Ein Sommer mit "tonttu"

Logbuch des Törns 2013

Wir sind im Juli/August diesen Jahres nochmal als Familie 2 Monate auf tonttu unterwegs (bevor Anna im September in die Schule kommt).

Wie letztes Jahr werden wir wieder jeden Abend einen Eintrag in unser bLogbuch schreiben und dort berichten wo wir sind und was wir an diesem Tag so alles erlebt haben.

Wenn mal kein aktueller Eintrag vorhanden ist, dann bitte nicht verzweifeln, denn dann sind wir in einer so einsamen Bucht gewesen, dass wir keinen Internetempfang mit dem Handy hatten ;-) Wir holen den Eintrag dann so rasch wie möglich nach.

Tag 26, 24.7.2013

Badetag!

Wir sind ja heute nochmal in der schönen Bucht von Lastovo geblieben. Also keine spannenden Geschichten von Anlegemanövern, im Bugstrahlruder verknoteten Mooringleinen oder ähnliches.

Nach dem gemütlichen Frühstück mit Rührei mit Schinken haben wir uns um 10 mit dem Dinghi auf den Weg zum „Strand“ auf der anderen Seite der Bucht (ca. 300m) gemacht. Lara hat sich auf das Schwimmbrett gelegt und wurde nachgezogen, so war Mini-tonttu nicht ganz so voll ;-)

Leider sind an dem wunderbaren, grobsteinigen Strand relativ viele Seeigel. Das ist ja eigentlich ein Zeichen für besonders sauberes Wasser, aber für Kinderbadestunden nicht so ideal. Ich habe später dann eine Schneise zum ins Wasser gehen freigeräumt.

Kurz vor zwölf sind wir wieder zurück. Diesmal sind Oma und Opa voraus geschwommen mit dem Schwimmbrett. Ach ja, wir haben natürlich zwischendurch noch einen kurzen Abstecher in den ehemaligen Bunker der kroatischen (oder damals noch jugoslawischen) Marine gemacht.

Mittags gab es die frischen Tortellini aus dem Kühlregal mit getürkter Tomatensauce (also mit einer tomatenlastigen Gemüsesauce, die dank Mixstab als Gemüsesauce unkenntlich gemacht wurde).

Bis um halb 4 waren wir immer wieder hinter dem Boot schwimmen im kristallklaren Wasser und Anna ist eifrig mit dem Dinghi herum gepaddelt.

Danach haben wir noch einen Ausflug zum „Ort“ gemacht. Dabei konnten wir den Müll im offiziellen Nationalparkcontainer los werden. Ich habe mich erst gar nicht getraut, weil an der Pier ein grosses Polizeiboot lag, an der wir auch letztes Jahr den Müll abgeben sollten. Aber nach meiner kurzen Anfrage hat der Polizist mich fröhlich in Richtung Müllcontainer weiter gewunken.

Der kleine Minimarkt war leider zwischen 12 und 17 Uhr geschlossen. Aber ein Gemüsestand hatte geöffnet und wir haben nochmal Tomaten, einen Weisskohl und Kartoffeln gekauft. Danach gab es noch für fast jeden (Oma ist ja an Bord geblieben) ein Eis und wir sind wieder zurück getuckert. Ein schöner kleiner Ausflug.

Danach war wieder schwimmen hinter tonttu angesagt. Auch die Jungs waren wieder drin und wir haben den neuesten aufgefischten bunten Beachvolleyball auf Schwimmtauglichkeit getestet.

Jetzt nach dem Abendessen hat Lara die Heidifolge von gestern fertig sehen dürfen und Anna ist mit Oma nochmal schwimmen gegangen.

Morgen fahren wir weiter nach Vela Luka an der Westspitze von Korcula…

Tag 27, 25.7.2013

So wie vom Patenonkel vorgeschlagen hat uns Luis nach Vela Luka geführt. Ich habe ihm natürlich bei der Ausarbeitung der Route etwas geholfen, aber es hat schon ziemlich gut geklappt…

Wir haben noch gemütlich gefrühstückt, sind noch ein paar mal geschwommen und haben uns dann um halb 11 auf den Weg zum Westende von Korcula gemacht.

Leider war sehr, sehr wenig Wind und wir sind deshalb unter Motor gefahren.

