Logbuch des Törns 2013
Wir sind im Juli/August diesen Jahres nochmal als Familie 2 Monate auf tonttu unterwegs (bevor Anna im September in die Schule kommt).
Wie letztes Jahr werden wir wieder jeden Abend einen Eintrag in unser bLogbuch schreiben und dort berichten wo wir sind und was wir an diesem Tag so alles erlebt haben.
Wenn mal kein aktueller Eintrag vorhanden ist, dann bitte nicht verzweifeln, denn dann sind wir in einer so einsamen Bucht gewesen, dass wir keinen Internetempfang mit dem Handy hatten Wir holen den Eintrag dann so rasch wie möglich nach.
Tag 6, 4.7.2013
Wir sind heute „nur um die Ecke“ gefahren
Gleich um 09:30 haben wir abgelegt und sind die knapp eindreiviertel Stunden nach Bigova gefahren. Das ist eine kleine Bucht mit nettem Örtchen und zwei Konobas (Gaststätten) an Land, kurz vor der „Einfahrt“ zur Bucht von Kotor. Die haben netterweise ein paar Bojen ausgelegt. Die schwarzen (mit Aufschrift „Konoba Grispolis“) für das eine Restaurant und die kleineren roten für das andere.
Eine Kapelle auf einer kleinen Felseninsel kurz vor Bigova:
Wir haben uns für eine der grösseren entschieden, obwohl wir eigentlich auch an die kurze Mole gerufen wurden. Aber wir wollten mal zur Abwechslung nicht „in einem Hafen“ liegen.
Beim zweiten Versuch hat es dann auch geklappt die Boje am Heck einzufangen und die lange 30-Meter-Leine einzufädeln und wieder zum Bug zurück zu bringen, um sie dort fest zu machen. Vom letzten Jahr her wissen wir ja, dass unser Bug einfach zu hoch oben ist um eine Boje (sogar liegend) zu erwischen.
Danach haben wir die lange Leine gegen eine kürzere getauscht und hängen jetzt „kurz angebunden“.
Wir haben dann gleich die Dinghis klar gemacht (das richtige mit dem Aussenborder und das Kinderschlauchboot als zweites Dinghi mit einer langen Leine hinten angebunden). So konnten Iris und ich mit den Jungs im grossen Dinghi fahren und Anna und Lara wurden mit dem kleinen orangenen Schlauchboot hinterhergezogen.
Das Restaurant „Grispolis“ entpuppte sich als sehr gutes Fischrestaurant in dem der Chef noch selber fischt. Schon etwas auf der edleren Seite, also war es gut, dass wir zum Mittag dort waren und nicht zum Abendessen. Die Mädels haben sich eine Portion Cevapcici und eine Pleskavica geteilt und etwas vom kommunalen Salat mitgegessen. Die Jungs durften etwas von Iris und meiner Vorspeise Risotto mit Shrimps abhaben.
Als Hauptgang haben Iris und ich uns einen „Seebass“ gegönnt mit ca. 700 gr für 36€. Vom Grill, sehr, sehr lecker mit Mangold und Kartoffeln.
Von den Hackfleischspeisen der Kinder blieb natürlich etwas übrig, aber das gibt es dann zum Abendessen.
Danach waren wir an dem kleinen Kiesstrand vom Restaurant auf den Liegestühlen mit Sonnenschirm und haben gebated. Luis hat sich tatsächlich getraut sich mal mit den Schwimmflügelchen treiben zu lassen ohne sofort wieder zu klammern. Das wird schon noch, und Luca macht es dann gleich perfekt nach, wie immer!
Später gab es noch ein Steckerleis und dann mussten wir um kurz nach halb 6 „fluchtartig“ den Strand verlassen, weil es angefangen hat zu nieseln und nach Gewitter aussah. Das hat dann nur zwei mal gedonnert, aber der Regen wurde kurzzeitig stärker.
