Ein Sommer mit "tonttu"

Logbuch des Törns 2013

Wir sind im Juli/August diesen Jahres nochmal als Familie 2 Monate auf tonttu unterwegs (bevor Anna im September in die Schule kommt).

Wie letztes Jahr werden wir wieder jeden Abend einen Eintrag in unser bLogbuch schreiben und dort berichten wo wir sind und was wir an diesem Tag so alles erlebt haben.

Wenn mal kein aktueller Eintrag vorhanden ist, dann bitte nicht verzweifeln, denn dann sind wir in einer so einsamen Bucht gewesen, dass wir keinen Internetempfang mit dem Handy hatten ;-) Wir holen den Eintrag dann so rasch wie möglich nach.

Tag 46, 13.8.2013

Wir haben heute Nacht etwas über eine halbe Meile mehr auf die Logge bekommen. Ich hatte zeitweise noch die Instrumente an und wir hatten leichte Strömung am Ankerplatz. Deswegen lagen wir auch manchmal quer zum Wind und der Dinghi Motor hat hinten an die Badeplattform geklopft. Deshalb habe ich dann in der Nacht noch die Badeplattform wieder hochgezogen.

Am Morgen bin ich von einem irritierenden metallischen Klopfen aufgewacht um halb 6. Ich dachte eigentlich ich kenne alle Knarz- und Klappergeräusche die mein Schiff produzieren kann. Aber nein, ich habe lange im halbschlaf gebraucht um die Ursache des Geräusches zu identifizieren: Es war Iris Bikini-Oberteil. Da sind zwei Metallkugeln dran und Iris hatte das Stück Textil zum trocknen an eine der Stangen vom Bimini-Top (dem Sonnensegel) gehängt und im leichten Wind hat das Oberteil angefangen zu schwingen und klopfte mit den Kügelchen immer rhythmisch an die nächst tiefere Stange. Also Entwarnung!

Da ja doch ein wenig Strömung war und wir noch nicht wussten wo wir genau an der Nordspitze von Dugi Otok übernachten wollten, sind wir zeitig losgefahren.

Leider war fast kein Wind (3 bis 4kn) und deshalb sind wir - wie alle anderen auch - unter Motor gefahren. Nach eineinhalb Stunden waren wir in der weitläufigen Nordbucht von Dugi Otok. Ach übrigens, Martin, Dugi Otok heisst einfach „Lange Insel“ (Otok ist die kroatische Bezeichnung für Insel). Und Dugi Otok ist wirklich vergleichsweise lang und schmal.

Wir haben erst noch in Richtung der Marina Veli Rat geschaut, denn dort wollen wir evtl. morgen hin, da soll es ja wieder stärker wehen, und sind dann in die von Wolfgang (unserem Nachbarn in der Marina Dalmatija in Sukosan) empfohlene Nebenbucht Uvala Lokva (Uvala heisst Bucht).

So sieht 5 m tiefer Sandgrund mit leichtem Seegrasbewuchs aus…

Die ist recht seicht im hinteren Teil, und wir wollten möglichst weit in die Abdeckung durch die östliche Landzunge rein kommen. Aber es gab noch genügend Platz neben einem kleinen Segler mit Nacktsteuermann und Nacktsteuerfrau und angezogenem Kleinkind ;-)

Nach dem Mittagessen (Penne mit Auberginensauce) haben wir ein paar fällige Bastelarbeiten erledigt. Ich habe ja schon in Corfu in der Marina kleine Plastikschnapper für die Klappen im Cockpitboden besorgt, aber diese noch nicht montiert gehabt. Und ausserdem wollte ich auch das Auge (so nennen Segler einen festen Ring bzw. Halbring, der auf dem Deck angebracht ist) montieren an dem ich die Reissleine der Rettungsinsel mit einem Karabiner befestigen will.

Die Montagearbeit wurden durch meine Wenigkeit ausgeführt und von einem kompetenten Gutachterteam beobachtet und schlussendlich erfolgreich abgenommen

Danach haben die Jungs noch ein paar Runden mit dem Surfboard gedreht und die Mädels (alle drei) haben im Cockpit Max und Moritz gelesen.

Zum Abendessen haben wir Reste vertilgt (eine sehr reife Avocado mit Knäckebrot und Vollkornbrot, denn wir haben kein frisches Brot mehr, den Rest der Penne von heute Mittag und den Rest der Spinatspätzle von vorgestern Abend).

