Wir sind im Juli/August diesen Jahres nochmal als Familie 2 Monate auf tonttu unterwegs (bevor Anna im September in die Schule kommt).
Wie letztes Jahr werden wir wieder jeden Abend einen Eintrag in unser bLogbuch schreiben und dort berichten wo wir sind und was wir an diesem Tag so alles erlebt haben.
Wenn mal kein aktueller Eintrag vorhanden ist, dann bitte nicht verzweifeln, denn dann sind wir in einer so einsamen Bucht gewesen, dass wir keinen Internetempfang mit dem Handy hatten Wir holen den Eintrag dann so rasch wie möglich nach.
Wir haben uns ja dieses Jahr entschieden in Grüppchen zu tonttu zu kommen für unseren diesjährigen „grossen“ Törn.
Deshalb bin ich (Mark) gestern Abend (Samstag, 22.6.) mit dem Flieger von München nach Corfu gekommen. Nach einer unspektakulären Taxifahrt (das kann auch anders sein in Griechenland; siehe unsere Anreise vom Flughafen in Preveza nach Levkas zur Marina dort vor 4 Jahren ) war ich dann um viertel vor 10 Uhr Abends (Corfu ist ja eine Stunde weiter) in der Marina bei tonttu.
Alles sah gut aus und ich bin über ein Nachbarboot (in München „registriert“) an Bord gekommen und habe nach kurzen Checks noch schnell das Landstromkabel ausgelegt und bin dann um halb 11 beim Abendessen gewesen in einem der Marinarestaurants.
Dort wollte ich dann auch mit Iris telefonieren (bzw. FaceTime) aber das war gar nicht so einfach, denn dort wurde gerade eine griechische Hochzeitsfeier abgehalten.
Kurz vor Mitternacht (Ortszeit) bin ich dann ins Bett. Bis dahin war der Innenraum auch einigermassen runtergekühlt.
Heute früh gab es dann erst mal einen Espresso (ich habe den Rest der Wasserflasche aus dem Restaurant mitgenommen) und eine Scheibe Brot (auch aus dem Restaurant geschnorrt)
Das erschien mir aber irgendwie zu wenig und ich bin dann doch erst mal vor in eines der Cafés zum frühstücken gegangen.
Nach dem Rühreifrühstück habe ich einen Motorroller für zwei Tage ausgeliehen und noch schnell im Marina-Supermarkt einen ein paar gekühlte Sachen (Butter, Wurst, Käse) eingekauft und an Bord zurück gebracht.
Danach habe ich mich auf den Roller geschwungen und den Ort nach Geschäften abgesucht, die offen sind. In einem kleinen Supermarkt habe ich noch das nötigste eingekauft (unter anderem etwas Wasser und andere Getränke) an Bord gebracht.
Mit dem Roller bin ich dann etwas die Küstenstrasse entlang nach Norden gefahren (ein wenig Sightseeing) und habe um 12 in einem kleinen Örtchen Pause gemacht und einen griechischen Salat gegessen. Ja, die nennen den griechischen Salat hier auch „griechischer Salat“. Eigentlich ziemlich einfaltslos. Die Wiener nennen die Wiener Würstchen ja schliesslich auch „Frankfurter“ oder einfach „Würstchen“
Um zwei war ich dann wieder zurück und habe angefangen an Bord zu basteln.
Zuerst habe ich das neue Grafikdisplay (das an Backbord, an dem man die Geschwindigkeit und Tiefe ablesen kann hat ja immer wieder gesponnen), welches ich im Austausch von Simrad bekommen habe eingebaut. Das ging ziemlich reibungslos…
Danach habe ich das ebenfalls ausgetauschte WR20 (die „Fernbedienung“ für die Navigationselektronik) in Betrieb genommen. Das war etwas komplizierter. Denn ich musste es ja mit der Bluetooth-Basisstation koppeln. Die ist dummerweise ziemlich unzugänglich verbaut…
Aber am Schluss hat es alles geklappt und ich habe die Fernbedienung noch fertig konfiguriert.
Als nächstes habe ich mich den Armaturen in den Bädern und an der Spüle gewidmet und sie mit Chrompolitur behandelt. Allerdings hat das nur bedingt geholfen. Die werde ich wohl auch noch reklamieren müssen Die sind definitiv nicht tauglich für ein Schiff im Salzwassermilieu. Vor allem die Seifenspender und deren Halter sind total daneben (verchromtes Plastikzeugs aus dem Baumarkt; dort habe ich ja auch den eigenen, dritten für die Spüle gekauft).
