Logbuch des Pingsttörns 2014
Auch dieses Jahr sind wir wieder mehrere Wochen mit tonttu unterwegs. Allerdings nicht in einem Stück sondern in kleineren, Schulferien gerechten Etappen.
Unsere zweite Etappe findet in den Pfingstferien statt.
Wenn mal kein aktueller Eintrag vorhanden ist, dann bitte nicht verzweifeln, denn dann sind wir in einer so einsamen Bucht gewesen, dass wir keinen Internetempfang mit dem Handy hatten Wir holen den Eintrag dann so rasch wie möglich nach.
13.6.2014, Luca der Seefahrer
Unglaublich, Anna kam rechtzeitig von ihrem Übernachtungsausflug bei Lätitia (Danke, Magdalena und Gerhard) zurück und wir konnten nach dem Frühstück beinahe wie geplant, um 9:15 Uhr in der Marina Kornati ablegen. Da der Wind leider noch schlief, waren wir unter Motor in Richtung Zlarin unterwegs. Eine gute Stunde später entdeckten wir doch tatsächlich bei Visovac einen Delfin, der vermutlich einen Fischschwarm hinter einem kleinen Fischer jagte; grosse Aufregung an Bord. Gut gelaunt, hat dann gleich mal Luca das Ruder übernommen. Luis hat das nicht interessiert und lieber Melone gegessen.
Gleich nach dem Mittagessen hatten wir unser Ziel auch schon erreicht und tonttu an einer Boje in der Bucht des kleinen, malerischen Örtchens Zlarin auf der gleichnamigen Insel festgemacht. Nachdem es heute wieder mal ziemlich heiss war, mussten wir sogleich an Land und ein Eis suche. Das war nicht schwierig und so sassen wir in einer Kaffeebar am Hafen und anschliessend natürlich beim Spielplatz, d.h. Mama und Papa sassen im Schatten und die Kids sind rumgeflitzt.
Zürich auf tonttu haben wir dann schnell die Badesachen gepackt und sind an das nahe Ufer zum „Strand“ (Betonplatten am Uferweg) im Schatten. Anna hat bei dieser Tour den Aussenborder unseres Dinghis getestet und ist ziemlich gut gefahren.
Luis hatte heute einen Stolpertag und hat nach dem Abendessen ganz jämmerlich wegen seiner beiden aufgeschrammten Knie geweint und ist ohne seine heilige Milchflasche sofort eingeschlafen; natürlich aber mit zwei tollen Bärenpflastern.
Für Mami blieb glatt noch Zeit für eine Yogarunde auf dem Vorschiff und Papa Zeit zum Basteln
Gute Nacht!
14.6.2014, Kein schönes Wetter
Heute morgen sind wir mit bewölktem Himmel und einer leichten Brise aus NE aufgewacht. Leider hat sich das Wetter auch bis nach dem Frühstück nicht verbessert. Es hat sogar angefangen zu Gewittern draussen auf dem Meer und auch nördlich von uns (nördlich von Tijat). Auch der Wetterbericht für heute sah nicht sehr gut aus: Starke Böen bis zu 55kn im Velebit-Kanal und auch stärkerer Wind im Rest der Nordadria und Teilen der Zentraladria. Nach genauerer Betrachtung der Wetterkarten sah es aber so aus, als sollte unsere Ecke (also zwischen Sibenik und Rogoznica) einigermassen verschont bleiben.
Also haben Iris und ich beschlossen von der Boje loszumachen und nach Sibenik reinzufahren. Unterwegs ging dann der Regen los, so dass Skipperchen (meine Wenigkeit) etwas durchnässt worden ist. Aber der erst auffrischende Wind hat bis zum anlegen an der Stadtmole von Sibenik (vor dem Hotel Jadran) wieder nachgelassen auf 11kn querab. Also kein grosses Problem.
Alles nass …
Wir haben uns wieder kräftig in die Moorings eingespannt (die Betonblöcke liegen hier extrem tief, also muss man ziemlich Zug auf die Moorings bekommen, damit man nicht bei Wellen an die Mole schlägt am Heck) und liegen wieder sicher am altbekannten Platz.
Zuerst haben wir etwas abgewartet, bis der Regen nachlässt. So gegen 11:15 bin ich dann mit Luis schnell los zu dem Marina Store vorne beim Fähranleger, um eine zweite Abdeckung für den Aussenborder zu kaufen, da wir die erste auch immer wieder für das Chartplottergehäuse nehmen. Aber leider hatte der Laden die kleine Grösse nicht vorrätig. Also habe ich beim Marina Store in Trogir angerufen, damit er das Teil für Donnerstag/Freitag bestellt. Mal sehen, ob das klappt.
