Logbuch des Törns 2013
Wir sind im Juli/August diesen Jahres nochmal als Familie 2 Monate auf tonttu unterwegs (bevor Anna im September in die Schule kommt).
Wie letztes Jahr werden wir wieder jeden Abend einen Eintrag in unser bLogbuch schreiben und dort berichten wo wir sind und was wir an diesem Tag so alles erlebt haben.
Wenn mal kein aktueller Eintrag vorhanden ist, dann bitte nicht verzweifeln, denn dann sind wir in einer so einsamen Bucht gewesen, dass wir keinen Internetempfang mit dem Handy hatten Wir holen den Eintrag dann so rasch wie möglich nach.
Tag 51, 18.8.2013
Habe für gestern noch ein paar Bilder hochgeladen …
Heute sind wir im Süden rund um Losinj gefahren und auf der Ostseite hoch zur Südspitze von Cres. Denn morgen geht es weiter zur Nordspitze von Rab in die Marina Supetarska Draga. Dort wollen wir die angesagte Bora abwarten und sind dann schon nahe bei Krk, wo wir am Samstag Tobi, Janet und ihr kleines Töchterlein Lucia (4 Monate) abholen werden.
In Mali Losinj haben wir nochmal gewaschen nach dem Frühstück und das Deck geschrubbt und die Wassertanks nochmal gefüllt. Eigentlich wollte ich ja noch tanken, aber bei beiden Tankstellen (der gleich nördlich unseres Liegeplatzes, die gerade so genug Wassertiefe gehabt hätte bei Flut; und die in der nördlichen Marina, jenseits des Kanals) war solch ein Andrang (jeweils mehr als 10 Motor- und Segelyachten), dass wir entschieden haben in Rab zu tanken oder erst in Krk.
Leider gab es keinen Wind, und so mussten wir bis zur Südspitze von Losinj motoren. Gerade als wir um die Ecke gebogen sind, sah es so aus, als gäbe es schönen Segelwind. Es hatte 10kn von Südwest, also von hinten. Das wäre ideal gewesen um den Code0 rauszurollen und danach wieder andersrum, aber richtig einzurollen. Leider war der Wind gleich nachdem ich die Engstelle mit den vorgelagerten kleinen Inseln hinter uns gebracht hatte wieder weg.
Also ging es weiter unter Motor. Es war aber auch nur noch eine knappe Stunde.
An der Südspitze von Cres haben wir uns erst die Uvala Baldarin angesehen, sind aber dann doch in die Jadriscica gefahren. Eigentlich habe ich keine Bojen erwartet - zumindest stand im Hafenhandbuch nichts - aber drin waren dann doch Bojen. Also sind wir mal wieder an einer Boje für die Nacht. Diesmal ist aber der Klotz unten dran gross genug
Da liegt tonttu (rechts hinten)
Später habe ich mich beim bezahlen nochmal erkundigt, wie die Regeln genau sind: Also man kann ankern neben einem Bojenfeld, muss aber mindestens 300 m Abstand halten. Das ist in dieser Bucht mit unserem Tiefgang allerdings relativ schwer. Aber zumindest wissen wir es jetzt für das nächste Mal. So haben wir halt die 15kn pro Meter, also 225kn für uns (das sind ungefähr 32€) gezahlt.
Erst sind die Mädels mit mir auf den Brettern rüber geschwommen zum „Ort“. Was wir dort gesehen haben hat uns gut gefallen, es gab sogar einen „Mini“-Strand. Also sind wir wieder zurück gepaddelt und ich habe das Dinghi klar gemacht, mit dem wir dann alle kurz vor 3 wieder an Land gefahren sind.
