Ein Sommer mit "tonttu"

Logbuch des Törns 2013

Wir sind im Juli/August diesen Jahres nochmal als Familie 2 Monate auf tonttu unterwegs (bevor Anna im September in die Schule kommt).

Wie letztes Jahr werden wir wieder jeden Abend einen Eintrag in unser bLogbuch schreiben und dort berichten wo wir sind und was wir an diesem Tag so alles erlebt haben.

Wenn mal kein aktueller Eintrag vorhanden ist, dann bitte nicht verzweifeln, denn dann sind wir in einer so einsamen Bucht gewesen, dass wir keinen Internetempfang mit dem Handy hatten ;-) Wir holen den Eintrag dann so rasch wie möglich nach.

Tag 16, 14.7.2013

Heute war Grosswaschtag! Wir mussten sowieso mal wieder den Generator laufen lassen und haben ja (noch) genügend Wasser, also dachten wir es wäre sinnvoll mal wieder etwas zu waschen.

Nach einer hellen und einer dunklen Wäsche und eineinhalb Stunden Generator hatten wir jedoch genug. Als ich später kurz vor dem ablegen Mittags von einem vorbeifahrenden Motoryachtie den (freundlich gemeinten) Kommentar „Viel Spass beim Waschtag“ hörte, weil ich einen Teil der Wäsche abgehängt habe, war mir klar, wir haben mal wieder einen auf Grossfamilie mit kleinen Kindern gemacht. Ach so, das sind wir ja ;-)

Anna und Lara durften während der Waschaktion eine Folge Heidi gucken:

Nach der Wäsche sind wir nochmal an Land gefahren, da ich auch die zwei Postkarten einwerfen wollte, die ich geschrieben habe und wir die Kinder nochmal auf den Spielplatz lassen wollten. Iris hat im Café neben dem Spielplatz noch einen Cappucchino getrunken und auf dem Rückweg zum Dinghi haben wir nochmal etwas in dem Mini-Supermarkt eingekauft.

Um halb eins sind wir dann losgefahren und waren somit (wie telefonisch schon vorangemeldet, damit wir noch einen Platz bekommen wo tonttu hinpasst) kurz nach 2 am Steg vor dem „Maran“ in der Bucht von Okuklje auf der Insel Mljet.

Hier sind wir natürlich wieder nur mit etwas Abstand zur Mole festgemacht und steigen über das Dinghi. Manchmal wünsche ich mir doch den Kurzkiel und das passende kürzere Ruderblatt dazu. Besonders wenn es wie gerade sowieso meist zu wenig Wind zum segeln gibt. Denn da würde das lange und tiefe Ruderblatt erst richtig seine Wirkung zeigen.

Na egal. Wir haben gebadet, einen Kinderdinghiausflug zu dem kleinen Felsinselchen mit Seezeichen darauf mitten in der Bucht gemacht, und ausgiebig die Langusten unter den Gitterabdeckungen in der Mole beobachtet. Ein ausgefüllter Nachmittag also ;-)

Unseren übernächsten Nachbarn habe ich die albanische und die montenegrinische SIM-Karte vermacht, da ich per Zufall mitbekommen habe, dass sie über Montenegro und Albanien nach Korfu fahren wollen. Sie kennen Albanien noch nicht, und somit konnte ich ein paar Tipps geben. Sie freuen sich sehr auf „das Abenteuer“ und finden es auch schade, dass alle immer nur vorbei fahren.

Zum Abendessen haben wir uns auf die Terrasse vom „Maran“ gesetzt und somit Luftlinie 10m von tonttu's Cockpit gespeist. Leider waren wir ja nur zu zweit und haben keine willigen Nachbarn gefunden um mit ihnen eine Fisch-Peka für 4 Personen zu teilen. Das ist Fisch (im Ganzen) zusammen mit Wein, Zwiebeln, Tomaten, Kartoffeln, etc. in einem grossen Tontopf für zwei Stunden unter glühenden Kohlen gegart. Eine echte Delikatesse.

Luca und Luis sind leider nicht mehr ganz so fit gewesen, so dass wir uns entschieden haben sie nach dem Hauptgang ins Bett zu stecken. Mit unseren Funkgeräten mit Babyfon-Funktion ging das ganz gut. Wir mussten ja den Niedergang zu machen, damit sie nicht abhauen können. Das war letztes Jahr einfacher. So konnten wir aber zu viert unseren Nachtisch geniessen.

Allerdings hat nach 10 min das erste mal das Babyfon angeschlagen. Und zwar als Luis seine Mundharmonika ausgepackt hat. Immer wieder kam durch das Babyfon ein netter Mundharmonika-Signalton. So wussten wir also, es geht ihnen noch immer gut. Luca hat währenddessen selenruhig geschlafen.

