Tag 57 (27.6.2012)
Ein ereignisreicher Tag …
Erst hat es ab 05:00 mit Windboeen von knap 20kn angefangen. Nichts extremes, vor allem da wir ja in der weiten und Ebenen Bucht mit super Sandgrund sehr sicher vor Anker lagen. Aber wenn man im Cockpit schlaeft wacht man halt unweigerlich auf und es faellt dann schwer bei Helligkeit und den Windgeraeuschen wieder einzuschlafen.
Nach dem Fruehstueck sind Irene, Martin und die Maedels noch mit dem Dinghi zum Strand gefahren und haben dort angeblich Water-Aerobic gemacht. Martin meinte noch ich haette auch mit gehen sollen, denn dort waren viele (aeltere ?) Maenner, die sich - besonders die Gelenke - mit Schlamm eingeschmiert haben… Das waere vielleicht fuer mein Knie nicht schlecht, denn seit vorgestern Abend tut der Schleimbeutel im linken Knie wieder sehr weh.
Wir anderen sind dann eine dreiviertel Stunde spaeter mit dem Boot so weit wie moeglich entgegen gekommen um sie abzuholen und in Richtung Kotor loszufahren. Denn der Wetterbericht hat fuer den Nachmittag nochmals starke Boeen vorhergesagt (hat dann nicht gestimmt) und ich wollte vorher ankommen und fest gemacht haben.
Bunkeranlagen unterwegs (fuer Schiffe oder auch fuer U-Boote, wie in Lastovo?):
So sind wir also teils unter Motor teils unter Vorsegel ganz hinter in die fantastische Fjordartige Landschaft gefahren. Eigentlich sieht es fast aus wie kurz vor dem Felbertauern aber man ist im Wasser!
Das Oertchen Perast und die Kloster davor:
Wir sind dann noch an den beiden Klosterinselchen vor Perast vorbeigekreuzt unter segeln und dann hinter nach Kotor gefahren.
Anna als Windsbraut:
Gegen 15:00 Uhr kamen wir dort an und haben uns sehr vorsichtig an die Mole getraut. Denn im Hafenhandbuch stand es waere nur 2 m tief aber der Mann an der Mole hat steif und fest behauptet es waere sehr tief. Dem war schlussendlich auch so, nicht 2 m sondern 5.5 m!
Da lagen wir also mit vielen (3) Moorings festgemacht und haben gleich den leeren vorderen Tank gefuellt und wollten uns gerade auf den Weg machen in die Stadt, als Iris festgestellt hatte, dass vorne aus unserem Bettkasten Wasser rinnt. Der Tank hat oben am Einfuellstutzen einen Riss.
Der Riss am Einfuellstutzen:
Das Wasser trieft vom vollen Tank:
Eine riesen Sauerrei! Wir sind aber trotzdem erst mal in die Stadt Kotor gegangen, die uebrigens sensationell ist. Ich kann nur jedem empfehlen eine Woche Urlaub in Montenegro zu verbringen. 2 Tage Kotor und Golf von Kotor und dann noch ein wenig Strandurlaub in Budva oder so. Wir sind von halb 5 bis kurz nach 6 durch die Altstadt getiegert und haben immer wieder die wunderschoenen alten Bauten, engen, verwikelten Gassen und tollen, ueberraschenden Ausblicke auf die steilen Berge rund herum und insbesondere hinter der Stadt genossen. Direkt hinter der Stadt zieht sich die Stadtmauer den steilen Berg hoch mit mehreren Zwischenmauern und vielen Wehrtuermen. Nicht ganz klar wer da wovor geschuetzt werden sollte in dem steilen Gelaende (vor allem, da die meisten Mauern so aussehen als waere unten aussen…) aber unwahrscheinlich imposant anzusehen.
Kurz nach 6 haben wir dann direkt beim Nordtor ein super Fischrestaurant gefunden und dort geschlemmt. Vorspeisen und Hauptgaenge fuer 4 Erwachsene (Thunfischsteaks, Calamari mit Scampi gefuellt, Fleisch) und eine Art Cordon Bleue ohne Panade fuer die Maedels mit Getraenken fuer schlappe 112 EUR. Da sagste nix …
Iris und ich sind dann mit den Kindern frueher zurueck gegangen und haben die Kinder ins Bett gebracht (Iris) und den Tank mit Sikaflex abgedichtet und die Bilgen im Vorschiff um mehrere hundert Liter Suesswasser erleichtert (Mark). Jetzt haben wir auch Feierabend und sitzen hoffentlich bald alle im Cockpit zusammen.
Martin und Irene kamen gerade zurueck. Sie sind tatsaechlich noch die Festungsmauern auf den Berg hoch gestiegen. Eine halbe Stunde haben sie (nur) gebraucht, Respekt! Aber sie haben den super Blick genossen und koennen uns jetzt erzaehlen was wir verpasst haben.
Na, also wirklich ein ueberaus ereignisreicher Tag. Suesswasser im Schiff (immer dem Salzwasser meilenweit bevorzugt), sensationelle Stadt gesehen, Fehler im Hafenhandbuch korrigiert und …
… zu guter letzt haben wir dann auch noch gesehen, dass unser linker Nachbar von vorgestern in Cavtat, die FlaminGo heute unser rechter Nachbar ist. Es fahren doch alle die gleichen Kreise …