Logbuch des Sommertörns 2016
Dieses Jahr planen wir ab Mitte August bis Ende der Schulferien (10 September) mit tonttu segeln zu gehen. Der Plan ist, dass wir bis nach Montenegro und wieder zurück segeln.
Wenn mal kein aktueller Eintrag vorhanden ist, dann bitte nicht verzweifeln, denn dann sind wir in einer so einsamen Bucht gewesen, dass wir keinen Internetempfang mit dem Handy hatten Wir holen den Eintrag dann so rasch wie möglich nach.
20.8.2016, ankern vor Kotor [MON]
Heute hatten wir ja eigentlich keine all zu grosse Strecke vor uns. Von der Bucht an der Insel südlich von Tivat bis nach Kotor sind es ja nur etwas über 10 nm. Aber wir haben, kurz nachdem wir um 11 Uhr losgefahren sind das Vorsegel ausgerollt und sind gemütlich mit 3,8 kn bis hin zu der Kloster- und Kircheninsel gegenüber von Perast gesegelt.
Unterwegs war es besonders spannend zwischen dem regen Fährverkehr in der Durchfahrt von der Bucht von Tivat zur Bucht von Kotor durchzusegeln.
Wir haben dann gleich nordwestlich der Kircheninsel Sveti Dorde geankert und kurz Mittag gegessen. Dabei sind dann zwei Kreuzfahrtschiffe von Kotor kommend an uns vorbei gefahren und in die Durchfahrt zur Bucht von Tivat eingebogen. Nicht ohne laut und wiederholt zu hupen.
Nachdem alle Kinder und Alexandra und Olivier mit dem Dinghi rüber zur Kirche gefahren sind und diese sowie das Museum ausführlich besichtigt haben (ist wirklich wunderschön), gab es noch eine kurze Badepause und dann sind wir nach Kotor weiter gefahren (unter Motor).
Leider mussten wir dort, als wir um kurz nach 4 angekommen sind, feststellen, dass man uns in der Marina (so nennt sich jetzt die Hafenmole, da sie um einen einzelnen Schwimmsteg ergänzt ist) nicht haben wollte, weil angeblich alles reserviert war. Auch gegenüber von Kotor durften wir nicht ankern (ich habe ein dort liegendes Polizeiboot gefragt, die auch gerade alle anderen Ankerlieger aufgefordert haben den Ankerplatz zu räumen) und wir wurden ca. 1 nm weiter nach Norden verwiesen. Dort haben wir dann auf 15 m Wassertiefe mit 60m Kette (mir natürlich zu wenig, aber was soll man machen) geankert.
Wir sind dann mit dem Dinghi bzw. ein Teil der Erwachsenen zu Fuss bis nach Kotor gefahren. Und dort hat sich das Rätsel auch aufgelöst. Heute Abend fand ein Sommer-See-Fest statt und direkt am Hafen von Kotor wurde eine grosse Wasserfläche gesperrt für irgendeinen Event.
Ich habe dann per Zufall noch den Eigner der ONE getroffen, eine Segelyacht die in Cavtat zwei neben uns lag. Den habe ich gefragt, wie er zu dem Liegeplatz gekommen ist in der Marina und er hat mir sofort die Telefonnummer vom Marinero gegeben und angeboten direkt bei ihm anzufragen. Also sind wir zur Marina gelaufen und ich habe einen Platz für morgen ab 10:00 Uhr „reservieren“ können. Hoffe das klappt, denn das wäre doch deutlich einfacher, da Alexandra, Charlotte und Olivier ja morgen Mittag mit dem Taxi nach Cavtat/Dubrovnik fahren um nach Hause zu fliegen. Davor muss ich sie natürlich auch noch beim Hafenkapitän aus meiner Crewliste streichen lassen, sonst bekomme ich beim ausklarieren Probleme.
So sind wir also erst kurz nach 18 Uhr in die Stadt Kotor gekommen. Aber sie war wie immer extrem beeindruckend.
Wir sind die grosse Runde durch die Gassen gegangen, haben ein paar Kirchen besichtigt und uns ansonsten einfach nur von dieser tollen Stadt beeindrucken lassen.
Schlussendlich sind wir „wieder“ (da waren wir 2012 schon mit Irene und Martin) im Restaurant „Bastion“ gelandet direkt am hinteren linken Ende der Stadt und haben im freien wunderbar Fisch und Scampi gegessen (die Kinder teils Fisch aber auch Palacinke).
Zurück ging es nach einem Spaziergang bis zur Hafenmole, an der sich die Leute schon die Füsse platt getreten hatten, wieder mit Dinghi oder per Pedes.