Ich war dann noch kurz mit den Kindern auf der anderen Seite der Strasse an dem kleinen Platz neben dem Hotel. Wir hatten immer Pfiffe gehört und ich habe vermutet, dass es sich um eine Sportveranstaltung handelt im Hinterhof. Und so war es auch. Es waren ein paar Mannschaften behinderter und nicht behinderter, die zusammen Sitzvolleyball gespielt haben. War super anzusehen und ziemlich spannend. Es war ein niedriges Netz, das sie alle mit den Handgelenken gerade erreichen konnten zum blocken. Jede Mannschaft hatte 4 Spieler die alle sitzen mussten (egal ob mit oder ohne alle Beine) und das Spielfeld war relativ klein. Aber sie hatten ein kleines Höhenproblem. Wegen des schlechten Wetters haben sie ihr Spielfeld nämlich unter den Arkaden aufgebaut. Vom Platz her hat das gut gereicht, aber die Höhe war doch etwas eingeschränkt. So wurde öfters abgepfiffen weil der Ball an die Decke geprallt ist. Aber, wie gesagt, super spannend anzusehen.
Mittag gab es von Iris selbst gemachte Focaccia mit Zwiebeln, Käse und Kirschen. Immer wieder sehr lecker! Einen Hefe-Apfelkuchen in den kleinen Wegwerfförmchen vom DM hat sie auch noch gemacht als Nachtisch. Wir haben also mal wieder so richtig geschlemmt.
Am Nachmittag sind wir durch das wunderschöne Örtchen spaziert und haben einige Hochzeiten beobachtet. Samstags ist hier bei der wunderschönen Kirche immer mächtig was los. Dieses Mal haben wir es etwas weiter nach oben geschafft, aber immer noch nicht bis zur Burg. Dafür haben wir auf halbem Weg hinauf ein nettes kleines Klostergärtchen entdeckt, in dem auch ein Café war. Dort gab es dann natürlich für die Kinder je eine Kugel Eis (bedeckter Himmel scheint kein Grund zu sein, auf Eis zu verzichten) und für Mama einen Cappuccino.
Die Jungs haben sich in einem Souvenir- und Spielzeugladen unterwegs einen Traktor und einen Laster mit Anhänger gekauft. Von dem Taschengeld, das sie von Oma erhalten haben. Na, so ganz realisiert haben sie das zwar nicht, aber wir haben es so interpretiert Anna und Lara haben noch nichts gefunden…
Wieder zurück an Bord ist Iris mit den Kindern gleich wieder los getigert zu dem Trampolin etwa 100m weiter die Promenade runter. Da sind dann alle gehopst (mit Ausnahme von Iris natürlich) und ich habe währenddessen aus dem gefrorenen Hühnchenfleisch, Auberginen, Zwiebeln und Tomaten mit Curcuma, Kreuzkümmel und Koriander (Samen, nicht Blättern) sowie Kokosmilch ein Curry mit Reis gemacht. Bis auf Lara hat es allen geschmeckt. Die hat sich natürlich wieder über die Auberginen beschwert. Na, mein Lieblingsgemüse ist es auch nicht, aber ich habe sie extra klein geschnitten und scharf mit angebraten…
Danach sass Lara immer auf der Cockpitducht (= Rücklehne der Bänke im Cockpit) und hat gebenzt, sie möchte alleine auf die andere Strassenseite zu dem kleinen Platz. Anna dürfte ja auch manche Dinge alleine machen. Ich habe natürlich geschnallt worum es ging: Da drüben war so ein Spielzeugauto- und Spielzeugmotorradverleih. Da wollte sie hin.
Also haben wir Anna und Lara gesagt, sie können von ihrem Taschengeld (von Oma) jeder eine Runde fahren. Ich weiss, pädagogisch nicht so wertvoll wie Spielzeuglaster und -traktoren, aber was soll man machen…
Sie haben sich am Schluss zwei Fahrten geteilt und einmal durfte Anna steuern und einmal Lara. Die Jungs haben begeister zugesehen. Und jetzt schlafen die Buben und die Mädels schreiben/malen nocht Postkarten. Und ich sitze im Cockpit und werde zum ersten Mal am heutigen Tag von der Sonne etwas geblendet.
15.6.2014, verdient!
Wir sind immer noch in Sibenik… Leider ist das Wetter immer noch mäßig und so haben wir erstmal „drinnen“ gefrühstückt. Anschließend kam natürlich die obligatorische Runde, Postkarten einwerfen, neue Karten, Briefmarken und Paninibildchen kaufen sowie der Spielplatzbesuch mit Trampolinhüpfen.
