Ein Sommer mit "tonttu"

Logbuch des Sommertörns 2017

Dieses Jahr planen wir ab Anfang August für 3 Wochen mit tonttu segeln zu gehen. Vielleicht mal wieder etwas in den Norden. Hängt davon ab, ob ich zwischendurch (in der mittleren Woche) mal für ein paar Tage zum Arbeiten zurück nach Deutschland muss.

Wenn mal kein aktueller Eintrag vorhanden ist, dann bitte nicht verzweifeln, denn dann sind wir in einer so einsamen Bucht gewesen, dass wir keinen Internetempfang mit dem Handy hatten ;-) Wir holen den Eintrag dann so rasch wie möglich nach.

6.8.2017 Rab Stadt

Heute Nacht habe ich ausnahmsweise im Schiff geschlafen (natürlich in unserer Kabine vorne) und ich habe es ziemlich bereut. Gefühlt ist mir bis 04:00 Uhr das Wasser runtergelaufen!

Trotzdem bin ich um 07:00 Uhr wach gewesen und habe dann mit Lara und Luis einen Ausflug zum Konsum Supermarkt gemacht und Frühstücksgebäck gekauft. Auf dem Rückweg haben wir dann gemerkt, dass wir eigentlich direkt an einem Bäcker vorbeigelaufen sind :-)

Nach dem Frühstück sind wir dann um 09:00 Uhr losgefahren in Richtung Rab. Es war klar, dass wir etwas mehr Wind haben werden, da wir aber die Hälfte der Strecke in der Abdeckung von Krk fahren würden und danach weit genug von dem Kanal zwischen Krk und den vor Rab vorgelagerten Inseln weg sein würden. Und so war es auch. Der Wind hatte zwar zwischendurch 30kn Stärke (und zwar nicht nur in Böen) aber er kam von der Seite und die Welle war auch nicht all zu gross. So konnten wir mit 60% ausgerolltem Vorsegel (und sonst nichts) mit 7kn in Richtung Rab sausen. Leider hat der gute Wind nicht die ganze Strecke angehalten, so dass wir sogar noch vor der Abdeckung von Rab das Segel einrollen und den Motor anschalten mussten. Nach 4h und 15min waren wir dann in Rab und haben den von uns reservierten (online) Liegeplatz in der Marina bekommen.

Leider konnten wir für unsere Nachbarn aus Krk keinen Platz mehr freihalten. Als sie dann am Spätnachmittag ankamen war alles schon voll. Aber sie haben noch einen Platz in zweiter Reihe (also längsseits an einem anderen Segelboot) an der Stadtquai gegenüber bekommen. Das sollte für die Nacht auch in Ordnung sein.

Heute Nacht soll nämlich eine ziemlich kräftige aber kurze Sommerbora blasen. Mit angekündigten 75kn im Velebit Kanal :-) Ich denke aber, dass bis morgen gegen 11 Uhr der Spuk vorbei ist und wir dann in Richtung Süden weiter segeln können. Mit etwas Restwelle aber schönem Schiebewind. Na, sehen wir mal …

Wir haben nach der Ankunft um 13:15 ziemlich unter der drückenden Hitze gelitten. Im Cockpit hatte es zeitweise 43 Grad im Schatten! Aber irgendwann haben wir uns dann nach einer kurzen Brotzeit mit Salat aufgerafft und sind ganz langsam ums Hafenbecken in Richtung Altstadt geschlichen. Dabei haben wir jede Gelegenheit genutzt in einem kühlen Geschäft (DM, Konsum, …) eine Pause einzulegen. Die Jungs durften dann ein wenig am Spielplatz im Schatten spielen und später sind wir alle noch ein Eis essen gegangen.

Zurück habe ich dann dem Drängen meines Nachwuchses nachgegeben und das Taxiboot gefragt, was es kosten würde uns 6 zum Steg der Marina gegenüber zu bringen. Es sind lächerliche 30m Luftlinie, aber eine sehr heisse Strecke aussen rum. So sind wir dekadent mit dem Taxiboot zu unserem Schiff (oder zumindest unserem Steg) gebracht worden.

Im Anschluss bin ich mit den Kindern kurz im Meer ausserhalb des Hafens schwimmen gegangen und dann haben wir noch versucht mit Hilfe des Marineros für unsere Nachbarn einen Platz zu ergattern, waren aber - wie oben schon gesagt - nicht erfolgreich.