Heute versuchen wir mal die Mädels wirklich um halb 8 ins Bett zu bekommen, denn heute morgen ist kaum einer vor viertel vor 9 auf gewesen und wir reisen ja nicht nach Westen, so dass wir langsam in die passende Zeitzone kommen würden ;-)

Für Iris und mich ist vom Abendessen noch eine halbe Avocado übrig geblieben, die ich mit einer Tomate zu einer wunderbaren Guacamole verarbeitet habe. Die gibt es nach Sonnenuntergang (oder kurz davor) zusammen mit Nacho-Chips ;-)

Hier noch ein paar Sonnenuntergangsbilder nachgereicht:

Tag 47, 14.8.2013

Ich habe für gestern noch schöne Sonnenuntergangsbilder nachgereicht…

Wie angekündigt war in der letzten Nacht fast windstill. Es sollte ja erst am frühen morgen anfangen mit mehr Wind. Dem war auch so, aber in gemässigterer Form als laut Wetterbericht. Gegen kurz nach 4 kamen die ersten kleinen „Böen“ mit unter 10kn und um 6 Uhr war es dann am stärksten mit 16kn. Also alles kein Problem und ich konnte ruhig weiterschlafen.

Ein Nachbar hat allerdings ganz erstaunt gemerkt, dass er fast schon auf dem Felsen liegt und in klassischer italienischer Manier einfach den Motor angemacht, den Vorwärtsgang eingelegt um den Anker nach vorne zu schleifen. Aus irgendeinem Grund ist er dabei sogar nochmal runter gegangen und hat sein Schiff sich selbst überlassen. Dabei ist er ziemlich bedrohlich auf uns zugefahren. Ich wollte gerade rufen, da kam er wieder ins Cockpit und hat den Gang rausgenommen. Gerade noch, dass er abgewartet hat, wo sein Anker jetzt wieder greift und wie er dann liegt und dann ist er schon wieder verschwunden gewesen. Wahrscheinlich weiter schlafen!

Wir haben uns nach dem Frühstück überlegt, ob wir jetzt in die Marina Veli Rat fahren (also um die Ecke) um den für heute Nacht angesagten stärkeren Wind auszusitzen, oder woanders hin. Da in der Marina Veli Rat Wasser sehr teuer ist (40L für 20kn, also 3€) und es Strom auch nur zwei mal 3 Stunden am Tag gibt, zog es uns nicht so sehr dort hin. Da ist nämlich nicht mal ein richtiger Ort.

Ich habe dann im Hafenhandbuch nochmal ein wenig in der Gegend herumgeblättert und bin dabei mal wieder auf Ist gestossen (so heisst die Insel tatsächlich). Da war ich schon Ewigkeiten nicht mehr und als „Borahafen“ bot es sich eigentlich an. Ausserdem stand da etwas von vielen Bojen und einem idealen Strand für Kleinkinder. Na also!

Wir haben also den Anker hochgezogen und sind losgetuckert in Richtung Ist. Gleich nachdem wir aus der Bucht raus waren habe ich das Vorsegel ausgerollt, denn wir hatten Halbwind (also von der Seite) mit 10 bis 12kn. So ging es gemütlich mit um die 4kn Fahrt voran. Bei der Strecke wären das knapp 2 Stunden gewesen. Dann hat uns aber eine Bavaria überholt (mit Gross und Rollgenua draussen) und das konnte ich nicht auf mir bzw. auf tonttu sitzen lassen.

Kurzerhand also das Grosssegel ausgepackt und hochgezogen. Die feigen Bavariasegler haben dann aber gleich abgedreht. Wahrscheinlich haben sie gemerkt, dass sie keine Chance hatten. Oder sie wollten einfach woanders hin ;-)

Wir sind dann also schon nach eineinviertel Stunden angekommen (kurz vor 12), da wir bei 12 bis 13 kn Wind zeitweise über 8 kn gefahren sind mit 70 bis 80 Grad am scheinbaren Wind (das ist was für die eingeweihten und wird nicht übersetzt).

Leider war es in der Bucht Siroka auf Ist (das ist die Südbucht, falls einer auf Google-Maps nachsehen will) schon sehr voll. An den Molen war sowieso nichts frei, aber da wollten wir auch nicht hin. Ich war jedoch schon ziemlich erstaunt, dass auch sämtliche Bojen schon besetzt waren und auch keiner Anstalten machte wegzufahren.

