Tag 116 (1.9.2012)
Tja, heute ging es weiter von Athen. Wir haben nochmal die Tanks gefüllt (die Wassertanks, oder zumindest den vorderen auf 86%, mehr trauen wir uns ja jetzt schon wieder nicht) und haben damit die zu kaufende Strom- und Wasserkarte bis auf 1.70€ leer gemacht.
Nach dem Frühstück sind wir dann um halb 10 Uhr aus der Marina raus gefahren und haben gleich zehn Minuten später bei ca. 14kn Wind das Vorsegel (die Selbstwendefock) rausgezogen. Damit ging es mit gemütlichen 4.5 bis 5.5 kn in Richtung unseres geplanten Tagesziels, der Bucht Fokaia auf etwas mehr als dem halben Weg nach Kap Sounion.
Je weiter wir kamen, desto stärker wurde der Wind. Wir hatten zwischendurch Böen von 26kn. Leider hat sich herausgestellt, dass Fokaia doch nicht so geschützt ist wie erhofft. Zumindest hat es bei der Einfahrt richtig stark gepfiffen mit um die 24kn aus Nord. Also haben wir uns umentschieden und Kurs Ost genommen, um um die Ecke in die Olympic Marina zu fahren, etwas südlich von Lavrion.
Aber direkt südlich von der Bucht von Kap Sounion hat sich relativ weit oben der Code0 ein ganz kleines Stück geöffnet und der starke und böige Wind hat sehr schnell dafür gesorgt, dass sich immer mehr Segel geöffnet hat. Ich habe noch versucht durch mehr eindrehen etwas dagegen zu machen, aber vergeblich. Wir haben den Code0 dann notfallmässig heruntergenommen (also das Fall gefiert und versucht ihn an Deck zu legen) aber dabei hatte er sich schon so weit aufgezogen, dass er mehrfach gerissen ist und jetzt hängen ein paar Fetzen in den Salingen, der Radarreflektor am Oberwant ist nach aussen gedreht worden und die Reste des Code0 haben wir über die Salonluke runtergestopft. Jetzt ist der ganze Salat in der Segeltasche des Code0 und wartet entweder auf die Entsorgung oder einen Reparaturversuch über den Winter. Da werde ich mich mal bei Versicherung und Hersteller erkundigen.
Tja, so schnell kann es gehen. Ein paar Minuten davor haben wir noch das Bimini-Top zusammengepackt, damit es nicht reisst und ich überlegte noch, ob ich den Code0 nicht auch runter tun sollte, damit er sich nicht aus versehen aufrollt. Ein Depp bin ich, dass ich das nicht gemacht habe… Selber Schuld.
Aber Hauptsache, es ist nichts passiert und keiner hat sich verletzt und wir haben das Problem gut gemeistert.
Ich habe dann erst noch überlegt, ob wir weiter um die Ecke zur Olympic Marina fahren sollen, aber als dann ein Frachter, der offensichtlich Kurs Nord hatte zu uns nach Westen abgedreht hat, war für mich die Entscheidung auch klar. Also zurück nach Westen. Wir haben uns dann eine Bucht weiter westlich von Kap Sounion (diese Bucht ist ja bekannt für ihren schlecht haltenden Ankergrund und ich habe ein paar darin kreisende Schiffe gesehen) vor den Sandstrand auf 5.5m Wassertiefe (der Anker liegt auf 4.5m im Sandgrund) mit 60m Kette hingelegt. Hier hatte es dann noch immer 18 bis 22kn Wind aber keine Welle und einen gut haltenden Anker. Später kamen neben dem Frachter, der ein kleiner Öltanker war und auch bei uns geankert hat (allerdings deutlich weiter draussen), noch eine grosse Motoryacht und ein anderer Segler.
Dann haben wir den Schokoladenkuchen gegessen, den Iris sich sicherheitshalber selber gekauft hat vor ihrem Geburtstag, und Axel und Fiona sind kurz geschwommen (mit Schimmleine als Badebereichsabgrenzung) und später haben wir dann Fajitas gegessen mit Hühnchenfleisch.
Zwischendurch war es auch mal wieder ruhiger (nur noch 15kn Wind) aber jetzt sind es schon wieder 20kn und etwas mehr. Mal sehen, was sich so über die Nacht ergibt…
Ach, übrigens, Bilder haben wir heute keine. Dafür fehlte irgendwie die Zeit!