Ein Sommer mit "tonttu"

Logbuch des Sommertörns 2017

Dieses Jahr planen wir ab Anfang August für 3 Wochen mit tonttu segeln zu gehen. Vielleicht mal wieder etwas in den Norden. Hängt davon ab, ob ich zwischendurch (in der mittleren Woche) mal für ein paar Tage zum Arbeiten zurück nach Deutschland muss.

Wenn mal kein aktueller Eintrag vorhanden ist, dann bitte nicht verzweifeln, denn dann sind wir in einer so einsamen Bucht gewesen, dass wir keinen Internetempfang mit dem Handy hatten ;-) Wir holen den Eintrag dann so rasch wie möglich nach.

16.8.2017 Marina Kornati, Biograd na Moru

Unsere erste Nachtfahrt war ein voller Erfolg. Die Kinder saßen im Schlafanzug im Cockpit (wir sind ja erst um halb 11 los gefahren) und wir sind über das stille Meer an zwei kleinen grünen Leuchtfeuern und an einer kleinen Insel vorbei gefahren.

Um fünf nach 11 war dann der Anker unten und der Motor aus; fast genau an der gleichen Stelle wie zwei Nächte zuvor.

Iris und ich haben dann noch kurz im Cockpit gesessen und die Stille genossen.

Heute morgen war es auch ganz ruhig. Nicht nur da Wasser sondern auch im Schiff. Erst kurz vor 9 habe ich es mit leichtem gepolter geschafft, ein paar der Crew aufzuwecken.

Nach einer Runde schwimmen und - für mich zumindest - Wasserpass putzen, haben wir dann gefrühstückt und sind um halb 12 losgefahren. Noch hinter der Insel haben wir die Kinder noch an der Leine hinterher gezogen.

Anna durfte heute zum ersten Mal mit tonttu anlegen; ohne Bugstrahlruder (und ohne Wind). Da haben nicht nur wir uns gefreut, sondern auch der Nachbar gegenüber hat applaudiert :-) Um halb eins waren wir dann wieder sicher an unserem Platz festgemacht und haben einen schönen Törn mit immer wieder guten Wind und tollem Wetter sicher hinter uns gebracht.

Der Nachmittag ist mit aufräumen, putzen und tonttu für die kurze Pause fertig machen verplant.

Jetzt, zwischen 4 und halb 6 Nachmittags sind wir an den Strand nebenan gegangen und die Kunder haben sich ein Kajak (für 2) ausgeliehen und paddeln abwechselnd damit herum. Zwischendurch gabs ein kühles Getränk in der Strandbar:

Zum Abschied gehen wir heute Abend nochmal in Biograd essen (in einem für uns neuen Restaurant aus TripAdvisor) und morgen fahren wir gegen 09:00 Uhr los nach München.

Bis demnächst dann wieder!!!

15.8.2017 Sv. Filip i Jakov bzw. Mali Duzac

Heute morgen war dann alles ganz ruhig, denn der NW-Wind hat komplett nachgelassen. Also sind wir nach dem Frühstück gleich um die Ecke gefahren und haben uns eine der Bojen vor dem Nordstrand geschnappt (an denen gestern Abend die Schiffe ganz schön gebeutelt wurden; die meisten sind auch nicht über Nacht geblieben) um nochmal zur Hukana Matata Beach Bar zu gehen und zu schwimmen.

Lara und Luca mussten an Bord bleiben, da sie sich vorher so darum gezankt haben, wer zuerst die Badeleiter hoch oder runter darf, und sich dann gegenseitig auf der Badeplattform geschuppst haben. Mit dem Effekt, dass der Terminal des Steuerbord-Drahtes (der nicht ausgetauscht worden ist, da er der einzige noch ganze war), abgebrochen ist!

Der Rest ist mit dem Dinghi rüber gefahren und wir haben es uns für 45 min sehr gut gehen lassen, mit Cappucchino für Mama und Papa und Eistee/Sprite für die Kinder. Und mit dem Kajak sind Anna und Luis dann auch noch gefahren.

Gegen 11 sind wir dann los gefahren nach Norden. Das Ziel war Sukosan (die Marina Dalmacija) zum tanken und danach mit schönem Rückenwind wieder zurück segeln.

Hat wunderbar geklappt, inklusive Eiskaufen an der Tankstelle in der Marina.

Eigentlich wollten wir dann an der Herzinsel (die oft auf den Werbeplakaten vom kroatischen Tourismusverband abgebildet wird) ankern zum Baden, da war uns aber entweder zu voll (nördlich der Insel) oder zu windig (südlich der nächsten Insel.

So haben wir dann zwischen den zwei Inseln gegenüber von Turanj geankert und den späteren Nachmittag verbracht.

