Logbuch des Pfingsttörns 'leuchtende Augen' 2016
Diese Pfingstferien sind tonttu und meine Wenigkeit als Skipper ganz im Dienste von Kindern aus dem Süddeutschen Raum unterwegs. Diese Kinder hatten bisher leider nicht ganz so viel Glück im Leben, wie wir. Deshalb freuen wir uns sehr, ein paar „leuchtende Augen“ zu erzeugen mit einem Segeltörn in der Gruppe in Kroatien.
Wir werden in Biograd losfahren am Sonntag (15.5.) und uns am Nachmittag mit den 4 anderen Schiffen (die wurden in Zaton bei Sibenik gechartert) in der Uvala Kosirina auf Murter treffen. Ab dann geht es dann gemeinsam weiter über Zut, Sali (Dugi Otok), Telascica (Dugi Otok), Levrnaka (Kornati National Park), Piskera (Kornati National Park), Opat/Zakan (Kornati National Park) nach Skradin zu den Krka Wasserfällen, wo wir am mittleren Pfingstwochenende zwei Tage bleiben werden.
Die zweite Hälfte geht dann durch die Inseln vor Sibenik (Zirje, Tivat, Kaprije) und Vodice wieder zurück (für tonttu) nach Biograd von wo wir am Freitag den 27.5. wieder (über Nacht im Reisebus ) zurück nach München fahren.
Organisiert wird das Ganze vom Verein "leuchtende Augen" im Allgäu. Auf dieser Seite gibt es mehr Info zu den Segelfreizeiten vom Verein.
Wenn mal kein aktueller Eintrag vorhanden ist, dann bitte nicht verzweifeln, denn dann sind wir in einer so einsamen Bucht gewesen, dass wir keinen Internetempfang mit dem Handy hatten Wir holen den Eintrag dann so rasch wie möglich nach.
19.5.2016, wer ist der/die schnellste ...
Heute haben wir uns am Vormittag Zeit gelassen, damit der Skipper versuchen kannd die beiden Toiletten auf Vordermann zu bringen und die Crew nochmal zum Salzsee gehen kann.
Die Salzseetour war toll und ein paar sind um den See herum gelaufen und haben sich die hohen Wellen auf der Seesite von Dugi Otok angesehen.
Die Toilettenreparaturaktion war weniger von Erfolg gesegnet, da das vordere Klo immer noch, aber nicht besser läuft, dafür das hintere gar keinen Mucks mehr macht.
Egal, wir sind dann kurz vor Mittag als letzte losgefahren und erst mal unter Motor zwischen den nördlichsten Kornatiinseln durch. Südlich von Levrnaka haben wir dann Segel gesetzt (im Gross das 2. Reff und die Fock etwas über halb ausgerollt, da wir 16kn Wind hatten und aufkreuzen mussten).
So ging es mit ständigen Wenden (dank Selbstwendefock sehr entspannt) die Kornaten hinunter. Durchschnittsgeschwindigkeiten zwischen 7.5 und 8.5 kn und in der Spitze satte 10kn!
Um viertel vor 4 haben wir dann kurz vor Zakan die Segel geborgen und sind dann bei ziemlichem auflandigen Wind in den Hafen eingelaufen. Jetzt liegen wir auf der Innenseite der Pier an der zweiten Stelle mit Moorings und es schaukelt ziemlich.
Zum Abendessen gab es Käsespätzle und für Andreas die zwei Fische, die er gefangen hat. Danach konnten wir dank der spontanen Spende eines Nachbarboots für alle Kinder im Restaurant ein Getränk und Palatschinke bestellen. Vielen Dank dafür!
In der Nacht hat es dann nochmal etwas stärker geweht, da ein Gewitter draussen vorbei ist. Und dann hat es stark zu regnen angefangen. Ich habe also unten geschlafen…
20.5.2016, wer kann über das Wasser laufen?
Um es gleich vorauszuschicken: Ich nicht …
Nachdem es am morgen noch etwas geregnet hat, mussten wir unten frühstücken. Aber dann, ab 09:00 Uhr hat das Restaurant aufgemacht, und wir konnten einen „Toilettengebühr“-Cappuccino einnehmen.
