Logbuch des Sommertörns 2016
Dieses Jahr planen wir ab Mitte August bis Ende der Schulferien (10 September) mit tonttu segeln zu gehen. Der Plan ist, dass wir bis nach Montenegro und wieder zurück segeln.
Wenn mal kein aktueller Eintrag vorhanden ist, dann bitte nicht verzweifeln, denn dann sind wir in einer so einsamen Bucht gewesen, dass wir keinen Internetempfang mit dem Handy hatten Wir holen den Eintrag dann so rasch wie möglich nach.
10.8.2016, Trogir
Wir sind nach zwei Nächten in Ljubljana heute morgen um 05:10 vom Grand Hotel Union losgefahren und waren kurz nach 10 Uhr in der Marina Trogir und haben tonttu sowie Frank und seine Crew getroffen. Wenig später kamen auch Alexandra, Charlotte und Olivier zu uns. Die drei sind dann mit Iris erst mal einkaufen gefahren.
Impressionen aus Ljubljana:
Frank hat mir währenddessen geholfen den Autopilot-Servomotor auszubauen, der repariert werden muss und das achtete Klo zu reparieren. Wir haben die Pumpenventile der „Frischwasser“-Pumpe auszutauschen und danach funktionierte es auch erst mal bestens. Allerdings nur kurz.
Der alte Pumpenventilsatz:
Wie ich später herausgefunden habe ist dann wohl die komplette Steuerungsplatine kaputt gegangen.
Die nicht mehr funktionierende Steuerplatine:
Wir haben aber erst mal abgelegt und sind in eine Bucht nördlich von Trogir gefahren. Da liegen wir jetzt nach dem Abendessen und gerade fängt der Wind - wohl wegen eines Gewitters nördlich von uns - an mit Böen um die 20-30 km zu wegen…
Dafür habe ich mit Oliviers Hilfe wenigstens das Klo wieder zum laufen gebracht. Ganz ohne Elektronik sondern mit direkt nach außen geführten Kabeln und mit der alten ausrangierten Bedieneinheit von Bug- und Heckstrahlruder.
Und so sieht „Die Steuerung“ jetzt aus…
Mit dem grünen Taster läuft Wasser rein und mit dem roten wird wieder abgepumpt. Das verstehen sogar die Kids
Dann erst mal: Gute Nacht!
11.8.2016, Stari Grad (Hvar)
Eine ereignisreiche Nacht hat mir den Schlaf geraubt!
Ab ungefähr halb 10 hat es immer wieder in Böen bis zu 27 kn Wind gehabt, da nördlich von uns Gewitter waren. Das war erst mal nicht so schlimm, aber genervt hat es trotzdem, da ich ja eigentlich schon recht müde war wegen des frühzeitigen Start in den Tag in Ljubljana. Als ich dann um Mitternacht entdeckt hatte, dass sich Mini-tonttu (unser Dinghi) losgerissen hat (hätte ich doch nur mal die Halteleine ausgetauscht!!!), da ging meine Stimmung auf absoluten Tiefgang. Danach hat es natürlich auch noch zum regnen begonnen und ich musste unter dem Sprayhood kauern. Erst um halb 2 konnte ich mich dann im Salon hinlegen, da der Wind und die Gewitter endlich aufgehört hatten.
Sobald ich genug gesehen habe (also gegen halb 6) habe ich mich mit dem Fernglas ins Cockpit gestellt und nach dem Dinghi Ausschau gehalten. Denn über Nacht musste es nach Südwest auf die gegenüberliegende Seite der Buch geweht worden sein und jetzt hatte es auf sehr leichten Nordwest gedreht, so dass die Chance bestand, dass sich Mini-tonttu auf den Weg Richtung Trogir macht.
Und tatsächlich, kaum zu sehen als graues Gummigeschwulst konnte ich es mit dem Fernglas in ungefähr einer Dreiviertel Meile schwimmend ausmachen. Also blieb mir nichts anderes übrig als Iris zu wecken (die war gar nicht begeistert) und den Anker zu lichten, damit wir unser lieb gewonnenes Mini-tonttu wieder einfangen konnten. Das hat um 06:15 dann auch geklappt.
Ich habe dann die vorschnelle Entscheidung getroffen einfach gleich weiter zu fahren. Was vielleicht nicht für alle das beste war, so auf nüchternen Magen. Ein wenig geschaukelt hat es ja schon draussen. Dafür haben wir aber noch ein frei treibendes Krokodil gefangen (aufblasbar natürlich) und waren recht schnell drüben an der Nordwestspitze von Solta. Dort haben wir erst mal geankert um normal zu frühstücken und die Mägen wieder einzurenken.
Danach konnten wir dann sogar die Segel setzen (Gross im 2. Reff und Vorsegel ganz raus) und mit halbem Wind in Richtung Hvar segeln. Dort haben wir uns dann entschlossen nach Stari Grad zu fahren und auf einen Platz an der Mole zu hoffen. Der Wind ist inzwischen eingeschlafen, so dass wir die letzten 2 Stunden unter Motor fahren mussten.
