Arbeits- und Relaxtag in Mykonos
Heute haben wir den Tag in Mykonos verbracht (wie geplant). Nach den 220 sm haben wir uns eine Pause verdient. Ausserdem mussten wir ja einiges „reparieren“.
Zuerst allerdings bin ich früh aufgewacht (und Stefan ganz kurz nach mir), weil der Wind am Morgen um halb 6 stärker geworden ist (22kn und in Böen 27kn; und das im Hafen, wohlgemerkt). Aber nach einem kurzen Blick über das Schiff habe ich alles für in Ordnung befunden und bin wieder ins Bett gegangen. Nur einschlafen konnte ich nicht mehr wirklich.
Also haben Stefan und ich uns um kurz nach 7 auf den Weg zum kleinen Minimarkt gleich in der Nähe gemacht und haben neben frischem Brot noch einige andere Lebensmittel eingekauft, die uns ausgegangen sind.
Nach dem Frühstück haben wir uns an die Arbeit gemacht. Zuerst habe ich die 160 Ampere-Sicherung ausgetauscht, die uns bei der Überlastung der Steuerbord-Elektrowinsch durchgebrannt ist. Zum Glück hatte ich noch eine als Ersatz an Bord. Wenn wir nicht vorsichtiger sind und uns noch eine durchbrennt, müssen wir halt von Hand kurbeln hat auch noch niemandem geschadet…
Danach war die Segellast und das Bugstrahlruder dran. Zuerst mal habe ich die halbe Segellast mit Frank und Stefan ausgeräumt, damit wir das untere Regalbrett wieder ordentlich von oben abhängen konnten. Da ist wohl einer der Serviceleute von TMS im Winter draufgestiegen. Dafür war es natürlich nicht ausgelegt.
Danach habe ich mich über das Bugstrahlruder hergemacht. In der rechten grauen Steuerungsbox ist eine schwarze Steuerungsbox von MaxPower (dem Bugstrahlruder-Hersteller) in der wiederum zwei Potenziometer sind mit denen man die Abschaltkraft einstellen kann für das hoch- und runterfahren. Ich habe den Poti für das runterfahren etwas gröber/stärker eingestellt. Bei einem anschliessenden Test ist das Bugstrahlruder wunderbar aus- und wieder eingefahren. Ich hoffe mal es lag wirklich daran und es gibt nicht noch ein anderes Problem. Wir werden es merken.
Also war der Vormittag schon mal recht erfolgreich. Wir haben dann noch das Scharnier für die Klappe für das Schapp (so heissen Schränke auf Schiffen) in dem die Töpfe sind wieder ordentlich angeschraubt, aber das waren ja dann schon nur noch Kleinigkeiten.
Einzig der Aussenfühler für die Haushaltswetterstation läuft immer noch nicht, aber ich glaube das können wir wirklich verschmerzen.
Ach so, die Reffleinen haben wir auch nochmal neu eingeschoren. Ich habe das nämlich am Dienstag falsch gemacht, so dass wir zwar gut reffen konnten, aber das Lazy-Jack-Bag nicht zu machen konnten
Genug gearbeitet. Dann sind Frank und ich erst mal an den Strand gleich neben der Marina zum baden gegangen. Oder genauer gesagt: Ich war baden, Frank war es nämlich zu kalt. Stimmt schon, es war wirklich ziemlich kalt. Ich war froh, dass ich nicht zum Bugstrahlruder runter tauchen musste.
Als ich mich dann auf dem netten runden Felsen im Wasser gesonnt habe (zum trocknen), kam eine grosse Fähre rein, die mit einem Powerslide sehr professionell angelegt hat. Wir haben begeistert zugesehen. Und dabei fast übersehen, dass die von dem Powerslide erzeugte Welle mein Handtuch und T-Shirt inkl. meiner Sonnenbrille vom Strand gespült hat. Aber wir haben alles noch erwischt (nass und salzig halt). Zum Glück war Frank ja nicht baden, also konnte ich mich mit seinem Handtuch abtrocknen.
Danach sind wir mit dem Bus in den Ort gefahren und haben klassich Gyros mit Pitabrot gegessen. Danach sind wir noch etwas durch die Gassen geschlendert und haben Mitbringsel geshoppt und die Seele baumeln lassen.
Um kurz vor 4 haben wir uns alle wieder in der super Eisdiele (scoop; WLAN-Zugangspasswort: lovescoop ) getroffen und geschlemmt.
Wir mussten dann mit dem Bus wieder zurück da kein Taxi zu bekommen war (das Taxi kostet 5€ für uns alle zusammen und der Bus 4.8€ für alle; allerdings bekommt man an der Marina kein Taxi), da um 18:00 Uhr das Wasser angeschaltet wird und wir den Tank wieder füllen mussten.
Während der Tankfüllaktion (das dauert bei dem wenigen Wasserdruck recht lange) gab es noch etwas Hafenkino zum mitmachen: Eine Segelyacht mit 4 Russen an Bord kam rein und hat beim anlegen ihren Anker unter den eines schon festgemachten Schiffs gehakt. Die wussten dann gar nicht mehr was sie tun sollten. Also bin ich auf das Schiff gesprungen, das festgemacht war und unter dessen Ankerkette sie hingen und habe ihnen geholfen mit einer Vorleine an diesem Schiff festzumachen um den Anker mit einer Leine unter der gefangenen Kette wieder frei zu bekommen. Das das fast keiner mehr lernt heute ist schon traurig.
Es hat ziemlich lange gedauert, weil die Russen bis auf den Skipper keinerlei Ahnung hatten (die wussten nicht mal wie sie die Festmacher ordentlich belegen und wieder los machen) und auch noch jeder Zuschauer meinte mitreden zu müssen (vor allem die Schweizer auf dem Nachbarschiff).
Irgendwann waren sie dann festgemacht und wir konnten wieder zurück an Bord und haben noch das Deck abgespritzt. Das wird nicht lange vorhalten, denn der Wind bläst den Sand ziemlich kräftig über das Deck, aber es hat tonttu sichtlich gefallen
Jetzt duschen wir noch selber und fahren dann um 20:15 mit dem Bus wieder in die Stadt zum Abendessen. Und morgen Vormittag geht es die 18 sm nach Syros bei (hoffentlich) Halbwind (also von der Seite) und nicht zu hohen Wellen. Aber ein feuchter Ritt wird es auf jeden Fall.