Also haben wir kurzerhand am Westufer (gegenüber vom Bojenfeld) auf 6.5 m Wassertiefe ankern müssen. Mit 40 m Kette fühlte ich mich schon recht sicher und habe dann schlussendlich am Abend noch auf 45 erhöht und die Ruckdämpfer angebracht.

Am frühen Nachmittag sind wir dann mit dem Dinghi vor in den Ort gefahren zum …

… na was wohl: Eis essen, Spielplatz besuchen, Baden und Einkaufen im Mini-Markt.

Hein war auch dabei …

Na, haben die mich in Hollywood jetzt verschaukelt?

Mini-tonttu vorne und Gross-tonttu weit im Hintergrund. Wer findet tonttu?

Hat alles wunderbar funktioniert und wir hatten einen schönen Nachmittag. Als wir jedoch zurück gekommen waren hing direkt vor unserem Boot ein anderes. Und mit direkt meine ich „wirklich verdammt nah“, also etwa 8 m dazwischen.

Fast zeitgleich kam auch die Crew dieses Bootes (eine 36 Fuss „weissnichtwas“ mit Zulassung in Konstanz und dem Namen „Jenny“). Iris meinte, sie hätte das Schiff bei der Hinfahrt deutlich weiter vorne in der Bucht gesehen (also weiter in Windrichtung).

Ich bin erst mal davon ausgegangen, dass die 3 Herren (Vater mit Sohn und Freund des Sohnes?) selber gemerkt haben, dass ihr Schiff inzwischen woanders liegt. Dummerweise haben sie beim an Bord steigen auch noch ihr Dinghi verloren und ich bin wieder in unseres gestiegen um es einzufangen, da war aber der Vater schon ins Wasser gesprungen.

Immer noch dachte ich, jetzt ankern sie gleich neu. Nee, Vater hat sich erst mal die Badesachen ausgezogen und sich gemütlich nackt am Heck geduscht. Ok, dachte ich, lass ihn mal, aber dann …

… passierte immer noch nichts. Also bin ich aufs Vorschiff und habe mal freundlich gefragt, wann sie denn umzuankern gedenken. Die Antwort von dem einen Jüngling: Wieso denn wir? Ihr seid doch so nah!

Da ist mir fast die Hutschnur geplatzt und ich habe klar gesagt, dass wohl ihr Anker gerutscht ist. Ich hatte mich nämlich nochmal auf dem Chartplotter versichert und wir lagen immer noch wie festgenagelt an der gleichen Stelle wie vor 4 Stunden. Da meinte der inzwsichen wieder an Deck gekommene Vater: Wir sind aber schon seit gestern da. Als ich ihm dann zugerufen habe: Das mag sein, aber sicher nicht an der Stelle hier sondern wohl eher 150m weiter nördlich.

Das hat dann wohl gereicht, um ihm klar zu machen, dass er seine Situation und Ankerposition wirklich nochmal überdenken sollte. War auch klar, denn alle unsere Nachbarn waren ja auch noch da. Die müssen ziemlich blind bis ignorant unterwegs gewesen sein.

Also haben sie endlich ihren Anker hochgezogen. Das sah erst sehr schwierig aus, denn Vater hat den Anker von Hand hochgezogen und kam dabei dem nächsten Schiff vor ihm immer wieder ziemlich nahe. Ich hatte am Schluss noch befürchtet, er hätte den Anker inzwischen unter meine Kette gepackt, weil er immer wieder abgebrochen hat mit seinen händischen Bemühungen. Irgendwann hat er aber dann doch seinen Sohn runter geschickt um die Sicherung der Ankerwinsch anzumachen und dann ging es ganz leicht.

Auch später wurde es immer wieder lustig wegen den Dreien. Sie haben erst 2 mal direkt wieder vor anderen Yachten geparkt und wurden verscheucht und sind dann an den Platz gefahren, den ich ihnen von Anfang an empfohlen hätte, hätten sie mich denn gefragt :-)

Gerade wollten sie dann wohl einen Ausflug in den Ort machen und sind mit dem Dinghi an uns vorbeigetuckert. 50m weiter stoppt plötzlich der Motor. Die Leute auf dem Schiff vor uns haben sie dann mit ihrem Dinghi wieder zu ihrem Boot zurück geschleppt. 10min später kamen sie dann wieder vorbeigefahren. Hatten wohl keinen Sprit mehr. Künstler gibt es …

Ach, a propos, das hätte ich ja fast vergessen, und dabei hatte ich heute Nachmittag schon beschlossen das wird die Story des Tages: Etwas nach uns haben Italiener neben uns geankert. Oder sie haben zumindest das getan, was Italiener aus der Schule „Ankern möglichst schnell gemacht“ dafür halten.