Erst gab es das obligatorische Eis und zwei Capucchino für Mama und Papa im Restaurant Pogana (so heisst auch der „Ort“), und dann sind wir baden gegangen. Nachdem der Luis gleich auf einem Stein ausgerutscht ist im flachen Wasser - natürlich bevor wir ihm die Badesachen angezogen haben - haben wir die Jungs gleich nackig baden lassen. Deshalb gibt's heute ein paar Fotos über die sich die Buben bei ihren Hochzeitsfeiern oder sonstigen Jubiläen sehr freuen werden
Man sollte sich halt freiwillig photographieren lassen, dann kommen einfach bessere Photos raus:
So ist's besser …
Es ist wirklich sehr nett hier. Sogar der Kassierer ist von einer überraschend freundlichen Art. Insbesondere seine Gashebelverlängerung und die damit einhergehende Möglichkeit eines sehr eleganten Fahrstils hat es mir angetan. Sowas muss ich auf unser Dinghi auch noch bauen
Beim Abendessen habe ich mit der elektrischen Tennisschlägerfliegenklatsche wieder einige Wespen erledigt, nachdem in den letzten Tagen und auch heute immer wieder mal einer der anderen Rosas (mich hat es zum Glück noch nicht erwischt) gestochen worden ist. Heute war Iris mal wieder dran. Der Stachel hing dann sogar noch drin. Aber zumindest wissen wir, dass keines der Kinder allergisch ist
Die Jungs warten begierig auf das Abendessen…
Auch Luca mag nicht immer photographiert werden. Das hat er wohl von Mama.
Viele Grüsse also von Cres…
Tag 52, 19.8.2013
In der Bucht Jadriscica hat es uns gut gefallen. Da werden wir mal wieder kommen. Allerdings dann einfach ankern und die 225kn lieber in Eis oder andere Nahrungsmittel investieren.
Nach einem Rühreifrühstück (der Speck und die Eier mussten mal verarbeitet werden) mit Toast (der Inverter musste wieder ganz schön rackern, um für die Grillfunktion der Mikrowelle genügend Strom aus den Batterien zu saugen und in 220V umzuwandeln ) sind wir losgefahren in Richtung Rab.
Wie schon zu erwarten war, ist am Tag vor der Bora gar kein Wind. Wir hatten wechselnd zwischen 1.5 und 3.5 kn Wind. Also musste der Volvo-Penta-Wind mal wieder ran. Gut, dass wir auch gleich einen Tankstop im Hafen von Rab eingeplant hatten. Unser Ziel war ja diesmal nicht die Marina Rab sondern die Marina Supetarska Draga (die liegt in der mittleren der drei grossen Buchten auf der Nordseite von Rab).
Im Hafen von Rab angekommen mussten wir leider feststellen, dass auch hier an der Tankstelle ganz schön Betrieb war. Es tummelten sich zahlreiche kleine Motorboote vor der Tankstelle, aber die konnten ja an der Seite der Tankpier anlegen und waren daher keine Konkurrenz für uns. Aber an der Front der Tankpier, an der auch wir anlegen mussten lag eine grössere Azimut Motoryacht. Und die tanken bekanntlich eher länger.
So war es auch. Die Engländer auf der Chartersegelyacht vor uns warteten schon 30 min und wir mussten auch nochmal eine Viertel Stunde mitwarten, bis die endlich weg waren. Beim Segler ging es dann vergleichsweise schnell und dann durften wir anlegen. Allerdings mussten wir tonttu nur mit der vorderen Hälfte an die Pier legen, denn die andere Hälfte war schon wieder belegt. Um den Anleger zu fahren, musste ich erst ein paar kleine Motorboote aus dem Weg scheuchen, um genug Manövrierraum zu haben.
Wir haben dann beide Tanks wieder voll gefüllt (das waren 110 L seit Sibenik vor über einer Woche) und auch den kleinen 5-Liter Kanister mit 4 L Benzin für den Aussenborder betankt. Als ich gerade ausgestiegen bin um zu zahlen schreit plötzlich einer von einem Motorboot zu dem Motorboot welches vor uns an der Tankstelle lag in voller Lautstärke herüber: Achtung es läuft über!
