Ein Sommer mit "tonttu"

Tag 46, 13.8.2013

Wir haben heute Nacht etwas über eine halbe Meile mehr auf die Logge bekommen. Ich hatte zeitweise noch die Instrumente an und wir hatten leichte Strömung am Ankerplatz. Deswegen lagen wir auch manchmal quer zum Wind und der Dinghi Motor hat hinten an die Badeplattform geklopft. Deshalb habe ich dann in der Nacht noch die Badeplattform wieder hochgezogen.

Am Morgen bin ich von einem irritierenden metallischen Klopfen aufgewacht um halb 6. Ich dachte eigentlich ich kenne alle Knarz- und Klappergeräusche die mein Schiff produzieren kann. Aber nein, ich habe lange im halbschlaf gebraucht um die Ursache des Geräusches zu identifizieren: Es war Iris Bikini-Oberteil. Da sind zwei Metallkugeln dran und Iris hatte das Stück Textil zum trocknen an eine der Stangen vom Bimini-Top (dem Sonnensegel) gehängt und im leichten Wind hat das Oberteil angefangen zu schwingen und klopfte mit den Kügelchen immer rhythmisch an die nächst tiefere Stange. Also Entwarnung!

Da ja doch ein wenig Strömung war und wir noch nicht wussten wo wir genau an der Nordspitze von Dugi Otok übernachten wollten, sind wir zeitig losgefahren.

Leider war fast kein Wind (3 bis 4kn) und deshalb sind wir - wie alle anderen auch - unter Motor gefahren. Nach eineinhalb Stunden waren wir in der weitläufigen Nordbucht von Dugi Otok. Ach übrigens, Martin, Dugi Otok heisst einfach „Lange Insel“ (Otok ist die kroatische Bezeichnung für Insel). Und Dugi Otok ist wirklich vergleichsweise lang und schmal.

Wir haben erst noch in Richtung der Marina Veli Rat geschaut, denn dort wollen wir evtl. morgen hin, da soll es ja wieder stärker wehen, und sind dann in die von Wolfgang (unserem Nachbarn in der Marina Dalmatija in Sukosan) empfohlene Nebenbucht Uvala Lokva (Uvala heisst Bucht).

So sieht 5 m tiefer Sandgrund mit leichtem Seegrasbewuchs aus…

Die ist recht seicht im hinteren Teil, und wir wollten möglichst weit in die Abdeckung durch die östliche Landzunge rein kommen. Aber es gab noch genügend Platz neben einem kleinen Segler mit Nacktsteuermann und Nacktsteuerfrau und angezogenem Kleinkind ;-)

Nach dem Mittagessen (Penne mit Auberginensauce) haben wir ein paar fällige Bastelarbeiten erledigt. Ich habe ja schon in Corfu in der Marina kleine Plastikschnapper für die Klappen im Cockpitboden besorgt, aber diese noch nicht montiert gehabt. Und ausserdem wollte ich auch das Auge (so nennen Segler einen festen Ring bzw. Halbring, der auf dem Deck angebracht ist) montieren an dem ich die Reissleine der Rettungsinsel mit einem Karabiner befestigen will.

Die Montagearbeit wurden durch meine Wenigkeit ausgeführt und von einem kompetenten Gutachterteam beobachtet und schlussendlich erfolgreich abgenommen

Danach haben die Jungs noch ein paar Runden mit dem Surfboard gedreht und die Mädels (alle drei) haben im Cockpit Max und Moritz gelesen.

Zum Abendessen haben wir Reste vertilgt (eine sehr reife Avocado mit Knäckebrot und Vollkornbrot, denn wir haben kein frisches Brot mehr, den Rest der Penne von heute Mittag und den Rest der Spinatspätzle von vorgestern Abend).

Heute versuchen wir mal die Mädels wirklich um halb 8 ins Bett zu bekommen, denn heute morgen ist kaum einer vor viertel vor 9 auf gewesen und wir reisen ja nicht nach Westen, so dass wir langsam in die passende Zeitzone kommen würden ;-)

Für Iris und mich ist vom Abendessen noch eine halbe Avocado übrig geblieben, die ich mit einer Tomate zu einer wunderbaren Guacamole verarbeitet habe. Die gibt es nach Sonnenuntergang (oder kurz davor) zusammen mit Nacho-Chips ;-)

Hier noch ein paar Sonnenuntergangsbilder nachgereicht:

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