Logbuch des Sommertörns 2016
Dieses Jahr planen wir ab Mitte August bis Ende der Schulferien (10 September) mit tonttu segeln zu gehen. Der Plan ist, dass wir bis nach Montenegro und wieder zurück segeln.
Wenn mal kein aktueller Eintrag vorhanden ist, dann bitte nicht verzweifeln, denn dann sind wir in einer so einsamen Bucht gewesen, dass wir keinen Internetempfang mit dem Handy hatten Wir holen den Eintrag dann so rasch wie möglich nach.
15.8.2016, Uvala Okuklje (Mljet)
Nein, ich habe mich mit der Ortsbezeichnung nicht verschrieben, auch wenn es jetzt schon nach 23 Uhr ist und ich zwei Grappa nach dem Essen trinken musste…
Wir sind heute nach einer wunderbar ruhigen Nacht - schon als ich Alexandra, Charlotte und Olivier von Ihrem Essensausflug nach Korcula Stadt mit dem Taxi abgeholt habe (ich war nicht das Land-Taxi sondern das Dinghi-Taxi), war das Wasser fast glatt und man hat wundervoll den Mond auf dem Meer spiegeln gesehen.
Nach dem Aufstehen und Frühstück haben wir heute noch gemütlich gebadet und sind dann losgefahren in Richtung Ostende von der Insel Mljet. Leider war so wenig Wind, dass wir komplett mit Motor fahren mussten. So konnten die Kinder aber wenigstens an Deck spielen. Auch wenn ich UNO nicht für das geeignetste Spiel halte bei 6kn Fahrtwind!
Dort gibt es eine Bucht namens Okuklje in der das Restaurant Maran eine Mole für seine Gäste hat. Dort haben wir gestern Abend schon telefonisch für tonttu einen Liegeplatz und für uns 4 Erwachsene eine Fisch-Peka bestellt. Das ist eine Spezialität bei der Fisch, Gemüse und Kartoffeln in einer Feuerfesten Form rundum von glühender Kohle umgeben ca. 3 Stunden lang gart. War wunderbar aber leider nicht ganz billig.
Vorher waren wir jedoch noch alle ausgiebig schwimmen und ich habe die Kinder auf dem Schwimmbrett hinter dem Dinghi hergezogen. Sozusagen „Wasserski fahren“. Das war wieder der Renner. Nur habe ich jedes der 5 Kinder nur einmal ein paar Schleifen gezogen, um mir nicht den Unmut der gesamten Bucht zuzuziehen
Nach einem längeren Spaziergang um den Müll wegzubringen und einem kurzen Einkauf in dem Mini Market war es auch schon fast 7 Uhr und wir haben uns zum Essen fertig gemacht. Die Kinder hatten gegrillte Hühnerbrüste und Pommes (das hat sie glücklich gemacht) und wir hatten die Peka (das hat uns glücklich gemacht).
Wir haben dann die Kinder von der Terasse vom Maran aus ins Bett auf dem Boot direkt vor der Terasse geschickt und uns dann auch noch einen Nachtisch gegönnt (Schokokuchen bzw. Palacinke, einmal mit Schoko und für Iris und mich mit Weinschaumcreme). MMMmmmhhh
Leider gab es dann noch ein kleines Unglück, weil Lara den halben Palacinke und das Eis als Nachtisch nicht wirklich vertragen hat Aber auch das Problem ist gelöst und morgen kommt mal wieder unsere Waschmaschine zu Ehren. Wofür haben wir sie denn…
Mal sehen was wir morgen genau machen. Aber wir werden es langsam angehen lassen. Von hier sind es ja nur noch 20 nm bis Dubrovnik resp. 27 nm bis Cavtat, wo wir allerspätestens am Donnerstag früh in Richtung Montenegro ausklarieren wollen.
16.8.2016, Sipanska Luka (Sipan)
Wir haben heute eine wunderbar ruhige Nacht vor dem Restaurant Maran verbracht.
Nur als ich um 05:00 Uhr auf die Toilette musste, da ging der provisorisch eingebaute Schalter für die Toilette nicht mehr. Das war der 3te von 4 Schaltern, der den Geist aufgegeben hat von dem vom Bug- und Heckstrahlruder umgenutzten Panel. Und wir brauchen ja zwei Taster, einen für die Pumpe für das Spülwasser und eine zum Abpumpen.