Gegen halb 2 waren wir vor Ort in Vela Luka und haben uns erst mal längsseits an die Tankstelle gelegt. Wieder ganz vorne, da es am eigentlichen Tankstellenplatz zu seicht ist. Diesmal war ich wohl noch vorsichtiger und wir mussten dann tonttu nochmal einen guten Meter nach hinten schieben, weil der Tankschlauch nicht lang genug war. Wir konnten auch nur den rechten Tank füllen, aber vom linken haben wir ja nicht viel verbraucht.

Anschliessend sind wir noch etwas an der gleichen Stelle liegen geblieben und haben den vorderen Wassertank zum Grossteil gefüllt. Nicht ganz, weil eine türkische Segelyacht ankam und offensichtlich auch tanken wollte. Also haben wir das Wasser tanken abgebrochen und an die Boje „verholt“. So nennt man „umparken“ auf seglerisch.

Währenddessen waren Oma und Opa mit Anna beim Einkaufen und haben dann später vom Land aus gewunken, damit ich sie dort mit dem Dinghi abhole.

Um halb 4 sind wir dann in zwei Fuhren an Land gefahren und haben nach einem Eis den Spielplatz unsicher gemacht. Opa hat Zeitung gelesen (die letzte haben die Jungs ja zerrupft, also dachte er, liest er sie lieber gleich) und Oma war währenddessen als Scout unterwegs und hat die von mir per Tripadvisor gefundenen Restaurants begutachtet und für uns das Lucica ausgewählt.

Dort haben wir dann ziemlich gut gegessen und vor allem besonders schön und KÜHL gesessen in einem blumenumrankten Innenhof.

Ich habe dann erst wieder Iris mit den Jungs zurückgebracht aufs Boot, da die beiden ziemlich am Ende waren. Nachdem die Bubens im Bett waren und mit Milch, Zweitschnullern und Wasserflasche versorgt waren, bin ich wieder zurück und habe versucht die Halbliter Coke und Sprite Flaschen im Studenac und Konsum zurückzugeben. Aber beide Supermärkte haben sich geweigert das Pfand auszuzahlen und immer auf die noch grössere Kette Tommy verwiesen. Dabei haben wir die Flaschen garantiert entweder beim Studenac in Stari Grad oder beim Konsum in Korcula gekauft. Frech!

Dann bin ich zu Oma, Opa und den Mädels gegangen, die inzwischen auch ihren Palacinke-Nachtisch aufgegessen hatten und wir sind alle zurück zum Boot.

Gerade hat es nochmal recht geschaukelt, weil die Fähre angekommen ist. Das reflektiert sich dann so schön in der Hafenbucht hin und her und dauert damit deutlich länger als nötig. Aber sonst ist es hier eigentlich schön ruhig…

Tag 28, 26.7.2013

Yessss!!!! Wir haben einen Liegeplatz in Hvar an der Stadtmole bekommen!

Aber von vorne.

Es begann im Nebel:

Als ich um halb 7 aufgewacht bin war alles total im Nebel und das Deck war tropfnass…

Gegen halb 8 habe ich nochmal den Supermarkt besucht (wollte eigentlich Wasser kaufen, habe aber nur zwei 6-Liter-Kanister genommen, denn die 1.5l-Flaschen waren alle nicht mehr in Sixpacks) und die Bäckerei nebenan. Da gab es mal endlich richtig annehmbares Brot!

Natürlich habe ich zu dem Brot auch noch Croissants und Krapfen gekauft, die sind aber gar nicht so heiss begehrt gewesen.

Kurz bevor wir von der Boje ablegen wollten kam dann doch noch der Kassier vom Hafen und hat uns die 170kn abgeknöpft für den Bojenliegeplatz. Aber der von der Stadtverwaltung, der die 20kn Müllgebühr einkassiert war wohl nicht so früh auf. So sind wir also „nur“ um 170kn erleichtert um 10:05 aus Vela Luka ausgelaufen.

Wir mussten dann relativ früh ausserhalb der Bucht verklappen, da die „Stinkietank“ (so nennen ihn Anna und Lara) im achteren Klo der doppelt so hohen Spülbelastung dann doch nicht so gut gewachsen ist.

Bis nach Hvar war die Überfahrt eigentlich recht ereignislos. Ganz wenig Wind aber leider ein leichter Schwell aus Westen, so dass es etwas gerollt hat. Nicht allen hat das so gut gefallen. Aber es war ja nicht lang und auch nicht wirklich schlimm.

