Logbuch des Törns 2013
Wir sind im Juli/August diesen Jahres nochmal als Familie 2 Monate auf tonttu unterwegs (bevor Anna im September in die Schule kommt).
Wie letztes Jahr werden wir wieder jeden Abend einen Eintrag in unser bLogbuch schreiben und dort berichten wo wir sind und was wir an diesem Tag so alles erlebt haben.
Wenn mal kein aktueller Eintrag vorhanden ist, dann bitte nicht verzweifeln, denn dann sind wir in einer so einsamen Bucht gewesen, dass wir keinen Internetempfang mit dem Handy hatten Wir holen den Eintrag dann so rasch wie möglich nach.
Tag 66, 2.9.2013
Heute morgen haben wir die restlichen Eier verbraucht. Überhaupt sind jetzt die Tage der „Resteverwertung“ angebrochen. Leider war das Brot, welches wir vorgestern Nachmittag im Konzum gekauft haben schon angeschimmelt. Man soll halt kein Brot kaufen, welches in Folie abgepackt ist. Aber es war (zumindest gestern) recht lecker.
Am Vormittag habe ich es dann endlich geschafft unser „Bugspriet“ (mit der Ankerrolle und -führung) abzumontieren. Danach bin ich dann zur Rezeption gegangen und habe meine Schiffspapiere zum kopieren abgegeben, damit sie den Vertrag machen können. Tatsächlich wollten sie dann tonttu vermessen und gegen Mittag kam ein Marinero (er stellte sich als Chef-Marinero heraus) und hat mit einem Kollegen mit Hilfe eines Massbandes und einer langen Wasserwaage Mass genommen. Und siehe da, ohne die Ankerrollenanlage ist tonttu „nur noch“ 14.73 m lang und wir müssen damit 650 € weniger im Jahr zahlen für den Liegeplatz
Mal sehen, wann ich es wieder dran montiere Wohl erst im Frühjahr…
Leider haben wir dann auch erfahren, dass wir an dem Platz, an dem wir gerade sind nicht bleiben können. Mir wurden zwei mögliche andere Plätze angeboten. Einen gegenüber, da wo sonst eigentlich die Charterschiffe liegen. Der gefällt mir nicht so, denn er ist noch direkter vor der Hafeneinfahrt und der Nachmittagswind bzw. auch ein Tramontana-Sturm treibt da ganz schön die Welle rein. Der andere Platz ist auf der Innenseite der Aussenmole an einem davor liegenden Schwimmsteg. Der gefällt mir eigentlich sehr gut. Er ist ruhig, man kann zum ein- und ausladen mit dem Auto ganz nah heranfahren, der Blick über die Steinmole ist sehr schön und das beste: Wir würden längsseits liegen. Das ist natürlich für alle Nichtsegler-Gäste, die tonttu mal für ein paar Tage als Ferienwohnung nutzen wollen (also zum Beispiel meine Eltern) sehr gut, denn sie brauchen nur eine kleine Trittleiter mitnehmen und können bequem an Bord gehen ohne mit Planke bzw. Gangway hantieren zu müssen. Der Nachteil an dem Platz ist nur, dass die Wassertiefe ziemlich gering ist. Das muss ich mir dann morgen erst noch genau ansehen, ob es schnell genug tief wird neben dem Schwimmsteg.
Wir haben dann so gut es ging weiter gewurschtelt, aber die Kinder sind immer chaotischer geworden, so dass wir Mittags die Reissleine gezogen und beschlossen haben am Nachmittag zum Strand zu gehen und uns danach Biograd na Moru (tonttus neue Heimat) anzusehen zum Abendessen.
So sind wir gegen 2 Uhr mit dem Bus losgefahren. Zuerst mal zu einem „hardware store“ in dem ich einen neuen grossen Kreuzschraubenzieher und Ersatz für den zerstörten Kreuzschraubenzieher-Bit gekauft habe. Danach haben wir etwas suchen müssen, um südlich von Biograd den Zugang zu dem Strand zu finden, bei dem die grossen Wasserrutschen waren, die Anna und Lara so beeindruckt haben am Samstag bei der Anfahrt mit tonttu.
Irgendwann haben wir jedoch die richtige Abzweigung erwischt und den Bus auf dem öffentlichen Parkplatz unter den Pinien abgestellt. Der Strand war natürlich wie üblich Kies und einigermassen voll. Dafür gab es genügend „Versorgungseinheiten“ dahinter, so dass wir auch ein Eis kaufen konnten. Leider haben wir diesmal mangels Alternative an einem Stand der Marke „Slad“ Eis gekauft. Das kann man nicht wirklich empfehlen. Drei von uns sechs haben ihr Eis weggeschmissen, weil es so schlecht schmeckte…
Danach sind wir noch zu den grossen Wasserrutschen gegangen und ich bin mit Anna und Lara auf dem Schoss abwechselnd die grosse blaue Rutsche runtergesaust. Man zahlt pro Einzelrutschung 4kn oder für dreimal rutschen 10kn. Eigentlich ganz in Ordnung. Aber nach 4 Mal (je zweimal mit Anna und Lara) war es genug für mich. Die haben dort auch noch eine kleine Bar mit Tischen und Stühlen in einem kleinen Pool. Sehr nett…
Nachdem wir uns dann wieder am Strand umgezogen hatten sind wir nach Biograd rein gefahren und haben den Bus bei den Fähranlegern geparkt. Zu Fuss bzw. mit den Buggies haben wir dann das Örtchen erkundet. Ziemlich nett und es gibt sogar einen aqua-Shop Mitten in einer kleinen Gasse haben wir dann ein super Restaurant gefunden, in dem man wunderschön im dekorierten Innenhof sitzt. Sie kochen dort eine kleine Karte mit dalmatinischen Speisen und eine kleine Karte mit „antiken römischen Gerichten“. Wir hatten von beidem eine kleine Auswahl und alles war hervorragend und nicht teuer. Die Hauptgerichte alle um 12 € (für Thunfisch, Hühncheninvoltini mit Hackfleisch gefüllt, …).