In recht schneller Rückwärtsfahrt haben sie den Anker ein wenig runter gelassen (so ca. 10 m bei 6 m Wassertiefe) und als der dann erstaunlicher Weise kurz aber heftig gegriffen hat, ist ihnen gleich die Kette über die Nuss der Ankerwinsch gerutscht und sie haben geschätzte weitere 8 m Kette dabei „verloren“. Das schien ihnen wohl genug (ich wäre mit meinen 40m beim drehen voll auf sie drauf gerauscht, und wollte sie gerade schon darauf hinweisen). Dann machte sich der eine von den beiden mit Flossen und Taucherbrille fertig und stieg ins Wasser.

Super, dachte ich mir, jetzt kommt der „oh wie schön sieht mein im Sand vergrabener Anker aus“-Schnorchelgang, mit dem die Leute immer denken, sie könnten feststellen, ob ihr Anker hält. Als ich ihn dann etwas weniger als eine Schiffslänge vor seinem Bug innehalten und gebannt nach unten starren sah, habe ich ihn gefragt, ob denn dass die Position seines Ankers sei. Er bejahte und ich gab ihm zu verstehen, dass das vielleicht etwas wenig sei und ich mindestens nochmal 20m dazu geben würde.

Dann kam das Beste. Der Schnorchler ist wohl ein ausgebildeter Taucher. Ein paar Minuten später kam er mit Flasche und Tauchausrüstung zurück auf die Badeplattform. Was der wohl wollte? Das stellte sich gleich heraus, er hat seinen mitsegler tauchend eingewiesen wie weit er die Kette raus lassen soll ;-) ;-) ;-)

Oh, manchmal muss man den Italienern und anderen Mitseglern echt dankbar sein. Sie sorgen beim Segeln für so viel Unterhaltung!

So, jetzt bläst es in Böen schon um die 20kn. Mal sehen wie sich das noch weiter entwickelt…

Tag 48, 15.8.2013

Wie schon angekündigt sind wir geblieben.

Die Nacht war für mich eher unruhig. Ich habe nämlich trotz Wind (oder gerade wegen Wind) an Deck geschlafen und musste mich immer halb auf meinen Schlafsack legen, damit er nicht flattert.

Immer wieder wenn die Böen heftiger wurden (im Maximum habe ich nur 23 kn gemessen, also nicht so wild), bin ich natürlich wieder aufgewacht und habe mich umgesehen und auch unsere Position auf dem Chartplotter kontrolliert. Denn es ist mit laufe des Abends immer voller geworden (alle haben Schutz gesucht) und damit auch enger. Ich hatte weniger Bedenken, dass unser Anker nicht hält - den kenne ich ja inzwischen ziemlich gut - sondern, dass der Anker von jemand in Luv (also in der Richtung von der der Wind her kommt) rutscht. So wie es ja nach unserem Badeausflug gestern mit dem anderen deutschen Schiff passiert ist.

Aber alles lief gut und ab 4 habe ich bis halb 7 durchgeschlafen. Iris hat die zweite Hälfte der Nacht auf der Salonbank verbracht, weil es in unserer Kabine vorne immer wieder am Ankergeschirr geklappert und gerattert hat. Im Salon war es ruhiger.

Also war es nicht schlecht, dass wir heute einen ruhigen Tag hatten.

Zuerst bin ich um halb 9 zum kleinen Mini-Markt gefahren, denn gestern habe ich erfahren, dass er dann frisches Brot bekommt. So war es auch, allerdings war das frische Brot wohl gewollt lätschert (wie der Bayer sagt) und furchtbar hell. Aber dafür gab es Burek, dass sind Apfel- bzw. Quarktaschen. So habe ich je ein Burek und eines der Fender-Brote mitgenommen und Risottoreis, den wir gestern aufgebraucht haben und etwas Schokolade (Kinder-Schokolade für die Kinder ;-)).

