Ein Sommer mit "tonttu"

Tag 54, 21.8.2013

Tja, heute Nacht bzw. gestern Abend hat es immer wieder mal mit bis zu 23kn geweht, aber scheinbar stimmen die Aussagen der Dauerlieger hier wirklich: Die Marina Supetarska Draga wird von der Bora wirklich sehr verschont, bzw. liegt sehr geschützt in dieser Beziehung. Bei Yugo (das ist der Südwind, den die Italiener Scirocco nennen), pfeift es hier dafür um so mehr.

Iris ist mit Anna „Semmeln“ holen gegangen und kam mit einer Riesenüberraschung zurück. Ich hatte ja gestern schon beim Bäcker über der Kasse ein Plakat mit einem „König-Ludwig-Brot“ drauf gesehen, das aber für einen makaberen Scherz gehalten. Aber tatsächlich: Irgendwie haben die hier ein richtiges Roggen-Brot. Gar nicht mal so schlecht, nur angesichts der Luftfeuchtigkeit hier am Meer nicht ganz so knusprig wie bei uns frisch gebacken. Ohhh, war das ein Genuss!!!

Heute morgen war auch noch etwas Wind, aber nicht all zu stark und wir haben uns überlegt, ob wir jetzt mit dem Boot nach Rab fahren (also „umparken“ und dort die heutige Nacht verbringen) oder mit dem Taxi und eine weitere Nacht hier bleiben. Da es dann kurz vor 10 doch wieder stärker geweht hat, bin ich vor zur Rezeption und habe für eine weitere Nacht gezahlt und ein Taxi rufen lassen.

Das war gleich ein 8-Sitzer, also bestens für uns geeignet, und wir sind um halb 11 losgefahren und waren auch nach einer viertel Stunde in Rab. Also kein grosser Verkehr, so wie offensichtlich gestern.

Der Taxifahrer hat uns ganz an der Südspitze abgesetzt, weil da das Hafenkapitänsbüro liegt. Ich wollte ja unsere Jahrescrewliste um Tobi und Jan (die kleine Lucia muss noch nicht als unter 12-Jährige) erweitern lassen. Dort meinte man aber, dass das seit zwei Wochen nicht mehr nötig ist. Die Jahrescrewliste wurde (wie auch die normale Crewliste) komplett abgeschafft. Ab nächstem Jahr gibt es dann auch keine Vignette mehr zum aufkleben. Die Gebühren muss man natürlich trotzdem noch zahlen und die Rechnung dabei haben …

Tja, was so ein EU-Beitritt so alles verändert!

Also sind wir erst mal hoch zur „Kirchengasse“. In der sind die 4 Kirchtürme von Rab aufgereiht und haben die Aussicht von der Terasse neben der Hauptkirche ganz an der Südspitze von Rab genossen.

Blick von der Terrasse runter ins Meer

Danach sind wir aber nochmal runter gegangen, denn auf dem Weg zur Kirche hoch, habe ich bei einer Friseurin erfahren, dass sie um halb 12 einen „Slot“ für mich frei hat. Da ich zum letzten Mal in Corfu (Ende Juni) beim Haare schneiden war (fleissige Leser erinnern sich noch an das Foto), musste ich dringend mal wieder meine „Spitzen coupieren lassen“.

Nach 15 min war ich fertig und musste inkl. Waschen 70kn (also 10€) zahlen. Ich war sehr positiv überrascht, nicht nur vom Preis sondern auch von der Qualität. Das war in Montenegro teurer bei den Jungs ;-)

Dann war erst mal Mittagessenzeit. Also haben wir unten am Hafen an einem der Plätze in einem Café Waffeln gegessen. Wir dachten das gehört zu dem Café. Deshalb hatte ich mich auch so gewundert, als wir von der Kellnerin so komisch gefragt wurden, ob wir auch etwas trinken bestellen wollen. Wir hatten nämlich kurz an der Waffeltheke nachgesehen, was es so gibt und dann zwei Tische vom Café zusammengestellt für die 6er-Bande.

Erst als ich dann die Waffeln bestellt und abgeholt hatte und kein Besteck bekommen hatte, wurde mir alles klar. Das Waffel-Franchise hat sozusagen nur die Arkade neben dem Café gemietet und die Tische vom Café stehen deshalb auch vor dem Waffel-Franchise. Das muss einem aber auch gesagt werden.

