Tag 113 (29.8.2012)
Wir sind in Athen! Oder besser gesagt in Piräus, dem Hafenstadtteil von Athen.
Da der Wind heute morgen endlich weg war, konnten wir schon wie gehofft früh ablegen und waren um halb 8 schon unterwegs. Bis zum Eingang des Kanals von Korinth waren es ja nur etwas eindreiviertel Stunden und dort mussten wir dann zum Glück auch nur etwa 40 Minuten warten, bis ein geschleppter Frachter von der Ostseite durch war. Wir durften dann zusammen mit zwei Motoryachten und zwei weiteren Segelschiffen durch den Kanal fahren.
Lauter freche aber süsse kleine Kinder …
Die Fahrt durch den Kanal:
Der entgegenkommende, geschleppte Frachter am Kanalausgang auf der Ostseite:
Das war schon beeindruckend, so direkt aus dem Fels herausgehauen bzw. aus der festen Erde und teilweise bis zu 60 m hoch bei nur 25 m Breite am unteren Ende. Ich hoffe, ich bekomme morgen das Apple Netzteil, dann kann ich die Bilder hochladen dazu.
Am Ostende mussten wir dann an der Mole direkt neben dem Kanal anlegen um unsere knapp 270 EUR für die Durchfahrt zu bezahlen. Schon im Hafenhandbuch stand ja, dass man hier sehr wachsam sein soll, denn wenn ein Frachter durchfährt gibt es eine ganz schön starke Sogwirkung. So war es auch, als ein Frachter geschleppt von einem Schlepper vorbeigezogen wurde (in ungefähr 10 bis 15 m Abstand) hat es uns, trotzdem ich schon mit dem Vorwärtsgang die Achterleine gespannt hatte und Ruder zur Mole hin gelegt habe ungefähr einen dreiviertel Meter weggezogen.
Danach hatten wir kurz überlegt nach Koros zu fahren, uns aber dann doch entschieden gleich nach Athen zu gehen, damit wir dort zwei volle Tage haben und nicht ggf. noch von Koros nach Athen gegen stärkeren Wind aufkreuzen zu müssen.
Also haben wir Kurs auf Athen genommen und als wir die Insel Salamis passiert haben konnten wir die Segel setzen. Das Gross haben wir dann relativ schnell ins erste Reff gebunden, da der Wind auf 15 bis 18 kn zugenommen hat und wir aufkreuzen mussten.
Übrigens bin ich mir gar nicht mehr sicher ob mit dem Begriff „Salamitaktik“ wirklich ein Vergleich mit der italienischen Hartwurst gemeint ist oder ob es sich dabei um eine Referenz auf die Schlacht von Salamis handelt, die hier stattgefunden hat
Wir hatten dann noch tolle zweieinhalb Stunden Segelzeit. Leider mit etwas Schräglage, so dass Iris wieder die ganze Zeit mit den Jungs unten verbracht hat Wir sind zwischen ca. 15 auf Reede liegenden Frachtern rumgekreuzt. Unter anderem auch ein Frachter namens „Glarus“ mit Heimathafen Basel. Es gibt sie also doch, die schweizer Handelsmarine.
Gegen halb 5 kamen wir dann in der Zea Marina an. Leider war der reservierte Liegeplatz nicht ganz so ideal, wie ich mir es vorgestellt habe. Er ist zwar ganz nah an dem Cafe „Piscina“ mit dem Schwimmbad, dafür ist es ein Längsseitsliegeplatz an einem Knick in der Mole, so dass wir etwas eigenartig vertäut sind und die Fender in zwei Blöcken vor und nach der versenkten Treppe zum Wasser runter hängen. Nicht ganz so toll, aber dafür wie gesagt nah am Schwimmbad, das wir morgen wohl ausgiebig austesten werden.
Und morgen früh kommt dann auch der SIMRAD Techniker und konfiguriert für viel Geld das AIS endlich korrekt, so dass ich auch meine Position sende und nicht nur die Daten der anderen Empfange.
Heute Abend waren wir faul und haben bei einem Restaurant in der Marina eine Runde „American Special Burger“ geholt und Pasta für die Mädels und zwei Salate für bzw. gegen das schlechte Gewissen.
Und jetzt sind wir irgendwie alle ziemlich platt. Vielleicht haben wir jetzt alle die Viren aufgeschnappt, die erst Luca und Luis, dann Leonora und jetzt Fiona hat
Comments
Hi Ina,
vielen herzlichen Dank für die Remote-Recherche. Jetzt fühlen auch wir uns deutlich schlauer und ich kann jedem Griechen, der fortan behauptet von der Insel vor Athen käme der Begriff Salamitaktik mit stolz geschwellter Brust widerlegen.
Ganz liebe Grüsse aus Athen (oder besser gesagt Piräus), Mark und die tonttu-Crew
Das hat mich jetzt neugierig gemacht und meine Wikipedia Recherche möchte ich Euch nicht vorenthalten
Liebe Grüße aus dem verregneten München (jetzt aber wieder „bomben“sicher)
Ina
Der Begriff nimmt metaphorisch Bezug auf das Zuschneiden eines großen Stücks Wurst in dünne Scheiben.[2] Der Ausdruck wurde in Ungarn als ungarisch szalámitaktika durch Zoltán Pfeiffer, den damaligen Chef der Kleinlandwirtepartei, nach den Wahlen von 1947 geprägt,[6] als die kommunistische Partei scheibchenweise immer mehr Macht übernahm, indem sie ihre Gegner entweder sukzessive durch allerlei Tricks ausschaltete oder sie dazu brachte, sich ihr anzuschließen. Der zunächst vom politischen Gegner geprägte Begriff wurde später vom Generalsekretär der ungarischen Kommunistischen Partei, dem Stalinisten Mátyás Rákosi, in prahlerischer Absicht wiederholt verwendet[7] und verbreitete sich in der Folge in viele Sprachen.