Vor der Politur:
Nach der Politur:
Das und einige Aufräumarbeiten haben mich bis kurz vor 5 beschäftigt und dann habe ich mich zur Poolbar begeben, geduscht und eine runde geschwommen. Das war echt nötig, so aufgeheizt war ich. Wir hatten heute Nachmittag 36.3 Grad im Schatten im Cockpit. Im Schatten, wohlgemerkt!
Ach ja, den neuen Aussentemperaturfühler habe ich auch in Betrieb genommen. Und den neuen Rauchmelder, der alte hat ja gesponnen. Auch aus dem Baumarkt, aber bei einem 10€ Teil habe ich ja auch nicht den Anspruch, dass es wirklich sehr lange hält auf einem Schiff…
Von der Pool Bar aus habe ich via WLAN und FaceTime wieder meine leicht erkrankte Familie zu Hause gesprochen und gesehen. Ich hoffe es sind bald wieder alle Gesund.
Im Moment macht mir das Wetter etwas Sorgen. Um kurz vor 5 hat es angefangen zu wehen. Und zwar mit erst bis zu 20kn und später (so gegen 7 Uhr) mit 30/31 kn. Das ist ja kein Problem in der Marina, aber es soll morgen und Dienstag auch noch ein oder zweimal so wehen Nordwestlich von Corfu. Damit muss ich meine Abfahrt wohl auf Mittwoch früh verlegen.
Ich halte Euch auf dem Laufenden…
Jetzt bin ich mit dem Roller nach Corfu rein gefahren und werde dort gleich etwas essen gehen!
Mann, ist das heiß hier!!!
Heute um 14:30 Uhr habe ich 38,6 Grad im Cockpit im Schatten gemessen. Nicht mehr schön, wenn man was tun sollte am Schiff…
Diesmal habe ich an Bord gefrühstückt. Ich hatte zwar gestern kein Brot gekauft aber nach dem Abendessen (wieder mal hervorragend im Restaurant vom Corfu Yacht Club im Hafen Mandraki) erfolgreich welches erschnorrt
Gleich danach habe ich dann erst mal vom Blue Café aus per Internet mit meinem Spatz gesprochen und auch Emails gelesen und Wetterbericht angeschaut. Dabei habe ich eine Frappé genossen.
Bei einer Motorservice-Firma außerhalb der Marina konnte ich die beiden Feststellschrauben der Steuerruder abgeben. Die lassen dort jeweils einpasse Zentimeter anschweißen, so dass man die Ruder auch wieder feststellen kann. Irgendwer bei Hanse hat die abgesägt, weshalb sie keine Wirkung hatten. Auch in die kleinen Querstangen vom Kühlschrank machen sie Gewinde rein. Dann kann ich sie ordentlich festschrauben, denn die Plastikstöpsel halten einfach nicht und sind zum Teil schon verloren gegangen.
Ich bin mal wieder Hausmeister Kunze an Bord
Nachdem ich dann bis inkl. Dienstag in der Marina gezahlt hatte, den Kontrollservice für tonttu während der letzten Wochen bezahlt habe und die Crewliste bei der Hafenpolizei geändert habe, bin ich dann mit dem Roller zum Friseur gefahren. Die Haare waren einfach zu lang für die Hitze. Das letzte mal war ich aber auch vor dem Überführungstörn, also noch im April
Über Mittag war ich dann im Lidl zum zweiten Einkauf. Morgen muss ich wohl nochmal einkaufen. Man bekommt einfach nicht so viel auf einen Roller und in meinen großen Rucksack!
Nachdem ich dann noch Glasfibermatten zur Verstärkung der beiden Klappen im Cockpit und ein Auge an dem ich die Reissleine der Rettungsinsel anbinden will gekauft habe, habe ich an Bord etwas Käse und Brot zu Mittag gegessen und mich dann um die Winschen gekümmert. Die habe ich zerlegt, geputzt und neu gefettet.
Dann habe ich noch eine ausführliche Motorkontrolle inkl. Getriebe durchgeführt und den Loggeimpeller gereinigt.
Es war dann schon 4 und ich war fertig. Nicht mit den Arbeiten, aber wegen der Hitze. Also habe ich nur noch kurz die Backskisten ausgeputzt und eine neue Gasflasche gekauft und bin dann zur Pool Bar zum Duschen und etwas kaltes trinken und natürlich wegen der Internetverbindung.
