Ein Sommer mit "tonttu"

Tag 62, 29.8.2013

Heute haben wir zwei mal Sali verlassen.

Erst einmal haben wir nach dem Frühstück nochmal eingekauft fürs Abendessen und den Wassertank voll gefüllt. Dann sind wir um kurz nach 10 losgefahren.

Kaum waren wir aus dem Hafen raus, kommt Anna weinend nach oben: Sie hat ihr kleines Handtäschchen mit der Kamera drin gestern Abend im Restaurant am Stuhl hängen lassen.

Also zurück, schnell längsseits angelegt an der Fährpier und Iris und Anna sind zurück zum Restaurant gelaufen, in der Hoffnung dass die Tasche noch dort ist. Sie hatten Glück. Das Restaurant war zwar zu, aber im Haus daneben hat einer aus dem Fenster geguckt und wusste sofort Bescheid. Er war wohl informiert worden und hat das Restaurant aufgesperrt und Anna die Tasche gegeben.

So haben wir also zum zweiten Mal in Sali abgelegt. Leider hat sich Tobi - er ist barfuss an Land gesprungen beim anlegen - einen kleinen Glasssplitter in die Fusssohle gejagt. Zum Glück hat er keine Blutflecken aufs Deck gemacht!

Nee, Scherz beiseite. Es war nur ein ganz winziger Splitter und das Pflaster hat er nur drauf getan, damit das Deck nicht blutig wird. Echte Männer halt…

Ein paar „Studien“ meiner Kinder…

Wir sind dann mit dem Motor die knapp 3 Meilen nach Süden bis zum Ende von Dugi Otok gefahren. Dort war dann die normalerweise wegen der Strömung spannende Durchfahrt durch den kleinen Kanal zwischen Dugi Otok und der nächsten Insel südlich auf dem Plan. Wir haben aber scheinbar genau den Zeitpunkt zwischen Ebbe und Flut erwischt, so dass eigentlich gar keine Strömung war. Dafür war richtig viel Verkehr und Gegenverkehr.

Da wir ja noch frühzeitig dran waren sind wir noch nicht in die Luka Telascica (eine riesige verzweigte Bucht) rein gefahren sondern erst noch an der Aussenseite der Insel etwas nach Norden. Dabei konnten wir uns die beeindruckenden hohen Kalksteinklippen von Dover, nein Rügen, äh Dugi Otok ansehen.

Ich bin mal wieder „nah dran“ gefahren. So auf etwa 8 bis 10 m Abstand. Näher wäre fahrlässig, da es ja Steinschlag von oben geben könnte. Ansonsten ist die Wand senkrecht wie eine Hausfassade und man könnte eigentlich fast anlegen, denn davor ist es 40 bis 50 m tief.

Wir haben dann noch nördlich von einer der kleinen vorgelagerten Inseln geankert und ich bin nach dem Mittagessen mit Anna, Lara und Jan rübergefahren, um über die Felsplatten zu spazieren. Dabei haben wir sogar schöne Kristalle gefunden.

Gegen zwei sind wir dann weiter (also eigentlich zurück) gefahren und in die Luka Telascica eingelaufen und haben uns in der Uvala Mir („Friedensbucht“) an eine Boje gehängt.

Als alles fertig war und wir uns kurz ins Cockpit gesetzt hatten, ruft Iris plötzlich: Da fährt ja ein Boot mit Maibaum. Es stellte sich als „Toni's Market“ heraus und wir haben Trauben und Nektarinen gekauft. Gleich danach kam auch die Nationalparkbehörde per Schlauchboot und hat die 350kn für die Übernachtung einkassiert.

Wir sind dann in zwei Fuhren mit dem Dinghi an Land gefahren und hoch zum Salzsee spaziert. Dort waren alle Baden. Auch Luci. Mit dem hohen Salzgehalt schwebt man wirklich etwas leichter im Wasser. Nur Luis fand es nicht so toll. Er war etwas verstört weil wir keine Schwimmflügelchen für ihn dabei hatten. Ich habe ihn zwar ständig auf dem Arm gehabt oder wir waren nur im flachen Bereich, wo er selber gut stehen konnte, aber er hat sich einfach nicht wohl gefühlt und sass dann ganz traurig mit dem Handtuch über den Schultern auf dem Mäuerchen an Land. Aber auch mit der Schwimmweste wollte er nicht mehr rein. Armer kleiner Spatz…

Jan und Tobi sind dann mit Luci noch hoch zu den Klippen spaziert und wir haben uns ein Eis genehmigt, um die Mädels davon abzulenken auch mit hoch laufen zu wollen. Iris findet das nämlich keinen besonders erhebenden Ausflug. Ich glaube meine Frau hat die sogenannte „passive Höhenangst“ oder auch „blühende Phantasie was den eigenen Kindern alles zustossen könnte“ genannt.

Zurück an Bord haben wir erst den Bubens etwas zum Essen gemacht und danach haben Tobi und Jan eine Pilz-Speck-Hühnchen-Pasta für uns gekocht. Sehr, sehr lecker.

Jetzt sitzen wir im Cockpit und lauschem dem leisen summen der Grillen, nein des Generators vom Restaurant „Mir“. Aber wenn ich mich recht erinnere schalten die um 22 Uhr ab. Iris wird vielleicht mit Jan noch Yoga auf dem Vorschiff machen. Nee, wie ich gerade von Jan erfahren habe, ist unser Vorschiff laut Iris zu klein um zu zweit Yoga zu machen. Ja soll ich jetzt ein 80-Fuss-Schiff kaufen?!

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