Als Papa ablegen wollte, kam eormer kindlicher Protest und so sind wir erstmal mit dem Dinghi zum Strand getuckert. Schon im letzten Sommer waren die Strandbauten beinahe fertig; neun Monate später sind sie nur ein kleines bisschen näher an fast fertig - schade! Die Kids hat das nicht gestört und sie waren trotzdem kurz Schwimmen, beim Steine spielen und vor allem happy an den für Kinder doch etwas zu grossen Turngeräten.
Da sich die Sonne noch immer hinter den Wolken versteckt hielt, es leider auch noch kein Strandrestaurant gab, sind wir für ein schnelles Mittagessen zurück zu tonttu.
Während Mark beim Pizzaholen war, kam doch glatt der Hafenmeister zur Kontrolle. Nachdem ich diese „neue“ Vignette nicht gleich gefunden habe; hat Mark die Unterlagen nach unserer leckeren Pizza im Hafenamt vorgelegt. Alles lief prima; nur unser Durchschlag wurde eine Stunde später gebracht, da die Herrschaften Pause hatten
Am Nachmittag waren wir alle zusammen recht faul. Das ist den Mädels wohl irgendwann zu langweilig geworden und so haben sie mit einer Schmetterling-Bastelaktion angefangen. Kurz vor dem Abendessen haben sie dann auf der Promenade unter einem kleinen Baum ihre Picknickdecke ausgebreitet, ein Schild mit „Shop“ aufgestellt und ihre Kunstwerke sowie schöne gesammmelte Steine für je 10 Lipa angeboten. Mark war etwas unwohl, weil wir ja nicht so sicher sind, ob man das überhaupt darf….. Wie auch immer, die Mädels hatten Spaß und nach 10 Minuten 11 Kuna verdient. Sie waren total aus dem Häuschen, denn so konnten sie am Abend nochmals mit einem kleinen Elektrokinderauto fahren
16.6.2014, und tonttu segelt doch
Heute morgen haben wir erst mal einer der Töchter auf dem Nachbarboot ein Geburtstagsständchen gesungen. Iris und ich haben nämlich um Mitternacht die Feierlichkeiten auf dem Nachbarschiff mitbekommen. Leider hatte ich mir den Namen falsch gemerkt und wir haben „Happy Birthday Pia“ statt „Happy Birthday Lucia“ gesungen. War aber egal, denn der einzige der es mitbekommen hat, war der Vater von Lucia mit dem wir uns noch nett unterhalten haben. Und ein Schokocroissant mit einer der kleinen Geburtstagskerzen die an Iris letztem Geburtstag übrig geblieben sind haben wir ihm auch mitgegeben für seine Tochter.
Nachdem Frühstück und dem auffüllen des Wassertanks sind wir dann noch an der Tankstelle vorbei gefahren und haben den Steuerbordtank aufgefüllt (er zeigt bei Voll weiterhin nur 82% an, so dass auch die 44% nicht gestimmt haben; wie vermutet; wir haben nur 59L rein bekommen). Wir fahren jetzt mit dem Backbordtank, so dass wir nur diesen füllen müssen in Trogir.
Wir sind also unter Motor das letzte Stück der Krka hinausgefahren (besser gesagt, Anna ist hinausgefahren, denn sie durfte steuern) und haben dann noch ca. 2 nm nach Süden unter Motor bewältigt, weil da der Wind genau gegenan kam. Erst auf Höhe der Südspitze von Zlarin bzw. östlich von Drvenik (ich liebe die Kroatischen Namen mit ihrem Vokalminimalismus) haben wir bei 11kn Wind die Segel gesetzt. Danach hiess es zwischen den Inseln durchkreuzen in Richtung Primosten und dann weiter nach Rogoznica, unserem Ziel für heute.
Das lief super und wir haben bwi Winden zwischen 9 und 14 kn so einige andere Segler verseilt Bei knapp 10 kn Wind läuft tonttu ja mit wenig Welle schnell mal 7 kn auf Amwindkurs. Soooo schön!
Unterwegs haben wir dann noch die restliche Pizza von gestern Mittag aufgewärmt und ein paar Gurken und danach Apfelschnitze gegessen und sind um zwei Uhr in die Bucht von Rogoznica eingelaufen. Von den Bojen der Marina Frapa (südlich der Marinastege) waren auch noch genug frei und wir haben uns an eine Boje gleich neben der „Sam III“, einem Nachbarn von uns aus der Marina Kornati in Biograd gelegt. Kurze Zeit später kamen die Marineros auch zum kassieren. Leider haben sie seit letztem Jahr kräftig aufgeschlagen und verlangen nicht mehr pauschal 230kn sondern 290kn die Nacht. Na ja, so kostet die Boje hier halt nicht mehr weniger als die meisten anderen für uns, aber für kleinere Boote wird es jetzt wohl zu teuer hier zu liegen wegen der pauschalen Preisberechnung (nicht nach Schiffslänge).
