Ein Sommer mit "tonttu"

Tag 96 (5.8.2012)

Endlich mal wieder richtig gesegelt!!!

Wir hatten heute, gleich nach dem Auslaufen, schoenen Wind (erst um die 6 kn, spaeter um 8 kn und kurz vor Mittag bis zu 11/12kn) aus SSW (Sued-Suedwest). Dummerweise genau aus der Richtung der Nordspitze von Kefallonia, genau da wo wir hin wollten.

Also haben wir gekreuzt (fuer Laien: Im Zick-Zack-Kurs auf das Ziel zu bzw. gegen den Wind fahren, da ein Segelboot ja nie genau gegen den Wind fahren kann sondern nur mit 45 bis 35 Grad zum Wind). War aber egal, denn das Wetter war super, es gab kaum Wellen und wir hatten ja Zeit.

Das Ziel war Fiskardo auf Kefallonia. Dort wollte ich kurz nach Mittag ankommen und wir sind ja um kurz vor 11 losgefahren.

So glitten wir denn dahin (wie poetisch) und haben unsere Rennziege genossen. Denn heute war ich mal nicht zu faul das Grosssegel hoch zu ziehen. Das hochziehen ist ja kein Problem, nur das aufraeumen und verpacken ist nachher immer ein gezerre…

tonttu hat bei den 6.1kn Wind 5.2kn Fahrt gemacht (laut GPS als Dauermessung) und bei 8 kn waren auch noch 6.5 kn Fahrt drin! Da kommt Freude auf. Ausser Motoryachten und Seglern unter Motor war keiner schneller ;-)

Wahnsinn, wie man bei schlappen 12 km/h einen Geschwindigkeitsrausch bekommen kann :-)

Anfahrt auf Fiskardo:

In Fiskardo hatten wir Glueck und haben noch einen der letzten beiden Plaetze am Schwimmsteg ergattert. Unsere zukuenftige Nachbarin (ein Ehepaar aus Oesterreich auf einer schoenen 44 Fuss Schoechl) hat uns versichert, dass es vor dem Steg tief genug ist. Ich bin naemlich erst mal vorsichtig mit dem Bug voraus rangefahren und Iris war mit dem Handlot auf dem Vorschiff bereit gestanden um zu messen.

So konnten wir also mit Buganker und Heckleinen wunderbar anlegen. Direkt neben uns ist zwar der Ausflugsdampfer-Anleger, aber es kam nur ein grosser Touri-Transporter am Nachmittag. Das war aber schon etwas beaengstigend, wie der sich neben uns gepflanzt hat. Die kennen da ja gar nichts und nutzen nicht mal den Buganker sondern winschen sich mit grossen hydraulischen Winschen bis an die Pier ran, so dass das untere Ende des Stahlhecks an die Mauer gepresst wird. Dementsprechend verbogen sind auch die Edelstahlringe an der Pier ;-)

Ausflugdampfer neben tonttu:

Die Pier direkt vor uns (der Schwimmsteg geht seitlich weg), auf der wir dann abends auch gegessen haben:

Aber nach etwas ueber eineinhalb Stunden sind die auch wieder gefahren. Spaeter kam dann noch eine Italienische Motoryacht. Grosser Schlitten (eine Canados) mit drei Personen Crew und einem rein maennlichen Paerchen und Hund als Passagiere ;-) Aber sehr nett …

Ich habe dann noch den Fehler begangen und bin zur Hafenkapitanerie gewatschelt, um fuer die Nacht zu zahlen. Wahrscheinlich bin ich der einzige im ganzen Hafen, der gezahlt hat. Na ja, 12,07 EUR gehen ja ;-)

Spaeter haben wir noch ein Eis genossen in der Konditorei in der wir schon vor 3 Jahren mit Jessi, Sven und Tina und Bruce so lecker gefruehstueckt haben.

Und zum Abendessen haben wir einen schoenen Tisch direkt auf der Pier in Wurfweite von tonttu bekommen und lecker gegessen (Iris einen Schweinefleischspiess mit Pflaumen in Speck gewickelt, ich ein Schwertfischsteak und die Maedels haben sich eine Spaghetti Bolognese geteilt), waehrend die Jungs schon schliefen.

Als ich den Restaurantbesitzer auf sein sehr gutes Brot (man koennte es fast schon als dunkles Baguette bezeichnen) angesprochen habe und fragte, ob man es im Ort kaufen kann (nicht ohne Hintergedanken natuerlich), hat er versprochen fuer mich eines extra zu bestellen fuer morgen. Zwischen 10:30 und 11:00 Uhr koennen wir es abholen. Griechische Zeit natuerlich, ich denke also ich werde erst um 11:30 mal hinschauen ;-)

Und jetzt sitzen Iris und ich noch im Cockpit und trinken den Rest unserer Weissweinflasche aus dem Restaurant aus. Ein echt guter Weisswein aus Kefallonia, fuer 16,00 EUR die Flasche im Restaurant. Auch im Restaurant vom Yachtclub in Corfu sind wir ja schon sehr positiv von griechischen Weinen ueberrascht worden…

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