Also habe ich erst mal mühsam durch ständiges Umstecken gespült und mich dann nochmal hingelegt, bis es um 6 Uhr hell wurde. Dann habe ich mich daran gemacht den Taster für die Hupe beim Steuerrad auszubauen und habe diese als zweiten Taster eingebaut. Wir hupen also jetzt, wenn wir spülen
Jetzt muss ich dringend in Dubrovnik zum Marina Store und ein paar Marinetaster kaufen, die die Dauerbelastung durch eine klospülende Crew auch aushalten.
Egal, wir haben erst mal wunderbar gefrühstückt mit dem frisch vom Festland zum Minimarket gebrachten Brot (hat deshalb auch nicht knuspriger geschmeckt als sonst) und dann waren wieder sofort alle baden.
Gegen 11 sind wir dann losgekommen, nachdem wir Olivier verarztet haben, der auf der Badeplattform ausgerutscht ist (er ist auf das weisse Gelcoat gestigen, bei den Scharnieren und das war nass von den Schwimmern). Er hat sich eine ziemlich tiefe Wunde am Schienbein zugezogen, war/ist aber hart im nehmen.
Nach etwas über einer Stunde waren wir dann drüben bei der Insel Jakljan und haben dort auf der Ostseite zum Baden und fürs Mittagessen geankert. Es war wunderbar ruhig und hat toll nach den Bäumen geduftet und die Zirpen haben gegrillt, äh, die Grillen haben gezirpt.
Eine halbe Stunde nach dem Anker hochziehen waren wir dann schon in der Hafenbucht vom Hauptort auf Sipan (Sipanska Luka) und haben dort wieder geankert. Wieder eine Runde schwimmen, und der Skipper hat sich die Mühe gemacht den Wasserpass (das ist die Linie am Rumpf an der der Wasserspiegel ist bei ruhigem Wasser) vom Bewuchs zu befreien mit einem Spülschwamm. Immer wieder schön sich einmal rund ums Schiff zu schrubben…
Bis auf Alexandra sind wir dann alle in zwei Fuhren rüber zum Ort gefahren und wollten dort eigentlich Boule spielen. Aber leider haben die Einheimischen die Boulebahn in Beschlag gehabt. So konnten wir nur den Spielplatz unsicher machen (der mit der netten alten Lok aus Stahlrohr, die uns schon 2012 und 2013 so gefallen hat) und einen kleinen Eiskaffee, Sprite, Coke in der Hollywoodschaukel neben dem Spielplatz in der Bar genossen.
Dann haben wir einfach auf einem Weg neben dem 400 Jahre alten Baum gespielt, ging auch …
Ich habe dann noch mit dem Handlot ausgemessen, ob wir morgen früh evtl. kurz an die Mole können um Wasser zu tanken: An ein paar Stellen geht es.
Und was haben die Kinder gemacht, als wir um 18:15 wieder am Boot zurück waren. Na klar, sie sind ins Wasser gesprungen!
Alexandra hat uns eine wunderbare Thnufischpasta gekocht und gerade versucht Iris die Jungs ins Bett zu bringen. Dummerweise ist gerade jetzt ein Kroatisches Minikreuzfahrtschiff eingelaufen (so was mit ca. 30 Gästen und 10 Crew und aufgebaut wie ein Agatha-Christie-Nilkreuzfahrer). Das mussten sie sich natürlich ansehen.
Und die kleine Katamaranfähre war auch schon da…
17.8.2016, Cavtat
Nach einer erst etwas lauten Nacht (da kamen doch glatt um halb 10 zwei Ausflugs-/Kreuzfahrtschiffe in den kleinen Hafen und haben dann nach dem Anlegemanöver promt die Boxen aufgedreht) bin ich wieder mal um kurz nach 6 in völliger Stille im Cockpit aufgewacht.
Wir haben dann diesmal etwas früher/schneller gefrühstückt - Olivier hat eine französische Pfannchen-/Pancake-Variante namens „Farinette“ gemacht, die sehr, sehr lecker war - da wir noch „kurz“ an die Mole rüber wollten zum Wasser tanken. Das hatte ich telefonisch mit dem „Hafenmeister“ für 09:30 Uhr ausgemacht.
