Ein Sommer mit "tonttu"

Tag 63 (3.7.2012)

Der Fischkutter hat dann doch erst um 2 Uhr morgens abgelegt, also bin ich heute etwas mueder als sonst…

Denn wir sind um halb 9 Uhr losgefahren (endlich mal kein Fischgeruch mehr, zumindest beim Fruehstueck war das wichtig), nachdem diesmal Iris mit dem Agenten und dem Hafenkapitaen Kaffee trinken war. Auch ihr wurden von allen umstehenden Zigarretten angeboten, wie bei mir gestern ;-)

Wir haben uns dann also bei annaehernd Null Wind und ziemlich Dunst auf den Weg die Kueste runter nach Sueden in Richtung Durres gemacht. Dabei haben wir mal wieder kein einziges Schiff unterwegs gesehen. Zumindest nicht bis zu unserer Mittagspause am Kap Rodoni. Dort ist ein nicht mehr in Betrieb befindlicher Militaerhafen, neben dessen Einfahrtsmole wir geankert haben auf feinstem Sandgrund (zumindest konnte ich das dem Sand am Anker entnehmen, nachdem wir ihn kurz nach 2 wieder hochgezogen hatten).

Von dort waren es nochmal ungefaehr 2 Stunden bis nach Durres. Eine halbe Stunde vor Ankunft habe ich mit unserer albanischen Prepaidkarte den Captain Lambi Papa von der Vital Shipping Agency angerufen und uns angemeldet. Er hat uns dann auch im Hafen von Durres empfangen und beim anlegen geholfen. Wir liegen neben einem anderen Segler und vor einem alten Frachter, aus dem schon seit drei Stunden Wasser-Sixpacks auf Paletten ausgeladen werden. Beim vorbei gehen habe ich vorgeschlagen einfach eine Palette bei uns im Cockpit abzustellen, aber ich glaube sie haben mich nicht verstanden ;-) Das haette auf jeden Fall das Wassergeschleppe fuer die naechsten 4 Wochen erledigt.

Unser Agent hat dann bei uns an Bord die ganzen Formulare ausgefuellt (teilweise von Hand drei Ausfertigungen) und wird uns morgen die Fahrterlaubnis fuer die Weiterfahrt bringen und wieder beim Ablegen helfen. Klingt umstaendlich, aber ist halt so, weil hier noch niemand auf Wassertourismus eingestellt ist. Deshalb hat er auch die Tonnage unseres Dampfers ins Formular eingetragen ;-)

Die erste Moschee…

Wir sind danach alle zusammen durch den Hafen zum Ausgang gelaufen und in die Hauptstrasse von Durres, um etwas zum Abendessen zu finden. Es sah erst so aus, als gaebe es nur Cafes aber keine Restaurants, aber dann haben wir doch etwas gefunden mit vorwiegend italienischer Kueche. Leicht teurer als in Shengjin zum Mittagessen (aber wir sind ja auch in der groessten Hafenstadt von Albanien). Und es war wieder hervorragend. Fuer Anna und Lara haben wir in alter Tradition Gnocchi Tri Formaggi bestellt (also die eigentlich auf der Karte aufgefuehrte Gnocchi Quattro Formaggi ohne Gorgonzola) und Iris hatte eine feine Raviolivorspeise mit Schrimps und Rucola und dann zwei gebratene Fische (wir wissen nicht was, aber es hat geschmeckt) als Hauptspeise. Ich habe leider dank eines Kommunikationsproblems nicht einen Salat mit Lachs als Vorspeise bekommen sondern Toast mit Mayonnaise/Butter und kleinen Lachsstueckchen drauf (selber Schuld, wer bestellt schon im Mittelmeer Lachs!), wurde dann aber mit einem sehr guten Kalbsschnitzel in Weisswein-Zitronensauce entschaedigt. Dazu wieder diverse Gertraenke und wieder nur fuer 4190 LEK (also 29.84 EUR laut www.oanda.com). Verrueckt!

Impressionen vom Rueckweg durch den Hafen:

Dann sind wir wieder zurueck und die Maedels haben sich von ihrem Taschengeld Eis gekauft und ich habe kurz in einem Vodafone Shop gefragt, warum ich keine SMS verschicken kann mit der albanischen Prepaidkarte. Aber die Dame meinte nach ein wenig herumgefummel mit der SIM-Karte in einem anderen Telefon, das muesste an meinem Telefon liegen. Egal, also bitte nicht SMS schicken sondern einfach anrufen. Jetzt gerade natuerlich nicht, denn ich nutze die Karte ja gerade im WLAN-Router…

Morgen geht es weiter nach Sueden, aber wir wollen nicht weit von hier erst mal vor Anker uebernachten und dann erst am 5.7. nach Orikum, suedlich von Vlore fahren.

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