Jetzt sagt der Wetterbericht leider plötzlich stärkeren Wind aus NE an in der Nacht auf der Süd-Adria (also bei uns). Aber wir sind da eigentlich in der Bucht ziemlich gut geschützt. Solange das Gewicht der Boje und die Leinen der Boje halten … Aber zumindest die Leinen und die Boje sahen stabil aus. Das Gewicht des Betonblocks kann ich jedoch nur schwer abschätzen. Aber das passt schon (wir sind ja nicht die ersten grösseren hier…).
Ich freue mich auf jeden Fall auf die ersten Nacht seit langem in einer Bucht!
Tag 7, 5.7.2013
Noch ein Bild für gestern hochgeladen …
Die Nacht war trotz anders lautendem Wetterbericht ruhig. Es hat nur irgendwann mal eine Zeit lang etwas Welle hereingedrückt, so dass wir (ohne nennenswerten Wind) immer wieder mal gegen die eigene Boje gedrückt worden. Das ist eigentlich kein Problem, nur scheppert/bumpert es halt etwas irritierend vorne in der Bugkajüte bei Iris und mir. Das sorgt nicht gerade für eine ruhige Nacht.
Aber dafür gab es den Starkwind nicht, der „locally“ angesagt war. Da wollen wir uns mal nicht beschweren.
Am Morgen haben wir uns entschieden ein Müslifrühstück zu machen (es war schon wieder ziemlich heiss und es half auch nichts zu versuchen mit Badetüchern für Schatten zu sorgen, da sich ja ein Boot an einer Boje oder einem Anker immer mal wieder ein wenig dreht. Da müsste man schon komplett verhängen.
Hund auf Dinghi als Gallionsfigur:
Wir sind dann los in Richtung der Bucht von Kotor. Beim ablegen hatte es dann plötzlich doch 18 kn Wind, aber das hat auch bald wieder nachgelassen und da er aus NE kam, gab es auch keine Welle ausser dem Rest der Dünung von der Nacht.
Wir haben eine Zeit lang mit dem Vorsegel den Wind aus der richtigen Richtung ausgenutzt aber als wir dann in die äusserste der drei Buchten, die die „Bay of Kotor“ ausmachen eingebogen sind, haben wir das Segel eingerollt und sind weiter unter Motor. Es waren dann auch nur noch 7 bis 9 kn aus immer wieder wechselnden Richtungen wegen der hohen Berge.
Auf dem ganzen Weg hat uns die „Star Clipper“ verfolgt. Eine von den den Luxus-Viermastern der „Star“ Lines. Das erste war glaube ich die „Star Cloud“. Ich dachte mir schon, dass die auch nach Kotor wollen. Dort liegen nämlich immer wieder mal mittelgrosse Kreuzfahrer.
Die Star Clipper (später vor Anker bei Kotor):
Wir haben dann noch unterwegs (nachdem wir an der Engstelle mit dem regen Fährverkehr vor der eigentlichen Bucht von Kotor durch waren) belegte Brote zu Mittag gegessen und waren gegen halb 2 in Kotor.
Der Leuchtturm am Ende der „Engstelle“:
Die beiden Klosterinseln…
vor dem Örtchen Perast.
Der Anleger war nochmal etwas spannend. Uns haben nämlich netterweise ein paar Österreicher (die eigentlich gerade ablegen wollten) geholfen. Aber die hatten die Mooringleinen nicht vorher hochgezogen und gespannt, so dass sie uns die falsche gegeben haben die dann auch noch quer unter dem Rumpf durch ging. Ich musste dann den Motor ausschalten, da ich Angst hatte, dass wir die Holeleine der Mooring in die Schraube bekommen. Aber Iris hatte zum Glück schon die eine Leine fest gemacht, so dass wir zwar fest lagen, aber noch etwas schief.
Also habe ich von der vermeintlich reingewurstelten Leine die Holeleine vorne rausgefischt (die hing nämlich über unserer Mooring; hier ist alles kreuz und quer übereinander) und dann nach hinten durchgezogen und komplett neu verbunden.
Wir konnten uns dann mit Winschen und später auch Motorkraft gerade in die „Parkposition“ legen und auch die zweite Mooring auf Spannung bekommen.
Ich habe mich dann erst mal unserem achteren Klo gewidmet. Da wurde nämlich ein Feuchttuch runtergespült und hat prompt die Pumpe verklemmt. Es ging gar nichts mehr!