Jetzt duschen wir kurz (ob das wirklich langfristig hilft) und werden uns dann langsam auf dem Weg zum Abendessen machen…

5.8.2017 Krk Stadt

Nach einer wunderbar ruhigen Nacht mit Mondschein bis weit nach Mitternacht (ich muss es ja wissen, denn ich habe im Cockpit geschlafen), bin ich gegen 7 Uhr aufgewacht. Die Mannschaft bzw. Frauschaft leider deutlich später.

So habe ich nochmal die Tiefen der Refrigeration auf Booten ergründet und bin einer Idee nachgegangen: Was, wenn die Spannung, die beim Kühlschrank ankommt bei etwas leereren Batterien (sie sind ja nicht mehr die neuesten) zu niedrig ist. Ich habe nämlich in den Unterlagen zum Ersatzkompressor und der dazugehörigen Elektronik gelesen, dass die Elektronik bei 10,4 Volt abschaltet.

Also habe ich den Kühlschrank ausgebaut (der ja seit gestern Mittag wieder nicht mehr richtig gekühlt hat) und mit meinem Spannungsmessgerät mal direkt vor dem Kühlschrank an der Stromversorgung gemessen. Und tatsächlich, für die Batterien wurde am Panel zwar noch 12,4V angezeigt (was ja in Ordnung ist nach einer Nacht mit Ankerlicht) und vor einschalten des Kühlschranks kamen davon auch noch 11,2V an im Kabel vorm Kühlschrank. Nur nach dem Einschalten ging die Spannung dann rapide auf 10,6V runter und der Kompressor wurde wieder ausgeschaltet, nur der Ventilator hat weiter geblasen (der wird wohl nicht deaktiviert bei zu geringer Spannung). So denkt man, der Kühlschrank läuft und dabei kühlt er gar nicht.

Also habe ich einen Test mit einem zweiten Kabel gemacht. Das habe ich einfach von der Wago-Reihenklemme hinter dem Schaltpanel (dort habe ich einen Anschluss für eine von mir eingebaute 12V Steckdose zweckentfremdet und in die „drinks fridge“ Sicherung hinten eingesteckt) direkt zum Kühlschrank gelegt und parallel geschaltet. Und - ein Wunder - die Spannung ist jetzt nicht mehr unter 11,2V abgefallen sondern blieb stabil und der Kühlschrank läuft.

Iris und ich haben dann noch versucht einen Weg für die ordentliche Kabelverlegung des Zweitkabels zu finden, aber so auf die Schnelle war kein durchkommen unter den Bodenpaneelen. Also habe ich das ganze unter der Decke fliegend verdrahtet. Mit den zwei Sicherungen, die man gleichzeitig einschalten muss ist das sowieso ein Provisorium. Ich habe schon mit Lovre ge-WhatsApp't und er wird ein dickeres Kabel verlegen wenn wir wieder in Biograd zurück sind.

Und wahrscheinlich müssen wir doch bald die Batterien austauschen. Aber natürlich ist die aktuelle Temperatur auch ziemlich heftig und der Kühlschrank muss Schwerstarbeit verrichten. Und die fast 1000€ für einen neuen Satz Batterien möchte ich so spät wie möglich ausgeben. Wenn man mehrere Tage nur wenig motort kann man ja immer noch mal für 1 bis 2 Stunden den Generator anschalten. Dafür haben wir den ja…

Nach dieser Aktion war es halb 10 und wir haben noch schnell gefrühstückt und sind nochmal kurz ins Wasser gesprungen.

Danach ging es leider wieder unter Motor (war aber auch gut für die Akkus und den Kühlschrank) in Richtung Krk und nach einem kurzen „im Wasser hinterherzieh“-Stopp sind wir gegen 14:15 in Krk auf Krk (Stadt und Insel heissen gleich) angekommen und haben dank netter anderer deutscher Segler, die den Platz gewechselt haben, damit wir die einzige Stelle ergattern konnten, die tief genug ist, auch einen Platz gekommen (wohlgemerkt einen von 6!).