Die Mädels durften dann bis kurz vor 10 noch auf dem Vordeck sitzen und Sterne gucken. Und kaum waren sie eine halbe Stunde im Bett ging auch schon ein riesen Feuerwerk über dem Hafen von Kotor los. Das konnten wir aus ca. 1,5km Entfernung auch wunderbar sehen (und mit etwas Zeitverzögerung auch hören).
Sorry, besser geht das vom Schiff aus auf diese Entfernung nicht …
Kurz danach zog eine Armada von kleinen Booten an uns vorbei (alle auf dem Heimweg vom See-Fest) und ein paar davon hatten grosse Pappmache-Figuren auf nachgeschleppten Kähnen dabei. Das ist dann hier wohl das Äquivalent zum Firstalmfasching gewesen
21.8.2016, Kotor [MON]
So, heute morgen haben wir es endlich nach Kotor selber geschafft.
Erst mal haben wir jedoch noch vor dem Frühstück das einlaufen der „Brillance of the Seas“ aus nächster Nähe bewundern dürfen. Wir hat es Alexandra so treffend formuliert: „Das ist, wie wenn man in seinem Einfamilienhäuschen morgens aufwacht und plätzlich steht ein Wolkenkratzer auf dem Nachbargrundstück!“.
Das beeindruckendste war die „Entvölkerung“ durch die eigenen 4 Ausbootschiffe und zahlreiche lokale Taxiboote.
Ich habe jedoch erst mal das eigene Taxiboot verwendet (Mini-tonttu) und bin rüber ans Ufer um für uns und unsere Freunde von der „one“ Frühstücksgebäck zu besorgen (so wie ich es Giaccobo gestern versprochen hatte, als er mit seinem „Kumpel“ dem Hafenmeister gesprochen hat und uns den Platz besorgt hat).
Alexandra hat nochmal kurz vor der Abreise ihr Haarstudio eröffnet…
Um kurz vor halb 10 haben wir dann den Anker hochgezogen und sind die eine Seemeile vor nach Kotor gefahren und haben dort tatsächlich einen Platz am Schwimmsteg bekommen (für 49€ inkl. Strom und Wasser; der Preis hat sich also zumindest nicht ernsthaft geändert seit 2012/2013, als wir das letzte mal hier waren).
Ich bin dann sofort vor zum Hafenkapitän gedüst und habe Alexandra, Charlotte und Olivier aus der Crewliste austragen lassen, damit wir kein Problem bekommen, wenn wir am 24. ausklarieren aus Montenegro.
Und danach haben wir die erste Waschmaschine angeworfen und den Wassertank gefüllt. Seitdem sind glaube ich ungefähr 6 bis 7 Maschinen gelaufen und morgen werden es auch nochmal 2 bis 3 sein 6 Personen machen halt doch viel Schmutzwäsche in 10 Tagen und dazu kommt ja noch ein Teil Bettwäsche für unsere Besucher.
Wir sind dann zum Abschied noch alle zusammen in der Stadt ein Eis essen gegangen und dann mussten die drei schon um kurz vor 12 ins Taxi steigen. Inzwischen habe ich erfahren, dass sie zwar sehr pünktlich in Cavtat angekommen sind, aber ihr Flieger von dort nach Wien so stark verspätet war, dass sie den Anschluss nach Berlin verpasst hatten und deshalb erst um 21 Uhr weiterfliegen konnten (eigentlich hätten sie um 20:30 schon in Berlin sein sollen). Mist!
Wir haben eine kurze Pesto-Pasta an Bord gemacht und dann ist Iris mit den Kindern zum Stadtstrand vorgelaufen während ich die neuen Stecker mit einer endgültigen Verkabelung (nicht fliegend sondern versteckt hinter den Schränken) versehen habe und die liebe Waschmaschine weiter betreut habe.
Am Schluss bin ich dann noch zum Supermarkt gelaufen mit meinem grossen Rucksack und der rollenden Kiste und habe Lebensmittel eingekauft und Klopapier und andere wichtige Dinge. Morgen früh kommt nochmal eine Fuhre mit Mineralwasser (Ächz!).
Auf dem weg habe ich noch ein paar von den „floats“ gesehen, die wohl gestern Abend beim See-Fest im Einsatz waren:
Um 17:30 war es im Schatten im Cockpit immer noch sooo heiss!
Kurz vor 18 Uhr sind wir dann wieder in die Stadt und haben uns auf die Suche nach einem Restaurant zum Abendessen gemacht. Leider habe ich mich vom schönen Ambiente blenden lassen und wir haben (zum Teil) leider recht schlecht gegessen. So dass zumindest Anna und ich nicht aufgegessen haben und uns danach noch an einer anderen Stelle einen Schokopalacinke gegönnt haben.