Gegen halb 10 ist dann aber die Sonne rausgekommen und Ricarda und Raphael haben die Slackline gespannt. Auf der haben es dann erst zaghaft ein paar wenige, dann aber immer mehr versucht über das Wasser zu laufen. Am Schluss hat es Julian sogar komplett geschafft bis zum anderen Ende zu kommen.
Kurz vor dem Mittag haben wir dann abgelegt (es wurde auch wieder etwas trüber) und sind erst unter Motor, dann kurz unter Segeln und dann wieder unter Motor bis rüber ans Festland nach Tribunj gefahren.
Dort liegen wir jetzt alle nebeneinander im Aussenbereich der Marina (dem Wertfgelände und Fischereihafen) für umsonst!
Die Kinder sind kurz in die Stadt gegangen und ich habe mich mit Julian am Dinghi flicken versucht. Der Kleber scheint aber schon ziemlich überaltert zu sein … Wir sehen morgen, ob es geklappt hat.
Zum Abendessen gab es Tortellini mit Käsesahnesauce und Schinkenstücken und viel Salat.
Am Abend sassen wir noch kurz bei uns an Bord zusammen und haben uns bei einem Schluck Whiskey und Rum unterhalten. Ein paar von den Betreuern sind aber schon früher ins Bett, da morgen zusammen mit allen Kindern die darauf Lust haben ein Sonnenaufgangsspaziergang hoch zur Kapelle geplant ist.
21.5.2016, kurzer Weg aber schönes Ziel
Eigentlich wollten wir heute ja nach Sibenik, aber irgendwie hat es uns dann in der Südbucht von Tijat so gut gefallen, dass wir da geblieben sind.
Von Anfang an: In der Marina Tibunj sind die Kinder und ein paar der Betreuer schon um viertel vor 5 aufgestanden und zum Sonnenaufgang hoch zur Kapelle auf dem Stadthügel gestiegen. Wir anderen waren dann zwar auch wach, haben es aber ruhiger angehen lassen.
Nachdem alle wieder um kurz nach 6 zurück waren haben sich einige nochmal hingelegt und waren dementsprechend schwer zum Frühstück wach zu bekommen. Aber auch diese Prüfung haben wir gemeistert.
Gegen 10:15 sind wir dann ausgelaufen und nur mit dem Vorsegel bei schönem Wind mit 4.5 kn die kurze Strecke bis runter zum Südende von Tijat gefahren. Dabei haben sich ein paar Kinder hinten auf die Badeplattform gesetzt.
Nachdem uns 30 min Fahrt zu kurz waren, haben wir noch ein wenig Boje-über-Bord-Manöver geübt, auch wenn das zugegebener Massen nur mit dem Vorsegel bei 16 bis 20 kn Wind etwas anspruchsvoll aber spassig und nicht unmöglich war.
Danach sind wir die kurze Strecke in die Bucht von Tijat eingelaufen und Ricarda hat ein vorbildliches Anlegemanöver an die Boje gefahren.
Danach wurde erst mal Mittag gegessen und gebadet.
Später haben wir dann noch fast die gesamte Crew in den Mast gezogen (nur den Skipper nicht, der war da schon oft genug). Natürlich nicht alle auf einmal.
Zum Abendessen gab es Currywurst mit selbst gemachte Curry-Sauce. Für mich das erste Mal und es war richtig lecker!
Und jetzt, nach dem spülen, gibt es dann noch die Erdbeer-Tiramisu, die Ricarda und Tanja am Morgen vor dem Auslaufen zubereitet haben. Mmmmmh
22.5.2016, auf nach Skradin
Leider war die Nacht nicht so schön, wie erhofft.
Wir hatten uns auf herrliche Ruhe und schlafen an Deck gefreut. Aber leider kamen um kurz vor 10 Uhr nacheinander zwei Boote von Pitter-Yachting mit deutschen (peinlich; fremschäm) Männern an Bord, haben sich an eine Boje zusammen gehängt und laut die Musik aufgedreht. Selbst mit „gutem Zureden“ haben sie sich nicht erbarmt und bis kurz vor 3 Uhr weiter gelärmt.
