Tag 56 (26.6.2012)
Hallo, wir sind jetzt in Schwarzberg angekommen. Dem Land in dem laut Karl May die berühmten Schwarzfussindianer leben.
Nee, Quatsch! Wir sind seit heute am frühen Nachmittag in Montenegro.
Ihr wollt wissen, wie wir hierhin gekommen sind? Na dann…
… Am morgen musste ich erst mal das restliche kroatische Geld los werden. Also habe ich Brot und Gebäck fürs Frühstück gekauft. Das war noch nicht genug, also bin ich zu dem kleinen Gemüsemarkt und habe Tomaten, Gurken, Kirschen, Feigen, Blaubeeren und Blattsalat geholt. Immer noch nicht genug. Also ab in den kleinen Supermarkt gegenüber und Alkohol besorgt. Das trägt sich auch nicht viel schwerer, kostet aber mehr und man kann es immer mal gebrauchen.
So habe ich es geschafft unsere restlichen Kuna bis auf 70 Lipa auszugeben. Denn wenn wir das nächste mal in Kroatien sind haben die wahrscheinlich auch schon den Euro.
Danach ging es zum Hafenkapitän zum ausklarieren und zum Zoll. Und dann konnten wir endlich weg.
Auf der Fahrt nach Süden hatten wir dann auch noch schönen Wind, so dass wir bis kurz vor Herzeg Novi in Mobtenegro gesegelt sind. An der Grenzlinie hatten wir kurz Probleme die richtige Flagge zu finden, aber ein Vergleich mit dem Wappen vom Ministerium für Tourismus von Montenegro auf einer Broschüre, die ich aus dem Internet runtergeladen hatte, gab Gewissheit. Wäre schon etwas peinlich gewesen mit der Albanischen Flagge in Montenegro einzulaufen
Fast so peinlich wie der Engländer vor uns, der die Flagge von Montenegro erst vor Ort gekauft hatte (die Sekretärin des Hafenkapitäns hat gründlicher Weise welche zum Verkauf angeboten) und diese dann auf dem Kopf gehisst hat. Als er den Zöllner gefragt hat, ob jetzt alles richtig wäre, meinte dieser nur lächelnd: jetzt setzt der Adler zum Landeanflug an!
War also alles ganz unterhaltsam beim einklarieren.
Cool, eine Militaeranlage mit einer Luxusyacht dran. Wird wohl die des Generals sein, oder seines Bruders
Wir sind dann nur noch in die große Bucht von Herzeg Novi gefahren und Ankern dort jetzt ganz alleine auf perfektem Ankergrund (gut haltender Sandboden der ewig langsam ansteigt) und werden von der Disko und dem Rummelplatz (beide einen halben bis einen km entfernt) beschallt. Irene nannte es schon „Ballermann von Montenegro“!
Ach ja, zum Abendessen haben wir mal wieder Fajitas gemacht (denn Irene und Martin haben netter Weise Tortillas mitgebracht) mit Hühnchenfleisch mit Ananas und Zwiebeln angebraten, Käse, Guacamole, Sauerrahm, Mais, Bohnen und Blattsalat. Also einheimische Küche, so wie sie Karl May für die Schwarzfussindianer beschrieben hat.
Und danach habe ich tonttu eine komplette Aussenrumpfwäsche mit Spülisalzwasser verpasst und danach mit Hilfe der Tauchpumpe (danke Christian und Rasa) wieder blank gewaschen. War auch dringend nötig.
Wir surfen hier jetzt übrigens mit einem sündhaft teuren 7 Tage und 10 MB Internetpaket von Vodafone mit Iris Handy. Deshalb also keine Bilder … Und das ausgerechnet heute, wo tonttu doch endlich bayerisch beflaggt ist, dank Mark und Martin. Darauf haben Iris und Irene heute dann noch einen Spritz getrunken und aus dem ein oder anderen Seglermund erschallte die Bayernhymne. A bissl Patriotismus darf ja sein…