Es gibt schon verrückte Leute mit ihren Selfie-Sticks …
Hallo Ulrike, zählen „Regenschirmbilder“ auch für Deine Freundin?
Zum Schluss sind wir noch in eine Bar am Hafen gegangen und haben noch etwas getrunken. Als wir dann zurück zu tonttu gelaufen sind haben wir noch einer Mega-Motoryacht beim anlegen mit Buganker und Heckleinen zugeschaut. Ein ziemlich schlechtes Manöver bei Null Wind…
Beeindruckend, die beleuchtete Stadtmauer, die über der Altstadt von Kotor 300m den Berg hinaufgeht. Die müssen wirklich - ähnlich wie die Gallier von Asterix & Obelix - Angst gehabt haben, dass ihnen der Himmel - ähhh - Steine auf den Kopf fallen, bzw. geschmissen werden!
Morgen werden wir wieder aus der Bucht von Kotor rausfahren und wohl in der Bucht von Tivat nochmal vor Anker übernachten.
22.8.2016, Kotor [MON]
Tja, weit sind wir heute nicht gekommen …
Da um kurz nach 8 ziemlich starke Windböen waren und hier alle von einer kommenden Bora sprachen (also der Marinero und die „Einheimischen“) - an die ich zwar immer noch nicht glaube, denn ich habe ja den Wetterbericht gelesen und die Windkarten / GRIB-Daten studiert - haben wir uns entschlossen noch eine weitere Nacht hier zu bleiben. Schliesslich wurden ja im Wetterbericht für die Südadria lokale Gewitter angemeldet und da hatten wir keine Lust in einer Bucht zu sein. Und ein klein wenig verunsichert durch die „lokalen Experten“ war ich dann halt doch auch.
So haben wir noch einen Tag hier verbracht und einige wichtige und weniger wichtige Dinge erledigt:
Natürlich sind noch ein paar Maschinen Wäsche gewaschen worden
Wir waren auch kräftig einkaufen, unter anderem
- Wäscheklammern
- Tupperware
- einen neuen Bikini für Lara
- Lebensmittel
- 42 Flaschen 1.5L Mineralwasser
- …
Und, ganz wichtig, die Jungs und Lara waren beim Frisör! Wir waren wieder genau bei der gleichen Friseurin mit dem netten Kinderstuhl mit Pferdekopf, bei dem schon 2012 alle drei die Haare geschnitten bekommen haben.
Die Kinder haben das ganze Deck geschrubbt (Wasser haben wir ja zur genüge) und Iris und ich haben noch ein wenig klar Schiff gemacht.
Danach haben die 4 noch ein wenig mit den Nachbarn gespielt und ich habe einen Teil des Nachmittags damit verbracht mein Möbleschreinertechnisches Meisterwerk zu vollbringen.
Ich habe in eine kleine Multiplexplatte zwei rechteckige Ausschnitte gemacht (erst ein Loch gebohrt, dann mit der kleinen Pucksäge das Loch etwas erweitert, so dass ich mit dem schmalen Fuchsschwanz, den ich Franz abgeluchst habe den Ausschnitt grob herausschneiden konnte und zum Schluss noch mit der Raspel und feinen Feile die Form exakt angepasst), in die die neuen Schalter für die achtere Toilette hineinpassen. Die habe ich dann schon mal in das Brettchen montiert. Aber in die Schrankwand vom Bad konnte ich sie noch nicht einbauen, da muss ich morgen erst noch einen grösseren Ausschnitt machen, damit die nach hinten überstehenden Schalter auch Platz haben.
So verbringt man seinen Urlaub! Die „Was noch zu machen ist“-Liste ist leider immer noch nicht leer…
Zum Abschluss sind wir dann noch auf ein Eis in die Stadt und die Stadtmauer entlangspaziert (wussten wir bisher nicht, dass das geht; leider eine Sackgasse: man kommt zwar bis zum anderen Ende, aber dort nicht herunter und muss alles zurück laufen). So konnten wir tonttu mal wieder von oben Fotographieren:
Und gerade kocht Iris leckere Spaghetti mit Spargel und zur Vorspeise gibt es Feigen mit Montenegrinischem Rohschinken und Fetakäse. Lecker …
23.8.2016, Marina Portomontenegro, Tivat [MON]
Guten Abend ihr Lieben. Eine Quizfrage zu Beginn: Was sind das für Schalter?