Hat auch alles wunderbar geklappt, nur, dass ich mit der Schlauchverlängerung und dem sowieso schon geringen Wasserdruck die Tanks nur ganz, ganz langsam füllen konnte. Für den kleinen Tank mit 180L haben wir fast schon eine halbe Stunde gebraucht, bis er voll war. Also haben wir den grossen Tank nur zu ca. 2/5 gefüllt und sind dann nach 1:15h endlich weggekommen.
Wir mussten ja noch nach Dubrovnik um dort Mittags den hoffentlich korrekt reparierten Autopilotmotor abzuholen und neue Schalter für die Toilette zu kaufen. So kamen wir dort erst um 13:30 Uhr an (auch, weil wir noch ein wenig gesegelt sind auf dem Weg) und haben mitten im Hafen von Grusz geankert. Ich bin dann schnell mit dem Dinghi rüber. Mit dem Lieferanten des reparierten Autopiloten habe ich mich dann beim Marina Store getroffen, wo ich auch ein paar Taster erwerben konnte. Netter Weise hat er mich mit der Vespa noch bis zurück zum Dinghi gebracht und wir waren nach etwas über einer halben Stunde wieder unterwegs.
im Hafen Grusz von Dubrovnik lag diese kleine Yacht namens Katara; sie gehört dem Emir von Qatar
An der Altstadt von Dubrovnik sind wir dann noch ganz nah vorbei gefahren, damit Alexandra, Olivier und Charlotte wenigstens einen Blick darauf erhaschen konnten. Aber sie haben ja schon Trogir, Korcula gesehen und wir fahren ja auch noch nach Kotor. Passt also…
Die Strecke nach Cavtat war dann nur noch eine Stunde und wir haben dort wider erwarten sogar einen Platz an der Mole bekommen. Bojen gibt es nämlich keine mehr. Wir liegen zur Hälfte mit dem Heck an der Stadmole und zur anderen Hälfte an der Zollpier (die gehen quasi nahtlos ineinander über, nur durch eine kleine Seilabsperrung getrennt). Alle auf der Steuerbordseite schlafen also heute nacht schon im exterritorialen Gebiet
Das macht es mir morgen deutlich einfacher, da ich zum ausklarieren nicht extra nochmal umparken muss.
Olivier hat mir dann geholfen den Autopiloten einzubauen. Und er funktioniert scheinbar auch wieder. Genaueres erfahren wir morgen, wenn wir draussen die Justagerunden drehen. Der Rest der Crew ist währenddessen zum Spielplatz, Eis essen, spazieren gehen, einkaufen gegangen. Wir beide haben uns nach getaner Arbeit auch noch ein Eis gegönnt.
ein kleiner Aperol Spritz (mit Prosecco) für die Damen …
so sieht tonttu im Hafen von Cavtat von der Seite aus
Alle haben dann noch viele, viele Postkarten geschrieben (da Iris und Alexandra gleich die kroatischen Briefmarken dazu gekauft haben müssen sie ja heute noch eingeworfen werden) und zum Abendessen haben wir uns alle Pizza geholt. Jetzt sind die Jungs im Bett und die Mädels schauen mit den anderen Erwachsenen bei der Vorführung einer örtlichen Tanzgruppe gegenüber auf der Promenade zu.
Morgen Vormittag klariere ich dann aus und wir fahren nach Montenegro. Wie schnell ich dort wieder an eine Datenkarte bzw. Internet komme ist noch nicht ganz klar. Es kann also sein, dass morgen erst mal kein Blogbucheintrag geschrieben wird. Das hole ich dann aber nach…
18.8.2016, Bucht bei Herzeg Novi [MON]
Am Morgen haben wir gemütlich gefrühstückt, noch ein paar Einkäufe gemacht und um kurz nach 10 bin ich los zum Hafenkapitän um die Ausklarierungsprozedur zu starten. Das hat ungefähr 20 min gedauert, bis ich bei Hafenkatpitän, Zoll und Hafenpolizei vorbei war und meine Crewliste mehrfach kopiert und abgestempelt wurde.
An der Zollpier hat ein Fuzzi nochmal 100kn kassiert für das „liegen an der Zollpier und seinen Anlegeservice“. Ich habe kurz mit ihm diskutiert, dass ich ja schon für die Nacht gezahlt habe und er auch keinerlei Service geleistet hat, aber am Schluss blieb mir nichts anderes übrig als auch diese 15€ abzudrücken. Wenn Cavtat selber nicht so ein nettes Örtchen wäre, würde ich mich echt für die Zukunft überlegen zu versuchen in Dubrovnik auszuklarieren.