Kurz nach 18 Uhr haben wir dann dort den Anker wieder hochgezogen und sind hier rüber nach Sv. Filip i Jakov, dem Wohnort von Jure gefahren. Mit Jure und seiner Familie sind wir hier heute Abend zum Abendessen verabredet. Eigentlich sollte hier ausreichend tief sein an der Mole, aber irgendwie stimmen die Karten nicht ganz. Statt knapp 4m Wassertiefe sind es lauf Echolot nur 2,8m Wassertiefe. Aber wir haben ja noch ein wenig Sicherheit (der Einbauort des Echolots ist ja ein wenig unter der Wasserlinie und das habe ich bewusst nie kompensiert) und ausserdem ist gerade fast Ebbe. Es wird also besser…

Und nach dem Abendessen wollen wir ja dann sowieso ablegen und wieder rüber fahren an den Ankerplatz von vorgestern.

Ansonsten liegen wir hier ganz gut. Auch wenn der Wind noch mit knapp 15kn von NW (also ziemlich genau von vorne, entlang der Mole) kommt. Wir haben gut mit Fendern, Leinen und Springs gearbeitet (viel mehr als die beiden Ausflugsboote vor und hinter uns, aber das ist halt Touriseglerparanoia bei mir).

Und hier, rechts hinter Anna und Lara sieht man das Restaurant Rhea, in das wir nachher gehen werden (das mit der Terrasse).

Von unserer „ersten Nachtfahrt“ berichte ich dann morgen…

14.8.2017 Vrgada

Wir sind nicht lange hinter Mali Duzac geblieben sondern haben nach lange Ausschlafen, Frühstück und einmal kurz ums Boot schwimmen den Anker hochgezogen und sind nach Vrgada gefahren.

Inzwischen sind die beiden Bauwerke der Jungs (von Luis eine Ritterburg und von Luca eine Kugelbahn) schon ziemlich weit gediehen. Allerdings ist unser Klebstoff- und Tesavorrat im gleichen Masse geschrumpft:

Kurz vor Vrgada ist es dann nochmal ziemlich windig geworden, und zwar aus West, was ja gar nicht angesagt war. Deshalb haben wir eine Boje auf der Südseite der kleinen vorgelagerten Insel gesucht und auch gefunden. Eigentlich wollten wir ja vor der Hakuna Matata Beach Bar eine Boje nehmen, das wäre aber zu schaukelig geworden.

Auf der Beach-Bar Seite:

Auf unserer Seite:

Eine Weile nach uns kam dann noch ein anderes Segelboot mit einem Skipper an Bord und einer sehr wilden Crew. Eine hatte einen orangenen Ganzkörperanzug an und eine/einer andere/r hatte einen silberfarbenen Badeanzug an.

Später sind wir dann mit dem Dinghi zum Strand gefahren und haben die Beach Bar zum ersten mal besucht. Sehr schön da, wir werden sicher wieder kommen:

Und im Wasser davor konnte man richtig cool in den Wellen springen:

Und zum Abschluss mussten unsere Zwerge dann noch alle auf irgendwelchen Felsen unter dem Sandabbruch posen:

All zu weit in Richtung Ort habe ich sie allerdings nicht gehen lassen. Denn wie lange der Baum da noch oben steht, vor allem beim aktuellen Wind???

Jetzt sind wir wieder zurück an Bord und machen heute ein Resteessen. Denn morgen Abend werden wir mit Jure und seiner Familie in Sv. Filip i Jakov essen gehen. Wenn das Wetter es zulässt, dann legen wir dort an der Stadtmole an und fahren dann im Dunkeln nochmal rüber um hintger Mali Duzac zu ankern.

Was für ein Abenteuer!

13.8.2017 Mali Duzac, vor Pasman

Wir haben wieder nur wenig bzw. unruhig geschlafen, da die Party diese Nacht noch länger angedauert hat. Die heutige Band war zwar besser, hat aber dafür bis kurz nach 5 gespielt!

Egal, wir wussten ja was auf uns zu kommt und hatten uns entschieden wegen des angesagten Windes nicht raus zu fahren. War zwar dann doch nicht so schlimm, aber sicher ist sicher.

Auf jeden Fall haben wir dann, als es ruhig wurde, wenigsten lange geschlafen. So haben wir erst um ca. 10 Uhr gefrühstückt und es dann auch weiter gemütlich angehen lassen. Denn angesichts der Wettervorhersage mit immer noch einigermassen kräftigen Winden erst aus NW und dann aus NE wollten wir nur um die Ecke in die Telascica Bucht und dort mal die Bojen im nördlichen Teil ausprobieren.

Auf dem Weg dorthin habe ich dann nochmal kurz nachgesehen, ob das mit dem online Kauf der Nationalparktickets für den Telascica Nationalpark auch gut funktioniert - denn wir hatten vor das Ticket erst zu kaufen, wenn wir auch wirklich eine Boje gefunden haben und bleiben wollen - und musste feststellen, dass man das Ticket zwar online kaufen kann, aber nicht mehr am gleichen Tag sondern nur mindestens einen Tag im Voraus.

Also haben wir Telascica gestrichen (beim Kornati Nationalpark ist es übrigens genauso) und sind weiter nach Zut gefahren. Dort wollten wir nachsehen, ob beim Bain jetzt wirklich ein offizielles Bojenfeld ist - nein - und ob wir einen Platz an einer der Bojen etwas südlich in den östlichen Buchten finden. Auch Fehlanzeige: Alles belegt.