Leider war alles voll (Hauptsaison und eine ganze Flotille war angemeldet) und wir haben nur noch einen Platz an einer Boje bekommen. Aber so konnten wir wenigstens ordentlich schwimmen.
Gegen halb 5 sind wir dann in den Ort gefahren, haben Eis gegessen und sind durch die Gassen gebummelt. Schlussendlich haben wir uns entschieden wieder bei Juran Podrum zu essen und es war wieder extrem lecker. Und kurz vor der absoluten Dunkelheit waren dann wieder alle an Bord und jetzt schläft die Mannschaft und ich schreibe brav den Blog
Mal sehen wo wir morgen hinfahren. Evtl. gibt es morgen Abend nochmal etwas mehr Wind. Deshalb wollen wir vielleicht nur nach Vela Luka auf Korcula (am Westende) fahren und dort entweder in eine Bucht, die Olivier kennt oder in das Hafenbecken an eine der Bojen. Je nach Wetter …
12.8.2016, Uvala Gradina (Korcula)
Diese Nacht verlief ruhiger, obwohl es auch diesmal wieder Böen mit bis zu 20 kn gab. Aber 1. gewöhnt man sich an alles und 2. waren wir an einer Boje, da schlafe ich dann schon mal ein Stückchen besser.
Auf jeden Fall bin ich erst kurz vor 8 wieder aufgewacht und auch der Rest der Crew hat relativ lang geschlafen. So haben wir dann auch erst um 10:45 abgelegt, nachdem wir nochmal kurz mit dem Dinghi zum Ort gefahren sind um den Müll weg zu bringen und Brot zu kaufen.
Kaum aus der hintersten Buch von Stari Grad rausgefahren, haben wir die Segel gesetzt und konnten dann mit wechselnder Geschwindigkeit aber immer ausreichend Fahrt bis um die Westspitze von Hvar herumfahren und dann bis vor zur Stadt segeln. Dort haben wir die Royal Clipper aus der Nähe bewundert, die gerade ihre Gäste am Heck gebadet hat und auch einen Blick auf die Festung über der Stadt erhaschen.
Wir sind aber dann gleich weiter in Richtung Westende von Korcula gesegelt, da wir in Hvar in der Hochsaison ja niemals einen Liegeplatz bekommen würden.
Leider ist dann auf der Strecke nach Korcula relativ bald der Wind wieder eingeschlafen und wir mussten den Rest motoren.
Als wir um kurz nach 4 Uhr bei der Bucht waren, in der Olivier schon mal geankert hat, habe ich „Angst“ bekommen und wollte da nicht drin liegen, da ja offiziell auch für heute Nacht noch Böen bis zu 30 kn in der Zentralen Adria (höchstwahrscheinlich nicht in unserer Gegend, aber …) angesagt sind. Und dort hätten wir mit Buganker und Landleine liegen müssen, da die Bucht in der Mitte schnell zu tief und insgesamt recht eng aber hübsch ist.
So sind wir weiter in Richtung Vela Luka, um dort an die Boje im Hafen zu gehen, aber auf dem Weg dorthin sind wir gleich in der Nachbarbucht „Uvala Gradina“ hängen geblieben, da dort noch ein paar wenige Bojen frei waren.
Hier gefällt es uns ausnehmend gut und wir haben (nachdem wir die Geldeintreiber vom Hafen Vela Luka, die hier auch zuständig sind, bezahlt haben) den Grill ausgepackt und Würstel, Cevapcici und ein wunderbares Schweinefilet gegrillt. Dazu gab es selbstgemachte Potato Wedges und Salate. Sehr lecker, aber ich wurde mal wieder geräuchert und muss heute Nacht wohl deshalb wieder an Deck schlafen
Vorher waren natürlich alle ausführlich schwimmen und danach haben wir beim Abspülen zu „Matuschkes Lieblingen“ getanzt und den Sonnenuntergang bewundert. Jetzt sitzen wir Erwachsenen im Cockpit und ich habe mich zur Probe gerade von einer Mücke innen in den Unterarm stechen lassen (sie hatte schon einen netten kleinen roten Bauch, als ich sie weggezupft habe), dann kann ich den „Bite Away“ ausprobieren. Meine Frau hält mich deshalb für total verrückt
13.8.2016, Uvala Kremena (Lastovo)
Guten Abend!
Bei wunderbarem Licht bin ich heute um 6 Uhr aufgewacht, und habe den Rundblick in der Bucht sehr genossen.
Nach ein wenig lesen, den Wetterbericht herunterladen und weiter dösen sind die Kinder (und restlichen Erwachsenen) so langsam gegen 8 Uhr aufgewacht.
So sieht ein typischer Wetterbericht aus, für die, die so etwas noch nicht kennen…
Wir haben dann kurz besprochen wo wir hinfahren wollen (und uns für Lastovo statt Korcula Stadt entschieden) und dass wir vorher noch in Vela Luke (um die Ecke der Bucht) Wasser tanken werden.
So konnten Iris und ich mal wieder unserer Lieblingsbeschäftigung frönen und zwei Maschinen Wäsche waschen, da ich den Generator angeworfen habe und wir ja das Wasser für die Waschmaschine „verschwenden“ durften.