Unterwegs habe ich dann auch noch bei der Nummer vom Hafenamt von Hvar angerufen, die ich aus der iPhone-Segel-Navigationssoftware „Navionics“ hatte. Die war tatsächlich korrekt, aber man wollte mir keinen Liegeplatz reservieren: „Wir sind doch keine Marina!“ war die Antwort. Als ich dann diskret aber freundlich darauf hingewiesen habe, dass sie doch Ihre Liegeplätze wie eine Marina vermieten, hat man mich zuvorkommend gebeten doch auf Kanal 09 zu funken, wenn ich vor Ort bin. Na, geht doch!

Um halb 2 angekommen wurde ich dann per Funk erst mal an die rote Warteboje (eigentlich eher eine massive rote Stahltonne; macht auch schöne rote Streifen am Rumpf!) verwiesen mit dem Kommentar es würde höchstens eine Stunde dauern bis etwas frei wird.

Es ging dann sogar schneller. Nach nur 15 min konnten wir wieder von der Boje ablegen und haben einen Platz mit Mooringleine an der Hauptmole von Hvar zugewiesen bekommen. Natürlich war die Angabe der Tiefe an der Mole auf meinen Zuruf hin, dass wir 2.4m am Ruderblatt haben, mal wieder falsch („more than 4 meters“). Es waren schlussendlich ca. 3m beim Ruderblatt (bei dem Schwell, den es hier manchmal geben kann nicht zu üppig) und hinten an der Badeplattformkante sind es schon nur noch 2.7m und noch etwas näher dann weniger als 2m wegen eines Vorsprungs unter Wasser. Trau keinem!

Aber schlussendlich ist sogar der Preis einigermassen annehmbar. Weniger als in den ACI-Marinas. Und evtl. kann man sogar auf Strom und Wasser verzichten. Die anteiligen Kosten dafür sind nämlich überproportional hoch. Also kein Schnäppchen und es gibt ruhigere Liegeplätze. Aber dafür ist man direkt in der wunderschönen Stadt Hvar.

Kurz nach 3 sind wir dann alle zusammen in Richtung Hauptplatz gewackelt und haben die 4 sausen lassen. Die haben wirklich unwahrscheinlich gas gegeben und haben sich quer über den Platz gejagt. Man hat so richtig gemerkt wie die Energie raus musste ;-)

Eine Eis gab es dann natürlich auch noch und danach ist dann Iris mit den Mädels zum Strand um die Ecke baden gegangen, ich habe die Jungs im Cockpit in der Badewanne planschen lassen und Oma und Opa sind noch etwas gebummelt.

Heute Abend essen wir getrennt ;-)

Die Jungs haben gerade eine Pizza Margharita von direkt gegenüber ins Cockpit geholt bekommen und gehen gerade ins Bett.

Oma und Opa sind mit den Mädels essen gegangen und wenn die zurück kommen, gehen Iris und ich auch aus.

Die drei Damen im Partnerlook:

Tag 29, 27.7.2013

Hallo zusammen. Nein, wir sind nicht verschollen!

Wir waren nur gestern wieder in der schönen einsamen Bucht auf Sv. Klement (gegenüber von Hvar auf der Südseite der Insel) in der es keinen Empfang gibt.

Also heute die Infos von gestern nachgereicht.

Wir haben am Vormittag noch verschiedene Einkäufe in Hvar gemacht: Dirk und ich haben Wasser und anderes im Supermarkt gekauft und Iris war mit Lara in der super Konditorei, die wir am Vorabend auf dem Weg zum Restaurant entdeckt haben.

Apropos Restaurant: Iris und ich waren im Hanibal am Hauptplatz und haben hervorragend gespeist. Da war ich vor 22 Jahren schon mal auf meinem ersten eigenen Segeltörn (mit Holger und einigen anderen) ;-)

Wir haben dort auch ganz neugierig den roten Plavac Barrique von Zlatan, dem Winzer mit dem kleinen Hafen an der Südküste von Hvar, probiert. Hervorragend! Leider gab es keinen Weinhändler in Hvar Stadt, der den Wein hatte. Ich werde weiter suchen…

Also zurück zu gestern Morgen…

Nach dem Frühstück sind wir dann gegen 10:00 Uhr weggefahren und die weiter Dreiviertelstunde rüber in die Westbucht von Stari Stani auf Sv. Klement. Dort haben wir wieder den gleichen Liegeplatz bekommen wie letzte Woche und lagen mit dem Heck ca. 15m von den Felsen in idealer Badelage.