Ich war aber irgendwie selber Schuld, dann ich wurde noch gewarnt: „Lara hat ein Feuchttuch ins Klo geschmissen“ und ich sagte „macht nichts, spül es runter“. Ich dachte natürlich an ein feuchtes WC-Tuch. Das zerreist ähnlich wie Klopapier. Ist natürlich nicht ideal für die Umwelt, aber einmal wäre jetzt kein solches Problem gewesen. Bei einem richtigen Feuchttuch sieht das aber ganz anders aus. Das ist zäh wie Schuhleder und bringt die stärkste Klopumpe zum stehen.
Also habe ich diesmal (zum ersten Mal) ein Elektroklo komplett in seine Einzelteile zerlegt. Ich war auch teilweise erfolgreich: Nach vielem Gefluche (es ist schon eine ziemliche Sauerei) war es dann geschafft, und die Pumpe komplett zerlegt, so dass ich die Feuchttuchreste herausfieseln konnte. Leider war aber auch der Keilriemen, der den Elektromotor mit der Pumpe verbindet halb durchgerissen und ist beim abmontieren ganz gerissen.
Das corpus delicti (der Keilriemen, das Feuchttuch möchte ich Euch nicht antun ):
Ergebnis (so wie es die Mediziner sagen würden): Operation gelungen, Patient tot. Der Fremdkörper Feuchttuch ist draussen und blockiert die Pumpe nicht mehr, aber die Pumpe geht nicht mehr, da sie nicht mehr vom Motor angetrieben wird.
Ich muss jetzt sehen, ob es hier in der Gegend irgendwo einen passenden Keilriemen gibt. In Kotor sieht es da wohl schlecht aus. Meine beste Hoffnung ist noch Tivat (da habe ich die „Assistance“-Hotline der Marina angerufen und gebeten herauszufinden, ob ich dort den Keilriemen bekommen könnte; dann fahren wir morgen nach Tivat) oder ansonsten nächste Woche in Dubrovnik. So lange müssen die Mädels dann halt immer auf unser Klo gehen. Denn ich habe keine Lust auch unsere Toilette zu demontieren, um den Keilriemen auszubauen für das hintere Klo. Da müssten dann die Mädels nicht immer zu uns durch die Kajüte…
Ansonsten bleiben wir wohl zwei Nächte in Kotor. Die Stadt ist wunderschön und wir haben auch schon einen Spielplatz mit riesiger Hüpfburg entdeckt am Stadtrand
Ausführlich durch die Stadt gelaufen sind wir natürlich auch und dabei gleich an der ersten Eisdiele hängen geblieben. Anscheinend ist gerade ein Kunstausstellung in Kotor. An der Uferpromenade waren einige Bäume in weisse Tücher eingehüllt und auf dem Platz vor dem Nordwest-Tor hing eine überdimensionale Wäscheleine mit Wäsche.
Zum Abendessen waren wir heute aber wieder an Bord. Wir können ja schliesslich nicht jeden Abend ausgehen. Und die Kulisse ist ja eh' atemberaubend, auch vom Cockpit aus:
So, Ende der Klo-, äh, Gutenachtgeschichte!
Tag 8, 6.7.2013
Heute sind wir nochmal in Kotor bummeln gegangen und waren mit Luca und Luis beim Friseur. Der hat nämlich nur von 08:00 bis 12:00 und dann nochmal von 18:00 bis 21:00 auf. Und das haben wir gestern verpasst.
Beide fanden es eigentlich ganz lustig. Die nette ältere Dame hatte einen Hochstuhl mit Pferdekopf vorne dran und hat ihn so gestellt, dass die Jungs nach draussen auf die Gasse sehen konnten beim Haareschneiden. Und natürlich waren sie die Attraktion schlechthin. Immer wieder sind Touristen draussen stehen geblieben und haben hereinphotografiert.
Jedenfalls haben die Jungs jetzt einen den Aussentemperaturen angepassten, kurzen Haarschnitt.