Wir waren noch kurz am Strand gleich gegenüber der Bojen, aber bei dem noch anhaltenden Wind war das den meisten (mich eingeschlossen, aber ich war ja gestern) zu kühl. Nur Iris und Anna waren kurz im Wasser.
Um halb 6 sind wir dann rüber in den Ort getuckert mit dem Dinghi und haben hervorragend in der Konoba Mario (ganz am Südende der Promenade) gegessen. Iris hatte Muscheln, ich eine Pastizia mit Rindfleisch (vergleichbar mit unserem Sauerbraten aber mit Schinken gespickt) und die Mädels gefülltes Hühnchenfilet und die Jungs Gnocchi mit Tomatensauce. Und natürlich durften drei Palatschinke für die Grossfamilie nicht fehlen. Da Anna unbedingt wissen wollte welche Marmelade im Palatschinken drin sei, dann aber doch mit Lara einen Nutella-Palatschinke teilen wollte, hat das der Kellner missverstanden und einen Marmelade-Palatschinke geliefert. Den hat dann Iris gegessen und ich habe die Reste von Luca bekommen, weil unseren Nuss-/Nutella-Palatschinken haben ja die Mädels verspeist.
Leider hat es kurz vor der Rückfahrt mit dem Dinghi wieder leicht zu regnen begonnen und jetzt regnet es stärker und donnert auch irgendwo in der Nähe. Ich hoffe wir haben trotzdem eine ruhige Nacht. Und mal sehen was wir morgen machen …
17.6.2014, Hoteltag
Wir haben uns angesichts des Regens die ganze Nacht durch und des Nieselregens gleich wieder nach dem Frühstück und auch der Wettervorhersage entschieden noch eine Nacht in Rogoznica an der Boje zu bleiben. Die Bucht, die wir uns eigentlich für die heutige Nacht auserkoren haben, hat mir bei den Gewittervorhersagen doch nicht als Ankerplatz behagt und es reicht ja auch, wenn wir erst morgen in die Gegend von Trogir kommen.
Also habe ich am Vormittag erst mal einen Ausflug zum Marinabüro, dem Supermarkt und den Müllcontainern gemacht. Inzwischen hat es auch nicht mehr geregnet, so dass ich auch nachgeschaut habe, ob das Schwimmbad der Marina offen ist. Dabei habe ich herausgefunden, dass es halbwegs erträglich warm ist und in der Vorsaison noch nicht mal etwas kostet
Also beschlossen wir mittags in einem der kleinen Restaurants in der Marina zu essen und danach zum Schwimmbad zu gehen. Falls es zu kalt, oder das Wetter wieder schlechter würde, hätten wir wenigstens nicht den Eintrittspreis von 50kn pro Erwachsenen verloren wie in der Hochsaison letztes Jahr. Das wäre es ja wert gewesen, aber nicht nur für eine halbe Stunde.
Auf dem Weg vom Restaurant zum Pool haben wir noch den Marina-Beautysalon entdeckt. Der hatte auch eine Friseurin und sie hatte Zeit für uns drei Männer. Also wurde erst Papa, dann Luca und zum Schluss Luis auf Sommerfrisur geschoren. Sie hat dann sogar nur zwei Personen kassiert, als 2x 70kn (=20€). Ich habe dann auf 200kn aufgerundet, so war es immer noch günstiger als mein Billigfriseur am Max-Weber-Platz
Das Wetter ist uns aber hold gewesen und wurde zusehends besser. So gegen halb 4 kam auch die Sonne raus und mit der Sonnenhitze wurde es auch angenehmer im Wasser, das doch noch recht kühl weil unbeheizt war.
Die Jungs wollten zwar nicht wirklich schwimmen (trotz der coolen Schwimmanzüge, die auch schon die Mädels getragen haben) aber sie sind zumindest im flachen Wasser rumgestapft und haben die steinerne Fischskulptur zur Freude aller anderen Gäste immer schon nass gehalten
Iris und ich lagen zeitweise im Liegestuhl in der Sonne und so fühlten wir uns wie in einem Hotelurlaub! Nur mit dem Vorteil, dass wir die Kinder am Abend selbst auf unserer Terasse verköstigen konnten (es gab fleischloses Chili mit Kartoffeln) und sie danach in ihr eigenes Bett bringen konnten. Also besser als Hotel!
Morgen werden wir noch kurz an der Marinamole Wasser tanken (das ist in der Übernachtung inbegriffen) und nochmal den Müll loswerden und dann Rogoznica bis zum Sommer auf Wiedersehen sagen.