Logbuch des Sommertörns 2016
Dieses Jahr planen wir ab Mitte August bis Ende der Schulferien (10 September) mit tonttu segeln zu gehen. Der Plan ist, dass wir bis nach Montenegro und wieder zurück segeln.
Wenn mal kein aktueller Eintrag vorhanden ist, dann bitte nicht verzweifeln, denn dann sind wir in einer so einsamen Bucht gewesen, dass wir keinen Internetempfang mit dem Handy hatten Wir holen den Eintrag dann so rasch wie möglich nach.
4.9.2016, Vrgada
Heute morgen kam in der Bucht von Tijat ein Brot-Boot mit Schokocroissant, Marmeladekrapfen und hellem und „dunklem“ Brot. Na ja, das „dunkle“ Brot hat ein klein wenig mehr Sonne abbekommen, aber …
Mann, freue ich mich auf ein ordentliches Brot!!! Das gibt es halt nur in Bayern!
Nach dem Frühstück waren wir noch etwas auf den Felsen klettern und baden, haben aber dann schon kurz vor 11 Uhr die Bucht verlassen. Leider ist die Bucht wohl immer so voll, dass das Wasser schon richtig säuerlich schmeckt vor lauter Seifen, Spülmittel und Sonnencremerückständen. Und natürlich haben wieder ein paar Typen Party bis deutlich nach Mitternacht gemacht…
Also sind wir los in Richtung Vrgada, wo der kleine Sandstrand ist und die günstigen Bojen mit den freundlichen Kassierern.
Nach ca. 2 Stunden fahrt sind wir dort auch angekommen. Für die Kinder war die Fahrt auch recht kurzweilig, da ich die Hängematte zwischen Fock-Schothorn und Mast aufgespannt habe. War ja eh kein Wind …
eigenartige Boote sind hier unterwegs …
Leider waren alle Bojen bei Vrgada voll (wohl hauptsächlich mit Badegästen, nicht mit Übernachtern), aber ich war so frech und habe (mit Iris Unterstützung; und alle Kinder habe ich aufs Vorschiff geschickt) mit den Insassen von einem kleinen Deutschen Motorboot gesprochen, ob sie übernachten wollen. Natürlich nicht. So habe ich sie überreden können (war nicht schwierig) uns die Boje zu geben und sich während des Rests ihrer Badepause noch bei uns längsseits zu liegen.
Wir haben ihnen dann zur Kompensation für die Mühen Kaffee angeboten und Udo war auch am Schiff interessiert. WIr haben uns ganz nett unterhalten und sind dann noch zum Strand rüber.
Am Nachmittag haben wir zu sechst noch einen Ausflug in den kleinen Ort gemacht. Ziel: Eisessen. Mission erfolgreich abgeschlossen. Dabei sind wir noch hoch in den alten Ortskern gelaufen und ich habe mich (notgedrungen; er hat sich so gefreut mal wieder Deutsch zu sprechen) mit einem 84-jährigen Einheimischen, der 25 Jahre in Deutschland als Kellner gearbeitet hat unterhalten.
Nachher kochen wir zum Abschluss nochmal eine Pasta (mit Sahnesauce und Zucchini) und vielleicht hole ich für Iris und mich nochmal einen Palatschinke, wenn die Kinder im Bett sind.
Morgen fahren wir schon vor dem Frühstück nach Biograd, da es gegen Mittag schon sehr stark wehen könnte (es ist Bora angesagt für den Nachmittag).
5.9.2016, Biograd na Moru
Angesichts der angekündigten Bora (die sich jedoch seit gestern Abend offiziell um einen halben Tag verspätet), haben wir uns entschieden gleich früh (also vor dem Frühstück) von der Boje bei Vrgada abzulegen und „nach Hause“ in die Marina Kornati in Biograd zu fahren.
So habe ich meinen Spatz um 7 Uhr aufgeweckt und wir haben uns von der Boje losgemacht und die einstündige Fahrt nach Biograd angetreten. Es war komplett bedeckt…
Die Kinder sind natürlich wegen des Motorgeräuschs sofort aufgewacht und sassen dann teilweise im Schlafanzug im Cockpit und Anna hat einen der letzten Logbucheinträge gemacht.
So sind wir also bei (noch) sehr wenig Wind um 8 Uhr in der Marina angekommen und haben einen schönen, langen, sicheren Törn beendet. Wir haben tonttu erst noch richtig vertäut und dann habe ich mich ums Frühstück gekümmert. Dank Landstrom konnten wir den Toast in der Mikrowelle mit Grillfunktion toasten und es gab Rührei dazu.
Um Punkt 9 Uhr hat es dann erst leicht und später sehr, sehr stark angefangen zu regnen. Als ich mit Anna und Lara vom einkaufen (im Baumarkt Silikon und Perlatoren; im Supermarkt Joghurt und 6 2-Liter Flaschen Cola fürs Klo - soll scheinbar helfen - man versucht ja alles) zurück kamen sind wir voll eingeregnet worden auf dem Weg vom Parkplatz zum Boot. Wir hatten zwar Segeljacken an, aber meine Bermudashort war patschnass…
Zum Mittag gab es Iris berühmtes Chili sin Carne und wir haben ausnahmsweise im Salon gegessen.
Mit wunderbarem Blick in die verregnete Marina
Am Nachmittag haben die Kinder eifrig gemalt und Rätsel gelöst und ich habe währenddessen in der Dusche vorne die Fugen neu abgedichtet und die abgelösten Umleimer entfernt und durch Silikonfugen ersetzt. Gar nicht so schlecht für einen Laien. Aber für irgendwas müssen die 6 Wochen Praktikum beim Sanitärinstallateur ja gut gewesen sein.
Am Nachmittag kam noch Jure vorbei und danach sind wir noch in Richtung Ort gelaufen um beim DM und im Supermarkt noch ein paar Einkäufe zu erledigen.
Danach haben wir auf Wunsch der Kinder im Marinarestaurant gegessen. Denn sie haben sich schon so auf die Gnocchi mit Schinken/Erbsen/Sahnesauce gefreut, die es dort gibt. Oder seit diesem Jahr gab, denn sie haben einen Teil der Karte geändert. Grande Katastrophe!!! Aber am Schluss haben wir dann doch für jeden etwas zum Essen gefunden.
Und auf dem Rückweg hat man schon wieder im durch die Bora von Wolken leergefegten Himmel den wunderbaren Mond gesehen. Leider kommt das auf dem Foto nicht so ganz raus. Aber als Stimmungsbild zum Abschluss reichts.
So, und damit sind wir am Ende für diesen Sommer!
Bis nächstes Jahr und vielen Dank fürs lesen, Mark