Nach einem kurzen Spaziergang zurück zum Bus sind wir wieder in die Marina gefahren und haben schnell die Jungs ins Bett gebracht. Die hatten es nötig. Anna und Lara sind jetzt auch endlich so weit, denn sie durften noch eine Folge Heidi sehen. Da hat es gerade zum ersten Mal geschneit. Eine komische Vorstellung.
Ich war währenddessen die Tiefe am Schwimmsteg ausmessen. Aber mein Arm ist nicht lang genug, um in tonttus virtueller Mitte zu messen. Das müssen wir uns dann morgen live ansehen. Tief genug zum anlegen ist es auf jeden Fall, die Frage ist dann nur wie viel Platz unter dem Kiel übrig bleibt
Ausserdem war ich an der Rezeption um den Vertrag abzuholen. Leider haben sie den Schiffstyp falsch geschrieben und fertigen mir jetzt für morgen früh eine neue Version aus.
Mal sehen, was Iris und ich jetzt noch wursteln. So richtig Lust dazu haben wir keine mehr. Wir haben uns ja auch entschieden erst übermorgen los zu fahren und nicht morgen. Dafür dann wahrscheinlich ohne Übernachtung (denn im Union Grand in Ljubljana haben wir keinen Platz mehr bekommen) in einem Rutsch durch.
Tag 67, 3.9.2013
So, dass wird der letzte Eintrag für diesen Törn. Wir fahren morgen früh los nach München. Vielleicht übernachten wir aber noch unterwegs. Mal sehen wie es läuft… Je nach Wind und Wetter - ach so, dass ist ja ab jetzt wieder anders!
Heute hatten wir noch einiges zu tun. Unter anderem haben wir tonttu an den endgültigen Platz verlegt. Wir liegen jetzt wunderbar längsseits an einem Schwimmsteg innerhalb der Aussenmole, mit dem Bug in Richtung Bora. Was will der Skipper mehr!
Blick in Richtung tonttu (der zweite Mast von vorne):
Blick in die andere Richtung zum Strand:
Blick über die Mole auf den Sonnenuntergang vom Cockpit aus:
Es ist zwar nicht besonders tief unter dem Kiel, aber entweder entfernt ein Taucher noch ein paar Steine, oder wir werden von den Marineros noch einen Platz weiter nach Westen verlegt.
Ansonsten haben wir geputzt, aufgeräumt, ausgeräumt, vertäut und abgebaut was so notwendig war. Leider haben die Kids nicht wirklich mitgemacht. Es war manchmal etwas stressig und die Stimmen wurden lauter und die Stimmung schlechter.
Da war es gut, dass wir um drei Uhr nachmittags beschlossen haben, die „Baustelle“ zu verlassen und an den sehr nahen Strand zu gehen. Von tonttu aus sind es Luftlinie vielleicht 150m. Offiziell müsste man allerdings gut 700m laufen. Zur Rezeption und dem Haupteingang in die Marina und dann wieder an der halben Marina vorbei zum Strand. Wir sind aber einfach mal an die Ecke gegangen, in der der Strand an das Marinagelände stösst. Dort ist auf dem Marinagelände ein kleiner Segelclub an dem gerade ein paar Kinder und Jugendliche ihre Jollen klar gemacht haben. Als wir sie fragten ob es da einen Ausgang gibt, haben sie verneint aber auf zwei auseinander gebogene Stäbe im Zaun gezeigt und sich als Beispiel kurz durchgezwängt. Zu Iris und mir meinten Sie, wir könnten uns um die Ecke (frei hängend über dem Wasser) herumhangeln. Das hat dann auch alles gut geklappt.
Der Strand ist sehr nett. Grober Kies wie fast überall, mit Eisdiele und Bar/Restaurant und einem riesigen Wasserhüpfburg-Park im Wasser. Es war schwer die Mädels davon abzuhalten drauf zu gehen. Vielleicht nächstes Jahr einmal.
Die Kids besingen ihre aus Kies aufgeschüttete Burg:
Nachdem wir dann kurz nochmal zum umziehen auf tonttu waren sind wir im Marinarestaurant essen gegangen. Es war hervorragend und als neue Dauergäste haben wir mit der „Ilirija VIP Card“ auch 10% Rabatt bekommen. Dabei war es sowieso schon günstig: z.B. 100kn (nach Rabatt nur noch 90kn) für ein 250gr super zartes und dickes Rindersteak als Pfeffersteak!
Die Jungs sind dann fast von selber ins Bett gefallen. Mit den Mädels war es mal wieder nicht so leicht. Ich habe dann den Bus her geholt (man kann kurzzeitig auf der Aussenmole halten; die ist aber sonst als Feuerwehrweg gesperrt) und beladen und danach wieder weggefahren zur Rezeption. Wir werden morgen nicht mehr auf dem Boot frühstücken sondern im Marinarestaurant. Ausserdem haben wir noch das Bimini-Top und die Sprayhood zusammengefaltet und mit den Persenningen versehen. Jetzt sollte eigentlich alles klar sein zur Abfahrt morgen früh!
Euch allen wieder vielen Dank fürs eifrige lesen und die Kommentare! Bis nächstes Jahr oder noch besser bis bald in München!!!