Ein Sommer mit "tonttu"

Tag 52, 19.8.2013

In der Bucht Jadriscica hat es uns gut gefallen. Da werden wir mal wieder kommen. Allerdings dann einfach ankern und die 225kn lieber in Eis oder andere Nahrungsmittel investieren.

Nach einem Rühreifrühstück (der Speck und die Eier mussten mal verarbeitet werden) mit Toast (der Inverter musste wieder ganz schön rackern, um für die Grillfunktion der Mikrowelle genügend Strom aus den Batterien zu saugen und in 220V umzuwandeln ;-)) sind wir losgefahren in Richtung Rab.

Wie schon zu erwarten war, ist am Tag vor der Bora gar kein Wind. Wir hatten wechselnd zwischen 1.5 und 3.5 kn Wind. Also musste der Volvo-Penta-Wind mal wieder ran. Gut, dass wir auch gleich einen Tankstop im Hafen von Rab eingeplant hatten. Unser Ziel war ja diesmal nicht die Marina Rab sondern die Marina Supetarska Draga (die liegt in der mittleren der drei grossen Buchten auf der Nordseite von Rab).

Im Hafen von Rab angekommen mussten wir leider feststellen, dass auch hier an der Tankstelle ganz schön Betrieb war. Es tummelten sich zahlreiche kleine Motorboote vor der Tankstelle, aber die konnten ja an der Seite der Tankpier anlegen und waren daher keine Konkurrenz für uns. Aber an der Front der Tankpier, an der auch wir anlegen mussten lag eine grössere Azimut Motoryacht. Und die tanken bekanntlich eher länger.

So war es auch. Die Engländer auf der Chartersegelyacht vor uns warteten schon 30 min und wir mussten auch nochmal eine Viertel Stunde mitwarten, bis die endlich weg waren. Beim Segler ging es dann vergleichsweise schnell und dann durften wir anlegen. Allerdings mussten wir tonttu nur mit der vorderen Hälfte an die Pier legen, denn die andere Hälfte war schon wieder belegt. Um den Anleger zu fahren, musste ich erst ein paar kleine Motorboote aus dem Weg scheuchen, um genug Manövrierraum zu haben.

Wir haben dann beide Tanks wieder voll gefüllt (das waren 110 L seit Sibenik vor über einer Woche) und auch den kleinen 5-Liter Kanister mit 4 L Benzin für den Aussenborder betankt. Als ich gerade ausgestiegen bin um zu zahlen schreit plötzlich einer von einem Motorboot zu dem Motorboot welches vor uns an der Tankstelle lag in voller Lautstärke herüber: Achtung es läuft über!

Natürlich war sofort grosse Panik, alle, inklusive der beiden Tankwarte sind sofort hin gerannt, um das Disaster abzuwenden. Aber am Schluss stellte sich heraus, dass es sich nur um Wasser handelte. Die hatten nämlich neben dem Dieselschlauch auch den Wasserschlauch an Bord und ihr Wassertank war tatsächlich gerade am überlaufen.

Wir haben also so schnell wie möglich abgelegt und dabei wieder ein paar Motorboote aus dem Weg scheuchen müssen, die einfach keinen Platz für die etwas grösseren Kaliber lassen wollten, damit ihnen ja keiner an der Tankstelle den Rang abläuft.

Wir sind dann gemütlich rund um die Nordwestspitze von Rab getuckert und haben währenddessen zu Mittag gegessen. Gegen halb 2 sind wir dann bei der Marina angekommen und nach dem dritten mal anfunken hat sich doch tatsächlich jemand gemeldet. Ein Marinero hat uns dann an den Steg eingewiesen und wir haben vorbildlich wie immer angelegt. Es nervte nur ein wenig, dass ständig der Tiefenalarm los ging, da es hier in der Marina sehr seicht ist. Wie liegen auf gemessenen 3m Wassertiefe (das sind dann mindestens 3.4m, da ich das Echolot bewusst nicht nachjustiert habe auf die tatsächliche Einbautiefe; es denkt also es wäre genau auf der Wasserlinie) und genau auf diese Tiefe habe ich den Tiefenalarm eingestellt.

Aber wieso sollte der Tag anders weitergehen als er angefangen hat. Beim Rührei machen (bzw. beim anbraten des klein geschnittenen Specks) habe ich ja schliesslich heute Morgen auch den Rauchmelder ausgelöst ;-)

Nachdem wir noch ein wenig rumgeräumt hatten sind wir mit dem Dinghi aus der Marina raus in eine Bucht ca. 1km schräg gegenüber gefahren. Ich hatte dort in der Navionics iPhone-Karten-App einen Hinweis auf ein gutes Restaurant gelesen und von der Unterwassertopographie sah es nach gutem Badestrand aus.

Wir sind auch nicht enttäuscht worden. Es waren zwar relativ viele Stege und Häuser um die Bucht herum, aber der Strand war verhältnismässig gut (die üblichen Betonplatten an Land zum liegen und dann im Wasser feinster Sand am Boden und lange flach zum rauslaufen für die Kinder) und das Restaurant am Schluss war auch sehr fein.

Besonders nett war dann die Fahrt wieder zurück schon mit tiefstehender Sonne. Wir wurden von einer wahren Armada von Segelyachten und Motorbooten verfolgt, die hinter uns die Bucht hereinkamen auf dem Weg zur Marina.

Jetzt habe ich tonttu noch Windfest gemacht (zusätzliche Leinen ausgebracht oder zumindest locker vorbereitet; das Sonnensegel zusammengeklappt und das Tuch gleich abgenommen; den Code0 an Deck gut verzurrt) und nochmal die zweiten Pneumatikfedern an den Heckklappen nachgeklebt (das war noch nicht ausreichend beim letzten Mal in Ist) und eine Naht an einem Reisverschluss des Sonnensegels mit gewachstem Takelgarn und Segelmachernadeln und Segelmacherhandschuh wieder nachgenäht, da sie schon etwas aufgegangen war. Hausmeistertätigkeiten halt …

Morgen werden wir wohl einen Landausflug in die Stadt Rab machen.

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