Tag 49, 16.8.2013
Heute mal ganz ohne Bilder. Irgendwie hat es sich nicht ergeben
Wir haben heute früh von Ist Abschied genommen und sind in Richtung „Norden“ weiter gefahren. Erst mal zwischen Ist und Molat hindurch, damit Iris das auch mal gesehen hat und dann an der Ostküste von Ist hinauf bis zur Nordspitze und dann rüber zur Nordspitze von Skarda. Die Ganze Strecke in klassischer Englischer „Motorsailing“-Manie. Also mindestens ein Segel raus, aber da es dann zu langsam war bzw. die Richtung nicht ganz gestimmt hat zusätzlich auch den Motor an. Bei uns war es die Fock und der Motor. Mit Fock alleine wäre es nur knapp 4kn schnell gegangen und wir hätten am Schluss auch noch an Ist entlang hochkreuzen müssen, weil 10 Grad gefehlt haben. Und da wir sowieso nicht mehr allzu viel Saft in den Batterien hatten dachte ich, dann kann der Motor auch gleich mitschieben.
An der Nordspitze von Skarda sind wir nochmal kurz an dessen Westseite nach Süden gefahren, denn ich bin immer noch auf der Suche nach einer genialen Bucht in der ich mal mit einem Jojo-Skipper vor ca. 23 Jahren war. Leider ist sie auch nicht auf Skardas Westseite und auch nicht auf der Westseite von Premuda. Also sind wir an Premuda entlang weiter bis zu der Stelle mit den vorgelagerten kleinen Inseln. Dort ist ein Fähranleger (der natürlich zu flach ist für uns) und es gibt zahlreiche Bojen. Das wollte ich mir sowieso immer mal ansehen und Franz hat erst gestern gesagt, dass er da vor über 20 Jahren ziemlich genau zur gleichen Jahreszeit bei seinem Ausbildungstörn schon mal war.
Wir haben uns also eine der Bojen geschnappt, erst mit der neuen Leine mit dem grossen Karabiner und dann noch mit einem ordentlichen Festmacher unter der Boje durch den unteren Ring. Das habe ich nach dem Anleger mit dem Dinghi gemacht. Dann bin ich noch schwimmen gegangen und habe den Block unter der Boje begutachtet. Na ja! Nicht so wirklich das gelbe vom Ei: Zwei relativ kleine Blöcke mit einem kurzen Kettenstück als V mit der Leine von der Boje verbunden. An sich in Ordnung, wenn die Blöcke etwas grösser wären. Die von unserer Boje waren auch schon umgekippt. Da hat wohl mal ein Schiff etwas mehr gezogen. Bei Starkwind will ich hier nicht liegen…
Dann haben wir erst mal (etwas verspätet, denn mit den ganzen Buchten-Anguck-Manövern und einem Ankermanöver in der Bucht südlich von hier, wo uns aber zu viele Wespen waren, ist es schon viertel nach eins gewesen) Mittag gegessen und sind danach mit dem Dinghi in den „Ort“ (das ist jetzt etwas übertrieben) gefahren. Die eigentliche Ortschaft ist einen knappen Kilometer die Strasse hinauf in einem „Hochtal“, aber hier unten beim Fähranleger und den Bojen und dem Strand gibt es auch etwas „Infrastruktur“. Vor allem gab es zwei Restaurants und beim ersten, bei dem wir gefragt haben gab es auch Eis
Es ist ein ziemlich schönes Restaurant, da lohnt es sich vielleicht sogar mal wieder her zu kommen. Auf jeden Fall hat Anna sogar noch eine Extrakugel umsonst bekommen, da sie mit ihren schlanken Armen eine Mutter, die vom Deckel der Eisvitrine in einen Schlitz gefallen ist, wieder herausfummeln konnte Immer diese Kinderarbeit.
Danach sind wir zum Strand gegangen (schöner, steil aufgeschütteter Kies und im Wasser etwas Sand) und haben Zwergewerfen (Anna richtig und Lara und Luis nur in die Luft mit wieder auffangen) gespielt und mit einem der zahlreichen gefundenen Beachvolleybälle herumgeworfen.
Zwischendurch bin ich nochmal kurz zum Restaurant zurück gesprintet, denn Iris hat entdeckt wie bei dem kleinen italienischen Segelboot neben uns die Spinnakertüte aufgegangen ist. Und ich hatte die im gleichen Restaurant gesehen. Der Eigner ist dann sofort dankbar zu seinem Dinghi gelaufen und hat sich drum gekümmert.
Als wir zurück waren, habe ich festgestellt, dass unsere Boje sich doch tatsächlich schon um einige Meter bewegt hat in den Böen (es war zeitweise bis zu 20kn), aber jetzt lässt der Wind wie angekündigt langsam nach. Wir bleiben also vor Ort. Der Kassierer war auch schon da und hat gesagt „das hält, wir hatten da noch nie Probleme“. Klar, er hatte ja auch schon abkassiert
Zum Abendessen haben wir die in Ist gestern Nachmittag frisch gekauften Maiskolben gemacht. Herrlich wie die Jungs daran rumknabbern. Nur Anna wollte nicht. Sie hat ein Brot gegessen. Maiskolben abnagen mit einem oberen Schneidezahn weniger macht nicht wirklich Spass Aber ich glaube, sie macht sich eh nicht so viel daraus.
Jetzt geht gerade herrlich die Sonne über den kleinen vorgelagerten Inseln unter und das Wasser plätschert leicht unter dem Dinghi und rauscht etwas an den Felsen entlang. Und ab und zu säuselt/pfeift der Wind etwas in der Takelage: Das ist Seefahrer-Romantik.