Ich habe dann noch mit den Leuten von der Marina Porto Montenegro telefoniert wegen des Toilettenkeilriemens. Die haben inzwischen den örtlichen Servicebetrieb herangezogen und es stellte sich heraus, dass der Hanse-Vertreter (oder zumindest Hanse-Service) ist. Und natürlich hat der den passenden Keilriemen. Glück muss man haben. Ich habe noch schnell einen Liegeplatz reserviert und dann sind wir losgetuckert.
Nach kurzen eineinhalb Stunden waren wir dann in der ziemlich neuen und mondänen Marina Porto Montenegro. Wir haben dort einen schönen Platz, einigermassen Zentral an einem Schwimmsteg bekommen und es stellte sich heraus, dass die Liegegebühren mit 74€ (plus 5€ für Wasser und Strom) verhältnismässig günstig waren.
Die Mädels haben sich dann am Nachmittag an den Brunnen direkt hinter dem Schwimmsteg vergnügt und die Jungs waren in der Faltbadewanne planschen und haben das halbe Cockpit unter Wasser gesetzt.
Gegen halb 4 kam dann der Servicemann und sein Chef (der war auf einer Regatta unterwegs gewesen und konnte deshalb nicht früher) mit dem Ersatzkeilriemen. Der Servicemann hat ihn schnell eingebaut und den Zusammenbau des Klos habe ich später (fluchend und mit herabrinnenden Schweissperlen) selber gemacht. Ich habe es ja schliesslich auch zerlegt.
Ich habe ihnen dann gleich noch einen zweiten Keilriemen abgekauft und den Chef gebeten, doch mal kurz einen Blick auf das Smart Mooring System (Bug- und Heckstrahlruder inkl. Motorsteuerung) zu werfen, welches ja seit Durrës nicht mehr geht.
Er hat beklagt, dass die ganze Joystick-Elektronik relativ ungeschützt vor der salzhaltigen und feuchten Luft eingebaut ist und meinte es reicht manchmal die Kabelschuhe/Stecker alle abzuziehen und wieder anzustecken und vorübergehend Abhilfe zu schaffen. So war es dann auch. Jetzt geht das System wieder, aber die Anzeigeleuchten zeigen nicht alle korrekt an. Egal, Hauptsache es funktioniert wieder, bis es von Hanse komplett ausgetauscht oder repariert wird (was ja schon zugesagt ist).
Ich werde in den nächsten Tagen vielleicht die ganze Einheit kurz ausbauen und reinigen und mit Kontaktspray versehen und evtl. sogar mit dem flüssigen Gummi (aus der Spraydose), den ich von München dabei habe versiegeln.
Nach diesen erfolgreichen Ereignissen hatten wir uns ein schönes Dinner verdient und sind zu einem (wie sich herausstellte) sehr guten Restaurant in der Marina gegangen. Die hatten super zivile Preise: gegrillte Calamari für 14€, ein 300gr Rinderfiletsteak mit Pfeffersauce für 18€, etc. Und es hat alles wirklich hervorragend geschmeckt.
Das lustigste war jedoch, dass sie den Alba Mitosevic, einen Malvasier aus Istrien (bei Rovinj) auf der Weinkarte hatten. Den haben Iris und ich schon auf unserem Verlobungstörn 2005 getrunken und den haben wir uns natürlich bestellt!
Jetzt überlegen wir, ob wir morgen noch eine Nacht hier bleiben oder weiter in die äusserste Bucht (bei Herzeg Novi) fahren und dort ausklarieren und Montag früh nach Cavtat (das ist der Einklarierungshafen etwas südlich von Dubrovnik) fahren.
Tag 9, 7.7.2013
Und weil's so schön ist, noch einmal …
Wir haben uns entschieden noch eine weitere Nacht in der Marina Porto Montenegro zu bleiben. Nicht nur (aber auch) wegen des hervorragenden Abendessens.
Nein, wir mussten feststellen, dass unser Plan hier (oder auch an einer anderen offiziellen Stelle) am Vortag auszuklarieren, dann die Nacht in einer Bucht zu verbringen und ganz früh am Morgen los zu fahren nach Cavtat in Kroatien an den Behörden scheitert.
