Tag 16 (17.5.2012)
Heute war ein super Segeltag mit einer Schattenseite.
Wir sind nach einem ausfuehrlichen Fruehstueck (Opa Franz ist mit den Maedels Croissant und „Semmeln“ holen gegangen) und einem Waschgang (Iris wollte tonttu dann doch nicht beleidigen und hat sich entschieden nicht die kostenlose Grosswaschmaschine mit Trockner in der Marina zu verwenden) sind wir dann bei langsam nachlassendem Wind (es hatte aber immer noch knapp 20kn) ausgelaufen in Richtung Losinj.
Bei um die 20kn Wind (Richtung: Etwas achterlicher als Steuerbord querab, wie man unter Seglern sagt.) wieder mal nur mit dem Vorsegel sind wie bei 3-4er Welle mit bis zu 8.3kn Richtung Cres Suedspitze und dann weiter Richtung Veli Losinj gesaust.
Dort habe ich leider den Fehler begangen anzunehmen, der Wind und die Wellen haben schon genug abgeflaut um nach Veli Losinj rein zu fahren. Grosser Fehler! Leider reichte der Rueckwaertsschub von tonttu (ich vermute mal wegen Saildrive) nicht aus um rueckwaerts wieder aus dem wunderschoenen aber engen Hafen rauszufahren, in den Wind und Welle noch voll rein standen.
Also musste ich zu drehen versuchen und habe das mit voller Unterstuetzung von Bug- und Heckstrahlruder nur mit Muehe und Not geschafft, so dass wir quasi einen Notfalllaengsseitsanleger an der Mole gemacht haben. Das hat soweit eigentlich noch ganz gut geklappt, nur sind wir wegen der Schwierigkeiten beim drehen doch ca. 5m weiter in den Hafen hineingetrieben wollten als ich eigentlich anlegen wollte an der Mole und da war dann zu flach. Wir sind also zwei mal kurz mit dem Ruder aufgesessen. Schwerer Schock beim Skipper!
Wir haben dann alles kurz durchgecheckt als wir endgueltig festgemacht hatten und haben dann, nachdem wir das Ruder fuer unbeschaedigt erachtet haben wieder abgelegt um auf die andere Seite von Losinj nach Mali Losinj zu fahren. Die Umrundung war dann vergleichsweise ereignislos aber bei mir war die Stimmung doch sehr gedrueckt.
Morgen Mittag plane ich zum Ruder abzutauchen um mir den genauen Schaden anzusehen. Der Ruderschaft und das Ruderlager haben scheinbar nichts wirklich abbekommen. Ich rechne also nur mit Gelcoat- und GFK-Schaeden.
Tja, aus Erfahrung wird man klug.
- Sich nicht selber ueberreden, dass man ja „nur mal sehen will ob man dort sicher liegen koennte“.
- Sich niemals bei einem Saildrive Schiff auf die Rueckwaerts-Zugkraft verlassen sondern ggf. gleich Rueckwaerts einfahren, so dass man leicht bei einem Abbruch wieder vorwaerts raus kann.
- Nach einer laengeren Ueberfahrt mit Schiebewind unterschaetzt man (auch nachdem man einen Pruefkreisel gefahren ist) grundsaetzlich immer die Kraft die auch der nachlassende Wind und die Wellen noch haben.
Ist ja (diesmal) soweit alles gut gegangen, auch wenn ich waehrend der Aktion etwas laut geworden bin um meine super funktionierende Crew heraumzuscheuchen. Morgen werden wir jedoch (wir rechnen mit bzw. hoffen auf gutes Wetter) einen eher ruhigen Tag einlegen und evtl. nur nach Susak (eine reine Sandinsel) rueberfahren. Dort werde ich dann auch vor Anker das Ruderblatt untersuchen. Abends kommen wir dann evtl. nach Mali Losinj zurueck oder gehen in eine der umliegenden Buchten.