Nachdem ich noch kurz zum Ruder runtergetaucht bin um die Tiefe nochmal zu prüfen habe ich noch etwas gebraucht um den Stromanschluss zu legen. Entweder war ich zu doof das Kabel richtig an Bord einzustecken oder im Stecker oder der Bordanschlussbuchse ist ein Wackler…

Dann ging es sofort zur nächsten bekannten Eisdiele und wir haben uns wenigstens innerlich abgekühlt.

Um halb 5 haben wir dann noch das Dinghi flott gemacht und ich bin mit den Kindern kurz im Hafen und vor dem Hafen rumgefahren. Dabei ist uns der Motor zweimal abgestorben, das macht er sonst nie. Ich hoffe niemand hat an der Zündeinstellung rumgefummelt …

Nach einer kurzen Badepause am Strand ausserhalb des Hafens sind wir zurück, haben das Dinghi wieder an Deck gehievt und ich habe die kleinen Löchlein geflickt, die ich heute Vormittag mit Spüliwasser entdeckt habe. Mal sehen, ob es morgen dicht hält ;-)

Kurz geduscht (lang bringt eh nichts weil das Wasser sofort wieder runter läuft) und ab zum Abendessen an der Uferpromenade. Die Empfehlung von Tripadvisor war mal wieder sehr gut.

Und zum Abschluss haben die Kinder auf der Mole noch etwas Jonglageunterricht bekommen und wir mussten natürlich so eine Jonglierstange kaufen :-)

Danach sind wir noch zusammen in den „secret garden“, eine Bar hinter der Stadtmauer, die ich am Nachmittag entdeckt habe, gegangen und haben alle einen Drink genommen. Die alkoholfreien Drinks, aber auch mein Mojito waren sehr lecker! Nur sind die Jungs und Lara fast eingeschlafen am Schluss - an Bord war die Müdigkeit dann natürlich sofort wieder weg…

Jetzt versuchen wir die Kinder ins Bett zu bekommen, aber gerade spielt sich ein mittelgrosses Drama unten im Schiff ab, da Luca seinen Leuchtflummi, den er als Überraschung zu seinem Kindereisbecher geschenkt bekommen hat, nicht mehr findet!

Später kommen uns dann evtl. noch die „Nachbarn“ besuchen, die netterweise umgezogen sind, damit wir auch anlegen konnten. Wir haben sie auf ein Bier bzw. Wein eingeladen.

4.8.2017 Uvala Kolorat

Heute nur ein kurzer Eintrag, denn ich muss nachher noch meine Umsatzsteuervoranmeldung machen - uffff!

Wir sind nach einer ausgiebigen Frühstücks- und Baderunde von Silba losgefahren und haben uns fast genau nach Norden in Richtung Cres aufgemacht. Es war wieder kein Wind bzw. 4 kn aus Nördlichen und dann sogar Südlichen Richtungen. Auf jeden Fall nichts mit dem wir ausreichend vorangekommen wären bei der Hitze. Es brannte wieder mit 38 Grad auf uns herab…

Auf halber Strecke haben wir dann wieder eine Badeleine mit ein paar Mitseglern hinterher geschleppt. Diesmal war sogar Iris dabei. Nur Luis und ich blieben an Bord. Ich am Steuer und Luis hat auf die „Schwimmer“ aufgepasst.

Kurz vor dem Mittagessen sind wir dann in der Uvala Kolorat an der Ostseite der Südspitze von Cres angekommen. Wir haben uns eine der Bojen geschnappt und sind sofort ins Wasser gesprungen.

Nach dem Mittagessen (ein Flammkuchen und Salat) haben Iris und ich dann ein wenig die braunen Trensstreifen vom Teaköl weggeschrubbt im Cockpit (mühsam mit Polierwatte) und ich habe die untere Schublade vom Kühlschrank ausgebaut, um mir die Auszugschienen und Kugellager darauf anzusehen. Denn da brauchen wir Ersatz, die sind nämlich im Eimer und die Schublade geht nur noch recht schwer rauszuziehen. Ich konnte sie etwas besser hinbekommen und habe auch gefunden, wo ich Ersatz kaufen kann.

Die Mädels sind rüber zum Ufer geschwommen, haben sich aber wegen der vielen Seeigel nicht an Land getraut (dabei hatten sie Badeschuhe an). Und später sind alle Kinder immer wieder von der Badeplattform gesprungen, während ich mich mit der Netz-Luftmatratze seitlich im Schatten neben das Boot gelegt habe um abzukühlen.