Beim Hafenkapitän kann man zwar ausklarieren und hat dann 24h Zeit das Land zu verlassen. Aber Zoll und Polizei sind nicht so vernünftig. Dort muss man gleich nach dem Abmelden loslegen und hat keine Nacht mehr Zeit. In anderen Ländern geht das flexibler und damit einfacher für Familien mit kleinen Kindern, die bei grösseren Strecken (wie von hier nach Cavtat) gerne ganz früh losfahren wollen, um den Kleinen einen Teil der langweiligen Fahrt schlafend zu ersparen.
So sind wir also hier geblieben, mussten aber leider umparken. Da wir eigentlich schon auf dem Weg zum Spielplatz waren, als ich im Marinaoffice verlängert habe, bin ich dann alleine zurück aufs Schiff und habe am Platz F18 (Pier F) abgelegt und an C11 (am C-Steg, fast gegenüber) wieder angelegt. Denn an unserem Platz sollte heute noch der eigentliche Dauermieter kommen.
Nach dieser Aktion bin ich dann also erst um halb 1 zum Spielplatz gekommen und da sass Iris schon ganz geschafft von der Hitze auf der Schattenseite des riesigen Piratenschiffs.
Wir sind dann alle zusammen in den Ort Tivat gelaufen (10 min von der Marina), haben die vielen von Anna und Lara gemalten Postkarten bei der Post eingeworfen und haben in einer Strandbar/Restaurant Salate und für die Kinder Palatschinke (Schoko-Pfannkuchen) zu Mittag gegessen.
Danach sind wir erst mal zurück, haben noch eine Waschmaschine laufen lassen und ich habe mir dann die 4 Kleinen geschnappt und wir sind zum öffentlichen Badestrand an der Uferpromenade von Tivat.
Iris kam dann um 17:00 Uhr nach und wir haben noch bis halb 6 weiter geplanscht. Luis traut sich jetzt schon richtig an den Schwimmflügelchen „frei“ zu schwimmen. All zu weit weg gehen sollte man dann allerdings nicht von ihm, dann findet er es sehr lustig. Bei Luca habe ich es auch probiert von der Wat-Phase auf die Schwimm-Phase überzugehen. Nur ist er dann dummerweise gestolpert und Gesicht voraus ins Hüfttiefe Wasser geplatscht. Das war's dann. Na ja, in ein paar Tagen probieren wir es wieder.
Wir sind dann kurz entschlossen nochmal in das gleiche Restaurant wie gestern gegangen. Es war wieder hervorragend und die Leute waren sehr, sehr nett zu den Kindern.
Heute wird es wieder mal eine kurze Nacht für den Skipper, der hofft seine Holde Skipperin beim Ablegemanöver schlafen lassen zu können. Dank jetzt wieder funktionierenden Bug- und Heckstrahlrudern sollte das ja kein Problem sein. Der Wind ist für morgen gemässigt bis schwach und vor allem aus NE angesagt, so dass wir auf jeden Fall wenig Welle haben sollten. Doch inzwischen haben meine drei Seebärinnen und zwei Seebären ja schon wieder ihre Seebeine bekommen.
Tag 10, 8.7.2013
Wir (oder besser ich) wollten ja heute schon um 05:00 Uhr ablegen. Aber leider hat es die ganze Nacht durch immer wieder mit um die 20kn von der Seite geweht. Da habe ich beschlossen nochmal länger liegen zu bleiben.
Erst um kurz nach 6 habe ich dann die Marina angefunkt und um den Zoll-/Hafenpolizei-Bringdienst gebeten. Die haben mich an unserem Steg abgeholt und mit dem Golf-Kart einmal um die Anlage herum gefahren zur Zollpier.
Dort ging alles recht schnell und so war ich um viertel vor 7 wieder an Bord und habe den Ableger vorbereitet. Wir waren dann auch um 7 schon unterwegs. Iris hat mir geholfen, da es wegen des immer noch in Böen bis zu 16kn starken Seitenwinds einfacher war, als ganz alleine abzulegen.
Der Wind hat dann auch in der nächsten Stunde weiter nachgelassen aber auch immer wieder gedreht, da wir ja aus der Bucht von Kotor herausgefahren sind.