Ich fahre also definitiv erst am Mittwoch weg, denn morgen wird es zu windig. Hoffentlich ist es am Mittwoch besser und die Wellen sind schon einigermaßen weg…
Um halb 5 bin ich dann nach Corfu reingefahren und habe etwas gebummelt und jetzt sitze ich zum Abendessen an der Wasserfront und nutze mal wieder „Free WiFi“
Ich bin für griechische Verhältnisse etwas früh beim Essen, aber ich habe dummerweise noch die Sonnenbrille auf und sollte also vor der Dunkelheit wieder an Bord sein
was ich hier erledigen wollte.
Bin heute noch ganz gut hin und her getourt mit dem Roller um alles zu organisieren, aber es hat dann doch noch alles geklappt, mit den üblichen griechischen Verzögerungen. Aber auch daran gewöhnt man sich und man kalkuliert es ein.
Ich war auch noch ein letztes mal einkaufen. Diesmal bei einem grossen griechischen Supermarkt, da ich ja Auberginensalat besorgen sollte (Auftrag von Iris). Aber leider bin ich da nicht wirklich fündig geworden. Nur Auberginenpaste (mit Feta drin). Nicht ganz das gewünschte, aber es wird schon passen.
Ansonsten passt jetzt alles. Nur der Wind muss heute Nacht noch (wie angekündigt) nachlassen. Dann kann ich morgen planmässig um 03:00 Uhr losfahren und komme spät Abends in Durrës an. Aber ob ich es dort noch schaffe einen Logbucheintrag zu machen, kann ich nicht garantieren. Da brauche ich ja erst mal Internet! Keine Sorge, ich bin unter voller Kontrolle. Ich werde ab 07:00 Uhr (Eure Zeit) Iris alle zwei Stunden eine SMS schicken wo ich bin und wie Wind und Wetter sind. Das habe ich Ihr versprochen
Morgen gibt bzw. Übermorgen früh gibt es dann einen ausführlichen Bericht von der langen Überfahrt! Heute gehe ich früh ins Bett, die Nacht wird ja kurz.
Tja, heute habe ich wirklich etwas getan für's Geld. Ach so, wer bezahlt mich eigentlich dafür
Eigentlich war der Wecker ja auf 02:45 gestellt, da ich um 03:00 auslaufen wollte. Aber irgendwie bin ich schon um 02:00 wach gewesen und da ich nicht mehr einschlafen konnte habe ich mich entschlossen früher los zu fahren.
Ich habe kurz alles vorbereitet und per Funk die Marina angerufen und um Hilfe gebeten. Es ist einfacher, wenn ein zweiter vorne (in diesem Fall vom seinem Marina-Dinghi aus) die Leine löst. Und um 02:35 habe ich dann abgelegt.
Es war schön hell wegen des fast vollen Monds und es hatte zwischen 8 und 10 kn Wind. Eine leichte Brise also.
Der Mond über Korfu:
Bis um die Ecke rum von Corfu habe ich ungefähr zwei Stunden gebraucht und bin von Fähren und Frachtern umschwirrt worden. Ich hatte meinen Weg allerdings sowieso so geplant, dass ich mit denen nicht in die Quere komme. War aber trotzdem beeindruckend in der Nacht. Das AIS hilft da viel dabei. Man erkennt viel schneller ob man sich mit einem der grossen Pötte kreuzt oder ob er vor bzw. hinter einem durchkommt.
Noch ein ganz schönes Stück zu fahren (98nm):
Sonnenaufgang über Albanien (bald zumindest):
Kurz vor 5 ging dann die Sonne langsam auf, bzw. es wurde erst mal heller hinter den Bergen/Hügeln von Albanien. Leider kam kurz nach Sonnenaufgang auch Wind auf und es gab noch eine hohe alte Dünung aus Nordwesten. Die sollte ich später noch länger geniessen dürfen. Als ich ungefähr auf der Linie zwischen Porto Palermo (eine Bucht an der albanischen Küste, die ich noch von letztem Jahr kannte) und Erikoussa (eine mir unbekannte griechsische Insel südlich von der ich jedoch hätte ankern können) habe ich mir überlegt ob ich das ganze abbreche. Inzwischen war der Wind 18 bis 22 kn stark und kam genau von vorne.
Aber ich dachte mir, ich fahre jetzt mal noch eine Stunde weiter (umdrehen und nach Erikoussa oder Porto Palermo ablaufen geht ja dann immer) und schaue, ob der Wind eine Stunde nach Sonnenaufgang wieder nachlässt.
