heil an Bord angekommen und jetzt sitzen wir nach einem weiteren Kapitel „Die 13 1/2 Leben des Kapitän Blaubär“ im Cockpit und vernichten die Weinreste…

30.5.2015, Skradin bis Sibenik

Heute saßen wir doch tatsächlich schon um 8 Uhr morgens alle (inkl. aller Schwäne der Bucht, die auf Brotkrümel der Kinder warteten) zusammen beim Frühstück, denn Katja wollte mit ihrer Familie um 9 Uhr das Ausflugsschiff zu den Krker Wasserfällen erwischen; unsere beiden Mädels waren auch dabei.

Mark und ich sind nach einer Deckputzaktion und Waschmaschine…. mit unseren Buben in den Ort, um bei Bibich Wein zu kaufen. Leider leider war dort kein R6 mehr zu haben, dafür der feine Weissweinbruder R5. In den Sommerferien sollte wieder reichlich R6 da sein; na hoffentlich! Nachdem das Trampolin noch geschlossen war, sind wir mir Luca und Luis noch einen Kaffee bzw. Orangina trinken gegangen und haben uns am Brunnen ein bisschen die Zeit vetrieben, bis die anderen wieder zurück waren. Ganz aufgeregt und begeistert wurde uns von der grossen Spazierrunde um den Wasserfall berichtet, die wir bisher nicht geschafft haben. Anna meinte: Mami, das ist wie im Urwald…ein schmaler Holzweg, ganz ruhiges, klares Wasser….. Und auch Katjas Familie freute sich sehr über diesen Ausflug.

Nach einer sehr leckeren Eismittagspause hiess es Aufwiedersehen zu sagen; schade, denn wir hatten wirklich eine sehr schöne Zeit zusammen und sie war viel zu kurz. Kräftig haben wir alle dem Taxi hinterher gewunken.

Wir sind schliesslich zurück zu tonttu und nach Sibenik gefahren, wo wir an der Stadtmole mit dem uns schon bekannten Hafenmeister anlegen konnten. Kaum waren alle Leinen fest, waren Anna und Lara schon von Bord, denn direkt vor unserem Liegeplatz sind ein paar italienische Spezialitätenstände aufgebaut; dirket vor unserer Nase Süssigkeiten aus Sizilien….eine dicke grosse Marzipanerdbeere und Mandelkekse mussten es einfach sein :-) Mmmhhhh!

Vor dem Abendessen war Mark mit Lara noch ein Sommerkleidchen kaufen und alle vier Räuber natürlich auf dem Trampolin hüpfen.

31.5.2015, Sibenik bis Rogoznica

Heute hatten wir vor möglichst früh nach Rogoznica zu fahren, um dort den ganzen Tag das Schwimmbad zu geniessen und damit wir drei Männer alle zum Friseur gehen können.

Leider wurde aus beidem nichts …

Wir sind zwar früh los gekommen - so gegen 09:30, als die italienischen Marktstände gerade auf gemacht hatten - und mangels Wind sind wir mit dem Dieselwind auch recht schnell voran gekommen. So gegen 11:30 waren wir dann in Rogoznica und ich habe versucht die Marina Frapa dort per Funk auf Kanal 17 (wie üblich) zu erreichen. Die waren aber wohl alle im Tiefschlaf. Ich wollte eigentlich nur fragen, ob wir an eine der Bojen dürfen, denn das ist deutlich billiger. Aber leider nehmen sie die Längenbeschränkung des Bojenfeldes auf maximal 13 Meter Schiffslänge inzwischen recht ernst.

Also mussten wir normal an den Transitsteg der Marina. Jetzt im Mai geht das ja noch, da die Kosten noch nicht auf Hauptsaisonniveau sind.

Wir haben erst einmal zu Mittag gegessen auf dem Boot und haben uns dann auf den Weg zum Friseur und Schwimmbad gemacht. Der Friseur war natürlich zu - das war der Moment, an dem mir aufgefallen ist, dass heute Sonntag ist. Und das Schwimmbad war zwar schon eingelassen, aber sonst war noch nichts da (keine Liegestühle, keine Sonnensegel und auch kein Personal) und die Anlage war wohl noch geschlossen. So ein Mist!

