Logbuch des Törns 2013
Wir sind im Juli/August diesen Jahres nochmal als Familie 2 Monate auf tonttu unterwegs (bevor Anna im September in die Schule kommt).
Wie letztes Jahr werden wir wieder jeden Abend einen Eintrag in unser bLogbuch schreiben und dort berichten wo wir sind und was wir an diesem Tag so alles erlebt haben.
Wenn mal kein aktueller Eintrag vorhanden ist, dann bitte nicht verzweifeln, denn dann sind wir in einer so einsamen Bucht gewesen, dass wir keinen Internetempfang mit dem Handy hatten Wir holen den Eintrag dann so rasch wie möglich nach.
Tag 11, 9.7.2013
Wir haben uns entschlossen in Cavtat an der Boje zu bleiben.
Es war ein richtig schöner Tag, nur ab und zu mal etwas bewölkt, aber das ist ja bei den Temperaturen und der Sonneneinstrahlung ja auch gar nicht schlecht.
Wir sind nach einem gemütlichen Rühreifrühstück um halb 11 mit dem Dinghi an Land getuckert und etwas durch die Stadt gebummelt. Dabei haben wir dann auch noch im Supermarkt und auf dem Markt eingekauft und ich habe die Sachen mit den Mädels zum Boot zurück gebracht.
In einer „Tapas-Bar“ waren wir dann Mittagessen. Denn an etwas wirklich handfestes, warmes ist irgendwie nicht zu denken. Es gab etwas Risotto, Sandwiches und Kroatische Tapas (Prsut, Sir, Oliven, etc.). Wunderbar.
Danach sind wir zum Strand von gestern gegangen und haben bis um kurz nach 4 gefaulenzt und gebadet. Zwischendurch war ich nochmal im Supermarkt um uns etwas zu trinken zu holen und habe die Gelegenheit genutzt nochmal zwei six-packs Wasser an Bord zu bringen.
Wir haben danach die Iris mit den Jungs an Bord abgesetzt und die Mädels sind mit mir nochmal an die Uferpromenade gefahren um ein Eis zu geniessen und den Spielplatz nochmal unsicher zu machen.
Dabei haben wir auch zwei Jugendmannschaften etwas bei einem Wasserballspiel zugesehen. Die Wasserballanlage ist hier direkt ins Salzwasser gebaut. Sehr nett!
Bei wunderschönem (niedrigen und nicht mehr so heissen) Sonnenstand haben wir dann die von Iris handgemachte Elsässer Pizza (auch Flamkuchen genannt) gegessen und jetzt versuchen wir die Bande ins Bett zu bringen. Ich muss gerade noch Wasser kochen auf dem Gasherd, weil wir kein warmes Wasser mehr im Boiler haben zum spülen.
Morgen werden wir wohl in Richtung Dubrovnik weiter fahren.
Tag 12, 10.7.2013
Sorry, dass wir erst heute schreiben. Aber gestern Abend war plötzlich die Internet-Prepaidkarte leer. Ich kann mir zwar nicht vorstellen, wie wir 1.5 Gb Daten in 4 Tagen verbraten haben sollen, aber vielleicht hat die Aktivierung des Pakets mit dem kroatischen SMS-Dialog dann doch nicht funktioniert. Ich werde mich heute in Dubrovnik nach einem Telekom-Shop umsehen…
Wir sind also gestern (oder heute, wenn man sich das Blogdatum ansieht) von Cavtat nach Dubrovnik gefahren. Erst haben wir noch überlegt vor dem alten Hafen zu ankern. Das habe ich mich dann aber doch nicht getraut. Die elektronische und die Papierkarte hatten jeweils eine Ankerverbotszone drin. Aber nicht die gleiche und zwar so, dass eigentlich kein legaler Ankefleck mehr übrig bleib.
Also sind wir doch in den Hafen Gruz (der liegt auch noch in Dubrovnik, aber auf der Nordseite, da wo sie Kreuzfahrtschiffe anlegen) gefahren und haben wieder am Segelclub Orsan festgemacht. Der hat leider die Preise seit letztem Jahr verdoppelt (wir haben 105€ gezahlt) aber ist immer noch der billigste Liegeplatz rund um Dubrovnik.
