Tag 118 (3.9.2012)
Sorry, heute etwas später. Ich habe mich gerade noch lange mit unserem Nachbarn (ein Australier aus Fremantle) unterhalten. Der Rest schläft schon seit gut einer Stunde…
Wir haben uns heute von unserem sicheren Ankerplatz etwas westlich von Kap Sounion losreissen können. Laut der Wetterberichte sollte es ja am Nachmittag schon etwas besser werden und auf 5 Bft und weniger runter gehen.
Also haben wir uns um kurz vor 10 Uhr auf den Weg in Richtung Südspitze von Kea (ca. 16 nm) gemacht um danach um die Norspitze von Kythnos (weitere 8 nm) zu fahren und 3nm weiter südlich in den Hafen von Loutra zu gehen, der bei allen Winden sicher sein soll laut Rod Heikell's Hafenhandbuch.
Wir haben uns entschieden unter Motor zu fahren, damit wir die Jungs nicht unnötig lange quälen mit Ihrer Verbannung (inkl. Iris) nach unten in die Vorschiffskajüte. Denn es gab noch knapp 1.5 m hohe Wellen (vom höchsten zum tiefsten Punkt) und das von der Seite, also etwas sehr schaukelig.
Es lief ziemlich gut bis zur Südspitze von Kea. Dort war es sogar kurz etwas ruhiger, aber danach war ich überrascht, dass der Wind (und die Wellen) nicht mehr von Norden kam, sondern auf NNE bis NE gedreht hatte. Das passte so gar nicht mehr in meinen Plan, denn das könnte bedeuten, dass die Welle genau auf die Aussenmole vom Hafen Loutra stehen könnte, an der ich eigentlich längsseits festmachen wollte.
Also habe ich mich sicherheitshalber nach ein paar Alternativhäfen bzw. Alternativankerplätzen umgesehen. Aber davon gibt es ja in Griechenland leider meist recht wenig. Es hätte aber Ausweichmöglichkeiten auf Kythnos oder auf Serifos (eine Insel weiter südlich; allerdings die falsche Richtung) gegeben.
Wir sind aber nach viel geschaukel dann doch gut in der Bucht von Loutros angekommen und haben uns erst auf einen Laengsseitsanleger an der Aussenmole vorbereitet. Aber uns wurde sehr eindringlich empfohlen doch in den Hafen rein zu fahren, es wäre tief genug (auch an der Einfahrt, da war ich ja ursprünglich etwas skeptisch gewesen, da die Richtung Strand zeigt) und es gäbe einen guten Platz für uns innen.
Als wir dann nochmal etwas weg vom Hafen gefahren sind, um die Fender zur Hälfte auf die andere Seite zu bringen und die Heckleinen klar zu machen, hat sich doch glatt ein nach uns einfahrender Österreicher vorgedrängelt. Er hat auch überhaupt nicht auf meine Rufe reagiert…
Wir haben dann doch einen Platz innen ergattert, der allerdings weiter hinten lag als der ursprünglich geplante. Den hatten die Österreicher „geklaut“. Wir haben es aber dann doch geschafft in zwei Anläufen unseren Dampfer in dem Mini Hafen (ohne Bugstrahlruder, dass liess sich nämlich nicht ganz ausfahren) zu drehen und den Anker direkt neben einem gegenüber liegenden Motorboot (von hinten im Cockpit aus hatte ich schon fast Angst der Anker fällt IN das kleine Motorboot) auszubringen und rückwärts in die Lücke zu fahren.
Die Österreicher haben sich später auch entschuldigt. Sie dachten ich wollte aussen längsseits anlegen, deshalb sind sie vorbeigefahren… Warum ich sie dann aber angeschnautzt habe sie sollten gefälligst warten und nicht vordrängeln, dass haben sie wohl nicht gerafft.
Egal, wir haben einen guten Liegeplatz, waren dann noch in einer Creperie unser Mittagessen nachholen (unterwegs gab es nur Kekse und Apfelschnitze, da ich vergessen hatte Brote vorzubereiten vor dem ablegen) und die Kinder haben noch etwas am Sandstrand vor der Creperie gespielt. So haben wir die Zeit von 4 bis halb 6 rumgebracht und sind dann zurück zum Boot.
Dort haben Axel und ich noch (mit Hilfe eines Infoanrufs bei SüdostYachting) das Bugstrahlruder wieder zum laufen gebracht und danach sind wir alle Essen gegangen. Also nicht alle, die Jungs haben schon geschlafen und wir haben die Babyfon-WalkieTalkies mitgenommen und sind gleich in ein Restaurant am Hafen eingekehrt.
Das Essen war sehr gut, und die Wirtin hat uns auch noch im Internet auf der griechischen Web-Site die Fährverbindungen von Syros nach Mykonos rausgesucht. Wir werden nämlich morgen voraussichtlich hier bleiben, da der Wind auch morgen weiter mit 5 bis 6 Bft blasen soll und erst übermorgen nach Syros fahren (da soll der Wind auf 4 Bft abnehmen). Falls wir dann nicht weiter nach Mykonos wollen am Donnerstag, können die Kaltwassers immer noch mit der Fähre von Syros nach Mykonos um ihren Flug nach Athen zu bekommen.
Aber das ist eigentlich nur der Notfallplan. Entweder fahren wir übermorgen nach Syros und dann am Donnerstag nach Mykonos, oder wir fahren übermorgen zurück an die attische Küste und wir Rosas probieren es in einer Woche noch einmal…