Ein Sommer mit "tonttu"

Tag 111 (27.8.2012)

Heute war ein wilder Ritt. Aber in Itea war davon noch nichts zu merken. Zuerst bin ich mal mit den Mädels zum Hafenkapitän gegangen und habe die neue Crewliste unterschreiben und abstempeln lassen. Jetzt sind wir also offiziell zu zehnt auf dem Schiff. Auf dem Rückweg haben wir noch bei einem Bäcker ein Brot und Krapfenkringel gekauft und versucht bei einem Konditor und einer Frühstücksbar Croissants zu bekommen. Aber das gibt es wohl in Itea nicht.

Egal, wir haben trotzdem lecker gefrühstückt und danach ist Iris mit den Mädels zum Spielplatz gegangen, Nicole und Axel waren im Supermarkt einkaufen und ich habe mit den Jungs Motorkontrolle gemacht, Diesel getankt vom Tankwagen und das Schiff zum ablegen vorbereitet. Jungs Sachen halt.

Wir sind dann um kurz vor 11 losgekommen und es gab erst nur ein laues Lüftchen (so um die 6 kn), so dass wir sogar schon überlegt haben den Code0 zu setzen. Aber man hat dann in der Ferne (also weiter südlich) schon Schaumkronen auf den Wellen sehen können, also haben wir nur die Fock ausgerollt. Es wurde dann recht schnell windiger (so zwischen 15 und 17kn) und wir sind mit Halbwind ganz gut vorangekommen. Nur die Welle von der Seite war recht unangenehm. Deshalb habe ich mich ständig gefragt ob wir entweder wieder umkehren sollen oder noch ein kurzes Stück weiter nach Südosten und dann um das Kap in die grosse Nachbarbucht.

Am Kap haben wir uns aber dann alle (also alle Stimmberechtigten) entschieden weiter zu fahren, obwohl manche vorher schon ein „Erster Segeltags“-Trauma durchleben mussten. Ihr wisst schon was ich meine. Doch „um die Ecke“ hätte auch mindestens 1 Stunde gedauert und hätte mit Fallwinden von den Bergen auch nicht ruhig enden können und weiter Richtung Kiato sah mit 2.5 Stunden nicht viel schlechter aus.

Es wurde dann auch von den Wellen her gesehen nicht viel schlimmer aber der Wind hat schlussendlich doch nochmal ein Stück zugenommen. Erst um die 20kn und dann später bis zu 28kn. Jedoch netter Weise immer weiter von achtern, so dass es am Schluss fast achterlicher Wind war. Wir sind dann ein klein wenig später als geplant in Kiato angekommen bei dann 28kn und haben uns um die für diesen Wind ideale Aussenmole herum in den Hafen geworfen. Draussen hat man noch nach der Wende in den Hafen rein gespürt wie stark der Wind ist. Das ist immer ein „grosses Erwachen“.

Im Hafenbecken war es dann aber zumindest mal Wellenfrei. Wir haben dann einige Kreise gedreht um die Fender rauszuhängen und Leinen vorzubereiten für den Längsseitsanleger. Zwei Deutsche, die vor uns angekommen sind haben uns mit den Leinen geholfen und am Schluss waren wir mit zwei Heckleinen (eine Backbord, eine Steuerbord), zwei Vorleinen (beide von der Steuerbordklampe, eine auf Slip und eine einfach, also in Summe drei für die gute Federungswirkung) und dann noch drei Springs (Mittelklampe nach vorne, Bugklampe BB nach achtern und Bugklampe BB direkt zur Seite rüber um den Bug näher ans Ufer zu halten). Also ein veritables Spinnennetz. Das war aber auch gut, denn durch unsere Rumpfhöhe und das auch zusammengepackte immer noch sehr grosse Grosssegel haben wir auch im Hafen noch 5 Grad Schräglage gehabt bei 25kn Wind über die Aussenmole.

Dann haben wir die Buggies ausgepackt und sind dann noch in den Ort gelaufen. Dabei mussten wir am Anfang der Aussenmole sprinten, denn dort spritzte Wasser über die Molenmauer. Leider wollte die Bar neben dem Spielplatz keinen Umsatz mehr machen, also mussten wir umziehen und haben in einer anderen Bar Getränke und dann noch eine Runde Eis für die Kinder geordert.

Axel, die Jungs und ich sind dann zurück und ich habe den beiden (nicht Axel und Luis, sondern Luca und Luis) ihren Brei gemacht (den Luca mal wieder verschmäht hat, dafür hat er dann kalte Spaghetti von gestern Abend gegessen) und dann zuerst Luis (der ist im sitzen eingeschlafen) und kurz danach Luca mit der Milch ins Bett gebracht. Beide sind etwas angeschlagen, da sie Schnupfen und abwechselnd immer auch mal kurz Fieber haben. Aber ich denke bis morgen wird es besser.

Axel hat währenddessen ein wunderbares Risotto gekocht und die 6 Damen waren - nein, nicht shoppen - nochmal am Spielplatz. Einen Aperol Spritz hat Iris dort leider nicht bekommen sondern nur eine Zitronenfanta. Auf ihre Frage nach dem Aperol Spritz kam die Antwort: „Do you speak english?“

Jetzt hat der Wind schon etwas nachgelassen (nur noch um die 15kn) und ich bin guter Hoffnung, dass diesmal die Wetterberichte für morgen einigermassen stimmen und ab Mittag wirklich nur noch leichter Wind aus NNE ist. Dann könnten wir um 15:00 Uhr, wenn der Kanal nach den Wartungsarbeiten wieder geöffnet wird noch wunderbar durchschippern.

Comments