Logbuch des Pfingsttörns 'leuchtende Augen' 2016
Diese Pfingstferien sind tonttu und meine Wenigkeit als Skipper ganz im Dienste von Kindern aus dem Süddeutschen Raum unterwegs. Diese Kinder hatten bisher leider nicht ganz so viel Glück im Leben, wie wir. Deshalb freuen wir uns sehr, ein paar „leuchtende Augen“ zu erzeugen mit einem Segeltörn in der Gruppe in Kroatien.
Wir werden in Biograd losfahren am Sonntag (15.5.) und uns am Nachmittag mit den 4 anderen Schiffen (die wurden in Zaton bei Sibenik gechartert) in der Uvala Kosirina auf Murter treffen. Ab dann geht es dann gemeinsam weiter über Zut, Sali (Dugi Otok), Telascica (Dugi Otok), Levrnaka (Kornati National Park), Piskera (Kornati National Park), Opat/Zakan (Kornati National Park) nach Skradin zu den Krka Wasserfällen, wo wir am mittleren Pfingstwochenende zwei Tage bleiben werden.
Die zweite Hälfte geht dann durch die Inseln vor Sibenik (Zirje, Tivat, Kaprije) und Vodice wieder zurück (für tonttu) nach Biograd von wo wir am Freitag den 27.5. wieder (über Nacht im Reisebus ) zurück nach München fahren.
Organisiert wird das Ganze vom Verein "leuchtende Augen" im Allgäu. Auf dieser Seite gibt es mehr Info zu den Segelfreizeiten vom Verein.
Wenn mal kein aktueller Eintrag vorhanden ist, dann bitte nicht verzweifeln, denn dann sind wir in einer so einsamen Bucht gewesen, dass wir keinen Internetempfang mit dem Handy hatten Wir holen den Eintrag dann so rasch wie möglich nach.
24.5.2016, eine "interessante" Überfahrt
Heute Nacht hat es zwischen 22 und 23 Uhr sehr stark geregnet. Einmal gab es sogar ein wenig Hagel! Deshalb habe ich im Salon schlafen müssen.
Und auch am Morgen ging es nicht viel besser weiter. Wir konnten zwar im Freien frühstücken, aber später, als ich mit Dieter zum zahlen gegangen bin (leider haben uns die ACI Marinas dieses Jahr keinen kostenlosen Aufenthalt gewährt wie die ganzen letzten Jahre), hat es einen richtigen Wolkenbruch gegeben. Und ich (sowie die meisten Kinder) hatten natürlich keine Regenklamotten an…
Trotzdem sind wir dann gegen 11 Uhr losgefahren, als das Wetter wieder etwas besser war. Zusammen mit Lojena haben wir dann an der Festung an der Mündung der Krka angelegt (wir längsseits an Lojena, da es für uns etwas zu seicht war, direkt an der kleinen Mole). Die Kinder hatten viel Spass und ich 40min Ruhe
Danach ging es unter Motor weiter Richtung Primosten, da der Wind zu schwach war (zwischen 4.5 und 6 kn) und aus der falschen Richtung kam.
Leider hat dann der Motor massive Aussetzer gehabt auf der Lojena, als sie kurz vor Primosten ca. 1.5nm hinter uns war. Bei uns war zwar schon einigen Schlecht und sie haben die Fische gefüttert (Alte Dünung!) aber trotzdem sind wir wieder zurück gefahren und erst mal nur in der Nähe geblieben, als sie das Problem weiter untersucht haben.
Schlussendlich mussten sie bis Primosten segeln, was bei dem wenigen Wind und der fiesen Dünung nicht gerade angenehm für sie war. So sind wir weiter bei ihnen geblieben, bis Pellegrin dazu kam. Dann haben wir erst mal die Kinder in Primosten abgesetzt und sind mit zwei anderen Skippern wieder zurück gefahren (und haben Pellegrin abgelöst). Schlussendlich ist Lojena bis kurz vor den Hafen gesegelt und wurde dann vom Marinero mit dem Dinghi reingeschleppt.
Wir konnten uns etwas später, wie geplant, Bug voraus neben Lojena an die Mole legen und gehen jetzt immer über den Nachbarn an Land.