Also sind wir weiter gedackelt zum Strand. Von der Boje aus wären es 50 m zu schwimmen gewesen, so sind wir einmal die gesamte Marinaanlage abgelaufen: ca. 1.5 km. Für den Rückweg habe ich dann aber das Dinghi geholt und wir sind mit diesem die Direttissima zum Transitsteg gefahren.

Danach sind wir rüber zum Ort mit dem Dinghi und haben wunderbar beim „Mario“ (dem mit den roten Schirmen ganz rechts) gegessen. Es war wieder lecker, so mit Thunfisch-Carpaccio, Bruschetta, Muscheln für Mama und Steak für Papa. Leben wie Segler in Kroatien…

Danach sind die Zwerge noch ein wenig auf der Bühne rumgehüpft, die auf der Stadtmole aufgebaut war und ich habe mich vergewissert, ob es dort zum anlegen tief genug ist für tonttu: auf den rechten (vom Wasser aus gesehen) 50 m wäre es tief genug.

Zurück auf dem Boot sind dann alle Kinder geduscht worden - so einmal die Woche muss auch das sein - und jetzt ziehen sie sich die Schlafanzüge an. Vielleicht bekommen wir sie dann heute mal früher ins Bett als die letzten Tage. Vor allem Lara und Anna brauchen etwas mehr Schlaf, damit sie nicht so zickig sind tagsüber ;-)

1.6.2015, Rogoznica bis Kaprije

Auch heute morgen hatten wir kein Glück mit dem Haarschnitt für 3 Männer. Die Friseuse hat den Betrieb für die Saison noch nicht aufgenommen. Nur unsere Nägel hätten wir uns bei der Kollegin pflegen lassen können. Darauf haben wir aber gerne verzichtet.

Die Mädels waren währenddessen mit Hanna von einer gecharterten Hanse 385 etwas weiter den Steg hinunter am spielen und auf dem Steg mit Buntstiften malen.

Gegen halb 11 sind wir dann los gefahren mit noch nicht genau definiertem Ziel. Leider war nicht all zu viel Wind und wir wollten ja zumindest auf Höhe der Inseln Kaprije und Tijat kommen. Also haben wir den Diesel röhren lassen…

Zuerst haben wir es auf Kaprije am Nordostende versucht. Dort ist in einer Bucht ein kleines Restaurant mit Steg und Bojen, welches uns Jure mal empfohlen hat. Leider waren alle drei Bojen schon belegt und der Steg ist nicht wirklich ausreichend dimensioniert und auch teilweise in zu flachem Wasser.

Also sind wir um die Ecke auf die benachbarte Insel Kakan gefahren in die Bucht Podkucina. Dort sind sehr viele Bojen und es gibt zwei Restaurants.

Wir haben für den Cappucchino und ein paar Softdrinks das Babalu auserkoren und es hat uns so gefallen, dass wir gleich für abends reserviert haben. Das war auch gut so, obwohl die Bojen vom Besitzer des anderen Restaurants (in der Nachbarbucht) konzessioniert sind und man dann einen Rabatt bekommt. Aber erstens war das Essen im Babalu hervorragend und auch nicht teuer (Miesmuscheln, 2x Cevapcici, einmal Fleischspiesse und gegrillte Tintenfische mit Getränken für ca. 90 € sind auf einer unbewohnten Insel absolut fair bepreist), und zweitens hat mich der Bojenkonzessionär sowieso geärgert. Erstens hat er statt der auf der staatlichen Website angegebenen 250kn für tonttu 300kn verlangt (konnte das aber mit einer beglaubigten Preisliste glaubhaft bestätigen; also ist die staatliche Website falsch) und zweitens hat er sich geweigert den Müll mitzunehmen, wozu er eigentlich verpflichtet ist. Bei sowas kann ich mich ja immer herrlich aufregen…

Der Eintreiber des Raubritters:

Egal, der Platz ist wunderbar und wir haben an den Raubritter nur das nötigste bezahlt (und nicht auch noch in seinem Restaurant gegessen).