Am Abend ist dann Luis plötzlich bei einem Schwimmausflug mit Iris, Lara und Luca losgekrault und hat das ziemlich gut gemacht, dafür, dass er eigentlich bis jetzt nur Brust- oder Hundeschwimmen konnte ;-)

Hier in der Bucht ist es wunderschön ruhig und mein Schatz geniesst offensichtlich die Location:

Und jetzt, nach dem Abendessen, Heckplattformduschen und Gute-Nacht-Geschichte schaffen wir es die Kinder ins Bett zu bekommen. Obwohl (oder gerade weil) sich Lara furchtbar beschwert, dass sie zur gleichen Zeit wie die Jungs aber vor Anna ins Bett muss. Das Gute-Nacht-Geschichte-Vorlesen für die Jungs hat halt einfach ein wenig länger gedauert als geplant …

3.8.2017 Silba

Heute hatte ich eine Langschläfercrew. Ich war um halb 7 wach, aber bis alle anderen endlich aufgestanden waren, war 9 Uhr durch…

Wir haben kurz gefrühstückt und die Kinder haben nochmal kurz gebadet und danach sind wir losgefahren in Richtung Olib und Silba.

Unterwegs wurde der Mannschaft so heiss, dass ich beschlossen habe für Abkühlung zu sorgen. Erst waren sie ein wenig skeptisch, so mitten auf dem Wasser, aber dann fanden sie das hinterherziehen doch ziemlich lustig.

Auf der Strecke haben wir uns dann noch die Buchten an der Südwestküste der Insel Olib angesehen - für den Rückweg - und dann sind wir noch an dem Bojenfeld vor dem Ort Silba auf Silba vorbei gefahren. Am Schluss haben wir uns dann doch entschieden etwas nördlich vom Ort vor dem Ufer zu ankern. Der Anker ist zwar erst ein wenig gerutscht (war wohl Sand auf Felsgrund) aber dann hat er wunderbar gehalten und wir waren noch viel baden.

Iris und ich haben dann noch die Motorlufthutze wieder angeklebt, die wohl letzte Woche abgefallen ist und eine Naht des Reisverschlusses am Bimini-Top genäht, die sich heimlich aufgelöst hatte. So reparieren wir uns durch die Tage.

Zum Abendessen hat Iris ein leckeres Gemüsecurry mit dem von den Vorcrews übrig gebliebenen Jasminreis gekocht und jetzt sitzen wir beide im Cockpit und geniessen die Stille. Der Wind hat ganz aufgehört und heute gibt es keine musikalische Beschallung vom nahen Strand, wie gestern.

2.8.2017 Vir

Heute sind wir früh um 07:45 (vor dem Frühstück) ausgelaufen und haben uns auf den Weg nach Norden gemacht.

Der erste Zwischenstopp war die Tankstelle bei der Marina Dalmacija in Sukosan. Dort haben wir den Steuerbordtank gefüllt und sind weiter gefahren in Richtung Zadar.

Vor Zadar habe ich mir es nicht nehmen lassen mal ganz nah an der Wasserorgel vorbei zu fahren. Zum Glück gab es trotz Windstille genügend Wellen von den vorbeifahrenden Schiffen, dass man die Wasserorgel gehört haben.

Danach waren es noch weitere 2 Stunden heisse Fahrt bis in die Südbucht von Vir, in der wir geankert haben. Heute hat das Thermometer bis zu 39 Grad im Schatten angezeigt. Das war nicht mehr schön!

Sofort nach dem ankern sind wir alle ins Wasser gesprungen. Und ich könnte schwören es hat gezischt als ich im Wasser aufgekommen bin… Lara hat ihre Schwimminsel aufgeblasen und sich auf die Insel vor der Insel gesetzt und das Leben genossen.

Den Nachmittag haben wir mit Baden und kleineren Reparaturen sowie Aufräumarbeiten verbracht und zum Abendessen habe ich Pasta mit Zucchini, Tomatensauce und Thunfisch gekocht.

Jetzt sind die Kinder nochmal baden gegangen und Iris und ich hoffen, dass sie heute freiwilliger ins Bett gehen, damit wir auch etwas vom Abend haben :-)