Ein paar Bilder von unterwegs, meist jedoch wenn mal wenig Wind/Wellen war, sonst war ich beschäftigt:
So war es auch und ich bin bei 12 bis 15 kn Wind gegenan weitergefahren.
Stunden später (so gegen 11 Uhr) war ich ungefähr 2.5 Stunden entfernt von der Insel Sazane, die vor Vlore liegt. Und da wurde der Wind wieder stärker (18kn und darüber) und die Welle auch deutlich mehr. tonttu hat sehr stark gestampft und ich bin zeitweise nicht mehr mit 7kn (bei glattem Meer) sondern nur noch mit 4.5 kn vorwärts gekommen. Also habe ich meinen Agenten von Durres per SMS gefragt, ob er mir einen lokalen Wetterbericht für den Nachmittag zwischen Vlore und Durres schicken kann und ob er in Vlore einen Agenten empfehlen kann, falls ich dort schon stoppe.
Sazane vor Vlore:
Er hat berichtet, dass der Wind am Nachmittag nachlassen soll. Falls ich aber nicht weiter will, würde er empfehlen einfach im Schutz der Insel Sazane Schutz zu suchen und morgen früh weiter zu fahren. Da sollte der Wind ganz nachgelassen haben. Mein Wetterbericht hatte das eigentlich schon für heute angekündigt gehabt
Ich fragte dann noch kurz zurück ob das mit Sazane wirklich geht, da es ja militärisches Sperrgebiet ist. Da sitzen Italiener und Nato-Mandat und kontrollieren die albanische Küste und den Eingang zur Adria (wegen Flüchtlingen hauptsächlich). Er meinte, das wäre kein Problem, ich sollte einfach per Funk anfragen erklären dass ich alleine segele und wegen des Wetters abwarten will bis morgen früh.
Ok, somit hatte ich eine weitere Abbruchoption ausser den (nicht empfohlenen) Hafen von Vlore.
Aber pünktlich kurz vor Sazane (so kurz vor 14:00 Uhr) hat der Wind wieder nachgelassen und es waren zwischen 9 und 13kn und die Wellen kamen mir auch ein wenig ruhiger vor. Zumindest klatschte tonttu nicht mehr so rein und es gab auch weniger sich brechende Wellen. Also habe ich mich entschieden weiter zu fahren.
Die nächsten zwei Stunden waren recht ereignislos (eigentlich war ja abgesehen von Wind und Wellen die ganze Fahrt nicht wirklich spannend … ) aber genau dann, als ich mir sagte „super, jetzt geht es so durch bis Durres“ (immerhin noch weitere 8 Stunden), da hat der Wind wieder zugelegt auf 18kn und die Wellen haben sich auch nochmal bemüht. Das (noch) unangenehmere war jetzt, dass ich nicht mehr wie vorher mit 15 bis 20 Grad Winkel zu den Wellen unterwegs war sondern mit 50-60 Grad. Und dann fängt auch so ein grosses Schiff wie tonttu an wie ein Korken auf den Wellen zu tanzen. An lesen war jetzt gar nicht mehr zu denken (mein Elefantenmagen hat sich zum Glück nicht gemeldet, aber ich musste mich halt schön in die Ecke vom Cockpit hinter dem Steuerbord-Rad einklemmen und festhalten; ein paar blaue Flecken habe ich jetzt am Rücken vom Heckkorb und Aussenborderschloss).
Durres in Sicht (wenn man genau hinschaut; es sind noch über 2 Stunden):
Tja, und so ging es dann bis 20:30 Uhr weiter. Der Wind hat zwar wieder auf 15kn nachgelassen aber die Wellen blieben (und der Winkel zu den Wellen wurde wegen einer notwendigen Kurskorrektur nochmal um 10 Grad schlechter).
Ich habe brav alle 2 Stunden meinem Schatz per SMS berichtet wo ich bin und wie es tonttu und mir geht. Und sie hat mit immer wieder abwechselnd Mut zum durchhalten zugesprochen oder gesagt ich soll doch abbrechen und morgen weiter machen Aber ich wusste es ja auch nicht besser. Gefährlich war es ja nie, aber halt unangenehm.