Danach haben wir genüsslich gefrühstückt und sind dann etwas später mit dem Dinghi zum Strand gefahren. Nach ein wenig Badespass (Luca wollte nicht, aber Luis ist fröhlich durch das flache Wasser auf dem wunderbar feinen Sandboden gelaufen) sind wir dann im Ort Mittag essen gegangen. Anna und die Jungs haben sich für Palatschinke entschieden - das können inzwischen sogar Luca und Luis annähernd perfekt aussprechen - und Lara für Spiegelei mit Schinken. Keine Ahnung wieso …

Danach ging es zurück zu dem Café an dem wir schon gestern sassen mit dem Spielplatz nebenan. Dort haben wir dann später noch ein Eis gegessen und sind um halb 4 zurück zum Boot gefahren.

Weil Iris sagte, wir haben immer nur Bilder von den Kindern auf dem Blog, haben wir beide noch ein paar wenig bis gar nicht belebte Dinge photografiert:

wenig belebt

gar nicht belebt

das neue Einsatzfahrzeug der örtlichen Feuerwehr

das Fahrzeug des Oberpostmeisters der Insel

der Beach-Volleyball Platz

und zur Abwechslung wieder etwas sehr belebtes

Dort waren wir nochmal baden und ich habe an die lange Leine (die 60m Leine für Heckanker, Landleine und zum Abschleppen) eine Kausch gemacht, damit wir sie besser mit dem Heckanker verwenden können. Denn mit einem Knoten blieb sie immer in der Heckankervorrichtung hängen. Nicht schön, aber es funktioniert und hält hoffentlich.

Währenddessen lief der Generator und einmal die Waschmaschine. Wir haben zwar nicht mehr viel Wasser, aber wir brauchten eh' Strom (der Chartplotter lief ja die ganze Nacht) und warmes Wasser gibt es jetzt auch wieder.

Zum Abendessen habe ich Zucchinigemüse, Reis und Hühnerbruststreifen mit Sesammantel gemacht. Hat allen wunderbar geschmeckt.

Den ganzen Tag über war eher wenig Wind, aber jetzt haben wir wieder wie angekündigt Böen um die 16kn. Nicht weiter schlimm, aber wir mussten gerade ganz schnell unsere Wäsche retten.

die mit der doppelten Anzahl Wäscheklammern wie üblich aufgehängte Maschine

Tag 49, 16.8.2013

Heute mal ganz ohne Bilder. Irgendwie hat es sich nicht ergeben ;-)

Wir haben heute früh von Ist Abschied genommen und sind in Richtung „Norden“ weiter gefahren. Erst mal zwischen Ist und Molat hindurch, damit Iris das auch mal gesehen hat und dann an der Ostküste von Ist hinauf bis zur Nordspitze und dann rüber zur Nordspitze von Skarda. Die Ganze Strecke in klassischer Englischer „Motorsailing“-Manie. Also mindestens ein Segel raus, aber da es dann zu langsam war bzw. die Richtung nicht ganz gestimmt hat zusätzlich auch den Motor an. Bei uns war es die Fock und der Motor. Mit Fock alleine wäre es nur knapp 4kn schnell gegangen und wir hätten am Schluss auch noch an Ist entlang hochkreuzen müssen, weil 10 Grad gefehlt haben. Und da wir sowieso nicht mehr allzu viel Saft in den Batterien hatten dachte ich, dann kann der Motor auch gleich mitschieben.

An der Nordspitze von Skarda sind wir nochmal kurz an dessen Westseite nach Süden gefahren, denn ich bin immer noch auf der Suche nach einer genialen Bucht in der ich mal mit einem Jojo-Skipper vor ca. 23 Jahren war. Leider ist sie auch nicht auf Skardas Westseite und auch nicht auf der Westseite von Premuda. Also sind wir an Premuda entlang weiter bis zu der Stelle mit den vorgelagerten kleinen Inseln. Dort ist ein Fähranleger (der natürlich zu flach ist für uns) und es gibt zahlreiche Bojen. Das wollte ich mir sowieso immer mal ansehen und Franz hat erst gestern gesagt, dass er da vor über 20 Jahren ziemlich genau zur gleichen Jahreszeit bei seinem Ausbildungstörn schon mal war.