Im Babalu …

Die Kinder schauen beim Grill-Kino begeistert zu:

Im Babalu haben wir noch ein paar Stuttgarter kennengelernt, die von Murter (wo sie eine Ferienwohnung gemietet haben) mit ihrem RIB (rigid inflatable boat) herübergekommen sind. Auch keine schlechte Art den Urlaub zu verbringen, wenn man nicht gleich einen Törn machen will.

Morgen geht es dann weiter in Richtung Murter (vielleicht mit Mittagspause an dem einzigen Sandstrand, den es dort laut der Stuttgarter geben soll).

Und jetzt geniessen wir erst mal die Ruhe und den Vollmond im Cockpit!

2.6.2015, Kaprije bis Vrgada

Heute haben wir uns keine weite Strecke vorgenommen sondern uns lieber einen Sandstrand (guter Tipp von den Stuttgartern, die wir gestern beim Restaurant Babalu kennengelernt haben) für eine Mittagsbadepause ausgesucht.

Wir haben gemütlich gefrühstückt und dann waren die Kinder und Iris noch kurz vom Boot aus schwimmen (also Iris und Anna waren schwimmen; Lara ist nur an der Leiter herumgeklettert; Luca hat sich ins Dinghi gehockt und Luis hat sich nicht von der Badeplattform getraut) und dann sind wir los. Leider immer noch kein wirklicher Wind (schwankte zwischen 4 und 6 kn), so dass wir unter Motor schon kurz vor Mittag in Murter in der Bucht beim Campingplatz waren in der es doch tatsächlich einen Sandstrand gab.

Den haben wir (vor allem die Kinder; Iris und ich haben uns in den Schatten gesetzt) bis kurz vor 3 Uhr genossen und dann sind wir - von einem Eis gestärkt - wieder zurück zu tonttu und haben den Anker hochgezogen.

Nach einer raschen dreiviertel Stunde waren wir an der Nordostecke von Vrgada vor dem Ort Luka (das heisst eigentlich nur Hafen) an einer der Bojen gehangen.

Diesmal war ein sehr freundlicher und zuvorkommender Kassierer da, der uns die schon von der offiziellen Bekanntmachung der kroatischen Behörden bekannten 10kn pro Meter abgenommen hat und auch den Müll mitnahm. Obwohl das Müllschiff des Ortes gerade kaputt ist, wie er glaubhaft versicherte. Er hat dann auch noch angeboten zu helfen eine zweite Leine unten durch die Boje zu ziehen, worauf ich eigentlich diesmal verzichten wollte, da ich mich vergewissert habe, dass die Edelstahlstange durch geht. Aber wenn er das schon vorschlägt und anbietet …

Man kann sich hier wirklich wohl fühlen. Wir sind dann noch in den winzigen Ort gefahren und haben dem Mini-Markt einen kleinen Besuch abgestattet. Ansonsten gibt es ausser drei Restaurants nicht wirklich etwas erwähnenswertes in dem Örtchen, aber das ist ja auch mal eine nette Abwechslung.

Zum Abendessen habe ich eine Tortilla gemacht aus den restlichen Kartoffeln, Eiern, Zwiebel und eingelegten Paprika. Zum Glück habe ich ein paar Kartoffeln nur so angebraten, denn nicht allen hat meine Kreation geschmeckt.

Luis hat sich mal wieder besonders aufgeführt, so dass ich ihn ohne Essen runter in sein Zimmer geschickt habe. Von dort aus hat er ohne Unterbrechnung minutenlang alle Schimpfwörter gebrüllt, die er dank des Kindergartens im Repertoire hat. Woraufhin ich ihn dann (er hatte die Schwimmweste vom Ausflug in den Ort ja noch an) in das Dinghi gesetzt habe, welches an der langen Leine hinter dem Boot schwimmt.

Dort ist er dann erst raus gekommen, als alle anderen bettfertig waren und wurde dann auch prompt ohne Milch in selbiges verfrachtet. Schade, dass zu Hause kein Dinghi an der langen Leine herumdümpelt …