Tag 50, 17.8.2013
Na, wieder nicht so gut bzw. ausführlich genug geschlafen. Der Wind ist ja eingeschlafen, ich hatte also keine Sorge mehr, dass die Boje weiter rutschen könnte, aber dafür hat dann die Kombination aus Strömung und leichtem Wind aus 90 Grad zur Strömung bei den verschiedenen Schiffen für ganz unterschiedliches Schwoj-Verhalten gesorgt. Das hatte zum Effekt, dass wir jede Stunde wieder einem anderen Nachbarn bedenklich nahe kamen. Schlussendlich ist nichts passiert, aber erst nachdem ein Nachbar schon sehr früh abgefahren ist (kurz vor 5 Uhr) und kurz danach ein kleiner Fischerkahn vorbei kam, der so nett war eine lange Leine von mir zu der frei gewordenen Boje auszubringen, habe ich ganz ruhig geschlafen.
Wir sind dann nach dem Frühstück gleich losgefahren in Richtung der Insel Losinj. Dort haben wir uns auf dem Weg noch ein paar der Buchten am Südwestufer angesehen (nur im Vorbeifahren), sind aber direkt rein in die langgezogene Bucht an deren Ende die Stadt Mali Losinj liegt. Dort waren an den Gemeindestegen noch erstaunlich viele Plätze frei. Allerdings nur für ca. eine Stunde. Denn kurz nachdem wir angelegt haben, kam eine wahre Armada von italienischen Motoryachten und auch ein paar Segler rein und die Stege waren innerhalb von zwei Stunden voll belegt.
Lara als hochkonzentrierte Steuerfrau
Stimmungsbilder von unterwegs
Das Städtchen ist wie immer wunderschön und es ist schön hier zu liegen. Allerdings sind die 73€ für die Nacht, ohne WC und Dusche (das wird privat betrieben und kostet extra) schon ziemlich teuer. Aber wir brauchen ja diesen Service nicht, und so ist es für uns kein Unterschied zu einer richtigen Marina.
Gleich nach der Ankunft haben wir die Wassertanks gefüllt (der kleine war ganz leer und der grosse nur noch ein Drittel voll) und zwei Maschinen Wäsche gewaschen. Das übliche also …
Am Nachmittag sind wir „getrennter Wege“ gegangen. Iris und ich hatten das Gefühl es tut Anna, Lara, Luca und Luis mal ganz gut, wenn sie nicht immer alle zusammen sind. Also bin ich mit Lara und Luis zum Eis essen und im Supermarkt einkaufen gegangen. Und Iris ist mit Anna und Luca ebenfalls das obligatorische Eis essen und danach zum DM gegangen. Wir haben es geschafft uns nicht über den Weg zu laufen, obwohl der Lidl, in dem ich war, und der DM, den Iris heimgesucht hat, direkt nebeneinander liegen. Gut, gell?
Um halb 6 haben wir uns dann wie vereinbart wieder auf dem Boot getroffen und sind kurz danach zum Essen gegangen. Wir hatten eine sehr gute Pizzeria im Auge, die wir noch von früher kannten. Man kann ja nicht immer kroatisch essen. Und ausserdem waren das hier sowieso alles mal venezianische Städte Wir sind auch dieses Jahr nicht enttäuscht worden.
Danach mussten wir unbedingt nochmal auf Wunsch der Mädels am Hauptplatz vorbei, damit Lara sich den Brunnen ansehen kann, von dem Anna erzählt hat und damit sie sehen können was auf der Bühne aufgebaut wurde. Die Roadies haben nämlich schon die Instrumente zum Sound-Check vorbereitet. Heute Abend werden wir wohl beschallt
Genau als wir an der Bühne vorbei kamen, haben sie losgelegt. Eine ziemliche Dröhnung. Luis ist aber trotzdem nicht aufgewacht, denn er war kurz vor Ende seiner halben Pizza eingeschlafen.
Auf dem Weg zurück zum Boot kamen wir dann noch an der neuesten Methode vorbei mit der man hier das Geld von „lieben“ Eltern aus der Tasche zieht. „PonyClub“! Das sind Ponies, Zebras, Tiger und ähnliches aus Plüsch (in drei verschiedenen Grössen, damit alle Kinder von 3 bis 13 was davon haben) mit Rollerbladerollen unter den Hufen, die nur vorwärts rollen können. In Kombination mit einem Gelenk im Rücken des „Tieres“ und einem Mechanismus mit dem das darauf sitzende Kind über wechselseitige Belastung der Fussrasten und des Sattels die vorderen und hinteren Hufpaare zueinander oder voneinander weg bewegen kann, fährt das Ding vorwärts. Man kann sogar lenken über Griffe seitlich am Hals.
Ehrlich gesagt, es sieht ziemlich dämlich aus, aber die Kinder finden es super… Hoffentlich gibt es das so bald nicht wieder!
Morgen werden wir wahrscheinlich bis zur Südspitze von Cres in eine Bucht fahren, denn am Montag Abend wollen wir schon auf Rab sein. Diesmal soll die Bora sogar drei Tage andauern. Na, wir werden es vorerst mal beobachten, ob es wirklich was ernsthafteres wird…