Jetzt sind alle wieder an Bord und ein hoffentlich ruhiger Abend für Iris und mich beginnt…

Tag 17, 15.7.2013

Happy Birthday, Oma!!!

Heute haben wir uns noch gemütlich bis um 11 Uhr in Okuklje bei Maran aufgehalten und sind dort noch etwas geschwommen. Das Kinderdinghi (= Schlauchboot) habe ich auch versucht zu reparieren, denn es hat ein winziges Loch. Trotzdem ich es gestern Nachmittag noch gesehen habe, war es heute morgen nicht mehr aufzufinden.

Netterweise war eine Dame aus dem Dorf am Steg und hat Croissants und Apfelstrudel verkauft. Da haben wir natürlich gleich zugeschlagen.

Mit den Nachbarn (eigentlich den übernächsten) haben wir uns auch noch unterhalten, denn ich habe ihnen ja gestern die ganze Albanieninfo gegeben. Sie haben uns dafür ihre Eintrittskarten für den Nationalpark Mljet gegeben. Ich dachte mir schon, dass die aber wohl nicht mehr gültig sein werden…

Nach zwei Stunden Fahrt waren wir dann in Polace, einer verwinkelten aber doch grossen Bucht ganz im Westen von Mljet. Dort wollen wir zwei Nächte bleiben und morgen einen Ausflug zum See Jezera (einem Salzwassersee auf der Südseite der Insel) machen.

Der Wind war beim anlegen schon etwas stärker (13kn von der Seite) und wir wollten unbedingt auf der Nordseite mit zwei Landleinen (eine davon nach NE ausgerichtet) festmachen, da für heute Nacht stärkerer Wind aus NE angesagt ist.

Also musste die Skipperin mal wieder ran (sie wollte nicht ans Steuer) und nach dem Ankermanöver schnell nach hinten laufen und mit der langen Landleine ins Wasser springen und die an dem vorgesehenen Felsen am Ufer festmachen. Hat eigentlich alles wunderbar geklappt, auch wenn - zumindest subjektiv gesehen - Brustschwimmen immer etwas Geduld erfordert beim zusehen ;-) Ich habe mich schon gefragt ob die Bug- und Heckstrahlruderbatterien so lange Saft haben ;-) ;-) Nee, jetzt bin ich gemein. Iris war schnell drüben, trotz des Rückzuges der Leine im Wasser und wir hatten eine erste Leine fest.

Danach war noch die zweite Leine auszubringen, da bin dann ich dran gewesen und rüber geschwommen. Leider hat die Länge nicht ganz gereicht, aber wir waren noch weit genug vom Ufer entfernt, so dass wir nochmal 5 m Ankerkette rauslassen konnten. Dann hat es gereicht.

Der Wind wurde dann auch noch bis zu 17kn stark (immer noch aus W, also von der Seite; ziemlich ungünstig, wenn man mit Buganker und Landleinen eingespannt ist), und alles hat gehalten.

Nachmittags waren wir dann noch schwimmen und haben uns dabei dann immer wieder um „die Nachbarn“ gekümmert. Erst habe ich denen rechts von uns empfohlen doch auch noch eine Leine nach NE (also mehr zu uns rüber) auszubringen. Aber sie hatten keine weitere Leine mehr auf dem Charterschiff. Also habe ich ihnen drei von unseren geliehen (die zwei aus Kiato und noch einen unserer normalen Festmacher).

Später kamen dann auf die andere Seite noch zwei Boote (auch mit Engländern) von Sunsail, die erst frei ankern wollten. Die wären dann evtl. bei uns am Bug gelandet, wenn der Wind auf NE dreht. Aber ich habe ihnen dann angeboten ihnen beim ausbringen von Landleinen zu helfen. Da hat sie dann der Stolz gepackt und sie haben es selber gemacht. Also auch von da aus keine drohende Gefahr mehr ;-)

Die „Bubens“ hatten nach dem Abendessen an Bord einen Mordsspass dabei an Mama auf und nieder zu hüpfen. Erst fand Mama das gar nicht so toll, aber dann musste sie auch schallend lachen ;-)

Später habe ich mit Anna und Lara noch einen Dinghiausflug rund um die Bucht gemacht und dabei auch noch die Nachbarn besucht.

Jetzt ist es Windstill und wir warten alle auf den starken Nordostwind…

Tag 18, 16.7.2013

Heute hatten wir „Landgang“. Wir sind nach dem Frühstück noch „umparken“ gegangen, denn entgegen der Vorhersage kam der Wind nicht von NE sondern aus E bis ESE und damit schon wieder genau auf die Seite. Und das gefällt mir ja bekanntlich gar nicht, wenn ich am Anker und Landleine hänge.