Am Nachmittag haben wir eingekauft und waren am Spielplatz (alles mit dem Dinghi) und sind dann abends im Restaurant vom Segelclub mal wieder sehr gut essen gegangen.
Ein schöner Tag!
Und heute geht es am Vormittag nach Dubrovnik rein. Mehr heute Abend (wenn das mit dem Internet wieder klappt).
Tag 13, 11.7.2013
Heute morgen haben wir wie schon gesagt mit einer Taxifahrt nach Dubrovnik begonnen. Vor dem Frühstück, sozusagen. Stimmt nicht ganz, denn Iris hat einen ihrer berühmten Smoothies gemacht.
Gegen 09:00 Uhr waren wir dann also in der Altstadt von Dubrovnik. Lara durfte ausnahmsweise in einem der Buggies fahren und die Jungs mussten wechselweise laufen. Denn gestern am Spielplatz hat sie sich den Knöchel etwas verknackst an einem Karussel mit kaputtem Boden.
Wir haben uns als erstes auf die Suche nach einem Café mit Frühstücksangebot gemacht. So leer wie um kurz nach 9 ist Dubrovnik sonst nie. Das ist sehr zu empfehlen. Wir wurden dann auch fündig und haben zwei Schokoladepalatschinke, zwei Croissants und einen Früchteteller bestellt. Dazu zwei Cappucchino, zwei heisse Schokolade und zwei Orangensaft. Sehr lecker und durchaus bezahlbar. Sogar in Dubrovniks Altstadt.
Die nächste Aufgabe war einen Optiker zu finden. Denn bei Laras Brille ist einer der Nasenpads mit samt dem „Draht“ abgebrochen. Es hat ziemlich lange gedauert. Denn die ganzen Brillen verkaufenden Geschäfte konnten natürlich nicht weiterhelfen. Aber schlussendlich haben wir einen richtigen Optiker gefunden. Auch der konnte nicht direkt helfen aber hat mich um die Ecke zu einem Goldschmied gebracht. Auf die Idee hätte ich eigentlich auch kommen können.
Er hat die Reparatur erfolgreich bis halb 12 ausgeführt und dafür sogar nur 60kn (das sind 8€) verlangt. Natürlich ist an der Stelle der Reparatur der Rahmen jetzt nicht mehr violett sondern silbrig. Er hat gescherzt, er hat es als Goldschmied versilbert. Das habe ich natürlich gleich der Lara gesagt, damit sie den Farbfehler akzeptiert.
Eisessen vor dem Goldschmied:
Wir sind dann mit dem Bus zurück gefahren (nach einem Einkauf beim DM und dem aufladen meiner Datenkarte und einem Spielplatzbesuch im Graben der Stadtmauern), da uns die Taxis nicht mit zurück nehmen wollten, denn sie dürften maximal 4 Personen mitnehmen. Dass wir die Jungs sowieso auf den Schoss nehmen müssen, da sie keine Kindersitze haben, hat sie dabei nicht gestört.
Nach einem kurzen Mittagessen an Bord haben wir dann abgelegt zur Tankstelle gleich nebenan. Da hatten wir allerdings wirklich sensationelles Pech. Da lag doch glatt so ein Pseudo-Piraten-Ausflugsschiff und hat seine Riesentanks gefüllt. Eigentlich eine Frechheit. Die könnten bei ihrer Tankmenge ja locker einen Tankwagen an die Pier rufen. Aber nein, sie haben geschlagene 2.5 Stunden getankt und wir und zwei andere haben vor der Tankstelle kreise gedreht. Keiner von uns wollte glauben, dass es so lange dauern kann und haben geduldig (oder auch nicht) gewartet. Irgendwann war es dann so weit und wir konnten endlich den Steuerbordtank füllen, den ich bis auf 1/3 leer gefahren habe. Da wir in den nächsten Tagen nur in den kleinen Inseln rumgurken wollen, wollte ich unbedingt wieder komplett voll sein…
Unsere Kreisel im Hafen vor der Tankstelle:
So waren unsere Optionen für den Nachmittag etwas eingeschränkt (wir sind ja erst um 16:15 los gekommen von Dubrovnik). Also sind wir an Koloceps Nordende vorbei in die Südbucht von Lopud gefahren. Dort haben wir einen schönen Ankerplatz gefunden und waren noch kurz hinter und auf dem Boot baden. Hinter dem Boot: Anna, Lara und abwechselnd Iris und Mark. Auf dem Boot, in der Faltwanne: Abwechselnd Luca und Luis.
