Ein Sommer mit "tonttu"

Tag 66, 2.9.2013

Heute morgen haben wir die restlichen Eier verbraucht. Überhaupt sind jetzt die Tage der „Resteverwertung“ angebrochen. Leider war das Brot, welches wir vorgestern Nachmittag im Konzum gekauft haben schon angeschimmelt. Man soll halt kein Brot kaufen, welches in Folie abgepackt ist. Aber es war (zumindest gestern) recht lecker.

Am Vormittag habe ich es dann endlich geschafft unser „Bugspriet“ (mit der Ankerrolle und -führung) abzumontieren. Danach bin ich dann zur Rezeption gegangen und habe meine Schiffspapiere zum kopieren abgegeben, damit sie den Vertrag machen können. Tatsächlich wollten sie dann tonttu vermessen und gegen Mittag kam ein Marinero (er stellte sich als Chef-Marinero heraus) und hat mit einem Kollegen mit Hilfe eines Massbandes und einer langen Wasserwaage Mass genommen. Und siehe da, ohne die Ankerrollenanlage ist tonttu „nur noch“ 14.73 m lang und wir müssen damit 650 € weniger im Jahr zahlen für den Liegeplatz ;-)

Mal sehen, wann ich es wieder dran montiere :-) Wohl erst im Frühjahr…

Leider haben wir dann auch erfahren, dass wir an dem Platz, an dem wir gerade sind nicht bleiben können. Mir wurden zwei mögliche andere Plätze angeboten. Einen gegenüber, da wo sonst eigentlich die Charterschiffe liegen. Der gefällt mir nicht so, denn er ist noch direkter vor der Hafeneinfahrt und der Nachmittagswind bzw. auch ein Tramontana-Sturm treibt da ganz schön die Welle rein. Der andere Platz ist auf der Innenseite der Aussenmole an einem davor liegenden Schwimmsteg. Der gefällt mir eigentlich sehr gut. Er ist ruhig, man kann zum ein- und ausladen mit dem Auto ganz nah heranfahren, der Blick über die Steinmole ist sehr schön und das beste: Wir würden längsseits liegen. Das ist natürlich für alle Nichtsegler-Gäste, die tonttu mal für ein paar Tage als Ferienwohnung nutzen wollen (also zum Beispiel meine Eltern) sehr gut, denn sie brauchen nur eine kleine Trittleiter mitnehmen und können bequem an Bord gehen ohne mit Planke bzw. Gangway hantieren zu müssen. Der Nachteil an dem Platz ist nur, dass die Wassertiefe ziemlich gering ist. Das muss ich mir dann morgen erst noch genau ansehen, ob es schnell genug tief wird neben dem Schwimmsteg.

Wir haben dann so gut es ging weiter gewurschtelt, aber die Kinder sind immer chaotischer geworden, so dass wir Mittags die Reissleine gezogen und beschlossen haben am Nachmittag zum Strand zu gehen und uns danach Biograd na Moru (tonttus neue Heimat) anzusehen zum Abendessen.

So sind wir gegen 2 Uhr mit dem Bus losgefahren. Zuerst mal zu einem „hardware store“ in dem ich einen neuen grossen Kreuzschraubenzieher und Ersatz für den zerstörten Kreuzschraubenzieher-Bit gekauft habe. Danach haben wir etwas suchen müssen, um südlich von Biograd den Zugang zu dem Strand zu finden, bei dem die grossen Wasserrutschen waren, die Anna und Lara so beeindruckt haben am Samstag bei der Anfahrt mit tonttu.

Irgendwann haben wir jedoch die richtige Abzweigung erwischt und den Bus auf dem öffentlichen Parkplatz unter den Pinien abgestellt. Der Strand war natürlich wie üblich Kies und einigermassen voll. Dafür gab es genügend „Versorgungseinheiten“ dahinter, so dass wir auch ein Eis kaufen konnten. Leider haben wir diesmal mangels Alternative an einem Stand der Marke „Slad“ Eis gekauft. Das kann man nicht wirklich empfehlen. Drei von uns sechs haben ihr Eis weggeschmissen, weil es so schlecht schmeckte…

Danach sind wir noch zu den grossen Wasserrutschen gegangen und ich bin mit Anna und Lara auf dem Schoss abwechselnd die grosse blaue Rutsche runtergesaust. Man zahlt pro Einzelrutschung 4kn oder für dreimal rutschen 10kn. Eigentlich ganz in Ordnung. Aber nach 4 Mal (je zweimal mit Anna und Lara) war es genug für mich. Die haben dort auch noch eine kleine Bar mit Tischen und Stühlen in einem kleinen Pool. Sehr nett…

Nachdem wir uns dann wieder am Strand umgezogen hatten sind wir nach Biograd rein gefahren und haben den Bus bei den Fähranlegern geparkt. Zu Fuss bzw. mit den Buggies haben wir dann das Örtchen erkundet. Ziemlich nett und es gibt sogar einen aqua-Shop ;-) Mitten in einer kleinen Gasse haben wir dann ein super Restaurant gefunden, in dem man wunderschön im dekorierten Innenhof sitzt. Sie kochen dort eine kleine Karte mit dalmatinischen Speisen und eine kleine Karte mit „antiken römischen Gerichten“. Wir hatten von beidem eine kleine Auswahl und alles war hervorragend und nicht teuer. Die Hauptgerichte alle um 12 € (für Thunfisch, Hühncheninvoltini mit Hackfleisch gefüllt, …).

Nach einem kurzen Spaziergang zurück zum Bus sind wir wieder in die Marina gefahren und haben schnell die Jungs ins Bett gebracht. Die hatten es nötig. Anna und Lara sind jetzt auch endlich so weit, denn sie durften noch eine Folge Heidi sehen. Da hat es gerade zum ersten Mal geschneit. Eine komische Vorstellung.

Ich war währenddessen die Tiefe am Schwimmsteg ausmessen. Aber mein Arm ist nicht lang genug, um in tonttus virtueller Mitte zu messen. Das müssen wir uns dann morgen live ansehen. Tief genug zum anlegen ist es auf jeden Fall, die Frage ist dann nur wie viel Platz unter dem Kiel übrig bleibt ;-)

Ausserdem war ich an der Rezeption um den Vertrag abzuholen. Leider haben sie den Schiffstyp falsch geschrieben und fertigen mir jetzt für morgen früh eine neue Version aus.

Mal sehen, was Iris und ich jetzt noch wursteln. So richtig Lust dazu haben wir keine mehr. Wir haben uns ja auch entschieden erst übermorgen los zu fahren und nicht morgen. Dafür dann wahrscheinlich ohne Übernachtung (denn im Union Grand in Ljubljana haben wir keinen Platz mehr bekommen) in einem Rutsch durch.

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