Natürlich war sofort grosse Panik, alle, inklusive der beiden Tankwarte sind sofort hin gerannt, um das Disaster abzuwenden. Aber am Schluss stellte sich heraus, dass es sich nur um Wasser handelte. Die hatten nämlich neben dem Dieselschlauch auch den Wasserschlauch an Bord und ihr Wassertank war tatsächlich gerade am überlaufen.
Wir haben also so schnell wie möglich abgelegt und dabei wieder ein paar Motorboote aus dem Weg scheuchen müssen, die einfach keinen Platz für die etwas grösseren Kaliber lassen wollten, damit ihnen ja keiner an der Tankstelle den Rang abläuft.
Wir sind dann gemütlich rund um die Nordwestspitze von Rab getuckert und haben währenddessen zu Mittag gegessen. Gegen halb 2 sind wir dann bei der Marina angekommen und nach dem dritten mal anfunken hat sich doch tatsächlich jemand gemeldet. Ein Marinero hat uns dann an den Steg eingewiesen und wir haben vorbildlich wie immer angelegt. Es nervte nur ein wenig, dass ständig der Tiefenalarm los ging, da es hier in der Marina sehr seicht ist. Wie liegen auf gemessenen 3m Wassertiefe (das sind dann mindestens 3.4m, da ich das Echolot bewusst nicht nachjustiert habe auf die tatsächliche Einbautiefe; es denkt also es wäre genau auf der Wasserlinie) und genau auf diese Tiefe habe ich den Tiefenalarm eingestellt.
Aber wieso sollte der Tag anders weitergehen als er angefangen hat. Beim Rührei machen (bzw. beim anbraten des klein geschnittenen Specks) habe ich ja schliesslich heute Morgen auch den Rauchmelder ausgelöst
Nachdem wir noch ein wenig rumgeräumt hatten sind wir mit dem Dinghi aus der Marina raus in eine Bucht ca. 1km schräg gegenüber gefahren. Ich hatte dort in der Navionics iPhone-Karten-App einen Hinweis auf ein gutes Restaurant gelesen und von der Unterwassertopographie sah es nach gutem Badestrand aus.
Wir sind auch nicht enttäuscht worden. Es waren zwar relativ viele Stege und Häuser um die Bucht herum, aber der Strand war verhältnismässig gut (die üblichen Betonplatten an Land zum liegen und dann im Wasser feinster Sand am Boden und lange flach zum rauslaufen für die Kinder) und das Restaurant am Schluss war auch sehr fein.
Besonders nett war dann die Fahrt wieder zurück schon mit tiefstehender Sonne. Wir wurden von einer wahren Armada von Segelyachten und Motorbooten verfolgt, die hinter uns die Bucht hereinkamen auf dem Weg zur Marina.
Jetzt habe ich tonttu noch Windfest gemacht (zusätzliche Leinen ausgebracht oder zumindest locker vorbereitet; das Sonnensegel zusammengeklappt und das Tuch gleich abgenommen; den Code0 an Deck gut verzurrt) und nochmal die zweiten Pneumatikfedern an den Heckklappen nachgeklebt (das war noch nicht ausreichend beim letzten Mal in Ist) und eine Naht an einem Reisverschluss des Sonnensegels mit gewachstem Takelgarn und Segelmachernadeln und Segelmacherhandschuh wieder nachgenäht, da sie schon etwas aufgegangen war. Hausmeistertätigkeiten halt …
Morgen werden wir wohl einen Landausflug in die Stadt Rab machen.
Tag 53, 20.8.2013
Auch diesmal verstecken wir uns zwar vor der Bora in einer Marina, aber dort merken wir den Wind nicht wirklich so stark wie erwartet. Das kann jetzt daran liegen, dass die Bora nicht so heftig ist wie angesagt (wird wohl teilweise so sein) aber natürlich auch, dass die Ecke hier ziemlich gut geschützt ist. Trotzdem die „Haupteinflugsschneise“ der Bora genau nördlich von hier zwischen Rab und Krk liegt.