Richtig, unsere neue Toilettenspülung. Ganz easy zu bedienen
Während Mark diese Schaltergeschichte und ein paar weitere Dinge der „TO Do - Liste“ erledigt hat, bin ich mit meinen vier kleinen Seeräubern zur Festung von Kotor hinaufgestiegen - ca. ca. 50 Minuten Aufstieg und 35 Minuten Abstieg.
Das war grandios. Eigentlich wollten wir anfangs nur bis zur Kirche, also gut ein Drittel den Berg hoch, doch Luca und Luis wollten unbedingt die „Zielfahne“ ganz obern erreichen. Kein Wunder, denn die Festungsmauer mit der Ruine erfüllt jede Kindervorstellung einer Burg. Ich dagegen fand die Aussicht am besten.
Unten in der Stadt angekommen, haben wir uns natürlich noch ein verdientes Eis gegönnt und noch ein bischen mit der Crew von der ONE am Steg geplaudert.
Kurz nach 13 Uhr sind wir schliesslich losgekommen. Ziel war die Marina in Tivat, wo Mark und ich uns für den Abend eine Massage gebucht haben Kaum waren wir unterwegs, hat der Wind zugelegt. Bis 25 Knoten hat der Windmesserser gezeigt. Nachdem es wegen der hohen Berge ringsum recht unbeständig geweht hat, sind wir unter Motor gefahren und so bereits kurz vor 15 Uhr in der Marina Portomontenegro angekommen. Eigentlich wollten wir vor dem Anleger noch schnell zur Tankstelle, doch die war uns zu „windig“ und wir haben es auf morgen verschoben.
Ganz entspannt waren wir dann erstmal in der Bar für einen Drink und ein etwas Flanieren.
Leider gibt es das gute Restaurant, das wir von 2012 und 2013 kennen nicht mehr, wo Mark ein wirklich gutes Steak in Erinnerung hat… An seiner Stelle ist jetzt ein Marokkaner, der auch sehr zu empfehlen ist. Wir hatten einen Tisch in einem kleinen Pavillon bekommen, wo wir einige Mezze bestellt haben und natürlich einen Kaffee mit Baklava zum Abschluss.
Nachdem unser Liegeplatz leider recht weit weg vom Spa liegt und unsere Wechselpause von 15 Minuten etwas knapp war, hat die nette Dame vom Concierge-Service uns eine Massage auf dem Vorschiff vorgeschlagen und so hat Mark umgebucht. Nele hat eine aufklappbare Massageliege mitgebracht und uns wunderbar massiert. Überdies hat sie Mark noch Tipps gegeben, um zwei Verpannungen bei mir zu lösen - sehr nett.
24.8.2016, Ein Tag am Strand
Leider leider hat unser Skipper trotz Massage auf dem Vorschiff nicht so gut geschlafen…. vielleicht, weil es doch immer wieder recht gepfiffen hat. Und der Wetterbericht für heute sah auch noch nicht so gut aus, auch wenn hier unten in der Südadria nicht allzu viel zu befürchten war.
Kurz und gut, nach dem Frühstück haben wir uns entschieden, doch noch eine weitere Nacht in Porto Montenegro zu bleiben und einen Strandtag einzulegen. Vorher sind wir aber noch zur Tankstelle, denn es war gerade nicht soviel Wind und das wollten wir ausnutzen Knapp 170 Liter hat tonttu bekommen; nichts gegen die Megayacht des Marinaeigentümers, die ebenfalls an der Tankstelle lag und 500 000 Liter tankte bzw. vielleicht immer noch tankt, denn sie liegt dort noch…..
Am Strand angekommen, haben wir uns erstmal einen Sonnenschirm und Liegestühle gemietet, denn es war doch recht heiss. Die Kinder sind gleich ins Wasser gesprungen und den ganzen Nachmittag nicht mehr rausgekommen. Entweder sind sie geschwommen oder haben mit grossen Steinen einen Hafen mit Burg gebaut. Eine Eispause gab es natürlich auch.
Gegen 17 Uhr sind wir zurück und haben in der Bar ein frühes Abendessen genossen. Diese Bar bzw. auch Italiener ist recht schön in der Marina gelegen; eigentlich auf einer kleinen Pier an einer Piazza, die in diesem Fall kein Platz sondern ein kleines, in die Häuserflucht eingeschnittenes Hafenbecken ausmacht. Architektonisch ist das eine recht charmante und gut gelungene Situation.
Mark und ich wurden dann von den Kindern noch zu einer kleinen Aufführung eingeladen, die sie geprobt haben, während ich Guacamole gemacht habe, die es dann mit Nachos in der Pause gab. Luis durfte heute als jüngster Turner mitmachen; Luca war für die Tickets, Platzanweisung und das Catering in der Pause zuständig.