Danach gab es Fajitas mit Ananashühnchen, Mais und baked beans als Abendessen (die Avocado war immer noch steinhart; wir hatten sie in den Kühlschrank getan, damit sie nicht verdirbt ) und jetzt noch bestes Ankerkino. Da lagen sich doch gerade zwei Boote so nahe, dass sie vom Heck zum Bug übersteigen konnten
Leider liegen die beiden auch noch über meiner 40m lang ausgebrachten Ankerkette. Aber es verspricht ja eine besonders ruhige Nacht zu werden…
Tag 14, 12.7.2013
Noch Photos für gestern hochgeladen …
A day on the beach …
Abgesehen davon, dass wir heute morgen „umparken“ mussten, da natürlich der Wind gedreht hat und die beiden „Falschparker“ von gestern Abend deutlich zu nahe waren und keine anstalten gemacht haben selber den Anker hoch zu nehmen, hatten wir einen sehr ruhigen Tag.
Wir haben uns also (nachdem ich von 5 bis 6 im Cockpit gesessen habe und aufgepasst habe, dass keiner bei uns längsseits geht) auf die andere Seite der Bucht gelegt und dort den Anker neu geworfen.
Den Tag haben wir dann zwischen 10 und 16 Uhr am Strand verbracht - mit einem Sonnenschirm und zwei Liegestühlen für 90kn (nein, nicht Knoten, sondern Kuna; das sind ungefährt 13€) - bzw. die meiste Zeit im Sand (ja, echter Sand) buddelnd und badend im super flach reingehenden Wasser. Einmal meinte der Luca er müsste unbedingt die Lara verfolgen, um sie mit Sand zu bewerfen. Er hat nur dabei nicht daran gedacht, dass er eigentlich noch nicht wirklich gerne ins Wasser zum schwimmen geht. Als er hüfttief drin war, ist er natürlich prompt umgefallen und hat sich furchtbar beschwert, dass sein Schnuller jetzt salzig schmeckt.
Luis ist inzwischen so weit, dass er selber mit den Schwimmflügelchen reingeht, bis er bis zur Hüfte drin steht und sich dann umfallen und treiben lässt. Mal auf dem Bauch (ohne Wasser zu schlucken), mal auf dem Rücken. Als einmal ein paar höhere Wellen kamen wegen einem zu schnell einlaufenden Motorboot, hat er gejauchzt. Mal sehen, wie lange Luca braucht um da nachzuziehen.
Das Mittagessen haben wir in dem Strandrestaurant eingenommen und sind super kinderfreundlich bedient worden. Bei der Ankunft gab es schon erst mal einen Lolli für jeden. Luca kann also jetzt auch schon „Lolli“ sagen. Als wir am späteren Nachmittag nämlich ein Eis gegessen haben und Luis sich die Stirn an der Tischkante angehauen hat (er hat halt mal wieder zu viel herumgehampelt), bekam er als Trost nochmal einen Lolli vom Wirt. Darauf hat Luca sich lauthals „Lolli“ rufend beschwert, dass das nicht fair sei…
Kurz nach 4 waren wir dann wieder auf tonttu und ich habe mit den Mädels noch einen Dinghiausflug zu den Grotten auf der anderen Seite der Bucht gemacht. Wirklich baden wollten sie da nicht. Das war ihnen zu unheimlich…
Ach ja, am Morgen sind wir ja noch kurz Wasserski gefahren. Also die tonttu-Variante: Das Schwimmbrett hinter das Dinghi gebunden, bei Anna kniend mit Vollgas und bei Lara halb so schnell liegend einige Runden um tonttu gedreht. Und die Aussenhaut von tonttu habe ich auch noch vom Dinghi aus geschrubbt. Waren also sogar Hausmeistertätigkeiten dabei. Ein erfüllter Tag somit.