Jedenfalls hat es heute morgen kurz vor 6 die ersten Böen gegeben mit bis zu 18 kn. Dann gegen 8 waren es auch mal deutlich über 20kn und kurz danach hat es zu regnen angefangen. Das wiederum ist eher ungewöhnlich im Zusammenhang mit einer Sommerbora. Das gibt es eher bei einer Bora im Winter und Frühjahr bzw. eigentlich vor der Bora, bevor der Wind los geht. Denn die Bora ist ja ein trockener, eher kalter Wind von den Bergen. Die Feuchtigkeit regnet sich jenseits des Velebitgebirges (also an dessen Ostseite) ab, wenn die Luft ansteigt, abkühlt und damit die Feuchtigkeit auskondensiert. Deshalb: Bora heisst normaler weise kühler und trocken.
Ich habe also die Gelegenheit genutzt im leichten Regen die Edelstahlgestänge des Bimini-Top (Sonnenverdeck) zu entrosten und danach kurz zu polieren. Denn ich hatte ja gestern schon den Persenningstoff davon abgebaut und dabei eine der Nähte neu angenäht. Deshalb ging das jetzt besonders gut, weil man nicht immer noch gleichzeitig mit dem Stoff herumhantieren muss beim Edelstahl pflegen.
Danach haben wir uns in die Sommer-Regenklamotten gepackt und sind (inzwischen hatte der Regen schon wieder aufgehört) in Richtung Busstation ausserhalb der Marina gelaufen. Um ca. 10:55 sollte der Bus aus Lopar in Richtung Rab halten. Wir haben bis 11:15 gewartet und ich wollte schon zur Reception, um ein Taxi rufen zu lassen, da kam er angetuckert. Er hat sich aber geweigert anzuhalten und uns bedeutet, dass er schon voll sei. Na Klasse!
Also sind wir doch zur Reception und haben ein Taxi rufen lassen. Es sollte nach ca. 15 min da sein. Nach 10 min kam der freundliche Herr von der Marina-Reception wieder raus und hat uns mitgeteilt, der Taxifahrer habe zurück gerufen. Er steht im Stau, wäre aber in 10min da. Allerdings sei auf dem Rückweg in Richtung Rab so viel Verkehr, dass es bis zu einer Stunde dauern könnte für die 10km Wegstrecke. Ob wir wirklich mit den Kindern abgeholt werden wollten. Wir haben dann dankend abgelehnt und den Rab-City-Ausflug auf morgen verschoben. Da hat wenigstens mal einer (oder besser gesagt zwei: Der Receptionist und der Taxifahrer) mitgedacht.
Also sind wir erst mal zu dem Mini-Spielplatz neben der Marina (eigentlich ein schönes Schaukelgerüst mit Kletternetz und kleinkindertauglicher Rutsche und daneben ein Wackelpferd mit Spiralfeder drunter; aber leider ohne passenden Untergrund, einfach nur recht spitzer und grober Kies…) und haben die 4 etwas toben lassen.
Danach sind wir (zugegebener Massen etwas frustriert über unser isoliertes dasein hier in der Marina Supetarska Draga; in Rab selber wäre nämlich auch frei gewesen, ich dachte nur wir sind hier mit der Möglichkeit nach Rab für einen Tag zu fahren und auch zu baden besser dran) ins Marinarestaurant zum Mittagessen gegangen. Das war ziemlich gut. Die Werbung „nicht nur in Kroatien sondern auch im Ausland bekannt“ ist zwar nicht wirklich aussagekräftig in einer Marina die zu 50% mit Deutschen und Österreicher Dauerliegern voll ist. Aber wir waren sehr zufrieden.