So haben wir also mit einigen Kaffeelöffeln, die wir netterweise von der Kellnerin vom Café bekommen haben und dem ausgeliehenen Banane-Schneide-Messer der Waffelfrau die Fütterung der Raubtiere übernehmen müssen. Es ging so einigermassen verlustfrei ab, trotz Nutella-Waffeln und Banane-Sahne-Waffeln ;-)

Danach musste ich mein Versprechen (ich konnte mich zwar nicht erinnern es gegeben zu haben, aber Anna kann da sehr „überzeugend“ sein) einlösen mit den Mädels auf den Turm zu steigen. So wie letztes Jahr, und Vorvorletztes Jahr. Damit es nicht ganz so eintönig wird, habe ich mich entschlossen mit ihnen nicht auf den letzten (bzw. nördlichsten) Turm zu steigen sondern mal auf den ersten. Der ist besser renoviert, höher und kostet Eintritt. Na ja, 10kn pro Erwachsenen und die Kinder sind frei.

Als ich mit Anna und Lara verschwunden bin im Turm hat Luis sehr deutlich zu verstehen gegeben, dass er auch mit will. Also habe ich mit Iris ausgemacht, ich gehe mit den Drei hoch und sie wartet unten mit Luca bei den Buggies und Rucksäcken (ich bin nämlich schon mal in einer der steilen Treppen hier stecken geblieben mit dem Rucksack). Da wir unsere Pappenheimer gut kennen, war klar, dass Luca dann natürlich auch will und nach uns mit Iris hochgehen wird.

Kaum waren wir drei die erste Stiege im Turm hochgeklettert, hörte man von draussen auch schon das laute Protestgeschrei von Luca. Ab dem zweiten Stock verlor es sich dann aber immer mehr im Windrauschen ;-)

Ich habe mich dann mit Anna, Lara und Luis auch nur bis zum dritten Stock hinauf gewagt. Danach gab es nochmal eine noch steilere Holzstiege bis zu den Glocken und dann eine Gittertreppe zum Aussenbalkon. Das war mir dann doch zu heikel.

noch doziert unser kleiner Reiseleiter fröhlich in sein etwas eigentümliches Mikrofon hinein … später klang er dann nicht mehr so begeistert, als sein Bruder und seine Schwestern ohne ihn im Turm verschwanden.

Danach ist dann wie geplant noch Iris mit Luca hinauf gestiegen, hat sich aber auch nicht weiter hoch gewagt. Währenddessen flitzte Luis fröhlich durch die Gassen und Anna hat ihn immer wieder eingefangen. So wie schon oben im Turm, als ich photografiert (kann mir mal einer sagen, wie man dieses bescheuerte Wort heutzutage schreibt?!) habe:

Wir sind dann weiter durch die Gassen geschlendert mit dem Ziel des Spielplatzes am Hafenende. Den haben die Kinder sehr schnell wieder zurückerobert. Lara hat sich auch sofort erinnert, dass wir dort letztes Jahr mit Hilde-Oma und Franz-Opa Boule gespielt hatten. Ich war dann noch kurz währenddessen im Supermarkt einkaufen und danach sind wir noch zum DM und haben endlich (unter anderem) wieder Wegwerf-Wickelunterlagen bekommen. Die brauchen wir ja auch für nächste Woche ;-)

Über die Hausdächer von Rab hinweg hat man übrigens hervorragend die typischen Borawolken über dem Velebitgebirge gesehen. Allerdings mit wenig „Ausfransung nach unten“, was auch zu dem doch nicht so starken Wind passte.

Nach einem Eis am Brunnenplatz und etwas mit dem Wasser im Brunnen spielen sind wir nochmal zurück zum Spielplatz, denn davor hatten wir mit dem Taxifahrer ausgemacht, dass er uns um 17:00 Uhr wieder abholt. Auch zurück ging es schnell, ohne viel Verkehr. Der blaue Himmel trotz Borawind hat wohl dafür gesorgt, dass die Camping- und Ferienwohnungsgäste heute nicht wie gestern alle nach Rab gefahren sind.

Jetzt, mit Sonnenuntergang wird der Wind wieder etwas stärker und kommt auch wieder böiger aus NE. Morgen Mittag soll er aber dann deutlich nachlassen und wir werden dann nach Krk rüber fahren.

Comments

….fotografieren….kleiner Service aus Aachen…:-)

1 |
Stefan
| 21.08.2013 21:27 (vor 8 Jahren) | reply

Echt, ich dachte immer da wäre mindestens ein ph dabei ;-) Danke, Mark

2 |
Mark Rosa
| 22.08.2013 19:43 (vor 8 Jahren) | reply