Ein paar der Kinder haben dann noch einen Tintenfisch mit einem der Kescher gefangen:
Und man glaubt nicht, auf welche Ideen/Konstruktionen manche Kinder kommen, um einen ins Wasser gefallenen Ball mit dem Kescher wieder herauszufischen:
Zum Abendessen gab es eine Gemüsequiche (sehr lecker) und danach eine ausführliche Dusche!
Morgen soll das Wetter wieder gut sein und wir freuen uns mal wieder in einer Bucht übernachten zu können…
25.5.2016, Lagerfeuer und Bucht!
Nach einem sehr schön ruhigen Morgen (verglichen mit dem Lärm am Nachmittag, als wir angekommen sind, da dann der Bagger den Strand von Primosten für die Saison hergerichtet hat), haben wir noch ein paar Erledigungen gemacht, Wasser getankt und ein paar von uns noch ein Eis gegessen.
Kurz nach 12 Uhr sind wir dann los gefahren und waren dann überrascht, dass es doch einen schönen Wind auf der Überfahrt nach Zirje gab. Leider kam er genau von Zirje, so dass wir für die 10.5 nm dann doch fast 4 Stunden gebraucht haben. Aber dafür immer mit 7 bis 8 kn Geschwindigkeit über Grund.
Dort haben wir uns eine der von Jerome reservierten Bojen ausgesucht. Vorher natürlich dicht am Ufer entlang gefahren, da sie sehr nah am Ufer liegt (wie leider alle in der Bucht), um zu testen, ob ausreichend Wassertiefe vorhanden ist, sollte der Wind drehen.
Schlussendlich haben wir dann doch mit dem Heck an der Boje festgemacht, da sie auch zu schlecht anzuheben war, so kurz angebunden ist sie. So fühle ich mich dann aber doch wohler, da wir dann auch mit dem Bug rumschwenken und keine Angst vor mangelnder Tiefe in Richtung Ufer haben müssen.
Die Kinder waren paddeln und schwimmen und sind von Boot zu Boot getingelt.
Um halb 7 haben wir dann Spaghetti zu Abend gegessen und danach haben sich alle für den Landausflug vorbereitet. Ich habe den Grill und die Holzkohle eingepackt und die anderen Schiffe haben Würstel und Marshmellows beigesteuert. So sind wir dann hoch auf den Gipfel der Halbinsel, auf dem ein paar alte Befestigungsanlagen (Beton, so alt können sie also nicht sein) sind.
Dort oben gab es dann ein Lagerfeuer und wir haben die Würstel und Marshmellows gegrillt. Dazu hat Werner auf der Gitarre gespielt und die meisten haben kräftig mitgesungen. Ein sehr schöner Abend.
26.5.2016, Badespass und Segelspass
Wir haben heute den ganzen Vormittag in der Buch verbracht und haben gebadet, sind von Bord gesprungen, haben uns gegenseitig mit den Dinghis (mit Motor oder gerudert) besucht und waren dann auch noch hinter Mini-tonttu „Wasserskifahren“ mit Annas Delphinbrett.
Nach dem Mittagessen sind wir dann um halb 2 Uhr losgefahren und waren wieder positiv überrascht, dass wir bei 14kn Wind aus NW wunderbar in Richtung Zlarin segeln konnten.
So sind wir zwischen den Inseln durchgesegelt und waren bereits um kurz vor 4 vor dem Ort und hatten dann um 4 Uhr angelegt an der Mole. Über die nächsten eineinhalb Stunden kamen dann noch die anderen Boote und meine Crew ist schon mal in den Ort gegangen und hat die Eisdiele entdeckt.
Später sind die Kinder dann ständig zwischen den Booten hin und her oder haben mit den einheimischen Kindern am Bolzplatz Fussball gespielt.
Zum Abendessen gab es den Rest von der Pasta von gestern und frische Gemüsespaghetti. Und jetzt, wo alle geduscht haben (ausser uns Erwachsenen), gibt es noch Kaiserschmarrn als Nachtisch.
Und all zu spät werden wir die Kinder heute nicht ins Bett schicken, nachdem sie heute Nachmittag bei der Überfahrt nur mit Mühe wach gehalten werden konnten.