Dann ging auch mal eine Stunde lang das SMS schicken nicht mehr: Plötzlich ging keine SMS mehr durch und ich konnte auch nicht anrufen, obwohl ich recht guten Empfang hatte. Ich dachte schon dass ich irgendein Auslandslimit überschritten hatte und blockiert worden bin. Aber dann klappte es plötzlich wieder. War auch wichtig, denn ich musste ja nicht nur mit Iris Kontakt halten sondern auch dem Agenten meine ETA (= estimated time of arrival) mitteilen und mir von ihm sagen lassen wo ich im Hafen hin soll.
Kurz vor dem Hafen ist dann dummerweise schon die Sonne untergegangen. Bei Tageslicht wäre es einfacher gewesen. Ich bin dann noch von der Hafenbehörde (freundlich aber bestimmt) aus dem Einfahrtskanal (mit Leuchttonnen links und rechts) gejagt worden. Da kam nämlich ein grosser Containerfrachter raus. War schon besser so
Im Hafen war dann alles schön ruhig und weniger Wind, wie erwartet. So dass ich da erst mal tonttu kurz treiben liess um Fender und Leinen vorzubereiten und Bug-/Heckstrahlruder auszufahren. Da habe ich eine böse Überraschung erlebt: Das Bugstrahlruder meldete sich überhaupt nicht mehr (damit hatte ich ja fast schon gerechnet; das kam schon ein paarmal vor, dass es sich verklemmt hatte nach so häftigen Schlägen mit dem Bug ins Wasser) und das Heckstrahlruder ging sofort als es ausgefahren war auf Vollschub rechts. Zum Glück war ich mitten im Hafen und konnte schnell runter und einfach die Sicherung raus machen. Als ich sie wieder eingeschaltet habe ging das Bugstrahlruder leider immer noch nicht, aber das Heckstrahlruder schon.
Ich habe dann aber doch komplett ohne Hilfsmittel angelegt. So ganz traute ich der Sache nicht. Nicht, dass das einfach mitten während des Manövers unkontrolliert losschiebt.
Captain Llambi Papa (mein Agent, bekannt noch aus dem letzten Jahr) hat mir beim anlegen geholfen. Direkt neben ein paar alten, riesigen Entladekränen zwischen den Pilot-Boats und einem Schlepper zusammen mit einem anderen Segler (halb so gross aber dreimal so viele Leute drauf und deutlich schlechteres/hektischeres Anlegemanöver; ich war stolz auf mich nach dem langen Tag).
Und danach haben wir bei zwei Glas warmem Apfelsaft (die untere Kühlschrankschublade ging nicht auf wegen einer eingeklemmten Wasserflasche und den guten Gin konnte ich Llambi als Moslem ja wohl schlecht anbieten) die vielen Formulare (5 verschiedene) für das einklarieren ausgefüllt.
Er wird morgen (Donnerstag) dafür sorgen dass ich „embarke“ also vom Schiff (tonttu), das „in Transit“ ist offiziell ins Land einreise. Denn erst dann kann ich am Freitag auch ohne Strafe für illegales bzw. undeklariertes Einreisen auch mit dem Flieger nach München fliegen. Das wäre bei uns auch nicht anders, fällt dem normalen Menschen einfach nicht auf Dann hole ich Iris und die Kinder ab und fliege am Samstag wieder mit ihnen zurück nach Tirana (dort ist der Flughafen, ca. 35 min mit dem Auto). Llambi organisiert einen Bekannten, der für den Preis wie zwei Taxifahrten erst mich am Freitag zum Flughafen und dann uns alle am Samstag wieder zurück fährt. Mit einem Mercedes G. Das sind zwar zwei Sitze zu wenig, aber was soll man machen … Mit Kindersitzen haben die es hier noch nicht so!
Danach bin ich noch kurz zur Uferpromenade zu den Kinderbelustigungsanlagen (lauter knatschbunte Eisenbahnen, Miniriesenräder und andere Sachen zum Geldausgeben; von der Optik her sehr ähnlich wie damals bei Mikas Taufe in Litauen an der Promenade von Palanga) und habe in der Nähe bei einem open air Restaurant eine recht ordentliche Pizza mit Prosciutto Crudo, Rucola und Parmesan gegessen. Mit einer 0,25 Coke zusammen waren das 800 LEK, also umgerechnet 5,59 €.
Und jetzt sitze ich zum frühstücken in dem Café „New Amsterdam“ in dem wir schon letztes Jahr wunderbare frischgepresste Säfte, Croissants und Cappucchino genossen haben (und Internet haben die auch). Heute: Ein Cappucchino, ein Schoko-Croissant und 0,3 frisch gepresster O-Saft zusammen 3,15 € (wobei das Croissant und der Kaffee jeweils nur 0.70 € gekostet haben).
