Tag 10, 8.7.2013
Wir (oder besser ich) wollten ja heute schon um 05:00 Uhr ablegen. Aber leider hat es die ganze Nacht durch immer wieder mit um die 20kn von der Seite geweht. Da habe ich beschlossen nochmal länger liegen zu bleiben.
Erst um kurz nach 6 habe ich dann die Marina angefunkt und um den Zoll-/Hafenpolizei-Bringdienst gebeten. Die haben mich an unserem Steg abgeholt und mit dem Golf-Kart einmal um die Anlage herum gefahren zur Zollpier.
Dort ging alles recht schnell und so war ich um viertel vor 7 wieder an Bord und habe den Ableger vorbereitet. Wir waren dann auch um 7 schon unterwegs. Iris hat mir geholfen, da es wegen des immer noch in Böen bis zu 16kn starken Seitenwinds einfacher war, als ganz alleine abzulegen.
Der Wind hat dann auch in der nächsten Stunde weiter nachgelassen aber auch immer wieder gedreht, da wir ja aus der Bucht von Kotor herausgefahren sind.
Draussen war zum Glück (aber auch wie erwartet, denn der Wind kam ja die ganze Nacht aus Nordosten) kaum Welle und wir haben sogar (nach dem Wechsel der Flaggen von Montenegro auf Kroatien mit Gelb zum einklarieren) kurz die Segel gesetzt. Leider hat der Wind dann aber immer mehr nachgelassen und so ist wieder eine Motorfahrt daraus geworden.
Luis und Luca waren ganz begeistert als sie die beiden „Burgen“ (eigentlich Festungen aus der Zeit kurz vor dem ersten Weltkrieg, würde ich mal schätzen) am Ausgang der Bucht von Kotor gesehen haben.
Luis explodiert fast vor Begeisterung und ruft immer „Burg“, „Burg“, …
Gegen 12 Uhr kamen wir jedoch in Cavtat an (das ist etwa 10km südlich von Dubrovnik und der offizielle „Port of Entry“) und haben mit Buganker und zwei Heckleinen an der Zollpier festgemacht.
Ich musste dann alleine (es darf ja sonst noch keiner an Land) zum Büro von „Customs“ und „Border Police“ und habe dort alle 6 Pässe abgegeben. Von dort ging es weiter zum Hafenkapitän um die Crewliste zu erstellen und das Permit sowie die Pauschale Kurtaxe zu bezahlen. Ich musste noch schnell zum Geldautomaten um Kuna abzuheben, denn die nehmen hier keine Kreditkarten. In Novigrad letztes Jahr war das anders…
Mit den erforderlichen Papieren konnte ich dann zurück zum Customs/Border-Police Büro und dort die Kopien der gestempelten Crewlisten abgeben und meine Pässe wieder in Empfang nehmen. Das war's dann…
Leider gab es mal wieder angeblich keinen Platz an der Mole zum übernachten. Es war angeblich alles reserviert. Also haben wir uns an eine der Bojen in der Bucht gelegt. Dort zahlt man zwar auch, aber deutlich weniger (die üblichen 15kn pro Meter, also für uns etwa 32 €) als an der Mole. Die schlagen inzwischen anscheinend deutlich heftiger zu als im letzten Jahr.
Nach dem Mittagessen und einer Siesta sind wir dann mit dem Dinghi an Land gefahren und haben die übliche Landgangsroutine durchgezogen: Spielplatz unsicher machen, Eis essen, Baden gehen. Ich war zwischendurch noch in der Post und habe dort die beiden SIM-Karten vom letzten Jahr wieder aufladen können. Mein Kroatisch wird inzwischen schon so gut, dass ich mich durch das mehrschichtige Menü zum wiederaufladen mit Bon hindurchhangeln kann
Wir sind also jetzt unter +385 91 1844945 erreichbar (wie letztes Jahr in Mai und Juni). Und Internet haben wir auch (zumindest die ersten 1.5 GB) wieder
Zurück an Bord haben wir uns ein Gemüsecurry gemacht (also in Wirklichkeit war es ein stark Auberginenlastiges Curcuma-Essen) mit Reis dazu und nach einigen Aufräumarbeiten und diversen Diskussionen ob Anna und Lara noch die Heidifolge zu Ende sehen dürfen, die sie auf der Fahrt hier her nicht fertig sehen konnten weil der Akku von Iris iPad leer war, sind jetzt alle im Bett.
Gerade ist es wieder etwas böig und es blitzt ab und zu mal in der Gegend. So wie in den letzten Tagen halt fast immer abends. Ab und zu gibt es dann auch immer noch ein paar Regentropfen ab Nachmittag bis in den frühen Abend hinein. So ganz ist auch hier noch nicht die stabile Sommerwetterlage angekommen.
Aber jetzt wird es wieder ruhiger und Iris kann vorne auf dem Vorschiff Yoga machen. Ich warte nur darauf, dass die Zuschauermengen an der Uferpromenade grösser werden und ich endlich durch Eintritt nehmen den Liegeplatz refinanzieren kann …
Meine „Galli-yoga-Figur“:
Da drüben flanieren sie schon, die zahlungskräftigen Kunden