Wir haben uns also eine der Bojen geschnappt, erst mit der neuen Leine mit dem grossen Karabiner und dann noch mit einem ordentlichen Festmacher unter der Boje durch den unteren Ring. Das habe ich nach dem Anleger mit dem Dinghi gemacht. Dann bin ich noch schwimmen gegangen und habe den Block unter der Boje begutachtet. Na ja! Nicht so wirklich das gelbe vom Ei: Zwei relativ kleine Blöcke mit einem kurzen Kettenstück als V mit der Leine von der Boje verbunden. An sich in Ordnung, wenn die Blöcke etwas grösser wären. Die von unserer Boje waren auch schon umgekippt. Da hat wohl mal ein Schiff etwas mehr gezogen. Bei Starkwind will ich hier nicht liegen…

Dann haben wir erst mal (etwas verspätet, denn mit den ganzen Buchten-Anguck-Manövern und einem Ankermanöver in der Bucht südlich von hier, wo uns aber zu viele Wespen waren, ist es schon viertel nach eins gewesen) Mittag gegessen und sind danach mit dem Dinghi in den „Ort“ (das ist jetzt etwas übertrieben) gefahren. Die eigentliche Ortschaft ist einen knappen Kilometer die Strasse hinauf in einem „Hochtal“, aber hier unten beim Fähranleger und den Bojen und dem Strand gibt es auch etwas „Infrastruktur“. Vor allem gab es zwei Restaurants und beim ersten, bei dem wir gefragt haben gab es auch Eis ;-)

Es ist ein ziemlich schönes Restaurant, da lohnt es sich vielleicht sogar mal wieder her zu kommen. Auf jeden Fall hat Anna sogar noch eine Extrakugel umsonst bekommen, da sie mit ihren schlanken Armen eine Mutter, die vom Deckel der Eisvitrine in einen Schlitz gefallen ist, wieder herausfummeln konnte :-) Immer diese Kinderarbeit.

Danach sind wir zum Strand gegangen (schöner, steil aufgeschütteter Kies und im Wasser etwas Sand) und haben Zwergewerfen (Anna richtig und Lara und Luis nur in die Luft mit wieder auffangen) gespielt und mit einem der zahlreichen gefundenen Beachvolleybälle herumgeworfen.

Zwischendurch bin ich nochmal kurz zum Restaurant zurück gesprintet, denn Iris hat entdeckt wie bei dem kleinen italienischen Segelboot neben uns die Spinnakertüte aufgegangen ist. Und ich hatte die im gleichen Restaurant gesehen. Der Eigner ist dann sofort dankbar zu seinem Dinghi gelaufen und hat sich drum gekümmert.

Als wir zurück waren, habe ich festgestellt, dass unsere Boje sich doch tatsächlich schon um einige Meter bewegt hat in den Böen (es war zeitweise bis zu 20kn), aber jetzt lässt der Wind wie angekündigt langsam nach. Wir bleiben also vor Ort. Der Kassierer war auch schon da und hat gesagt „das hält, wir hatten da noch nie Probleme“. Klar, er hatte ja auch schon abkassiert ;-)

Zum Abendessen haben wir die in Ist gestern Nachmittag frisch gekauften Maiskolben gemacht. Herrlich wie die Jungs daran rumknabbern. Nur Anna wollte nicht. Sie hat ein Brot gegessen. Maiskolben abnagen mit einem oberen Schneidezahn weniger macht nicht wirklich Spass :-( Aber ich glaube, sie macht sich eh nicht so viel daraus.

Jetzt geht gerade herrlich die Sonne über den kleinen vorgelagerten Inseln unter und das Wasser plätschert leicht unter dem Dinghi und rauscht etwas an den Felsen entlang. Und ab und zu säuselt/pfeift der Wind etwas in der Takelage: Das ist Seefahrer-Romantik.

Tag 50, 17.8.2013

Na, wieder nicht so gut bzw. ausführlich genug geschlafen. Der Wind ist ja eingeschlafen, ich hatte also keine Sorge mehr, dass die Boje weiter rutschen könnte, aber dafür hat dann die Kombination aus Strömung und leichtem Wind aus 90 Grad zur Strömung bei den verschiedenen Schiffen für ganz unterschiedliches Schwoj-Verhalten gesorgt. Das hatte zum Effekt, dass wir jede Stunde wieder einem anderen Nachbarn bedenklich nahe kamen. Schlussendlich ist nichts passiert, aber erst nachdem ein Nachbar schon sehr früh abgefahren ist (kurz vor 5 Uhr) und kurz danach ein kleiner Fischerkahn vorbei kam, der so nett war eine lange Leine von mir zu der frei gewordenen Boje auszubringen, habe ich ganz ruhig geschlafen.