Draussen war zum Glück (aber auch wie erwartet, denn der Wind kam ja die ganze Nacht aus Nordosten) kaum Welle und wir haben sogar (nach dem Wechsel der Flaggen von Montenegro auf Kroatien mit Gelb zum einklarieren) kurz die Segel gesetzt. Leider hat der Wind dann aber immer mehr nachgelassen und so ist wieder eine Motorfahrt daraus geworden.
Luis und Luca waren ganz begeistert als sie die beiden „Burgen“ (eigentlich Festungen aus der Zeit kurz vor dem ersten Weltkrieg, würde ich mal schätzen) am Ausgang der Bucht von Kotor gesehen haben.
Luis explodiert fast vor Begeisterung und ruft immer „Burg“, „Burg“, …
Gegen 12 Uhr kamen wir jedoch in Cavtat an (das ist etwa 10km südlich von Dubrovnik und der offizielle „Port of Entry“) und haben mit Buganker und zwei Heckleinen an der Zollpier festgemacht.
Ich musste dann alleine (es darf ja sonst noch keiner an Land) zum Büro von „Customs“ und „Border Police“ und habe dort alle 6 Pässe abgegeben. Von dort ging es weiter zum Hafenkapitän um die Crewliste zu erstellen und das Permit sowie die Pauschale Kurtaxe zu bezahlen. Ich musste noch schnell zum Geldautomaten um Kuna abzuheben, denn die nehmen hier keine Kreditkarten. In Novigrad letztes Jahr war das anders…
Mit den erforderlichen Papieren konnte ich dann zurück zum Customs/Border-Police Büro und dort die Kopien der gestempelten Crewlisten abgeben und meine Pässe wieder in Empfang nehmen. Das war's dann…
Leider gab es mal wieder angeblich keinen Platz an der Mole zum übernachten. Es war angeblich alles reserviert. Also haben wir uns an eine der Bojen in der Bucht gelegt. Dort zahlt man zwar auch, aber deutlich weniger (die üblichen 15kn pro Meter, also für uns etwa 32 €) als an der Mole. Die schlagen inzwischen anscheinend deutlich heftiger zu als im letzten Jahr.
Nach dem Mittagessen und einer Siesta sind wir dann mit dem Dinghi an Land gefahren und haben die übliche Landgangsroutine durchgezogen: Spielplatz unsicher machen, Eis essen, Baden gehen. Ich war zwischendurch noch in der Post und habe dort die beiden SIM-Karten vom letzten Jahr wieder aufladen können. Mein Kroatisch wird inzwischen schon so gut, dass ich mich durch das mehrschichtige Menü zum wiederaufladen mit Bon hindurchhangeln kann
Wir sind also jetzt unter +385 91 1844945 erreichbar (wie letztes Jahr in Mai und Juni). Und Internet haben wir auch (zumindest die ersten 1.5 GB) wieder
Zurück an Bord haben wir uns ein Gemüsecurry gemacht (also in Wirklichkeit war es ein stark Auberginenlastiges Curcuma-Essen) mit Reis dazu und nach einigen Aufräumarbeiten und diversen Diskussionen ob Anna und Lara noch die Heidifolge zu Ende sehen dürfen, die sie auf der Fahrt hier her nicht fertig sehen konnten weil der Akku von Iris iPad leer war, sind jetzt alle im Bett.
Gerade ist es wieder etwas böig und es blitzt ab und zu mal in der Gegend. So wie in den letzten Tagen halt fast immer abends. Ab und zu gibt es dann auch immer noch ein paar Regentropfen ab Nachmittag bis in den frühen Abend hinein. So ganz ist auch hier noch nicht die stabile Sommerwetterlage angekommen.
Aber jetzt wird es wieder ruhiger und Iris kann vorne auf dem Vorschiff Yoga machen. Ich warte nur darauf, dass die Zuschauermengen an der Uferpromenade grösser werden und ich endlich durch Eintritt nehmen den Liegeplatz refinanzieren kann …
Meine „Galli-yoga-Figur“:
Da drüben flanieren sie schon, die zahlungskräftigen Kunden