Heute morgen war ich im Café Amsterdam frühstücken, aber das wisst ihr ja schon.
Danach habe ich meine albanische Prepaid-Karte reaktiviert. Ihr könnt mich also jetzt gerne anrufen unter +355 69 6807432, ich freue mich. Morgen fliege ich allerdings am Vormittag nach München und komme dann mit Iris und den Kindern am Samstag Mittag wieder hier an. Ein bis zwei Tage später fahren wir dann weiter nach Montenegro.
Heute versuche ich das Bugstrahlruder und das Heckstrahlruder wieder in Gang zu bringen. Wenn das nicht klappt, muss ich hoffen dass in Montenegro oder spätestens in Kroatien ein Fachmann verfügbar ist und weiterhelfen kann.
Also zurück zu klassischen Anlegern und Ablegern mit Leinenunterstützung. Haben wir ja alle mal gelernt
Mehr heute Abend…
So, es ist „heute Abend“ (also zumindest ist es 18:00 und ich sitze bei einem Hausbrandt-Espresso in meinem Lieblingscafé mit WLAN):
Mit dem Bugstrahlruder hat sich noch nichts ergeben. Aber ich habe mal Piotr (von Ex-Südost-Yachting jetzt Hanse Vertriebsgesellschaft Süddeutschland) gebeten mal bei MaxPower nachzufragen was ich machen kann und wo der nächste Service ist in Richtung Norden der mir helfen könnte.
Aber in anderen Dingen war ich erfolgreicher: ich habe wieder Kuhmist äh ich meinte Qumëst (so heißt eine albanische Milchmarke, die wir schon letztes Jahr gekauft haben) und einige andere Dinge im Supermarkt erworben.
Dann habe ich mich etwas in Durrës umgesehen (das Amphitheater, die byzantinische Mauer, die Strandpromenade mit den neuen Bauten aufs Wasser hinaus, …), denn letztes Jahr sind wir ja nur die Hauptstraße hochgelaufen und am nächsten Tag gleich weiter gefahren.
Dann habe ich eine Kleinigkeit zu Mittag gegessen und bin zurück aufs Boot. Dort habe ich etwas ausgeräumt aus den Kinderzimmern, die etwas zur Lagerstätte mutiert sind und einen Motorcheck gemacht. Dabei musste ich leider feststellen, dass er Öl verliert. Ich habe nicht rausgefunden wo und deshalb erst mal ordentlich sauber gemacht am und um den Motor. Bei der nächsten Fahrt muss ich das weiter beobachten und evtl. in Mobtenegro einen Motorschmierung draufschauen lassen.
Ich vermute allerdings es lag daran dass ich gestern mal an den Gashebel gekommen bin und eine Weile viel zu hochtourig gefahren bin. Da nämlich die von TMS in der Türkei mal wider viel zu viel Öl rein haben (deutlich über Maximum, als wäre mehr besser) kann es auch sein, dass er wegen der starken Belastung (waren ja 18 Stunden mit 2100 Umdrehungen, normal fahre ich 1900; mal abgesehen von der Weile mit viel zuviel Touren) der Druck so hoch war, dass es rausgequetscht wurde. Wir werden es sehen. Jetzt ist der Ölpegelstand aber wenigstens ein klein wenig unter Maximum, das ist ja auch schon mal was. Und genug Reserveöl zum nachfüllen habe ich auch dabei im Fall des Falles…
Irgendwie klappt mehr nicht als ich erwartet habe. Aber das wird sich schon ändern. Meine 5 Glücksbringer sind ja schließlich noch nicht an Bord
Nachher kommt noch mein Lieblingsagent und bringt mir meinen Pass sowie die Disembarcation Notice und hoffentlich den Ausdruck meiner Bordkarte. Denn ein Borskarten-Bild konnte ich beim online-CheckIn nicht bekommen.
Und vielleicht gehen wir auch noch tanken: Er will noch zwei große Kanister mit dem Auto mitbringen und damit fahren wir dann zur Tankstelle außerhalb des Hafens, da einen Tankwagen in den Hafen zu bringen zu Aufwändig ist für die 150 Liter die ich maximal brauche.
Nachtrag: Ein Wunder! Bei einem erneuten Test der Strahlruder heute Abend ging wenigstens das Heckstrahlruder wieder komplett (also in beide Richtungen). Vielleicht funktioniert das Bugstrahlruder am Samstag wenn wir wieder da sind auch plötzlich wieder