Da wir ja einen halben Tag weg vom Schiff sein wollten, haben Iris und ich kurzerhand die Landleinen eingeholt und den Anker aufgeholt und sind mitten in die Bucht frei ankern gegangen. Als wir fertig waren, kamen die Mädels hoch und haben gefragt was passiert sei! So stark werden sie von einer Folge Heidi geistig beansprucht ;-)

Das freie Ankern fand zwar auf 12m Wassertiefe statt, aber trotzdem fühlte ich mich wohler dabei tonttu so alleine zu lassen als vorher. Kurz bevor wir gegangen sind, kam noch der Sohn der Engländer mit dem Dinghi vorbei und hat uns die drei geliehenen Festmacherleinen zurückgebracht. So war auch tonttus Ausrüstung wieder komplett.

Wir haben es dann auch gut zum Mini-Bus um 10:50 geschafft. Der ist im Nationalparkeintritt inklusive und bringt ein rüber zum See zur Anlegestelle vom (ebenfalls inbegriffenen) Boot, das einen auf die kleine Klosterinsel rüber bringt. Wir haben dort eine Familie aus Österreich kennengelernt, die mit ihrer Tochter auch einige Wochen hier in der Gegend unterwegs ist.

Ja wo ist denn jetzt meine Reisegruppe?

Die Klosterinsel:

Diese Hatscherei macht einen ganz fertig!

Nach einem kurzen aber schönen Rundgang über die Insel und einem Besuch in der Klosterkirche selber (der Kreuzgang war leider wegen Renovierung geschlossen) haben wir dann beschlossen vor Ort noch Mittag zu essen, da es schon kurz nach 12 war.

Wo war jetzt der Souvenir- und Accessoir-Shop?

Oooch, habe ich tolle Sachen gefunden!!!

Auf dem Rückweg haben wir noch kurz hier im Örtchen Polace im Minimarkt eingekauft (und natürlich das Brot vergessen ;-)) und sind dann zu tonttu zurück gefahren.

Den Rest des Nachmittags haben wir noch am Strand verbracht und Luca hat dabei das erste mal wirklich freiwillig die Beine im Kinntiefen Wasser hochgehoben und sich in die Schwimmflügelchen gehängt!

Kurz vor dem Abendessen haben uns dann Werner und Hanka noch besucht und wir werden ihnen morgen Vormittag vor der Abfahrt einen Gegenbesuch abstatten.

Iris hat zum Abendessen nochmal ein neues Rezept aus dem Buch „Kochen bei 9 Beaufort“ ausprobiert, welches ich ihr letztes Jahr vor der Abreise geschenkt habe ;-) Es war ein sehr leckerer Salat aus Tomaten, Datteln, geräuchertem Lachs (noch ein Griechenlandimport meinerseits) sowie Mandeln (die waren etwas improvisiert und bestanden aus Sesam-Mandel-Kügelchen ebenfalls aus Griechenland). War sehr lecker!

Bis jetzt stellt sich trotz fortwährender Prognose immer noch kein stärkerer Wind aus NE ein. Mal sehen wie die Nacht wird. Morgen werden wir wohl weiter fahren in Richtung Korculas Ostspitze. Vielleicht dann sogar nach Korcula Stadt um mal wieder die Wassertanks aufzufüllen und die Batterien richtig durchzuladen.

Tag 19, 17.7.2013

Nach dem aufstehen haben wir festgestellt, dass ein Schiff mit Franzosen an Bord sehr nah bei uns geankert hat. Sie lagen zeitweise direkt vor uns mit etwa 3 m Abstand von ihrem Heck zu unserem Bug. Mir ist zwar klar, dass man nachts nur sehr schwer Distanzen einschätzen kann, aber das geht dann doch etwas zu weit ;-)

Sie sind dann aber kurze Zeit später aufgewacht und haben selber gemerkt, dass sie uns etwas sehr auf die Pelle gerückt sind und sich einen neuen Ankerplatz gesucht.

Kurz danach bin ich mit den Mädels im Dinghi zum Bäcker gefahren. Dort gab es hervorragende Croissants und gutes Brot und direkt davor war gerade auch ein Gemüselaster, der uns Zucchini, Bananen und eine Honigmelone verkauft hat.

Später haben wir noch Eva, Hanka und Werner besucht und vereinbart uns in der Luka Przina am Südostzipfel von Korcula am Nachmittag zu treffen.

Unterwegs dorthin gab es sogar noch etwas schönen Wind, so dass ich dann doch mal wieder das Gross- und Vorsegel hochgezogen bzw. ausgerollt habe und wir nur leicht kreuzend bei 8kn Wind und 5.5kn Fahrt in Richtung Ziel gekommen sind.