Danach nochmal auf den Spielplatz, dann einkaufen im Mini-Supermarkt neben dem Marinaeingang und zurück zu tonttu. Dort habe ich dann die entrosteten Bimini-Gestänge mit Baby-Öl eingerieben. Das soll angeblich das schnelle wieder anrosten verhindern (ist ja schliesslich eh' alles nur Flugrost, aber auch der nervt) und sonst noch ein paar Kleinigkeiten erledigt: Längere Leinen an den Gangway-Lift, so dass ich mir nicht immer die Birne am Bügel anhaue, wenn die Gangway mal etwas tiefer hängt; neue, dickere Leinen an einige Fender; Cockpit ausgespritzt; Deckel über dem Ruderquadranten abgeschraubt und darunter nach dem Rechten gesehen und gereinigt. Also mal wieder Hausmeistertätigkeiten. Aber irgendwie muss man die Zeit hier in der Marina ja sinnvoll nutzen. Und meine Memoiren kann ich ja noch nicht schreiben. Dazu steht ja noch zu viel an…
Danach sind wir alle noch zur Aussenmole und ich bin mit den Mädels dort kurz schwimmen gewesen. Es war gefühlt s..kalt. Aber wahrscheinlich hat es immer noch knapp 24 Grad, nur mit bedecktem Himmel und „nur“ noch 28 Grad Aussentemperatur deswegen, fühlt sich das schon recht kühl an.
Vor und nach dem Abendessen haben die Mädels mit einem Mädel (den Namen konnten sich meine beiden Leuchten nicht merken) von schräg gegenüber eifrig gekeschert. Wahrscheinlich sagen sich die Fische: Können diese blöden Segler nicht mal ihren Nachwuchs an die Leine nehmen. Immer nerven die mit ihren leuchtend rosa und grünen Netzdingern. Keiner von uns ist so blöd da reinzuschwimmen. Aber immer wieder ausweichen, macht einfach keinen Spass.
Jetzt ist eigentlich recht schöne Abendstimmung. Die Sonne geht unter den Wolken unter und es weht meist gar nicht. Dazwischen kommt aber immer wieder mal eine abgelenkte Böe hier in die Marina geblasen. Mal aus NW, mal aus NE. Je nachdem wie sie um den „Berg“ östlich der Bucht herumgeleitet wird.
Wir werden morgen früh entscheiden, ob wir noch eine Nacht bleiben (und den Tagesausflug nach Rab nochmal versuchen), evtl. mit tonttu nach Rab fahren und dort in die Marina gehen für eine Nacht, oder den kurzen Hopser nach Krk rüber „wagen“. Das wären eineinviertel Stunden freie Strecke über die Haupteinflugschneise…
Tag 54, 21.8.2013
Tja, heute Nacht bzw. gestern Abend hat es immer wieder mal mit bis zu 23kn geweht, aber scheinbar stimmen die Aussagen der Dauerlieger hier wirklich: Die Marina Supetarska Draga wird von der Bora wirklich sehr verschont, bzw. liegt sehr geschützt in dieser Beziehung. Bei Yugo (das ist der Südwind, den die Italiener Scirocco nennen), pfeift es hier dafür um so mehr.
Iris ist mit Anna „Semmeln“ holen gegangen und kam mit einer Riesenüberraschung zurück. Ich hatte ja gestern schon beim Bäcker über der Kasse ein Plakat mit einem „König-Ludwig-Brot“ drauf gesehen, das aber für einen makaberen Scherz gehalten. Aber tatsächlich: Irgendwie haben die hier ein richtiges Roggen-Brot. Gar nicht mal so schlecht, nur angesichts der Luftfeuchtigkeit hier am Meer nicht ganz so knusprig wie bei uns frisch gebacken. Ohhh, war das ein Genuss!!!
Heute morgen war auch noch etwas Wind, aber nicht all zu stark und wir haben uns überlegt, ob wir jetzt mit dem Boot nach Rab fahren (also „umparken“ und dort die heutige Nacht verbringen) oder mit dem Taxi und eine weitere Nacht hier bleiben. Da es dann kurz vor 10 doch wieder stärker geweht hat, bin ich vor zur Rezeption und habe für eine weitere Nacht gezahlt und ein Taxi rufen lassen.