Das Abendessen gab es bei Sonnenuntergang (fast zumindest; Anna war es immer noch zu „blendig“) und jetzt versuchen wir gerade mal etwas Neues um dem abendlichen gezanke der beiden Damen entgegenzuwirken. Sie dürfen noch eine Folge Heidi auf Iris iPad sehen. Aber gemeinsam in ihrem Bett. Mal sehen ob das hilft…
Tag 15, 13.7.2013
Wir kommen in sehr, sehr kleinen Schritten nach Norden voran
Heute Vormittag haben wir nochmal den wunderschönen und besonders flach reingehenden Sandstrand der Uvala Sunj auf Lopud genossen. Heute hat auch Luca unter Luis Anleitung das Schwimmen mal ganz kurz ausprobiert. Luis ist einfach immer weiter hinausgelaufen, bis ihm das Wasser bis unter die Achseln stand und Luca fleissig hinterher. Mir schwante schon übles, also bin ich den beiden heimlich, still und leise auf den Fersen gefolgt. Und natürlich merkte Luca erst ein wenig spät, dass ihm bei einer der kleinen Wellen das Wasser in den Mund schwappen wird. Er hat aber ausnahmsweise den Schnabel mal geschlossen gehabt, also war es nicht so schlimm. Ich habe ihm dann eine Hand gereicht und diese deutlich unter der Wasseroberfläche gehalten. Da hat er dann gemerkt, dass ihn eigentlich die Schwimmflügelchen tragen und nicht Papas Hand. Das fand er eigentlich gar nicht so übel und hat ein wenig gegrinst. All zu lang durfte das neue Erlebnis allerdings nicht dauern.
Danach waren aber beide ständig zusammen im Wasser unterwegs…
Mittag gegessen haben wir nochmal in dem Strandrestaurant und danach sind wir losgefahren nach Luka Sipanska (der Hauptort, wenn auch sehr klein auf der Insel Sipan). Das waren nur eineinhalb Stunden Fahrtzeit ohne besondere Ereignisse.
Luka Sipanska kennen wir noch vom letzten Jahr. Es ist ein winziger Ort mit sehr schönen alten Häusern, der wohl gerade aus seinem Dornröschenschlaf erwacht. Ein Russe (sagte uns letztes Jahr eine Einheimische) baut gerade den ganzen Hang hinauf ein grosses Anwesen oder einen Hotelkomplex. Aber scheinbar kommt er nicht besonders gut voran damit. Denn es sieht noch nicht sehr viel weiter aus als letztes Jahr
Eines der schönen, leider noch nicht wieder ganz hergerichteten Häuser von Luka Sipanska:
Wir ankern gegenüber dem Anleger des Ortes ausserhalb des Wendebereichs der Schnellfähre, die hier drei bis vier mal am Tag kommt.
Gegen 4 Uhr sind wir dann rüber in den Ort gefahren mit dem Dinghi und haben die vielen Postkarten eingeworfen, die die Kinder geschrieben haben bzw. gemalt haben. Danach waren wir noch im kleinen örtlichen Supermarkt und haben etwas Brot und Gemüse gekauft für das Abendessen.
Den schönen alten Spielplatz (der hat schon historischen Charakter) haben wir natürlich auch besucht. Innerhalb von Sekunden waren unsere 4 auf der Lokomotive aus Stahlrohr. Luca und Luis waren Lokführer bzw. Lokführerassistent (sozusagen Lukas und Jim K.) und Anna sass oben drauf und hat ständig irgendwelche Reparaturkommandos gegeben (unter anderem „die Reifen aufzupumpen“ ), die Lara dann sofort ausgeführt hat.
Nur später gab es Streit, als nämlich Luca und Luis es gleichzeitig auf die kleine Plastikschubkarre abgesehen hatten, die wohl ein anderes Kind vergessen hatte. Man können die beiden zoffen!!
Jetzt wird es bei uns an Bord wohl hoffentlich bald ruhig und die Mädels gehen auch ohne Streit ins Bett. Gegenüber an der kleinen Pier haben inzwischen 4 Kroatische „Gület“ festgemacht mit lauter englischen Jugendlichen an Bord. Die Diskolautsprecher auf dem Dach sind schon in Betrieb. Aber glücklicher Weise weht es noch etwas und die Musik ist nicht sehr laut zu hören.
Morgen wollen wir weiter nach Mljet. Da kennen wir einen Steg vor einem Restaurant und an dem werden wir auch Wasser bekommen. Wir haben zwar noch genug in den Tanks für ein paar Tage, aber wir können dann endlich den Sand vom Deck spritzen, den wir in den letzten zwei Tagen mit an Bord gebracht haben