So sind wir also erst gegen 11 nach Vela Luka gefahren und haben dort 400 L Wasser getankt an der Zollpier. Das hat geschlagene 45 min gedauert und wir sind dann um kurz vor 12 wieder losgefahren.
Nach etwa 1.5h waren wir um die Westspitze von Korcula herum und auf dem Weg nach Lastovo und dann war auch genug Wind um ein weilchen zu segeln. Auch wenn die Kinder es zeitweise vorgezogen haben lieber unten im Salon Karten zu spielen als sich am schönen Wind zu erfreuen. So hatten wir einen entspannten Segeltag und sind um kurz nach drei im Norden von Lastovo angekommen.
die Kinder beim UNO spielen im Salon
Die immer wieder schöne Fahrt zwischen den Inseln hindurch bei stillem Wasser hat uns toll auf die wunderschöne Atmosphäre vom Naturpark Lastovo eingestimmt. Ich komme immer wieder sehr gerne hier her, auch wenn es ziemlich ab vom Schuss, trotzdem nicht wirklich leer im August und leider auch von Wespen bevölkert ist!
Ich habe dann ein wenig gebraucht bis ich mich und meine Reedersgattin von einem guten Ankerplatz mit Landleine überzeugen konnte. Ausschlaggebend war dann ein Motorbootfahrer, der uns auf meine Frage, ob er über Nacht bleibt ehrlich geantwortet hat, dass er in ca. 1 h ablegen wird. Also haben wir uns etwas näher neben ihn, als neben die Nachbarn auf der anderen Seite legen können.
Es war fast nicht möglich die Kinder davon abzuhalten gleich hinter Olivier hinterher zu springen, der die erste Landleine ausgebracht hat.
Aber als dann alles fest war, war kein halten mehr. Die Mädels haben sich immer zu zweit auf die Luftmatratze gesetzt und sind zwischen den Booten rumgepaddelt. Später haben sie auch noch einen Taxidienst für die Jungs eingerichtet und sind mit denen immer ein Stück in den alten „U-Boot“-Bunker hineingepaddelt.
Zum Abendessen haben Alexandra und Iris ein leckeres Risotto und dazu Tomatengemüse im Ofen gezaubert.
Und jetzt kehrt langsam Stille ein …
14.8.2016, Uvala Przin (Korcula)
Wir sind um halb 7 aufgewacht. Ich bin dann aber nochmal eingeschlafen. Als wir dann alle aufgestanden sind, bin ich mit Charlotte und Lara ins Wasser gesprungen. Wir haben ein bisschen geplanscht.
Es kam dann auch noch kurz ein „Supermarktboot“ vorbei und wir haben ein Brot und noch ein paar Paprika gekauft.
Anschliessend haben wir dann lecker gefrühstückt. Leider haben uns viele Wespen geärgert.
Papa, Olivier und Luis sind dann mit dem Dinghi den Müll wegbringen gefahren. Als Charlotte dann sah, dass die drei dann noch in den Bunker hinein gefahren sind, obwohl Papa gesagt hat, dass wir nachher alle zusammen fahren, haben Charlotte und ich uns auf die Luftmatratze gesetzt (die ich gepaddelt habe), den Luca in seinem Feuerwehrboot im Schlepptau und Lara hat versucht mit dem Brett hinterher zu paddeln. Papa hat uns dann aber doch mit dem Dinghi in den Bunker gefahren.
Dort haben Charlotte, Lara, Luca und ich einen Seestern am Boden gesehen.
Danach haben wir abgelegt und sind unter Motor (da kein Wind war) bis zur Bucht Przin auf Korcula gefahren. Es war eine sehr lange Fahrt, finde ich. Papa meint es waren doch nur 3 Stunden …
Es war aber trotzdem nicht soooo langweilig, da wir Kinder unterwegs das Mittagessen gemacht haben. Belegte Brote, Gurken, Tomaten, Kohlrabi und Paprikastücke.
Da haben wir geankert und sind zum Sandstrand geschwommen und haben dort ein Eis gegessen und im Sandburgen gebaut. Der Weg zurück war noch anstrengender, da wir da gegen den Wind und die Wellen anschwimmen mussten.
Später hat Papa die Charlotte mit Alexandra und Olivier wieder an Land gefahren, da sie mit dem Taxi ins nahe Korcula gefahren sind zum Abendessen. Sie waren noch nie dort und wir werden uns Korcula auf dem Rückweg wieder ansehen.
Papa hat dann für uns Rosas Tomatenpenne und Spaghetti Carbonara gekocht. Die Carbonara ist aber schief gegangen, es war mehr Rührei mit Nudeln als Carbonara.
Nachdem ich dann mit Lara zusammen abgetrocknet habe - Papa hat gespült - habe ich Papa gesagt, dass heute endlich mal ich selber schreiben darf. Das hat er mir ja schon lange versprochen. Wir haben uns darauf geeinigt, dass ich diktiere und er schreibt, das geht schneller und schont den Laptop-Akku.
Bis morgen dann,
Eure
ANNA