Das war gleich ein 8-Sitzer, also bestens für uns geeignet, und wir sind um halb 11 losgefahren und waren auch nach einer viertel Stunde in Rab. Also kein grosser Verkehr, so wie offensichtlich gestern.
Der Taxifahrer hat uns ganz an der Südspitze abgesetzt, weil da das Hafenkapitänsbüro liegt. Ich wollte ja unsere Jahrescrewliste um Tobi und Jan (die kleine Lucia muss noch nicht als unter 12-Jährige) erweitern lassen. Dort meinte man aber, dass das seit zwei Wochen nicht mehr nötig ist. Die Jahrescrewliste wurde (wie auch die normale Crewliste) komplett abgeschafft. Ab nächstem Jahr gibt es dann auch keine Vignette mehr zum aufkleben. Die Gebühren muss man natürlich trotzdem noch zahlen und die Rechnung dabei haben …
Tja, was so ein EU-Beitritt so alles verändert!
Also sind wir erst mal hoch zur „Kirchengasse“. In der sind die 4 Kirchtürme von Rab aufgereiht und haben die Aussicht von der Terasse neben der Hauptkirche ganz an der Südspitze von Rab genossen.
Blick von der Terrasse runter ins Meer
Danach sind wir aber nochmal runter gegangen, denn auf dem Weg zur Kirche hoch, habe ich bei einer Friseurin erfahren, dass sie um halb 12 einen „Slot“ für mich frei hat. Da ich zum letzten Mal in Corfu (Ende Juni) beim Haare schneiden war (fleissige Leser erinnern sich noch an das Foto), musste ich dringend mal wieder meine „Spitzen coupieren lassen“.
Nach 15 min war ich fertig und musste inkl. Waschen 70kn (also 10€) zahlen. Ich war sehr positiv überrascht, nicht nur vom Preis sondern auch von der Qualität. Das war in Montenegro teurer bei den Jungs
Dann war erst mal Mittagessenzeit. Also haben wir unten am Hafen an einem der Plätze in einem Café Waffeln gegessen. Wir dachten das gehört zu dem Café. Deshalb hatte ich mich auch so gewundert, als wir von der Kellnerin so komisch gefragt wurden, ob wir auch etwas trinken bestellen wollen. Wir hatten nämlich kurz an der Waffeltheke nachgesehen, was es so gibt und dann zwei Tische vom Café zusammengestellt für die 6er-Bande.
Erst als ich dann die Waffeln bestellt und abgeholt hatte und kein Besteck bekommen hatte, wurde mir alles klar. Das Waffel-Franchise hat sozusagen nur die Arkade neben dem Café gemietet und die Tische vom Café stehen deshalb auch vor dem Waffel-Franchise. Das muss einem aber auch gesagt werden.
So haben wir also mit einigen Kaffeelöffeln, die wir netterweise von der Kellnerin vom Café bekommen haben und dem ausgeliehenen Banane-Schneide-Messer der Waffelfrau die Fütterung der Raubtiere übernehmen müssen. Es ging so einigermassen verlustfrei ab, trotz Nutella-Waffeln und Banane-Sahne-Waffeln
Danach musste ich mein Versprechen (ich konnte mich zwar nicht erinnern es gegeben zu haben, aber Anna kann da sehr „überzeugend“ sein) einlösen mit den Mädels auf den Turm zu steigen. So wie letztes Jahr, und Vorvorletztes Jahr. Damit es nicht ganz so eintönig wird, habe ich mich entschlossen mit ihnen nicht auf den letzten (bzw. nördlichsten) Turm zu steigen sondern mal auf den ersten. Der ist besser renoviert, höher und kostet Eintritt. Na ja, 10kn pro Erwachsenen und die Kinder sind frei.