Wir sind dann nach dem Frühstück gleich losgefahren in Richtung der Insel Losinj. Dort haben wir uns auf dem Weg noch ein paar der Buchten am Südwestufer angesehen (nur im Vorbeifahren), sind aber direkt rein in die langgezogene Bucht an deren Ende die Stadt Mali Losinj liegt. Dort waren an den Gemeindestegen noch erstaunlich viele Plätze frei. Allerdings nur für ca. eine Stunde. Denn kurz nachdem wir angelegt haben, kam eine wahre Armada von italienischen Motoryachten und auch ein paar Segler rein und die Stege waren innerhalb von zwei Stunden voll belegt.

Lara als hochkonzentrierte Steuerfrau

Stimmungsbilder von unterwegs ;-)

Das Städtchen ist wie immer wunderschön und es ist schön hier zu liegen. Allerdings sind die 73€ für die Nacht, ohne WC und Dusche (das wird privat betrieben und kostet extra) schon ziemlich teuer. Aber wir brauchen ja diesen Service nicht, und so ist es für uns kein Unterschied zu einer richtigen Marina.

Gleich nach der Ankunft haben wir die Wassertanks gefüllt (der kleine war ganz leer und der grosse nur noch ein Drittel voll) und zwei Maschinen Wäsche gewaschen. Das übliche also …

Am Nachmittag sind wir „getrennter Wege“ gegangen. Iris und ich hatten das Gefühl es tut Anna, Lara, Luca und Luis mal ganz gut, wenn sie nicht immer alle zusammen sind. Also bin ich mit Lara und Luis zum Eis essen und im Supermarkt einkaufen gegangen. Und Iris ist mit Anna und Luca ebenfalls das obligatorische Eis essen und danach zum DM gegangen. Wir haben es geschafft uns nicht über den Weg zu laufen, obwohl der Lidl, in dem ich war, und der DM, den Iris heimgesucht hat, direkt nebeneinander liegen. Gut, gell?

Um halb 6 haben wir uns dann wie vereinbart wieder auf dem Boot getroffen und sind kurz danach zum Essen gegangen. Wir hatten eine sehr gute Pizzeria im Auge, die wir noch von früher kannten. Man kann ja nicht immer kroatisch essen. Und ausserdem waren das hier sowieso alles mal venezianische Städte ;-) Wir sind auch dieses Jahr nicht enttäuscht worden.

Danach mussten wir unbedingt nochmal auf Wunsch der Mädels am Hauptplatz vorbei, damit Lara sich den Brunnen ansehen kann, von dem Anna erzählt hat und damit sie sehen können was auf der Bühne aufgebaut wurde. Die Roadies haben nämlich schon die Instrumente zum Sound-Check vorbereitet. Heute Abend werden wir wohl beschallt :-)

Genau als wir an der Bühne vorbei kamen, haben sie losgelegt. Eine ziemliche Dröhnung. Luis ist aber trotzdem nicht aufgewacht, denn er war kurz vor Ende seiner halben Pizza eingeschlafen.

Auf dem Weg zurück zum Boot kamen wir dann noch an der neuesten Methode vorbei mit der man hier das Geld von „lieben“ Eltern aus der Tasche zieht. „PonyClub“! Das sind Ponies, Zebras, Tiger und ähnliches aus Plüsch (in drei verschiedenen Grössen, damit alle Kinder von 3 bis 13 was davon haben) mit Rollerbladerollen unter den Hufen, die nur vorwärts rollen können. In Kombination mit einem Gelenk im Rücken des „Tieres“ und einem Mechanismus mit dem das darauf sitzende Kind über wechselseitige Belastung der Fussrasten und des Sattels die vorderen und hinteren Hufpaare zueinander oder voneinander weg bewegen kann, fährt das Ding vorwärts. Man kann sogar lenken über Griffe seitlich am Hals.

Ehrlich gesagt, es sieht ziemlich dämlich aus, aber die Kinder finden es super… Hoffentlich gibt es das so bald nicht wieder!

Morgen werden wir wahrscheinlich bis zur Südspitze von Cres in eine Bucht fahren, denn am Montag Abend wollen wir schon auf Rab sein. Diesmal soll die Bora sogar drei Tage andauern. Na, wir werden es vorerst mal beobachten, ob es wirklich was ernsthafteres wird…