Dann halt weiter rüber nach Pasman in die Bucht Landin. Auch dort alle Bojen besetzt oder „reserviert“ mit Dinghis und anderen Gegenständen.

So mussten wir uns etwas frustriert entscheiden weiter in Richtung Biograd zu fahren. Entweder dort in die Marina oder hinter den beiden kleinen Inselchen Veli und Mali Duzac gegenüber ankern. Wir brauchten ja etwas wo wir bei NW und NE Winden geschützt liegen und ich mal wieder durchschlafen kann.

Somit sind wir heute statt 1:25 h dann doch tatsächlich 3:45 h gefahren und zwar unter Motor, obwohl teilweise Wind war. Jedoch dachten wir ja immer „jetzt sind wir gleich da“…

Egal, hier hinter Mali Duzac ist es nett und ich geniesse gerade nebenher den Sonnenuntergang während Lara und Luis abspülen und Iris in ihrem Buch weiter liest.

Vorhin beim Schwimmen haben Anna und Iris noch einen Wasserball vorbeitreiben sehen und versucht ihn zu holen. War ziemlich schwierig, da der Wind zu dem Zeitpunkt gerade mit über 15kn geweht hat und der Ball schnell abgetrieben ist. Zum Schluss hat dann noch ein Motorbootfahrer geholfen und ihnen den Ball die letzten 50m entegengebracht. Dabei hat er sie noch ermahnt, dass es etwas gefährlich sei hier frei zu schwimmen, weil die Motorbootfahrer hier oft schnell vorbeifahren. Na wenigstens einer, der es merkt …

Wenn die Kinder noch ordentlich aufräumen, dann dürfen sie auch noch etwas Sternschnuppen gucken, denn gestern und heute soll ja die höchste Sternschnuppendichte sein dieses Jahr.

Wir wissen noch nicht genau, wass wir morgen machen werden, aber irgendwas schlaues fällt uns schon noch ein, abhängig vom Wind und Wetterbericht morgen.

12.8.2017 Sali, Dugi Otok

Ja, richtig gelesen. Wir sind immer noch in Sali. Nicht, weil die Nacht so ruhig und erholsam war - bis um kurz nach 5 ging die Party auf der Mole vor unserem Boot - sondern weil recht starker Wind angesagt war für heute tagsüber (NW) und dann nachts (NE). Auf den starken NE warten wir noch, aber der NW war wohl draussen doch recht kräftig. Zumindest hat ein Segelboot, das um 11 Uhr reingekommen ist von 40kn in den Kornaten erzählt.

So haben die Jungs und ich erst mal beim Bäcker Frühstücksgebäck geholt und den örtlichen Friseur abgecheckt (hat aber erst ab 16:00 Uhr offen am Samstag).

Anna hat gar nicht gefrühstückt, sondern bis 11 Uhr geschlafen und dann gleich aufs Mittagessen gewartet.

Am frühen Nachmittag waren wir kurz schwimmen und ansonsten haben die Kids die Zeit mit shoppen verbracht. Ich möchte gar nicht wissen wie oft sie auf der anderen Hafenseite beim „Wassershop“ waren (der Laden, in dem es von Luftmatratzen bis zu Wasserspritzpistolen alles möglich gibt). Gekauft haben sie dort aber nichts. Dafür hat das Taschengeld wohl nicht gereicht.

Aber im Supermarkt und im Laden in dem es kleine Andenken und Postkarten sowie Briefmarken gab sind sie öfter eingekehrt.

Natürlich durfte auch ein Besuch in der Eisdiele nicht fehlen.

Ich habe am Nachmittag noch etwas das Dinghi geflickt (mal sehen ob wir es noch eine Saison durchbekommen) und ansonsten ist nicht viel passiert.

Da wir uns wieder auf einen lauten Abend eingestellt haben und die Kinder sicher auch wieder etwas länger wach sind bzw. weniger Schlaf bekommen, haben wir uns entschieden sie hier an Bord zu bekochen und danach nur zu zweit essen zu gehen.

Hat auch alles gut geklappt. Nur geschlafen haben sie natürlich noch nicht. Ist aber auch ok bei dem Angebot: Feuerwerk über dem Hafenbecken, kleine Fischerboote mit Laternen im Hafenbecken und die Trommel- und Kuhhorntruppe wieder rund um das Hafenbecken. Da sind sie natürlich alle an Deck gestanden und Anna hat mit unserer Spiegelreflexkamera auch eifrig photografiert.

Martinsumzüge gibt es auch in Kroatien:

Die Stadtbücherei von Sali:

Jetzt sind wir auch wieder zurück und haben uns noch kurz mit unseren australischen Bootsnachbarn unterhalten, die unseren Nachwuchs so nett und witzig (und brav!) fanden, dass sie sich die Show angesehen haben anstatt zum Essen zu gehen. Ihre Tischreservierung haben sie sausen lassen, da unsere Zwerge mit Bettdecke und Kamera-action auf dem Vorschiff zu niedlich anzusehen waren :-)