Die Mädels haben am Abend noch eine Malstunde angehängt. Ich würde ja sagen: Was man nicht alles für Qualen auf sich nimmt, um noch mal 'ne halbe Stunde später ins Bett zu kommen. Aber ihnen gefällt es tatsächlich ;-)

Der Nachmittag bestand also aus Schwimmen ums Boot, „Wasserskifahren“ und einem Dinghi-Ausflug an den Kiesstrand. Zum Abendessen gab es dann ein „chinesisches Wok-Gericht“ nach Mark und dann lagen wir ganz ruhig unter dem riesigen, klaren Sternenhimmel!

Tag 30, 28.7.2013

Für gestern noch Bilder hinzugefügt…

Da wir ja gestern nur bis Sv. Klement sind (eigentlich sogar in die falsche Richtung, aber nur eine dreiviertel Stunde), mussten wir heute eine weitere Strecke zurücklegen bis zu unserem Zielort Trogir.

Deshalb habe ich mich entschieden schon vor 6 Uhr abzulegen, da wieder kein Wind zu erwarten war und ich die lange Motorfahrt wenigstens zur Hälfte den Kindern ersparen wollte. Und am Morgen ist es ja auch für den Skipper am Steuer deutlich angenehmer (nicht so heiss).

Mein Vater ist auch aufgewacht und hat mir geholfen, als ich die Landleine zurückgeholt habe und den Anker hochzog. So waren wir also kurz vor 6 unterwegs und konnten bis alle anderen aufgewacht sind schon etwas mehr als die Hälfte der Strecke fahren.

An einer der kleinen westlich von Solta vorgelagerten Inseln haben wir dann um neun - nach dem Frühstück unterwegs - geankert und sind kurz baden gegangen.

Danach waren wir plötzlich im Getümmel. Es kamen uns unwahrscheinlich viele Boote aus Trogir entgegen. Das ist zwar nicht ganz überraschend - gestern war schliesslich „Bettenwechsel“ (das gibt es auch im Charterschiffbereich) - aber, soooo viele??!!!

Das hat sich dann auch geklärt. Die hatten fast alle riesige Banner mit der Aufschrift „The Yacht Week“ drauf. Ein Blick ins Internet hat mich dann aufgeklärt, dass es sich dabei um eine Flotillensegelveranstaltung für „junge Erwachsene“ handelt, die für 600 € pro Person und Woche im Kojencharter von Bucht zu Bucht und von Disco zu Disco gesegelt werden. DJs sind auch dabei für die Buchten…

In Trogir war dann aber auf jeden Fall kein Problem einen Platz in der Marina zu bekommen. Und die Route der Flotille kennen wir dank Internet auch und haben festgestellt, dass es keine Berührungspunkte mehr gibt ;-)

Vor dem Anleger in der Marina waren wir noch tanken (das ist die flachste Tankstelle: 2.7m WT, also offiziell 30 cm unter dem Kiel und Ruder) und waren dann schon um 1 in der Marina fest vertäut.

Die Kinder bei der Inventur! (Oder haben die Jungs einfach mal wieder etwas anderes zum Turmbau gebraucht?)

Am Nachmittag wollten Iris, ich und die Kinder zum örtlichen DM, aber der hatte nach unserem Eisdielenbesuch leider schon zu. So sind wir also „nur“ Eisessen und Spielplatzen gegangen.

Die Mädels hängen ganz schön in den Seilen…

Aua, wieso sitze ich jetzt plötzlich neben dem Spielturm?

Der Blick vom Spielplatz aufs Kastell von Trogir (Trogir ist übrigens die Partnerstatt von der Gemeinde Vaterstetten/Baldham, in der ich aufgewachsen bin. Wichtig zu wissen ;-))

Als wir an der Tankstelle waren ist plötzlich Markus, der Skipper des Wiener Segelschiffs, das wir letztes Jahr in der Türkei kennengelertn haben. Er ist jetzt Skipper einer Hanse 630, die gerade zufällig am ersten Steg (also direkt bei der Tankstelle) für eine Woche liegt, bis die nächsten Gäste an Bord kommen.

Wir werden heute Abend gemeinsam Essen gehen, denn Oma und Opa sind noch einmal mit den Mädels beim Abendessen (sie fahren ja morgen ganz früh nach Split zu ihrem Auto) und die Jungs haben gerade belegte Brote bekommen.

So haben Iris und ich nochmal einen Ausgehabend!