Ein Sommer mit "tonttu"

Tag 23, 21.7.2013

Heute morgen ist zuerst die Anna aufgewacht (um 5 vor 6) und hat sich zu Oma und Opa geschlichen. Um 6 Uhr war dann ein schönes aber auch deutlich hörbares Glockengeläut, welches offensichtlich Luis wach gemacht hat. Er sass dann wohl im Bett (sagte Iris später) und rief laut „Gocke, Gocke, Gocke“. Ich habe ja im Salon geschlafen (im Cockpit war es mir direkt an der Mole zu umtriebig), weil die Jungs ja ihr Zimmer für Oma und Opa geräumt hatten und bei uns vorne schlafen.

Etwas später hat sich dann auch Lara zu Oma und Opa gesellt und sie lagen dann zu viert im Bett und haben gelesen bzw. noch etwas geschlafen. Ein gemütlicher Morgen also.

Iris hat dann vom Bäcker frische Croissants, Krapfen und sehr gutes Körnerbaguette geholt (echt mal eine positive Ausnahme; gutes Roggenbrot fehlt einem halt doch ziemlich) und wir haben alle zusammen im Cockpit gefrühstückt.

Danach war nochmal Wäsche waschen, einkaufen, Deck abspritzen, Wassertank füllen und der Gang zum Hafenkapitän um Reni und Dirk in die Crewliste eintragen zu lassen angesagt.

Oma ist dann noch mit Lara und Anna schwimmen gegangen an den Felsen am Ausgang der Bucht von Stari Grad.

Kurz nach 11 kamen dann noch Eva, Werner und Hanka an, haben auch ihre Wassertanks gefüllt und sind dann an eine der Bojen gegenüber der Mole gegangen. Wir haben uns dann zu einem kleinen Mittagessen verabredet und sind um halb 2 losgefahren.

Erst war eh Gegenwind bis zum Westende von Hvar und dann wäre zwar eigentlich gar kein schlechter Wind gewesen, aber wir wollten auf Scedro (kleine Insel südlich der Mitte von Hvar) in der Bucht Lovisce bei „Rato dem Piraten“ nicht all zu spät ankommen, damit die Kinder rechtzeitig Abendessen können. Also sind wir unter Motor weiter gefahren und um halb 6 angekommen. Bis dann der Anker in Richtung Ost (die angekündigte Richtung für den stärkeren Wind heute Nacht) und die Landleine nach Westen an einen Poller auf den Felsen an Land (da kam auch aktuell beim anlegen noch der Wind her mit ca. 11 kn).

Hat alles gut gepasst und nach einer kurzen Runde schwimmen für (fast) alle, sind wir kurz nach 6 zum Abendessen mit dem Dinghi vorgefahren (erste Fuhre: Oma, Opa mit Anna und Lara und natürlich mir als Fahrer; zweite Fuhre: Iris, die Jungs und ich) und haben wieder den schönen Tisch im alten Boot bekommen.

Der zweite Mast von links (der erste, wo auch das Schiff und der komplette Mast zu sehen ist) gehört tonttu:

Das Essen (vor allem der gegrillte Fisch: Seebrasse für Oma und Drachenkopf für Iris und mich) hat hervorragend geschmeckt! Und die Kinder hatten viel Spass die Gegend um das Piratenschiff zu erkunden.

Zum Abschluss gab es noch ein Eis für die vier und dann sind wir zurück zum Boot.

Dort hatte der Wind auch schon zugenommen (15kn), kam allerdings aus Nord, nicht wie versprochen aus Ost. Natürlich mal wieder genau quer auf unser Anker-/Landleinengespann. Muss ja so sein!

So ging es auch weiter: Bis 22:00 Uhr hatten Böen um 20kn und danach bis Mitternacht auch bis zu 23kn. Der Anker ist bei der Belastung ein klein wenig nachgerutscht (war zu erwarten), hat aber insgesamt sehr gut gehalten. Um Mitternacht habe ich es endlich geschafft Iris zum schlafen gehen zu überreden und um kurz nach 1 habe ich meinen Vater auch ins Bett schicken können und mir mein Lager im Cockpit eingerichtet. Bis dahin war es schon wieder weniger (zwischen 15 und 18 kn) und es zeigte sich an, dass das Ganze vorbei ist.

Um kurz vor 23 Uhr habe ich den Motor im Leerlauf angeschaltet, da ein paar andere Segler ihre Landleinen los gemacht haben und neu zu ankern versuchten und das teilweise gefährlich nah an meinem Anker. Als einer dann auf die schlaue Idee kam den Anker im Vorwärtsgang weg vom Wind etwas in Luv meiner Ankerkette zu schmeissen, habe ich schon das schlimmste befürchtet (dass er meinen Anker ausreisst) und wollte sofort bereit sein abzulegen. Zum Glück hat er jedoch nicht getroffen ;-)

Während des Rests der Nacht war der Wind dann auch meistens unter 10kn und ich konnte relativ gut schlafen bis 6 Uhr, als es dann zu hell wurde. Jetzt haben wir 4.5kn Wind und die Leute zwei Boote weiter haben eine Flasche Prosecco geköpft. Erst hielt ich die Aktion für übertrieben: so stark war der Wind wirklich nicht, dass man das Überleben der Nacht so exzessiv feiern muss, aber dann hat sich herausgestellt, dass jemand Geburtstag hat.

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