Tag 3, 1.7.2013
Netterweise konnte Llambi die Hafenbehörden freundlichst überzeugen uns doch schon am Vorabend für den 1.7.2013 auszuklarieren aus Durrës (Albanien) für unsere Fahrt nach Bar (Montenegro).
So konnte ich wie geplant um 04:00 (eigentlich war es schon 04:05, als ich abgelegt habe) losfahren. Es war fast windstill (ca. 4kn auflandig auf die Pier) so konnte ich ohne Iris nach oben bemühen zu müssen durch „eindampfen in die falsche Achterspring“ ablegen. Na, wer kennt das noch aus dem Segelkurs bzw. Skippertraining (das ist glaube ich eines von den vielen Manövern die super hilfreich sind, aber in der Prüfungsvorbereitung nicht gelehrt werden).
Draussen vor dem Hafen hat dann aber leider wieder mehr Dünung geherrscht als erwartet. Es ging also etwas schaukelig los und wurde später sogar noch etwas schlimmer.
Das hat meine Crew leider nicht so besonders gut vertragen. Bis 07:15 haben sie ja alle noch geschlafen, aber dann kam Iris etwas bleich mit Luca hoch, dem es auch nicht besser ging. Ich habe dann noch Luis hochgeholt und dafür gesorgt, dass die Mädels sich angezogen haben.
Danach war ich neben meinen Skipperaufgaben als „Schüsselrumreicher“, „Nachreiniger“ und „mit Grundnahrungsmitteln (Wasser und trocken Brot) Versorger“ beschäftigt. Es wurde dann erst besser, als wir ungefähr bei der albanisch/montenegrinischen Grenze wieder nahe vor dem Festland waren und dann zumindest die neue Welle, die durch die bisweilen 15kn ablandigen Wind erzeugt wurden, nicht mehr hatten. Also nur noch die alte Dünung.
Egal, will nicht weiter davon erzählen und auch meine Crew hat diesen Teil des Tages relativ schnell nach der Ankunft in Bar (um 12:30) aus dem kollektiven Gedächtnis gestrichen. Zumindest konnte ich den (teilweise schon gewesenen, teilweise noch anhaltenden) eingeschränkten Gesundheitszustand meiner Crew wunderbar dafür verwenden per Funk bei Customs, Pilot, Port Control anzufragen, ob wir nicht auch direkt in die Marina einlaufen dürfen und ich dann „zu Fuss“ einklariere.
Das habe ich dann auch mit meinen Mädels (Anna und Lara) erledigt und wir haben uns später mit Iris und den Jungs in einem Restaurant gegenüber vom Hafen unter den Bäumen mit einem Spielplatz zum verspäteten Mittagessen (es war inzwischen schon 14:00) getroffen. Ihr seht also, es war schon wieder alles in Ordnung und alle hatten kräftig Hunger.
Ich habe dann noch bei der Marina bezahlt und die Papiere aufs Boot zurück gebracht und dann sind wir alle zusammen zum Strand, ein Eis essen und haben dann einen Sonnenschirm mit 2 Liegestühlen gemietet und sind am Kiesstrand baden gegangen.
Zum Abendessen sind wir wieder an Bord und haben die Reste der Pizzen im Ofen aufgewärmt, die wir gestern Abend in Durrës mit zu tonttu genommen haben. Die Kinder sind dann noch alle an der Heckdusche entsalzen und entkiest worden. Ich habe das Cockpit ausgespritzt (wegen des Staubes aus dem Hafen von Durrës, nicht wegen der anderen Probleme) und die während des Abendessens gewaschene Wäsche von der Überfahrt am Vormittag aufgehängt.
Jetzt sind alle im Bett und auch Iris und ich werden uns noch eine Dusche gönnen und dann wohl im Cockpit (sofern es bis dahin wieder trocken ist; schlechte Planung, Mark!) noch etwas lesen.
Morgen bleiben wir wahrscheinlich hier in Bar und baden nochmal viel und fahren dann übermorgen nach Budva weiter.
Ach, übrigens: Peter und Ulrike haben uns ihre montenegrinische Prepaid-Karte vermacht. Ich muss sie morgen nur noch aufladen, aber angerufen werden können wir schon unter +382-68-638424.
Comments
Tja, es waren leider nicht nur zwei, sondern alle 5 Crewmitglieder waren zeitweise komplett ausgeschaltet. So musste der Skipper halt alleine ran.
Aber nach der Hälfte des wachen Teils der Fahrt wurde es ja besser.
Ok, zwei Mitglieder der Crew haben also noch Anpassungsprobleme….hoffentlich wird das wieder. Sag den beiden, dass es ihnen noch gut geht, sie können wenigstens das Essen an Land genießen, da war mir dank Landkrankheit ja immer etwas „schummrig“…