Als ich mit Anna und Lara verschwunden bin im Turm hat Luis sehr deutlich zu verstehen gegeben, dass er auch mit will. Also habe ich mit Iris ausgemacht, ich gehe mit den Drei hoch und sie wartet unten mit Luca bei den Buggies und Rucksäcken (ich bin nämlich schon mal in einer der steilen Treppen hier stecken geblieben mit dem Rucksack). Da wir unsere Pappenheimer gut kennen, war klar, dass Luca dann natürlich auch will und nach uns mit Iris hochgehen wird.
Kaum waren wir drei die erste Stiege im Turm hochgeklettert, hörte man von draussen auch schon das laute Protestgeschrei von Luca. Ab dem zweiten Stock verlor es sich dann aber immer mehr im Windrauschen
Ich habe mich dann mit Anna, Lara und Luis auch nur bis zum dritten Stock hinauf gewagt. Danach gab es nochmal eine noch steilere Holzstiege bis zu den Glocken und dann eine Gittertreppe zum Aussenbalkon. Das war mir dann doch zu heikel.
noch doziert unser kleiner Reiseleiter fröhlich in sein etwas eigentümliches Mikrofon hinein … später klang er dann nicht mehr so begeistert, als sein Bruder und seine Schwestern ohne ihn im Turm verschwanden.
Danach ist dann wie geplant noch Iris mit Luca hinauf gestiegen, hat sich aber auch nicht weiter hoch gewagt. Währenddessen flitzte Luis fröhlich durch die Gassen und Anna hat ihn immer wieder eingefangen. So wie schon oben im Turm, als ich photografiert (kann mir mal einer sagen, wie man dieses bescheuerte Wort heutzutage schreibt?!) habe:
Wir sind dann weiter durch die Gassen geschlendert mit dem Ziel des Spielplatzes am Hafenende. Den haben die Kinder sehr schnell wieder zurückerobert. Lara hat sich auch sofort erinnert, dass wir dort letztes Jahr mit Hilde-Oma und Franz-Opa Boule gespielt hatten. Ich war dann noch kurz währenddessen im Supermarkt einkaufen und danach sind wir noch zum DM und haben endlich (unter anderem) wieder Wegwerf-Wickelunterlagen bekommen. Die brauchen wir ja auch für nächste Woche
Über die Hausdächer von Rab hinweg hat man übrigens hervorragend die typischen Borawolken über dem Velebitgebirge gesehen. Allerdings mit wenig „Ausfransung nach unten“, was auch zu dem doch nicht so starken Wind passte.
Nach einem Eis am Brunnenplatz und etwas mit dem Wasser im Brunnen spielen sind wir nochmal zurück zum Spielplatz, denn davor hatten wir mit dem Taxifahrer ausgemacht, dass er uns um 17:00 Uhr wieder abholt. Auch zurück ging es schnell, ohne viel Verkehr. Der blaue Himmel trotz Borawind hat wohl dafür gesorgt, dass die Camping- und Ferienwohnungsgäste heute nicht wie gestern alle nach Rab gefahren sind.
Jetzt, mit Sonnenuntergang wird der Wind wieder etwas stärker und kommt auch wieder böiger aus NE. Morgen Mittag soll er aber dann deutlich nachlassen und wir werden dann nach Krk rüber fahren.
