Ein Sommer mit "tonttu"

Tag 69 (9.7.2012)

Heute war Landgangtag!

Wir hatten fuer heute um 09:00 ein Minivan-Taxi und den Tourguide bestellt. Nach einem kurzen Erinnerungsanruf kamen sie dann auch um 09:20. Bis wir dann alles und alle verstaut hatten (fuer die Jungs hatten wir ja unsere Bord-Auto-Kindersitze und die Maedels sassen in den „Notsitzen“ im Kofferraum des Lancia-Siebensitzers; und Iris und ich haben uns zwischen die Jungs auf die eigentliche Rueckbank gequetscht) war es halb 10.

Wir sind dann direkt zu den Ausgrabungen von Butrint gefahren (ca. 30 min Fahrtzeit). Dort haben wir uns mit Baby-Bjoern fuer Luca und Buggy fuer Luis auf den langen Weg rund um die alte Stadt gemacht. Es war zum Glueck schattig aber doch sehr anstrengend, da der 2km lange Weg sehr grob mit Natuersteinen gepflastert war, wenn ueberhaupt. Luis ist ganz schoen durchgeruettelt worden, hat sich aber tapfer nicht beschwert und sogar die meiste Zeit geschlafen. Dann ging es zum Abschluss auch noch auf den „Burgberg“ hinauf und drueben wieder runter zum Eingang.

Trotzdem war es super, super schoen und unser Guide hat auch sehr viel erzaehlt und war sehr nett zu den Maedels (er hat selber eine gerade dreijaehrige Tochter). Die Ausgrabung ist UNESCO Weltkulturerbe und die Stadt wurde wohl ca. 600 vor Christus von Griechen gegruendet und war dann mal roemisch, byzantinisch, tuerkisch und sogar venezianisch. Auf jeden Fall sehenswert, „wenn man schon mal in der Gegend ist“.

Amphiteater (fuer ca. 1200 Besucher, deshalb nimmt an, dass die Stadt zu dieser Zeit etwa 6000 Einwohner hatte):

Eines der vielen Mosaike am Boden. Leider muessen sie die meisten immer mit Planen und Kies bedeckt halten und machen sie nur Abwechselnd auf. Denn das Marschwasser des umgebenden Sees von Butrint ist heute hoeher als frueher und wuerde die Mosaike immer wieder kurz ueberschwemmen und davon gehen sie natuerlich zu schnell kaputt, vor allem wenn die Sonne das Wasser dann schnell wieder wegtrocknet und nur die Salze uebrig bleiben.

Der Tauftempel (er hat ein versenktes Becken im Boden in der Mitte und darum ein - gerade zugedecktes - Mosaik mit sehr schonen Tiefmotiven):

Die Basilika aus dem 5. Jhdt. nach Christus:

Ein Mosaik im Boden der Basilika (hat uns der Guide „ausgegraben und mit Trinkwasser gesaeubert“):

Man laeuft fast immer schoen unter dem Schatten der Baeume. Fast immer ;-)

Das „Loewentor“, wohl von den muslimischen Tuerken absichtlich niedriger gemacht (Anna und Lara passen gerade gut drunter durch) mit einem Vorbau mit dem grossen querliegenden Stein mit Loewe drauf, der einen Bullen reisst (irgendwie gibt es eine Sage um die Entstehung von Butrint, welches angeblich von einer Gruppe versprengter Trojaner gegruendet wurde weil ein Bullenopfer blutend vom Schiff bis an Land geschwommen ist in die Lagune von Butrint und dort wo die Stadt entstanden ist an Land gegangen ist und verendete):

Blick ueber den Butrinter Marschsee. Die Stadt ist auf einer Halbinsel im See erbaut worden:

Die Festung auf dem Gipfel der Stadt (als letztes von den Venezianern erbaut):

Danach sind wir zur Quelle „Blaues Auge“ Gefahren. Das war leider wieder eine Fahrt von ca. 45 min und eigentlich wäre ja Mittagessen angesagt gewesen. Aber zum Glück haben die Kind sich nicht bzw. kaum beschwert. Bei der Quelle haben wir erst einmal gegessen: Lamb Chops und so etwas ähnliches wie „Pulled Pork“ (das kenne ich aus Cund dabei handelt es sich um Schweinefleisch erst mal gekocht und dann am Stück langsam gegrillt; es wird dann am Ende einfach mit einer Gabel zerkleinert) vom Lamm. War sehr gut!

Nach einem kleinen weiteren Spaziergang waren wir dann an der Quelle. Da schiessen (laut Messung von 2005) ca. 7.5 Kubikmeter Wasser pro Sekunde aus dem Boden. Gemäß Guide sind Höhlentaucher schon mal bis 50m in die Quelle hinuntergetaucht, aber nicht weiter gekommen, wegen der starken Stroemung und der enormen Kälte. Das Wasser hat ca. 11 Grad. Wir standen bis zu den Knien drin; aber nicht lange ;-)

Ein paar Typen sind doch glatt von einer Aussichtsplattform ca. 3.5m oberhalb hineingesprungen, mussten aber dann ziemlich Gas geben, damit sie nicht von der Strömung gleich den reißenden Bach hinuntergetrieben wurden.

Von dort aus sind wir dann wieder zurück zum Schiff gebracht worden. Ein sehr schoener Ausflug! Wir haben dann gleich das Dinghi startklar gemacht und sind am Strand entlang zum alten Fischereihafen gefahren, um daneben noch eine Stunde zu baden und dann in einem der Restaurants essen zu gehen. Wir sechs im Dinghi waren wieder die Show. Was sich die Albaner wohl gedacht haben? „Früher sind wir mit Sack und Pack in kleinen Booten nach Griechenland rüber geflohen, jetzt kommen die genau auf die gleiche Art zurück?!“

So, und morgen geht es rueber nach Korfu. Ob und wann wir dort wieder eine Telefonnummer haben und Mobile Internet, weiss ich noch nicht. Ich werde die Nummer aber dann sofort wieder auf der Hauptseite korrigieren (und im jeweiligen Blog ankuendigen)…

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