Also haben wir doch unten geschlafen bzw. es zumindest versucht. Mehr schlecht als recht.
Und natürlich sind sie morgens schon kurz nach 6 wieder losgefahren, damit sie ja keine Liegegebühren an der Boje zahlen müssen. Solche Proleten. Ich denke, ich schreibe mal an Pitter. Den Bootsnamen kenne ich ja.
Dafür war der Morgen dann sehr schön und wir haben ausführlichst gebadet, bevor wir dann gegen 11:00 Uhr losgefahren sind in Richtung Sibenik und Skradin. Unterwegs haben wir erst noch kurz in Zlarin vorbeigeschaut (noch keine Moorings und immer noch kein Hinweisschild in Richtung Toiletten und Duschen) und den Mini Anleger an der Festung ausgelotet (es sollten 3 m Tiefe sein).
Im See haben wir dann nochmal geankert für eine Stunde zum Baden.
Kurz nach 4 waren wir dann aber schon in der Marina Skradin festgemacht und auch die anderen Boote (zwei waren vor uns, zwei nach uns) kamen schnell nacheinander an.
Ein Teil der Kinder ist hier nochmal zum Baden oder Fussballspielen gegangen, ich wasche ein paar Wäschen wegen Unfällen auf Nachbarbooten und Tanja hat das Abendessen (Gemüselasagne) vorbereitet.
Zwischen unseren Booten schauen immer wieder Schwäne vorbei und werden ausführlich gefüttert und bewundert von den Kids. Immer solange, bis ein Schwan versucht einem der Kinder, die zu weit vorne auf dem Ponton stehen in den Zeh zu zwicken
Nach dem Essen jagen wir alle durch die Dusche und gehen dann nochmal in den Ort, um vielleicht ein Eis zu essen. Dabei werde ich auch mal beim Bibich vorbeischauen
23.5.2016, Wasserfallwanderung
Heute blieb tonttu im Hafen und hat uns Zweibeiner/Landbewohner mal einen Ausflug alleine machen lassen.
Nach einem Frühstück im schönen Sonnenschein sind wir gegen 10 Uhr losgelaufen und haben die Strecke bis zum Eingang des Krka National Parks per Pedes (nicht per Boot) zurückgelegt. So waren wir dann kurz vor 12 Uhr an der Grossen Picknickfläche direkt unterhalb von den Wasserfällen.
Neben Brot, Wienerle, Landjäger, Tomaten und Gurken hatten wir auch noch etwas Obst dabei und jeder seine eigene Trinkflasche.
Danach haben wir uns auf die „grosse Tour“ rund um die Wasserfälle auf den Stegen gemacht. Für mich war das das erste Mal und es ist wirklich wunderschön. Obwohl ich ehrlich gesagt mehr Augen auf die Kinder geworfen habe als auf die Natur
So waren wir dann um ca. halb 3 wieder am Picknickplatz und ein paar mutige sind dann ins Wasser gegangen. Ich selber bin mit Julian und einem der älteren Jungs bis rüber zu den Felsen vor den Fällen geschwommen. Da waren ganz schöne Strömungen und Turbulenzen!
Mit dem 15:30 Uhr Boot sind wir dann zurück. Wir hatten das gesamte Oberdeck für uns alleine und haben es komplett gefüllt. Zum Glück waren wir vorangemeldet…
Zurück auf dem Boot haben dann ein paar der Kinder Flaggen gemalt (nicht auf dem Boot natürlich sondern vorne auf der Strasse in der Marina) und die anderen sind nochmal in die „Stadt“ gelaufen.
Zum Abendessen gab es sehr leckere Hamburger - selbst gemacht (na ja, die Burger waren schon vorgebraten und unter Schutzgas verpackt aber super lecker und mit erstaunlich gesunden Zutaten ).
Und jetzt machen sich (nach dem Abspülen) noch mal alle zurecht, um für ein Eis in den Ort zu gehen.
Mal sehen, wie das Wetter morgen wird (könnte auch regnen …), dann entscheiden wir, ob es nach Primosten oder Zlarin geht.