Tag 55, 22.8.2013
Heute wollten wir ja endlich weiter. Nicht, dass die Marina Supetarska Draga nicht ein guter Zufluchtsort war, aber es ist dort halt nicht all zu viel geboten um die Kinder zu beschäftigen…
Wir haben gemütlich gefrühstückt und nochmal etwas Wäsche gewaschen. Unter anderem die Bettwäsche von Lara, die sie mit Sojasauce vollgeferkelt hatte. Lara hat sich spät am Abend irgendwo angehauen und Anna wollte ihr ein Kühlpad bringen, fand es aber im Kühlschrank nicht. Also hat sie die Sojasaucenflasche (offen!) herausgeholt und Lara als Kühlelement gegeben. Das konnte ja nur schief gehen. Wir haben uns beim ins Bett gehen nur gewundert, warum die Sojasaucenflasche (immer noch - oder wieder - mit dem Aluminiumfolienhütchen) auf dem Küchentisch steht
Ich wollte eigentlich erst bis 14:00 Uhr bleiben und die mögliche Liegezeit voll ausnutzen. Wir wären dann nochmal Mittag essen gegangen im hervorragenden Marinarestaurant. Aber Iris meinte, wir könnten doch gleich nach der zweiten Wäsche fahren. Nachdem ja auch kaum Wind zu spüren war, sind wir um halb 11 losgefahren.
Leider war der Wind nur in der Marina nicht zu spüren. Sobald wir aus der Bucht von Supetarska Draga draussen waren hat es schon wieder mit 18 kn geweht. Der Wind sollte ja erst am Nachmittag so wirklich aufhören, laut Wetterbericht.
Da wir aber nur eine Strecke von knapp 6 nm über den offenen Kanal zwischen Rab und Krk hatten (da bläst der Wind aus dem gefürchteten Velebit-Kanal durch), habe ich mich entschieden weiter zu fahren. Wir sind also unter Motor direkt auf die Südwestspitze von Krk zu gefahren.
Unterwegs hatten wir dann 20 bis 24 kn Wind auf Am-Wind-Kurs und ich bin manchmal ganz schön nass gespritzt worden hinten am Steuer. Der Rest der Familie fand es unter der Sprayhood ziemlich gemütlich. Es war ja schönster Sonnenschein.
In Lee von Krk war es leider nicht wirklich weniger windig, sondern wegen Fallböen teilweise noch mehr. Wir hatten dann bis zu 29kn kurz bevor wir nach NNW abgedreht haben und die Küste entlang zur Bucht von Krk und der Einfahrt in die Bucht von Punat gefahren sind. Da kam der Wind dann von schräg hinten (Raumschotkurs) und wir haben die Fock zur Hälfte rausgerollt und sind mit 6 kn dahingesegelt bei dann meist um die 22kn Wind.
Durch die sehr seichte Durchfahrt in die Bucht von Punat sind wir bei 16kn Seitenwind auch gut durch gekommen. Das seichteste was ich gemessen habe war 2.8m Wassertiefe. Dazu noch die ca. 40cm Sicherheit und wir hatten über einen halben Meter unter dem Kiel Also alles in Ordnung.
Erst haben wir überlegt direkt vor dem Ort Punat (also südlich der Marina) zu ankern. Aber das war Iris zu sehr „in der Einfahrt“. Also sind wir weiter nördlich in die Bucht reingefahren und haben auf 4m Wassertiefe mit 30m Kette in bestem Sand/Schlick-Grund geankert.
Inzwischen hat der Wind weiter nachgelassen und schwankt jetzt so um die 10kn. Morgen soll er dann fast ganz aufhören zu wehen.
Von unserem Ankerplatz konnten wir der Wasserskiseilanlage zusehen und morgen fahren wir entweder nach Krk mit dem Taxi um uns den Ort mal anzusehen oder rüber zum Strand. Je nach Lust und Laune.
Kurz vor dem Abendessen kam noch ein Stehbrettjetskiwasserskifahrer vorbei. Keine Ahnung wie man die Dinger nennt. Aber davon haben wir letztes Jahr auf Kefallonia in den Ionischen Inseln schon einen gesehen. Der heute hat aber schön Kreise um uns herum gedreht. Allerdings nie wirklich sehr nahe (was ja eigentlich nett von ihm war, aber zum fotografieren [Danke übrigens Stefan!] nicht so geeignet).
ganz gebannt schauen sie zu …
Luca hat das dann gleich nachgemacht bei uns im Cockpit
Also einen schönen Abend Euch allen!!!