Tage wie diese ...
Wir haben für gestern und vorgestern noch Fotos hochgeladen …
sind manchmal ereignisreicher, als sie sein müssten!
Wir hatten ja eigentlich vor gehabt bei der Patisserie „Melina“ in Phiskardo zu frühstücken. Aber schon um kurz nach 5, als ich zum ersten mal aufgewacht bin, hatte der Wind gedreht und kam von der Seite. Um kurz vor 6 war er dann auch noch stärker und ich habe mich ins Cockpit gelegt bis 7 Uhr um „Ankerwache“ zu halten. Aber er blieb konstant bei 12kn von der Seite und das System aus Anker vorne und zwei langen Heckleinen ans Land schien stabil zu sein.
Um acht Uhr hatten wir ja abgemacht aufzustehen und für 08:30 zum Frühstück mit dem Dinghi überzusetzen. Daraus wurde aber nichts. Um 10 nach 8 ist unser Anker gerutscht. Harald war an Deck und hat es zum Glück sofort bemerkt. Ich war gerade vom Klo runter (Sorry, aber auch der beste Skipper der Welt muss mal für kleine Jungs) und wurde eiligst hinauf an Deck gerufen (die Hose hatte ich erst im Cockpit wieder richtig an).
Ich habe sofort den Motor angeworfen, vorwärts kräftig gas gegeben, die Steuerbord-Achterleine über Bord geworfen, Jörg an die Backbord-Achterleine beordert und Harald zum Anker geschickt um ihn hochzuholen. So sind wir Stück für Stück wieder weg vom immer näher drohenden Flachwasser gekommen und haben am Schluss auch noch die Backbord-Achterleine über Bord geschmissen (sie waren ja beide an Land noch fest).
Als wir den Anker oben hatten und dann mitten in der Bucht vor dem Ort wieder gesetzt hatten, sind Peer und Jörg mit dem Dinghi zum Leinen bergen gefahren und ich bin zum Ruderblatt getaucht um zu prüfen, ob wir Grundberührung hatten. War aber zum Glück nichts.
Dummerweise lagen wir dann noch genau in der Einflugschneise der Fähre und wurden schon darauf hingewiesen, dass wir da weg müssten. Also haben wir uns entschlossen auf das Frühstück bei Melina zu verzichten (und ich natürlich auch auf das an- und abmelden bei der Hafenpolizei) und sofort in Richtung Meganisi loszufahren. Wir hatten ja auch schönen Wind aus S bzw. etwas später SE und konnten alleine mit dem Vorsegel mit 4.5 kn segeln in die richtige Richtung. So haben wir dann auch gefrühstückt und waren schon gegen Mittag (mit immer weniger bis dann gar keinen Wind) an der Westküste von Meganisi bei der Grotte.
Harald, Peer und Jörg sind in die Grotte hineingeschwommen, während tonttu vor der Grotte im Kreis gedreht hat.
Danach sind wir noch „um die Ecke“ gefahren bis zu Porto Spilia, wo wir am Schwimmsteg fest gemacht haben. Wir sind nach einem kleinen Mittagsimbiss bei Spilia hoch zum Örtchen gelaufen und haben von oben tonttu fotographiert.
Danach waren Peer und ich noch schwimmen und „Turmspringen“ vom Bug aus und haben ansonsten den ganzen Nachmittag nach kräften relaxt.
Natürlich habe ich die Gelegenheit ergriffen mit Landstrom zwei Maschinen Wäsche zu waschen (wenn das so weiter geht, kommen wir alle mit mehr sauberer Wäsche nach Hause als wir mitgebracht haben).
Jetzt sitzen wir im Restaurant und spielen nach dem hervorragenden Essen 4 Gewinnt bzw. „Bilder auf den Rechner kopieren und Blog schreiben“.
Ach ja, vorhin gab es eine ziemlich heftige Böe mit Saharasand. Ungefähr 10 min lang mit einer geschätzten Stärke von über 30 kn. Das „Leitschiff“ der kleinen Nelson-Flotte war am Stummelsteg quer zum Wind festgemacht und ist ziemlich heftig abgetrieben worden. Ich habe mit einem nahezu perfekten Wurf über geschätzt 8 bis 10 m unsere 16mm-30m-Leine hinübergeworfen und sie seitlich gesichtert.
Das wertet das Skipper-Selbstgefühl wieder auf im Vergleich zur Anker-Rutsch-Aktion am Morgen. Ich kann natürlich nicht wirklich was dafür, dass der Anker gerutscht ist, aber ich möchte mir lieber nicht vorstellen, was passiert wäre, wenn er erst eine halbe Stunde später gerutscht wäre und ich tatsächlich mit der gesamten Mannschaft an Land beim Frühstück gewesen wäre. Ich hatte mir ja während der morgendlichen Ankerwache schon überlegt nicht mit zu gehen, das aber wieder verworfen kurz vor 8!
Auf jeden Fall ist mein Widerwillen mich mit Anker und Landleinen irgenwo fest zu machen wieder bestätigt worden. Ein Anker ist einfach für seitliche Belastung und gespanntes ausbringen nicht gemacht!!!
Comments
Hallo Ina,
wir haben Deinen Kommentar zwar schon Vorgestern gelesen, aber vergessen zu Antworten.
Viele Grüsse von Jörg, Peer und natürlich auch Birgit und Harald.
Kommt Ihr im Juli/August mal eine Woche mit uns mit in Kroatien?
Ciao, Mark
Wie Cool! Und ich wünschte, ich könnte wenigstens nur mal ein paar Stunden bei Euch, in Griechenland, unter der Sonne sein. Will einfach auch mal so vom Boot ins Meer springen. Ein Traum! Gruß an Euch alle und genießt mal schön, … Liebe Grüße Ina