Als wir ablegen wollten, hat der Nachbar auch noch seine Kette um unseren Anker gewickelt gehabt, so dass ich mit dem Dinghi vorfahren musste und ihm dabei helfen seine Kette frei zu bekommen.
Vor Cavtat habe ich dann noch ein paar wilde Kreise drehen müssen um den Autopiloten zu justieren, aber auch das hat geklappt und wir müssen jetzt nicht mehr ständig von Hand steuern.
Nach 2,5 Stunden recht ereignisloser Fahrt sind wir dann in Montenegro am Eingang der Bucht von Kotor (oder da heisst sie noch „Bucht von Herzeg Novi“) angekommen und haben dort die imposanten Festungen wieder gesehen.
Iris beim hissen der gelben Q-Flagge
In Zelenika mussten wir dann anlegen und ich habe die Tour zum einklarieren gemacht. Erst beim Zollhäuschen vorbei und alle Pässe vorgezeigt. Dann zum Hafenkapitän in einem Haus ein paar hundert Meter weiter. Dort sass ich dann eine halbe Stunde und habe ihm zugesehen wie er meine Schiffspapiere, meinen Segelschein kopiert hat und eine eigene digitale Crewliste ausgefüllt hat mit Passnummer etc. Schlussendlich durfte ich noch die 40€ für die 7-tages Vignette bezahlen und wurde wieder zurück zum Zollhäuschen auf der Zollpier geschickt. Zu meinem erstaunen hat die freundliche aber wortkarge Dame dort alle Pässe nochmal haben wollen und diese einzeln eingescannt, mit der Crewliste vom Hafenkapitän verglichen und sonst noch so einiges im Computer rumgetippt. Insgesamt hat das ganze dann 50 min gedauert.
Zu guter letzt musste ich dann noch bis zur ersten Saling in den Mast gezogen werden, da die Flaggenleine oben in der Rolle verhakt war und wir ja die gelbe Flagge noch runternehmen mussten.
Wir sind dann nur noch eine halbe Stunde rüber in die grosse Bucht westliche von Herzeg Novi und haben dort geankert.
Das wir mal ein Puppenstudio an Bord haben habe ich ja nie in meinen schlimmsten Alpträumen zu träumen gewagt
Zum Abendessen gab es Fajitas mit Hünchenfleisch und danach haben Anna und die Jungs noch eine sehr süsse Vorstellung (das Stück handelte irgenwie von zwei Wanderern - den Jungs - die eine Höhle entdecken - Anna - und darin einen Geist aufwecken - wieder Anna).
Danach wurde die Diskothek und Bar eröffnet und wir haben eine Vollmondparty gefeiert.
19.8.2016, östliche Nachbarbucht von Uvala Velika auf Sveti Marko [MON]
Heute sind wir (bewusst) nicht weit gekommen.
Zuerst sind wir nach dem Frühstück rüber nach Herzeg Novi und haben vor dem Hafen geankert. Nach einem doppelten Dinghitransfer war dann die gesamte Crew an Land und wir haben uns den erstaunlich hübschen Ort angesehen.
Glücklicher Weise konnte ich dort auch die im Internet von Telenor angebotene Datenkarte für 9,95€ mit 6GB Anfangspaket erstehen für 15 Tage Nach einem Anruf bei der Hotline 1188 habe ich auch die richtigen Einstellungen genannt bekommen um das Internet auf Iris Handy (als Test) zum laufen zu bringen. Mein altes Handy hat die Karte nicht erkannt.
Nach ein paar weiteren Einkäufen im Supermarkt und der Drogerie sind wir dann wieder zurück zum Boot und haben abgelegt. Unterwegs gab es dann die Käse- und Fleisch-Böreks aus Herzeg Novi und den feinen neuen Käse als Mittagessen.
Wir konnten sogar ein wenig Segeln und sind dann am Nachmittag bei den Inseln südlich von Tivat angekommen. Dort haben wir in einer namenlosen Bucht geankert und gebadet. Bei einem Dinghi-Ausflug mit meinen Kindern haben wir dann sogar zwei Delphine vorbeischwimmen sehen. Die sind vorher wohl auch direkt neben tonttu vorbeigeschwommen.
Und jetzt werden wir den Grill rausholen und hoffentlich nicht die Ankernachbarn einräuchern sondern wieder nur mich