Die letzte halbe Stunde haben wir dann aber doch motort und kamen in der Bucht gegen 14:15 an mit dann wieder etwas stärkerem Wind aus W. Der hat dann leider auch eine doofe Welle produziert, die genau schräg in die Bucht rein zeigte.

Die Überfahrt mit dem Dinghi zum Strand war dann auch etwas schaukelig und nass. Wir hatten aber dann zusammen mit den Dreien viel Spass am wohl letzten echten Sandstrand vor Dugi Otok.

Um halb Sechs sind wir dann wieder zurück. Inzwischen hat der Wind auf NW gedreht (so wie vorhergesagt) und ich hoffte deshalb, dass die Welle in die Bucht hinein bald aufhört. Darauf warten wir leider immer noch :-(

Jetzt haben wir also Wind aus N/NW und Welle aus W, also genau auf die Breitseite. Es schaukelt leider recht unangenehm. Werner ist mit den Seinen um die Ecke in eine Bucht vor Korcula umgezogen, aber wir haben uns entschieden hier zu bleiben. Ich hoffe immer noch darauf, dass es weniger wird, weil der Wind ja keinen Nachschub an Welle mehr produzieren kann…

Der Einfachheit halber gab es Pesto-Pasta (mit ausgehängtem kardanischem Herd gekocht; das muss ja auch regelmässig mal wieder ausprobiert werden) und jetzt sind die Kinder im Bett und schlafen (bzw. quatschen im Fall der Mädels) und Iris liegt oben im Cockpit und verflucht ihre Entscheidung nicht umzuparken.

Ich sitze hier unten am Navi-Tisch an der kurzen Leine (der Laptop-Akku war leer und ich war zu faul das Verlängerungskabel rauszuholen) und schreibe diese lyrischen Zeilen während die Glocken im nächsten Ort läuten.

Für morgen haben wir als Zielpunkt mit Eva und Werner die Bucht/Stadt Vela Luka am Westende von Korcula ausgemacht. Dort wollen wir dann den zweiten Versuch starten gemeinsam zu kochen und zu essen ;-)

Tag 20, 18.7.2013

Eine schaukelige Nacht!

Man kann es positiv sehen: Die Bubens und Mädels sind relativ schnell (also zumindest deutlich schneller als sonst) eingeschlafen.

Die negative Sicht ist: Iris konnte nicht so gut schlafen. Vor allem, weil Sie ihr Buch wegen des geschaukels nicht zu Ende lesen konnte ;-)

Zumindest hat es immer mehr nachgelassen. Gegen Mitternacht war es schon einigermassen OK und am Morgen hat es fast gar nicht mehr geschaukelt.

Wir sind dann trotzdem schon (es war ja auch eine längere Strecke geplant) um kurz vor 9 losgefahren und dann die lange Strecke entlang der südlichen Küste von Korcula unter Motor entlanggetuckert. Es war leider nur ganz wenig Wind von hinten. Nicht genug um zu segeln, aber genug um damit fast gar keinen kühlenden Fahrtwind mehr zu haben. Euer Skipper des Vertrauens (also ich) hat sehr, sehr geschwitzt heute!

Gegen ein Uhr waren wir dann in der Einfahrt der Bucht von Vela Luka und wurden von einer Fähre verfolgt. Dann kam ein Telefonanruf und Werner fragte wo wir sind. Nach meiner Antwort „In der Einfahrt von Vela Luka“ meinte er „dann sind wir direkt hinter Euch“. Nach meinem Blick zurück auf die Fähre dachte ich mir nur: Die „Caroussel“ ist aber ganz schön gewachsen. So heisst ihr Schiff nämlich.

Nachdem wir an der Tankstelle den Steuerbordtank wieder gefüllt haben und auch noch etwas Wasser mit doppelter Schlauchverlängerung „geklaut“ haben (zum Kassieren kam zumindest keiner), haben wir uns gleich neben „Caroussel“ an die Boje gelegt.

Nach einem gemeinsamen Café-Ausflug und einem Eis sind wir noch auf den Spielplatz gegangen. Danach zum Supermarkt und dann zurück aufs Boot.

Um viertel nach 6 kamen die Drei dann zu uns auf tonttu zum Abendessen. Es war lustig mal wieder so viele um unseren Esstisch zu haben. Wegen des Platzbedarfs am Tisch haben wir ausnahmsweise unten gegessen.

Nachdem Eva und Werner ihr Töchterchen ins Bett gebracht haben sind sie jetzt wieder bei uns an Bord und wir hoffen, dass auch unsere Töchter bald ins Bett gehen und Ruhe geben, damit wir Erwachsenen noch einen schönen, gemütlichen Abend im Cockpit verbringen können.