Tag 64 (4.7.2012)
Heute haben wir am Vormittag noch einen weiteren „Stadtbesuch“ gemacht: Wir waren zum zweiten Kaffee (eigentlich war es der erste Kaffee aber das zweite Fruehstueck) in einer Bar-Caffee mit Hausbrandt-Kaffee und wieder mal sehr guter Espressomaschine. Trotzdem war der Cappucchino etwas waessrig. Dafuer waren die frisch gepressten Saefte und die Schokocroissants sehr gut (wenn auch etwas klebrig).
Danach sind wir noch zu einem Supermarkt gegangen und waren ueberrascht ueber die verfuegbare Auswahl. Viele Produkte aus Deutschland oder Italien wie Meggle Butter, Camparisoda oder Crodino, deutsche Marmelade und Italienische Babybreipulver. Also alles, was man so brauchen koennte, bis auf Kurkuma natuerlich. Den werden wir wohl erst in Deutschland wieder bekommen!
Da man im Supermarkt nur Bar (also mit LEK) zahlen konnte, musste ich dann noch gleich an einem Bankautomaten vorbei und dann sind wir zurueck in den Hafen gelaufen. Erst wollte man uns wieder mal nicht rein lassen: „Ein Hafen ist doch viel zu gefaehrlich fuer die kleinen Kinder“. Aber als ich erklaert hatte, dass wir dort mit dem Segelboot liegen, war es kein Problem. Dann wurden wir sogar vom Sicherheitsbeamten ueber die Zufahrtsstrasse eskortiert.
Unterwegs hatte ich schon den Schiffsagenten angerufen, der dann auch ca. 15 min nach uns beim Boot ankam mit allen Papieren. Er hat dann noch 65 EUR kassiert (10 EUR pro Kalendertag fuer den Hafenliegeplatz, also 20 EUR; dazu 30 EUR fuer die Behoerden und 15 EUR fuer ihn) und beim ablegen geholfen. Dabei hat er mehrfach betont, dass wir ihn jederzeit anrufen koennen, wenn wir Hilfe brauchen oder eine Frage haben. Sein Telefon ist 24h an. Wieder die extreme Hilfsbereitschaft der Albanier. Auch vorher schon, als ich schon die Lebensmittel ins Schiff gebracht habe und Iris mit Luca und Lara erst am Schiff ankam, war sofort ein Arbeiter zur Stelle, der eigentlich beim Asphalt aufbrechen geholfen hat, und hat Iris angeboten zu helfen den Buggy ueber die Gleise der Kraene zu heben. Wahnsinn, da koennte sich so mancher in Deutschland und der Schweiz eine Scheibe abschneiden davon.
Wir sind dann aus dem Hafen raus und in Richtung Kap Legjit, welches sich am Suedende der grossen, offenen Bucht von Durres befindet. Auf dem Weg dorthin haben wir gesegelt, obwohl nicht viel Wind war, aber wir hatten es ja nicht eilig. So sind wir erst um 4 Uhr angekommen und haben doch recht weit draussen geankert, da wir aus dem Bild in der Yachtzeitschrift (aus dem Albanienartikel vom April) nicht genau erkennen konnten wo man durch die Felsen durch sollte um naeher am Strand zu ankern. Es hatte auch recht viel Schwell, da der Strand ja zur Adria hin ungeschuetzt ist.
Also sind wir zum baden mit dem Dinghi rueber gefahren und haben uns dort mit ein paar Albanern unterhalten. Also ich habe mich auf Englisch mit einem schaetzungsweise 22-jaehrigen Informatikstudenten unterhalten und sein kleiner Bruder hat mit den Maedels Sandburgen (bzw. „Feine Kiesburgen“) gebaut. Am Schluss hat er noch gezeigt, dass er auch noch 4 Jahre Deutsch gelernt hat in der Schule und es war gar nicht so schlecht was da raus gekommen ist…
Wieder am Boot zurueck hat sich herausgestellt, dass der Schwell immer noch beachtlich war bzw. sogar noch zugenommen hatte. Ich habe zwar noch die Wuerstel heiss gemacht fuer die Maedels, aber um halb 7 haben wir beschlossen doch noch den Anker aufzuholen und um die Ecke auf die Nordkueste des Kaps zu fahren um dort in der Abdeckung ohne Welle zu liegen. Das hat nochmal eine halbe Stunde gedauert (die ich morgen wieder zurueck muss …) aber war es Wert. Jetzt liegen wir mit deutlich weniger geschaukel aber auch noch schoenem Blick Nordoestlich von Kap Legjit.
Und morgen frueh (sehr frueh, gegen 4 oder 5) fahre ich dann los in Richtung Vlore bzw. der Marina Orikum. Bei der ist noch nicht klar, ob ich da rein komme, die Einfahrt scheint immer wieder zu versanden!